Arsch auf Grundeis

Nun liegen wir 0:2 hinten. Trotz Heimrecht. Sollten wir die Serie noch drehen wollen, brauchen wir fünf Spiele und drei Siege in Folge. Der Arsch geht auf Grundeis.

Gut sah es aus. Jedenfalls lange. ALBA spielte schönen Basketball bis zur Halbzeit. Bonn kam nicht an das Niveau dran. Das dritte Viertel ging verloren. Eigentlich auch nichts überraschendes in einer so begeisternden Halle bei einem Auswärtsspiel. Am Ende traf Bonn besser, trotz unglaublich hilflosem Aufbau von Rowland und holte wichtige Ballbesitze. Und Luka brachte ALBA mit dem summarischen technischen Foul für  irgendwas endgültig aus jedem verbliebenen Flow.

Dass Rashad Wright gehandicapped war, kam erschwerend hinzu. Das hat ALBA eine Menge Spritzigkeit genommen. Er hätte der zweite scorende Guard werden können. Der fehlte den Albatrossen mal wieder. Jacobsen abgemeldet. Hamann gegen agressiv verteidigende Bonner offensiv impotent und momentan wie es scheint ohne das Vertrauen von Luka. Jenkins gut, aber eben nicht überragend. McElroy dank Verletzung ein Schatten seiner selbst. Wie wichtig er für ALBAs Intensität ist, sieht man nun. Hätte Herber spielen sollen? Zwiener? Viel was wäre wenn. Macht Luka nicht. Wissen wir auch. So war ALBA heute eben nicht gut genug um Bonn zu schlagen. Vor der Saison schrieben wir alle, dass der Backcourt von ALBA auch in der Tiefe das Beste ist, was die Liga zu bieten hat. Es scheint eine Fehleinschätzung zu sein. Jacobsen funktioniert in seiner neuen Rolle, setzt dann aber mangels Athletik keine Akzente in dieser überathletischen Liga. Wright und Hamann sind beide sicher gute Pointguards in europäischen Basketball. Ein Bobby Brown ist in der BBL aber deutlich dominanter. Als BBL.TV in der Halbzeit die Bilder vom letzten Finale einspielte, tat es weh: Bobby come back! So ein Spielertyp fehlt ALBA 2008/09.

Sekulic machte ein phantastisches Spiel. Pista weniger, wie oft in oder gegen seinen alten Club. Gegen die Bonner Sprungwunder ist er auch einfach zu langsam und wenig athletisch. Chubb war gut, mit Einsatz und naja, seinen fünf Fouls und null Rebounds. Mir fehlte ein Center, der das gegnerische Spiel verändert, wie z.B. Femerling.

Und beide Berliner Niederlagen hätten sie selbst noch im letzten Angriff abwenden können. Zweimal das – rückblickend betrachtet – falsche System. Der falsche Wurf. Kein Glück. Das begann schon irgendwie in Paderborn, als Jenkins stolperte und Felton traf. No men for big points? Jedenfalls wird ALBA seiner Favoritenrolle nach 75 Saisonspielen und unzähligen Verletzungen gegenwärtig nicht mehr gerecht. Paderborn hat viel, vielleicht zu viel Kraft gekostet. Diese Saison hat Luka es nicht geschafft, sein Team im richtigen Moment zumindest mental in Topform zu bringen.

Glaube ich an ein Comeback? Eher nicht. Der Anstandssieg am Sonntag wird wohl gelingen. Aber auf der Rückfahrt aus Bonn beginnt erst der Katzenjammer und dann der Umbau. Doch es ist Sport. Und im Sport kann so viel passieren. Die Hoffnung, die stirbt zuletzt.

PS: Ich hab doch glatt Sesay vergessen… so gering ist seine Rolle in wichtigen Spielen schon. Die Italiener hatten uns ja gewarnt: unkonstant, no man for big games.

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3 Gedanken zu „Arsch auf Grundeis

  1. danke für deinen post noch zu so später Stunde und trotz der Enttäuschung als Alba-Fan. Du zählst viele wichtige Faktoren und Gründe auf, weshalb es auch diesmal wieder nicht gepasst hat, nur den vielleicht entscheidenden nicht: Da ist einfach kein Feuer, keine Leidenschaft vom Team als ganzes zu erkennen! …und das wird sich auch bis zum Wochenende wohl leider nicht mehr ändern.

  2. Im letzten Jahr haben wir halt solche engen Spiele gewonnen. Ich würde Luka da weniger die Schuld geben. Es war zwar wiedermal ein mehr als ungünstiger Zeitpunkt für sein TF, aber das sind wir ja von ihm gewohnt. Die unglücklichen Aktionen am Ende der Spiele würde ich dann auch eher den Spielern ankreiden.

    Nichtsdestotrotz sollten wir jetzt von Spiel zu Spiel denken. Man war gestern ziemlich nah dran und hat 36 Minuten guten Basketball gespielt. Sekulic und Wright haben gezeigt, dass sie noch da sind und annähernd in Playoff-Form sind.
    Im Vergleich zu den letzten sechs Spielen war’s ne Steigerung um 100%. Deshalb gehe ich Samstag positiv zum Spiel.

    Sollten die Bonner am Dienstag die Serie 3:1 für sich entscheiden, dann muss man ihnen zugegebenermaßen zum verdienten Weiterkommen gratulieren. Mit der (bisherigen) Playoff-Leistung hätten wir’s ehrlich gesagt auch nicht verdient, im Finale zu stehen.

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