Mit einem Veilchen davongekommen. MEG Göttingen 09/10

Göttingen erfuhr das typische Schicksal eines BBL-Teams, das mit schmalem Budget overperformed hatte. Nach der begeisternden letzten Saison und dem Erreichen der Playoffs blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Kann das neue Team an die Erfolge der Vorsaison anknüpfen?

John Patrick bleibt seinem Stil treu. Er setzt auf teils unbekannte Spieler aus unterklassigen Ligen und einen tiefen Kader mit – wie gewohnt – eher viele Guards. Viele Leistungsträger der Vorsaison, Trice, Bailey und Lee sind gewechselt.

PG Taylor Rochestie PG John Little PG Tobias Welzel
G Ben Jacobson PG/SG Cody Toppert SG Robert Kulawick
F Chris Oliver G/F Brandon Thomas G Chester Frazier
PF Taj Finger PF Wolfgang Gieler
C Jason Boone C Chris McNaughton

Es ist wie immer: Gleich acht Guards/SFs. Dazu einen eher überischtlichen Frontcourt. Erstmals mit dem nachverpflichteten Chris McNaughton auch einen „echten“ 2,11m Center. Es ist ein schönes Experiment. Kann ein deutscher Spieler, der bislang in der LEB Silber sein Geld verdiente, den Schritt in die BBL machen?

Gut für Göttingen, dass Oliver und Boone gehalten wurden. Die Berliner Fans werden natürlich hoffen, dass Kulawick wie schon letzte Saison mehr als 10 Minuten sieht. Was soll ich sonst zu diesem Kader sagen? Er sagt mir so gar nichts. Ich respektiere den Göttinger Erfolg der letzten Saison. Mag den Stil aber überhaupt nicht. Göttingen hat auch in dieser Offseason wieder das gemacht, was ich an der BBL nicht mag: Einen Haufen Spieler frisch vom College oder aus unterklassigen Ligen eingesammelt, wenig Kontinuität gezeigt und hofft nun, dass mit 40-Minutes-of-Hell damit möglichst viel zu reißen sein wird.

Playoffs sind das Ziel in Göttingen. Ich trau ihnen zu, dass sie um die POs mitspielen. Sie machen aus wenig Geld dank eines ehrgeizigen Coaches mit eigenwilligem Basketball viel. Nur diese Saison wird es deutlich knapper. Momentan sehe ich noch nicht, wie die vier Star-Abgänge kompensiert werden.

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7 Gedanken zu „Mit einem Veilchen davongekommen. MEG Göttingen 09/10

  1. Mir geht es ähnlich. Bei allem Respekt für den Erfolg, diese Art BB mag ich einfach nicht.

    Dieses angerenne und geballere, reingreifen bis die Schiris keine Lust mehr haben,alles abzupfeifen. Nein, dass ist nicht der Basketball den ich sehen will.

    Aber der Erfolg der letzten Saison gibt Patrick recht, auch wenn er wohl viel Glück mit dem Personal hatte.

  2. Nun ja Grübel, ich sehe einen Widerspruch:
    Oben schreibst Du: „Schicksal des Overperformers“ und unten schiebst Du mit „Göttingen hat das gemacht wasste nicht magst“ Göttingen die Schuld für fehlende Kontinuität zu.
    Komisch!
    BTW: 4 der 5 Starter die Oldenburg in deren Halle besiegt haben sind noch im Kader…so disskontinuierlich finde ich das jetzt nich…
    9

