Bonn hat Matchball und Heimnachteil

Montagmorgen nach dem dritten BBL-Finale. Zumindest die zweite Halbzeit fesselte mich gestern dann doch mal wieder an den Bildschirm. Ein paar Gedanken zum Finale und ein rasanter Ritt durch den Blätterwald.

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Rauschen im Blätterwald #13

Der größte Teil der Liga ist in der Offseason. Das Wechselkarussel dreht sich und beherrscht die Presse abseits des Playoffgeschehens. Die große Frage: Wo gibt es Konstanz, wer schafft es trotz Wirtschaftskrise einen schlagkräftigen Kern des Teams zusammenzuhalten. Kommt ein türkischer Nationalspieler nach Frankfurt?

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Der Ball liegt nicht im Feld der Trainer…

…sondern der Manager und Präsidenten,” sagte Dirk Bauermann am Sonntag auf Deutschlandradio im Sportgespräch. Jan Pommer und Dirk Bauermann diskutierten eine halbe Stunde über die Quote. Es war eine klasse Debatte, bei der neben vielen Platitüden und vielem längst bekannten auch ein paar neue Aspekte aufgegriffen worden.

Der Sporttalk steht auf dradio als mp3 zum Download zur Verfügung. Für diejenigen, denen eine halbe Stunde zu viel ist, fasse ich hier die wesentlichen Aussagen zusammen und beziehe Position.

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Bauermann rudert zurück: 6+4

Es muss in der BBL an den Stellschrauben der Quote bzw. der Zahl ausländischer Spieler gedreht werden, sollen deutsche Nachwuchsspieler aber auch Nationalmannschaftsspieler in der BBL eine größere Rolle spielen. Hierin sind sich Fans, Bundestrainer und vielleicht die Hälfte der Clubs einig. Nur wie diese Stellschrauben aussehen, das ist selbst im Lager der Quotenbefürworter umstritten.

Im Halbzeitinterview der Begegnung Frankfurt gegen ALBA Berlin auf sportdigital.tv modifiziert Bauermann seine Quotenforderung nunmehr und präzisiert noch einmal seine Forderung zur Verkleinerung der Liga, die er gegenüber dem Weserkurier äußerte. Weiterlesen

Mit Links zur Quote

Irgendwann habe ich mir mal die Mühe gemacht und alle Quotendebatten auf schoenen-dunk.de zusammenzutragen. Wer also geballte Fanwut von der Aufhebung der Ausländerbeschränkung vor einigen Jahren bis zur Bauermannschen Brandrede 2009 verfolgen will, kann sich bei den Links bedienen.

Bauermann fordert Deutschen-Quote
Das schriftliche Armutszeugnis der BBL

und hier ist eine kleine Auswahl der (offenen) Threads auf Schonen-Dunk:
Quotendeutsche 2008/2009 – Zahlen und Analysen zur Quote, wie sie ist.
Wie heuchlerisch sind deutsche Basketballfans – Sind wir selbst inkonsequent in dieser Frage?
Das schriftliche Armutszeugnis der BBL – Eine andere Auseinandersetzung mit der Spielzeit deutscher Spieler.
Die Lüge mit den jungen Talenten – Wer hat den schwarzen Peter? DBB oder die Clubs?
Femerling und Okulaja üben harsche Kritik – Das gleiche Problem, von anderen geäußert.
Quotendeutsche und Ausländerfreigabe, so begann die Debatte 2005.

Und last but not least: Sinn und Unsinn der Deutschenquote

Thesen zu Bauermanns Brandrede

Auch wenn ich Bauermanns Stil in der Brandrede unerträglich finde, muss ich ihn in einem Punkt in Schutz nehmen: Dass er im Bamberg bis 2007 nicht mehr Deutsche eingesetzt hat, kann man ihm kaum vorwerfen. Die BBL war und ist eine amerikanische Liga, da darf er auch mit amerikanischen Spielern um die Meisterschaft spielen. 2007/08 hat Bauermann den “deutschen” Weg probiert. Das hat nicht geklappt.

Ich versuche mich an ein paar Thesen zur Deutschenquote in der Basketball-Bundesliga aber noch lange keine eigene Antwort auf diese stark umstrittene Frage.

These 1: Freiwillig klappt nur, wenn alle Clubs mitspielen.

Der Oldenburger Manager Schüller fordert nun eine ganz tolle Quotierung in der ProA und ProB… Man muss diese Aussage in den Kontext des Clubs stellen, aus dem sie kommt. Oldenburg ist der Club mit den wenigsten deutschen Rotationsspielern. Eine Mannschaft, bei der immer wieder mal nur neun Amerikaner spielen. Ein ProA bzw. ProB Doppellizenzpartner der Oldenburger suche ich vergeblich… Dinge fordern, die einen selbst nicht betreffen, das ist ganz großes Kino. Das ist eine der Heucheleien von denen Luka sprach.

These 2: Fertige deutsche Spieler finden alle toll, solange sie andere ausbilden und man selbst nicht investieren muss.

ALBA investiert sehr viel Geld in den Nachwuchs. Braunschweig und Bamberg traditionell auch, ja selbst Gießen hat sich u.a. dank der Kooperation mit Lich finanziell gestreckt. Bei anderen Clubs weiß ich es nicht so genau. Man kann wohl annehmen, dass bei ALBA die Nachwuchsausgaben in einen Bereich reinkommen, der locker das Teambudget Nördlingens oder Göttingens erreicht. Weiterlesen