ESPN 30 for 30: Once Brothers

Once Brothers, eine Dokumentation über die Freundschaft zwischen Drazen Petrovic und Vlade Divac, darüber wie Krieg, eine unbedachte Geste und Nationalismus sie zerstört haben und darüber, wie doch die Erinnerung an großartigen Basketball, an eine ganz besondere Mannschaft bleibt.

Es gibt Wiederholungen zur Primetime auf ESPN und ESPN-America:

20.10.2010: ESPN 9:30pm ET
31.10.2010: ESPN Classic 9pm ET

Oder man nimmt sich einen Tee und schaut es im Netz, zusammengestellt von einem niederländischen Kollegen. Aber Hauptsache, man schaut es. Es ist wichtig.

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10 Gedanken zu „ESPN 30 for 30: Once Brothers

  1. ….und der Gedanke an was noch hätte sein können, mit dieser Mannschaft.

    Und dann träumt man heute wieder die ganze Nacht vom Jugoslawienkrieg. Alle Bilder kommen wieder hoch, das volle Auffanglager in Gießen. Weinende Kinder, verzweifelte Eltern. Alles hat man direkt vor der Nase – auch jetzt noch – das Kriegsende ist gerade ein paar Jahre her und in den Schulen ist es leider kein Thema. Mitten in Europa, direkt bei uns, nicht lange her und die Jugend weiß nichts davon. Tragisch. Und ganz, ganz schlecht, um so etwas in Zukunft zu verhindern, denn so was schreckt wirklich ab – mehr als das ganze Gerede und die Lehrbücher. Anschaubefehl! (zum wiederholten Male ich weiß, aber auch wenns nervt: muß sein.)

  2. Vielen Dank hierfür.

    Eine wirklich gelungene Dokumentation, die vor allem ein Bewusstsein schafft, das Grenzen sprengt.

    Die Antwort auf die weltweiten Kriegsgräuel der letzten Jahrhunderte ist eine, die noch immer nicht in den Köpfen der Menschen angekommen ist. Weshalb man nicht müde werden darf, sie laut auszusprechen, gerade in Zeiten wo wiedermal reichlich sinnentleert und nach platten Ressentiments geifernd nationale Leitkulturen bemüht werden, um über Ausgrenzung und Stigmatisierung einen Identitätsersatz in einer immer asozialer werdenden Lebenswelt zu simulieren.

    Und gerade auch der Sport muss einen Weg finden sich nicht mehr von der niederen Notdurft nach Nationalstolz instrumentalisieren zu lassen.

    Darum: Nationalismus überwinden!

    • Richtig. Und noch hochaktuell offenbar.
      Denn man kann z. B. genau hören, was die Leute auf der Strasse hinter Divac Rücken sagen, auch wenn das nicht von ESPN richtig rausgearbeitet wurde. Was mir nicht so gut gefiel an der Dokumentation ist die Tatsache, dass die ganze Siegerehrung 1995 ein Skandal war und definitiv nicht dazu geeignet Freundschaften wiederherszustellen. Es war vll. mit Petrovic „nur“ der Flaggenvorfall, weil er ja 1993 starb, aber das, was da in den Jahren danach Schlimmes getan wurde, war böse und vergiftet die Lage bis heute (auch wenn sich vielleicht Radja, Kukoc, Divac ausgesprochen haben). Auch 2009 bei der EM in Polen oder der Meisterfeier in Oldenburg war der unschöne Gruß immer noch zu sehen. Etwas, was man nicht tut, wenn man wirklich Frieden und Aussöhnung will. Der Sport könnte vorangehen, verharrt aber genau wie die Meisten tumb in alten Nationalkästchen und befeuert damit das „gemeine Volk“, dass zu seinen Sporthelden aufsieht, wie sonst zu kaum jemandem. Und so dreht sich die Spirale weiter…..

    • Wenn die Menschen doch einfach trennen könnten zwischen Rivalität im Sport und dem Zusammenleben von Menschen/Ländern…
      Wirklich schade, dass man Vlade fast schon als tragischen Helden darstellt und vor allem die Fehler 95 aussen vorlässt. Die Szene sogar noch quasi unkommentiert gelassen…

      Aber das Schicksal is schon bewegend von Drazan…

    • Zweierlei.

      Zum einen vielen, vielen Dank, Grübler, dass du mich auf „Once Brothers“ aufmerksam gemacht hast. Ein absolutes must see, nicht nur, wenn man wie ich Leute wie Kukoc, Divac und Petrovic für das, was sie aufs Parkett gezaubert haben, bewundert wie kaum einen Spieler sonst. Außerdem ein absolutes must think und auch must feel.

      Zum anderen danke an Osb für die Erinnerung an die unwürdige Siegerehrung von 1995, die ich sonst völlig vergessen hätte. Ich habe öfter gehört oder gelesen, wie Serben darauf verwiesen haben, dass der Dreifingergruß ja so viel älter sei und mindestens auf die Partisanen zurückginge, die im 2. Weltkrieg gegen die Deutschen gekämpft hatten; dass er eigentlich nur eine „harmlose“ patriotische Geste sei. An diesem Punkt mache ich es mir als völlig Unbeteiligter wahrscheinlich auch ziemlich einfach, aber so, wie diese Geste damals in einem Umfeld aus Krieg und Massakern aufgetaucht ist bzw. zum ersten mal von mir und wohl auch vielen anderen außerhalb Ex-Yugoslawiens wahrgenommen wurde, ist sie völlig m.E. verbrannt. Es ist ein wenig so, als würde jemand sagen, das Hakenkreuz sei keine Erfindung der Nazis, sondern ein Jahrtausende altes Sonnensymbol aus Indien und man nur sagen kann: „Richtig. So fucking what?“

      Vielleicht war damals bei den Spielern nach dem Ausschluss und den Sanktionen gegen Restyugoslawien/Serbien eine gehörige Portion Trotz dabei, das kann ich nicht beurteilen. Und, ach, verdammt, ich weiß auch nicht…Da ist so unglaublich viel mehr kaputt gegangen als nur eine Freundschaft und eine unfassbar gute Basketballmannschaft. Ich seh mir das an, denke über das alles nach und komme am Ende immer zurück auf ein „Seid doch einfach nett zueinander“ und lache mich sofort bitter aus für diese drollige Naivität. Ich weiß einfach nicht. Scheiße.

    • Edith meint, dass man mich an die Geschichte von ’95 nicht hätte erinnern müssen, würde ich erst fertig gucken und dann erst kommentieren. Stupid me :(

  3. Pingback: Brothers Once | FIVE Basketball-Magazin - NBA Blog

  4. Ihr seid so naiv.Ihr habt keine Ahnung was damals wirklich passiert ist. Divacs Darstellung der Dinge in diesem Video vermitteln dem Laien, dass Kroatien und Serbien zu gleichen Teilen schuld am Krieg seien,eine riesen Frechheit und blanker Hohn gegenüber allen Opfern des Krieges!!

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