Offseason H.O.R.S.E.

Was machen verrückte Basketballfans in der Kneipe beim Bier? Richtig, sie spielen H.O.R.S.E. Wie das, ohne Korb und Ball? Ganz einfach: Man nenne seinem Gegenüber irgendein x-beliebiges BBL-Team der unteren Tabellenhälfte mit der Aufforderung doch mal aus dem Kopf fünf Spieler zu benennen.In der BBL führt das zu ziemlich ernüchternden Ergebnissen. Fünf Tübinger? Fünf Braunschweiger? Fünf Trierer? Fünf Nördlinger? Fünf Düsseldorfer? Die Liste lässt sich fast beliebig fortsetzen. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass mein Thekennachbar mich mit seinem BBL-Team Trier kalt erwischt hat. Und wenn ich schon aus dem Nähkästchen plaudere: Von drei sehr gut informierten Basketballfans aus Bonn, Berlin und Luxemburg war kein einziger in der Lage aus dem Stehgreif fünf Tübinger zu benennen*.

Ich kann nur empfehlen, es selbst auszuprobieren, am besten bevor die Offseason richtig beginnt.

Es ist schon bezeichnend für die BBL als Übergangsliga und die notorisch hohe Anzahl an Wechselspielchen. 136 Neuverpflichtungen brachte die letzte Saison, wenn man die Ausbildungsabgabe als Berechnungsgrundlage nimmt. 9 Monate Saison und viele BBL.TV-Übertragungen, intensives Lesen und Diskutieren auf schoenen-dunk haben jedenfalls bei mir nicht gereicht, um so einigermaßen in den Kopf zu bekommen, wer wo spielt.

Aber es ist auch nicht weiter schlimm. Die Mannschaftszusammensetzungen gehören zur Kategorie unnützes Wissen, denn viele der Spieler werden nach dem Sommer nicht zurückkommen. Nächste Saison geht es zurück auf Los. Einen Wiedererkennungswert weisen bestenfalls eine Handvoll Playoffteams auf. Und das hat nichts mit der Quote zu tun, sondern vor allem mit der unsäglichen Jagd der meisten BBL-Teams nach dem besten College-Absolventen für wenig Geld. Scounting wird durch Nachverpflichten ersetzt. Wer Identifikation will, sollte als Manager mal über Mehrjahresverträge nachdenken. Momentan sind diese leider die Ausnahme.

Natürlich ist nicht alles schlecht, freilich gibt es fast überall einzelne Identifikationsfiguren, nur eben keine ganzen oder auch nur halben Mannschaften. Bei Panathinaikos oder Olympiakos, ALBA oder Oldenburg fällt es wohl vielen leichter fünf Spieler zu benennen.

*Zusammen kamen wir dann auf fünf: Ratkovica, Katic, Anderson, Moye, Haynes.

PS: Zwei extreme Varianten hat @franz auf schoenen-dunk vorgeschlagen:

nennt doch mal drei spieler aus dem kader der aktuellen 18 bundesligamannschaften, die einen deutschen paß besitzen (saison 2008/09).

oder nennt drei spieler – egal welcher nationalität – die dem kader der jeweiligen 18 BBL-teams der saison 2006/07 angehörten.

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3 Gedanken zu „Offseason H.O.R.S.E.

  1. Das ist ein langweiliges Spiel.
    Auch in anderen Sportarten wird man kaum einen Fan finden können, der bspw. 11 aktuelle Spieler aus Cottbus, Mönchengladbach oder Bielefeld nennen kann.

    Mehrjahresverträge scheitern ja meist kaum allein an der Vereinsseite, sondern auch an der Spielerseite.
    Bobby Brown, Hollis Price oder gar ein Wendell Alexis wären wohl kaum an 3-4 Jahresverträgen interessiert gewesen, auch wenn manche BBL-Karrieren dann länger dauerten.

    Und welcher verantwortliche möchte jahrelang an absolut unpassenden Spielern festhalten? Franko Nakic lässt grüßen.

  2. Pingback: Ball in Europe - European Basketball Blog » Blog Archive » Monday’s cigarettes

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