Ganz nah dran…

Tag Eins des Nike International Junior Tournaments. Ich hab’s gestern nur zum ALBA-Spiel geschafft und hatte viel Spaß. Ich kann den Besuch im Velodrom nur jedem Bsketbetball-Fan nahelegen. Natürlich ist es blöd, dass teilweise zwei Spiele parallel stattfinden. 25 Spanier waren lauter als 200 Albafans. Irgendwas machen wir falsch…

Und unsere Jungs haben sich gegen FMP Zelesnik Beograd ganz tapfer geschlagen. Letztlich war das 61:62 aus Sicht von ALBA eine unglückliche Niederlage. Und es war vor allem der Überlegenheit von Dejan Musli geschuldet. Verdammt, seine Haferflocken hat der Kerl immer brav aufgegessen.

Dejan Musli, Jahrgang 1991, 2,11m und locker über 100 Kilo. Dominanter Innenspieler. Er hat keinen besonderen Wurf, aber wehe er hat Platz für ein Dunking. Rebounds, kluge Pässe. So einen spielintelligenten Brocken haben wenige U18 Teams. Natürlich sieht man Defizite: Viel Ellenbogen, gerne mit Offensivfouls, zwei, drei oder vierfach die 3-Sekunden-Uhr auf dem Parkplatz abgepfiffen. Unsere Guards haben ihm auch mehr als nur einmal den Ball geklaut. Aber von den 26 Punkten von FMP  in der ersten Halbzeit machte er 15, insgesamt 22pts 9reb. Und ALBA konnte zwar gut übers Fronten den Passweg zumachen, aber ihn halten? Nein, da fehlte den Albatrossen die Physis. Ähnliches galt auch gegen Branislav Dekic (#14, 9pts. 6reb). Von den 19 Feldkörben der Beograder machten sie 18 in der Zone. Das war arg eindimensional aber effektiv. Neben den beiden Großen fiel mir noch PG Nikola Vukasovic, ein dürrer Spieler mit Wuschelkopf, positiv auf. Bissige Verteidigung, sehr souveräner Spielaufbau, wieselflinke Beinarbeit. Vielleicht ein ganz klassischer serbischer Floor-General.

Aber bevor ich abschweife: Auf dem Feld schlug ALBA sich wacker. Vielleicht überraschend ging ALBA mit tollem Mannschaftsspiel schnell in Führung. Allerdings war bald klar, dass Foulprobleme eine Rolle spielen würden. Alba war im Vergleich soooo klein, in der Physis gnadenlos unterlegen. Dennoch erspielte sich ALBA einen ordentlichen 10 Punkte-Vorsprung zum 26:16 Mitte des 2. Viertels. Doch dann legte FMP los. Ein 10:0 Lauf folgte und zur Halbzeit stand es 28:26 für ALBA.

Aus der Halbzeit kamen die Serben mit ganz viel Intensität in der Verteidigung und ein paar schnellen Körben von Aleksandar Ponjavic. ALBA blieb jedoch dran. Niels Giffey ackerte trotz vier Fouls unermüdlich beim Rebound, offensiv  setzte er leider seine Mitteldistanzwürfe mit steter Regelmäßigkeit auf den Ring. Dass er viel Potential hat, war jedoch nie zu übersehen. Vorne übernahmen dafür Malte Ziegenhagen und Konstantin Klein Verantwortung. Mutig zog Klein zum Korb und setzte auch seine Mitspieler mit insgesamt 5 Assists schön in Szene. Für sein Alter spielt Klein extrem angstfrei. Malte Ziegenhagen packte seinen sehr weichen Wurf aus und schenkte den Serben kackfrech einen 3er nach dem nächsten (insgesamt 4 von 6 3er) ein. Nach einem seiner 3er zum 49:52 zog ALBA noch einmal weg bis 49:58. FMP reagierte jedoch, startete selbst einen Lauf und dominierte mit sehr intensiver Defense die letzten Minuten.

Am Ende war Malte Ziegenhagen mit 18 Punkten ALBAs Topscorer. Dawit Villarzu verdient auch noch eine honorable mention. Mit tollen Floatern setzte er viele Akzente und zog fleissig Fouls.

Doch wie schon bei ALBA 2 ist das Defizit der jungen Albatrosse auf den langen Positionen nicht zu übersehen. Wir haben tolle Guards und Forwards mit viel Potential. Aber vielleicht sollten ALBAs Scouts in verschlafenen Bergdörfern auch mal nach einem Riesenbaby suchen gehen… aber das ist eine andere Geschichte.

Doch für genau solche Geschichten ist das NIJT klasse. Es ist nicht nur ein tolles Turnier mit sehr ansehnlichem Basketball und ALBA-Familientreffen, sondern auch ein Meet-and-Greet der internationalen Basketballszene. Freunde und Mitschüler der Albaspieler saßen neben NBA-Scouts, Detlef Schrempf war da und der Sohn von Sabonis zeigte ein schwaches Spiel bei den U18 Youngstern von Siena. Und natürlich nicht zu vergessen: Die gesamte Meckerecke der ALBA-Fans von schoenen-dunk saß auf  den Tribünen. Heute und morgen geht es weiter.

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