Gute Niederlage – Alba verliert in Malaga

Albas Spiel hängt an der Defense. Das ist ein Stanze, ich weiß. Aber in Viertel zwei gegen Malaga, als es für die Spanier keinen einfachen Pass und schon gar keinen Wurf gab, hat es sich gezeigt, das wir schon auch mal gegen eine gute Mannschaft (auf europäischen Niveau) gewinnen könnten. Trotz der widrigen Umstände in der Halle. Dazu sollte man allerdings vorne auch mal irgendwas treffen. Einen Freiwurf. Korbleger. Mal nicht auf den Ring dunken. Irgendsowas.

Mit widrigen Umständen meine ich nicht den Lärm, so laut ist es in einer halbgefüllten Halle wie der in Malaga selten. Aber die Nummer mit den vom Stierkampf entlehnten Trompeten – schlimmer Ohrenmüll. Bei uns im Fanblock hatten sich die Kollegen ja schon immer gewundert, wenn Spätpubertierende mit gigantischen Putzlappen vor den Augen des halben Blocks ihr Aufmerksamkeitsdefizit bekämpfen und erregten sich. Gegen die kann man im ordentlichen Deutschland ja noch mit üblen Drohungen vorgehen, und indem man die Hallenerziehungsberechtigten aufmerksam macht. Gotteseindank spielen bei uns nicht so viele Trompete. Dieses Instrument habe ich in Sportstätten schon gefürchtet, als ich in Spanien noch wohnte. Nur mal überlegt: Basketballgeblendet und dann noch diesen Dauerton in den Ohren – wäre dafür nicht schon der Gerichtshof in Den Haag zuständig?

Das am Rande. Zurück zum Spiel: Im ersten Viertel schwenkte die Kamera bei so Minus 7 mal über die Bank und man blickte in lauter zerfallene Existenzen. Der Kommentator sagte, ich habs extra mitgeschrieben: „Wenn man in die Gesichter der Spieler von Alba Berlin blickt, sieht man da wenig Selbstvertrauen.“ Und dann sagte er noch: „Da muss man selber rauskommen und das mit harter Arbeit. Anders geht das nicht.“ So wars. Alba hat es einmal ganz und einmal fast geschafft. Das war mehr, als man vorher erwarten konnte.

Fragt man sich nur, wie man mit der Mannschaft in Polen und in Ludwigsburg verlieren konnte. Wirklich. Dafür werden wir am Ende bestraft. Es ist doch ein gutes Team. Wir haben hervorragende Aufbauspieler (auch wenn Wood gestern ein Totalausfall war). Wir haben einen klugen Dreier (Morley). Einen sehr guten Vierer (Thompson), ein ordentliches Centerpaar und einen Irren, der es richtet, wenn es sonst niemand tut (Schaffartzik, und irre ist hier gut gemeint).

Offensiv sind wir zu oft das Team von Deon Thompson. Wenn er trifft, sind wir schwer auszurechnen. Gut, man kann ihn doppeln, er ist allerdings schlau genug für einen Pass. Und das kann noch gefährlicher sein, insbesondere, wenn wir mal die Würfe von Außen treffen (wie Avdalovic anfangs). Das allerdings ist und bleibt unsere Achillesverse. Wir treffen viel zu schlecht von Außen. Und wenn dann auch die Freiwürfe nicht fallen …

Das Defensivkonzept von Malaga bestand aus Albert Miralles. Bekam er den Ball, bekam er was auf die Fresse. Weil er maximal einen von zwei Freiwürfen trifft, ist das ein Vorteil. Ansonsten haben mich die Spanier allerdings nicht so überzeugt. Vor allem unter dem Korb nicht. Sie haben halt auch ein paar Spieler, die auch mal treffen, wenn sie es oft genug versuchen dürfen, wie der schwache Williams.

Wie auch immer. Wenn es gute Niederlagen gibt: Das war eine. Alba hat sich ein wenig gefangen. Und wenn Wood und Dedovic irgendwann mal wieder auch nur in die Nähe von sich selbst finden, dann gewinnen wir auch mal wieder. Trier ist eigentlich Pflicht.

Korrektur: In Ludwigsburg verloren, nicht in Gießen.

