Phantomschmerzen

Die New Yorker Phantoms haben die Saison hinter sich. Eine mieserable Rückrunde – trotz des Buzzerbeater-Sieges gegen ALBA – verhagelte ihnen jede Chance auf die Playoffs. Nur zum Ende konnte noch einmal in Bonn gefeiert werden. Vor drei Jahren mit einem ehrgeizigen Dreijahresplan gestartet, wurden die Playoffs in Serie verpasst. Nachdem es endlich eine Trainingshalle gibt und die Finanzen konsolidiert waren, hatten sie mit 2,2 Millionen € einen durchaus überdurchschnittlichen Etat.

Die Fans konnten in Braunschweig auch nicht begeistert werden.  Natürlich ist das gegen Eintracht und Lions schwierig. Aber nach einem Einbruch von 10% bei den Zuschauerzahlen sind sie in dieser Kategorie das fünftschlechteste Team der Liga, die Hallenauslastung von nur knapp über 40% der schlechteste Wert der Liga. Dank der riesigen VW-Halle sieht es häufig nach gähnender Leere im weiten Rund aus.

Wie geht es weiter? Kommt ein deutscher Trainer? Nach Informationen der Braunschweiger Zeitung sollen die New Yorker Phantoms Interesse an einem ehrgeizigen deutschen Trainer haben. Dass Mutapcic nach drei Jahren abgelöst wird, steht nun wohl fest. Andreas Wagner (Nördlingen) und Ingo Freyer (Hagen) werden gemunkelt. Wegen der Paderborner Krise könnte natürlich auch der ehemalige SG-Spieler Doug Spradley in Betracht kommen. Und in die Kategorie ehrgeiziger deutscher Trainer könnte natürlich auch Stefan Koch fallen.

Auch wenn die Lizenz nur mit Auflagen erteilt wurde: Wo sind die Pressemitteilungen darüber, dass die Sponsoren an Bord bleiben? New Yorker, Öffentliche, Volkswagen. Wenn ich mich sehr täusche, dann laufen die Verträge diesen Sommer aus. Bleibt der wettbewerbsfähige Etat oder müssen Abstriche gemacht werden, auch wenn es nur die bislang veranschlagten -30% aus den Lizenzunterlagen sind?

Eine weitere Baustelle gibt es dazu auch noch: Die Herzöge aus Wolfenbüttel sind sportlich in die ProA aufgestiegen. Es wird gemunkelt, dass insbesondere einige große regionale Sponsoren Druck ausüben, damit endlich die Kräfte vereint werden. Wegen der gewachsenen Lokalrivalität zwischen Braunschweig und seinem südlichen Nachbarn müssten für eine Kooperation wohl einige über ihren Schatten springen. Aber eine solche Kooperation könnte die Kräfte bündeln und die ambitionierte Nachwuchsarbeit und regionale Basketballbegeisterung und -tradition zusammenführen.

Ich mag die Hoffnung nicht aufgeben, dass in Braunschweig nächste Saison kein All-College-Team aufläuft, sondern die jedes Jahr heranwachsenden Talente eine erheblichere Rolle spielen. Unter Mutapcic durften sie nicht ran. Man setzte auf BBL-Rookies wie Flowers und Franklin. Dustin Salisbury lieferte zwar eine gute Show, aber wird von den Fans nicht geliebt. Und irgendwie konnte Braunschweig seinen guten Frontcourt um Visser, Drevo und Cain nicht in Punkte ummünzen.

Ein wenig Kontinuität gibt es, Drevo wurde verlängert. Der Ur-Braunschweiger Nils Mittmann hat auch noch Vertrag. Der gute Frontcourt soll als ganzer gehalten werden, mal sehen ob es klappt. Ich bin gespannt und hoffe, dass es in Braunschweig endlich mal einen Schritt vorwärts geht. Als ehemaliger Braunschweiger Fan hab ich seit Jahren Phantomschmerzen…

Advertisements

Ein Gedanke zu „Phantomschmerzen

  1. Pingback: Von Herzögen und Phantomen « Grübelei – Ansichten eines Basketballfans

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s