  3. Dass der „donnervogel“ diesen Stil nicht mochte, hat er nun mehrfach bekundet, aufgrund der Ergebnisse der letzten Saison wissen wir ja auch warum…. :-))
    Mit Deinem Kommentar geht es mir genau wie Dir mit der Einschätzung des Göttinger Erfolgs: Ich respektiere ihn, mag den Stil aber überhaupt nicht!!
    Warum nicht: weil die subjektiven Gründe (die jedem Kommentator zugestanden sein müssen, die objektiven so gnadenlos abrasieren:
    1. „John Patrick bleibt seinem Stil treu“
    Könnte er sonst noch etwas anderes machen?? Solange er in Göttingen nur mit diesem Stil Erfolg hatte, warum sollte er auch? Änderungen wird es nur geben, wenn dieser Stil auf Dauer nicht erfolgreich ist oder die Leute der Halle fernbleiben, weil das für sie unansehnlicher Basketball ist. Dann könnte sich in Göttingen was ändern – das dann sicher ohne Patrick!
    2. „Er setzt auf teils unbekannte Spieler aus unterklassigen Ligen und einen tiefen Kader mit – wie gewohnt – eher viele Guards“
    Fiele Dir ein, was er sonst noch machen könnte, Punkt 1 vorausgesetzt?? Natürlich gar nichts!! Wenn die Spieler, die zu seinem Spiel passen, so stark auftrumpfen wie die drei gennanten Abgänge, was bleibt bei den Göttinger Finanzverhältnissen anderes übrig als unbekannte Spieler aus unbekannten Ligen zu holen??
    3. „Gut für Göttingen, dass Oliver und Boone gehalten wurden. Die Berliner Fans werden natürlich hoffen, dass Kulawick wie schon letzte Saison mehr als 10 Minuten sieht“
    Warum sagst Du nicht, dass neben diesen Dreien auch noch Jacobson und Little gehalten wurden, was dann schon fünf Stammspieler des letzten Jahres ausmacht?? Damit Dein
    4. „…. hat auch in dieser Offseason wieder das gemacht, was ich an der BBL nicht mag: Einen Haufen Spieler frisch vom College oder aus unterklassigen Ligen eingesammelt, wenig Kontinuität gezeigt….“ glaubwürdiger klingt?? Tut es aber nicht: Von 13 Spielern 5 (+ Tobi Welzel) gehalten ist für die BBL ein eher überdurchschnittlicher Wert. Warum erhebst Du dieses „Argument“ nicht bei BHV oder BS oder PB, die ihre Kader ordentlich durcheinandergewürfelt haben. Die spielen natürlich einen gepflegteren Stil ….. aber sonst???
    Nichts für ungut – ich will und werde Dich von „40 min fullcourt hell“ überzeugen, nicht anschauen, wenn man nicht mag ist die sicherste Option. Wenn man sich drauf einläßt, muss dann aber auch was kommen ….. argumentativ!
    Schönes Wochenende nach Berlin ;)

    • Was viel und was wenig Kontinuität ist, ob fünf von 12 reichen oder ob es mehr als 6 sein müssen, darüber kann man vortrefflich streiten. Nur sowohl bei Paderborn („komplette Wundertüte“) tue ich es, bei BHV kommen zumindest einige aus der BBL, doch „typisches BBL-Team“ kannst du getrost auch so auslegen.

      Findest du es abwertend, wenn ich schreibe, dass Patrick seinem Stil treu bleibt? Ich nicht. Denn eines kann man Göttingen jedenfalls nicht vorwerfen, nämlich dass sie kein klares Profil hätten.

  4. nein, nicht abwertend! genau sowenig wie es abwertend wäre, wenn ich schriebe: Pavicevic rekrutiert seine Schlüsselspieler fast ausschließlich aus Euroleague-Teams :-))
    Das ergibt sich ganz selbstverständlich aus den Gegebenheiten/Ansprüchen der Teams, wenn sie ihren Zielen folgen müssen sie so handeln. Das Profil bleibt natürlich ein eigenes und damit lernt man zu leben …… bisher nicht schlecht!

  5. Pingback: Göttingen - Blog - 04 Sep 2009

  6. Pingback: Der dritte deutsche Europapokaltitel ist lila « Grübelei – Ansichten eines Basketballfans

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