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8 Gedanken zu „Gute Niederlage – Alba verliert in Malaga

  1. Heute Abend nur in aller Kürze: Ich freue mich, dass hier wieder häufiger etwas zu lesen ist. Dennoch, ich würde mir wünschen, dass @peterzwei ein wenig mehr Sorgfalt in die Post steckt (dafür kann man sich auch mehr Zeit lassen). Es ist mir nunmehr schon häufiger aufgefallen, dass nicht jeder Satz Subjekt, Prädikat und Objekt hat. Und auch was die inhaltliche Tiefe angeht,würde ich mir mehr durchdachte Aussagen und weniger Allgemeinplätze wünschen. Aber das kann ja noch werden. Es ist schließlich noch Grübler vom Himmel gefallen ;-)

    Take care, fiTzeL

    • so, jetzt ist gut. hoert endlich auf, auf peterzwei rumzuhacken! einfach mal selber bloggen und vor allem besser machen. ist ganz einfach. dann koennt ihr ewigen noergler wiederkommen. bis dahin einfach mal die gusche halten!

      beste gruesse,
      mrx.

    • @ murcs: ich sehe nicht, wann und wo ich auf peterzwei rumgehackt haben soll. Ich sage doch ganz deutlich, dass ich mich freue, dass er hier schreibt. Ich habe mir trotzdem erlaubt, darauf hinzuweisen, dass man einen Artikel noch mal gegenlesen sollte (was viel Arbeit ist, das weiß ich aus eigener Blogger-Erfahrung – ich habe hier nämlich auch schon geschrieben). Das hebt dann in aller Regel das Niveau noch mal deutlich.

    • sorry fitzel,

      dann hat es wohl den falschen getroffen – wie das immer so ist. falls du zufaellig auch die kommentare zu den letzten beitraegen von peterzwei gelesen hast, wirst du festgestellt haben, dass es jedes mal deutlich mehr harsche kritik als aufmunterung gehagelt hat. … und da auch ich weiss, wie schwer es ist, diese flitze idee eines blogs dauerhaft am leben zu halten, solange das eigene leben gluecklicherweise ausserhalb des web2.0 stattfindet, hatte ich so eine art beissreflex.

      ich finde es wunderbar, dass bei aller gruebelei auch mal ein “wir sind meister” und ein “rueckfall” hingerotzt wird. es muss nicht immer alles politisch korrekt, objektiv und pulitzerverdaechtig sein! ganz im gegenteil. das ist ein blog und nicht “die zeit”.

      von daher: weitermachen, peterzwei! … und nix fuer ungut, fitzel.

      beste gruesse,
      mrx.

      ps. wenn “einfach einfach einfach” ist, ist einfach ein einfach zuviel =;^) das gilt auch fuer kommentare. bloed, dass man im eigenen kommentar nix editieren kann. naja. ist passiert.

    • Keine Sorge, ich bin nicht aus Zucker und kann auch Kritik ab. Es stimmt sicher, dass der angehende Blogger auch Zuspruch und nicht nur Kritik braucht. Also auch von mir noch einmal ausdrücklich: weitermachen!

  2. Hätte Miralles doch wenigstens die Hälfte seiner Freiwürfe getroffen, es wäre gaaanz eng geworden! Ohne in die Stats zu schauen, ich glaube er hatte 2/8 Freiwurfquote! 25%! Da habe ich im ersten Jahr Schulbasketball mehr getroffenn…

  3. @murcs, @stelle

    Vielen Dank für den Zuspruch. Die viele Kritik, selbst die eher unsportliche, stört mich allerdings in keiner Weise, im Gegenteil: Immerhin lesen es die Vögel. Das reicht mir als Antrieb.

    @fitzel 1981

    Danke für die Hinweise auf Fehler, wenn ich sie sehe, mache ich sie raus. Und wenn Du welche entdeckst: Sags, dann werden auch die entfernt. Allerdings: Hier handelt es sich um kein professionelles Produkt. Es wird immer welche geben. Oft genug auch peinliche. Das ist halt so. Das hier ist kostenlos. Dafür muss man dann auch mit Qualitätsmängeln leben.

    @ansonsten

    Wer sich ärgert, kann ja einfach weggucken. Keiner, der noch tippen kann, ist vor seinen Rechner gefesselt.

    Nix für ungut.

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