Blogauskas #10 – Know it´s key (and know when it’s not)

Know its key

Know its key

Es gibt hier überall im Land offizielle Werbeplakate für die Eurobasket 2011, auf denen die Aussprache der Starspieler erklärt wird. Für Deutschland ist Nowitzki abgebildet mit der Aussprachehilfe: „Know it´s key“. Gut, das Englisch ist ein wenig fragwürdig (Popovic = „Pope a witch“), aber gestern Nacht, als wir wieder einmal an dem Plakat vorbeiliefen, hatte es plötzlich seinen Sinn gefunden.

Wenn das Türkeispiel irgendetwas glasklar gemacht hat, dann Segen und Fluch von Nowitzki/Kaman aber auch gleichzeitig die recht simple Auflösung dieses Bauermann´schen Knotens. So evident wie in keinem Spiel zuvor trat zunächst das Problem in den Vordergrund. Denn das erste Viertel war schlicht ein Desaster. Eventuell geschuldet der Bedeutung dieses Do-or-die-Spiels begann das deutsche Team mit etwas, was aussah wie „Kaninchen und Schlange“, statt „Zweiköpfiges Monster“. Kawitzki hatten wohl beide das Gefühl jeden Angriff beenden zu müssen – mit extrem wenig Erfolg, denn die Türkei verteidigte gut gegen sie – währenddessen die Mitspieler über den Status reiner Anspielstationen nicht hinauskamen.

Nacht in Vilnius

Nacht in Vilnius

10-24 stand es für die Türkei nach 14 Minuten und das war noch nicht mal das Schlimmste, denn es sah ideenlos aus, geradezu hilflos. Es war Beamtenmikadobasketball vom Feinsten in der Offense. Wer sich zuerst bewegt fliegt – das war offensichtlich das Motto und die eher behäbigen Türken freute es sichtlich. Kaman produzierte Fehlschüße und Turnover und Nowitzki haderte mit sich, den FIBA-Regeln, der fibaesken körperbetonten Spielweise und den dazugehörigen Schiedsrichtern. Sichtlich sauer haute er einmal zuviel drauf und mußte mit 3 Fouls runter. Was für ein Glück. Klingt jetzt dumm, war aber so. Kaman kam nach einer kurzen Denkpause wieder und läutete die deutsche Aufholjagd ein. Die deutschen Fans sahen es zunächst stoisch, dann hoffnungsfroh und nach der Halbzeit dann begeistert. Jagla tat was er kann und gestern tun mußte, Hamann und Herber verteidigten, Schaffartzik scorte und verteilte Assists und Joker Schwethelm traf im vierten Viertel alles.

Rekordlautstärke in der Siemensarena

Rekordlautstärke in der Siemensarena

Als Nowitzki dann wieder kam, hatte das Team seinen Rhythmus gefunden, der einbeinige Fadeaway fiel (einmal von weit links draußen mit Brett und deutlich vernehmbaren Raunen in der Halle – das kann vielleicht ne Handvoll Spieler auf der Welt) und als er gedoppelt wurde, ganz am Schluß, kam endlich das Vertrauen und mit ihm der Sahnepass raus auf Schwethelm, sein dritter Dreier fand gewohnt flach aber treffsicher sein Ziel und der Rest war einfach nur noch Jubel und Erleichterung pur. Nowitzki muss es nicht alleine machen, er hat tatsächlich Mitspieler, die was drauf haben. Die Mischung machts – nicht einer alleine. Er weiß das jetzt, hoffentlich vergessen es seine Kollegen nicht wieder. Bitte Schluß mit dem Verstecken hinter NBA-Schürzenzipfeln. Bei so einer EM wird jeder Spieler gebraucht. Jeder.

Erkenntnis des Abends: 2 + 3 gibt nicht immer 5. Und nur 5 gleichberechtigte Mitspieler auf dem Feld ergeben ein Team. Höhere angewandte Pippilangstrumpfologie.

Litauenfan

Litauenfan

Nach dem bitter nötigen Sieg gestern wird es morgen (Sonntag) ganz, ganz übel und die höhere Mathematik kann auch gleich weiter gehen. Während wir uns heute die ersten beiden Spiele der Gruppe F ersparen und nur Russland gegen Griechenland schauen, verfluchen wir zum x-ten Male die Losfee, die diese EM zusammengewürfelt hat und senden ihr an dieser Stelle noch mal ein herzliches : „Du uns auch“. Finnland, Georgien, Mazedonien und leider auch Slowenien öden einen in der Parallelgruppe mit schlechtem Horrorbasketball an und auch Rußland und Griechenland bekleckern sich bislang nicht mit Ruhm während in Gruppe E zwei Topteams vor dem Aus stehen. In Gruppe F livetickern wir gerade, dass nicht nur Mazedonien bereits sicher in Kaunas ist, sondern auch, dass Finnland (Ja, genau. Qualifikant Finnland mit niemand anderem als H. Dettmann auf der Bank) zur Zeit weiter wäre. Es ist einfach zum Heulen. Nichts gegen Finnland, wenn auch schon gegen Herrn „coach dich doch selber“ Dettmann (oder wie Marko Pesic sagen würde: „Thats Bullshit!“), aber dass Suomi und Mazedonien weiterkommen, während gegebenenfalls Vizeweltmeister Türkei und Litauen rausfliegen, kann ja nur ein schlechter Witz sein. Erneut weckt dieses Szenario den dringenden Wunsch in uns, der kleinen Losfee doch mal ganz dezent die Flügelchen auszuzupfen.

Rechenschieber rausholen und feinjustieren ist angesagt. Betonung auf „Rechen“, nicht auf „Schieber“, wie bei einer anderen Nation. Sonntag wird wirklich ganz schlimm, 2 europäische Topteams scheiden aus. Wer dies sein wird, ist noch unklar. Klar ist, dass Deutschland gewinnen muss. Soweit so gut. Klar ist auch, dass es ideal wäre, wenn im ersten Spiel die Türkei Serbien schlägt. Dann reicht uns ein einfacher Sieg gegen Litauen und die rappelvolle, komplett durchgedrehte Halle. Das wäre unser Favorit, denn dann wären D und LIT weiter. Es kann eigentlich niemand wollen, dass dieses kleine basketballbekloppte Völkchen ausscheidet. Aber gewinnt Serbien, muss Deutschland mit 11 Punkten oder mehr gewinnen. Dann wären die Türkei und Litauen draußen, D und Serbien weiter.

In jedem Falle erwartet die deutsche Mannschaft eine höllenlaute Halle, die jede Fingerbewegung unserer Spieler Ausbuhen wird, als gäbe es kein Morgen mehr. Niemand in unserem Team hat schon mal vor so einer Kulisse gespielt, NBA-Playoffs hin oder her. Das ist wirklich unbeschreiblich. Aber zunächst einmal um 15:30 deutscher Zeit den Türken kräftig die Daumen drücken – und dann? Ja, dann hilft fast nur noch Beten und hoffentlich der Spaß daran cool zu bleiben, wenn man zusammengepfiffen wird. Charaktertest.

Jetzt schnell in die Halle RUS – GRE schauen und BLOSS NICHT an morgen denken. Zur Zeit ist noch Verdrängung angesagt.

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3 Gedanken zu „Blogauskas #10 – Know it´s key (and know when it’s not)

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