Rauschen im Blätterwald #31 – Das Basketball-Netz lebt

Nein, ich meine nicht das Netz am Korb, sondern dies hier, in dem wir uns grad befinden. Deutscher Basketball im Internet wird immer aktiver. Gute Texte über den Nachwuchs und noch einiges mehr.

Großes Lob für die BBL-Internetcommunity gab es auf allesaussersport.de. Texte, wie der im Folgenden zitierte, zeigen, dass man mit Web 2.0, Twitter, Blogs und Co. auch andere sportaffine Zielgruppen erreichen kann und den einen oder anderen Multiplikator anfüttert. Weiter so BBL-Clubs.

Meine neueste Mantra: die BBL ist die deutsche NHL. Die BBL ist die Liga die proportional zu ihrer Größe, die vielleicht am besten vernetztesten Fans und Spieler hat, die besten und meisten Blogs, Foren und Twitterer besitzen. Diese Blogs und Tweets haben es geschafft, mein Interesse an der BBL auch über die Playoffs hinaus, aufrecht zu erhalten. Jetzt muss nur noch die BBL-Führung ihren Part beitragen und eine gute TV-Lösung für die nächste Saison finden…

Vor nicht einmal einem halben Jahr schrieb Lomax noch:

ein blog-kultur wie in den staaten wirst du hier nicht finden und wohl auch nicht etablieren können … ob das nun an den fehlenden schreibern oder der qualität, der lust am schreiben oder fehlender motivation liegt … who knows … vieleicht ist es eben auch nur eine weitere facette amerikanischer kultur, die es als nicht wirklich große welle über den atlantik geschafft hat …

Irgendwie straft ihn diese Offseason Lügen. Vor wenigen Monaten verlinkte ich fast ausschließlich Presseartikel, nun werden es mehr und mehr ander Blogs. Auch wenn – mangels Trackbacks und offener Interaktion – manche den Namen noch nicht verdienen. Dennoch werden es mehr und mehr schöne Texte abseits der Pressemeldungen von Aktiven, Fans und den Clubs. Man schaue nur auf die unzähligen neuen Twitterfeeds der Clubs, Communities und anderer gesammelt bei schoenen-dunk.de. Eine Sammelleistung, die wohl nur eine so große Community per Schwarmintelligenz und mit dem einen oder anderen Fan, der dafür Leidenschaft entwickelt, hinbekommt.

Die ganzen Blogs und Web-Tagebücher schaffen Raum für Themen, die sonst nur versteckt auf schoenen-dunk.de betrachtet wurden oder in schwer zugänglichen Regionalzeitungen ihren Platz fanden. Heute bieten sich dafür die Postings über Nachwuchs an, um das zu belegen. Passt ja auch irgendwie grad zu unserer verjüngten Nationalmannschaft:

Miles erzählt auf germanhoops – auch für den internationalen Leserkreis zugänglich – die Geschichte zweier deutscher Talente aus dem ALBA-Stall, Thomas Schoeps und Nicholas May, die beide ans College gewechselt sind. Das ist ne Story, die es in dieser Tiefe wohl kaum in Tagesspiegel, Morgenpost oder gar die BZ geschafft hätte. Überhaupt, die Geschichte hinter dem Spieler zu erzählen, das ist leider selten. Für die andere Wanderrichtung, Amerikaner abroad, sammelt Stuart die auf Interbasket.

Konstantin Lwowsky kann nicht nur schön schreiben. Sein Text vom Donnerstag über leuchtende Augen und den Respekt vor Leistung, Anspruch und Wirklichkeit, die Begegnung von 12-14jährigen Spielern und Euroleague-Profis ist richtig gut und regt zum Nachdenken an:

Ehrgeiz ohne Respekt ist auch Ehrgeiz ohne Orientierung und führt vielleicht das eine oder andere Mal zu einem scheinbaren persönlichen Erfolg, aber nur selten dazu, irgendwann auch selbst Respekt zu erfahren. Julius freut sich auf alle Fälle jedes Mal über das Strahlen auf den Gesichtern der Kinder…

Waskommtnachdirk.de macht sich gegenwärtig die Mühe, Spielerprofile unserer Nationalspieler zu veröffentlichen. Das ist richtige Fleißarbeit. Mit dem Shooting Star dieser Sommersaison und wohl einem Leistungsträger der nächsten Jahre, Robin Benzing haben sie begonnen. Kann man Ulm eigentlich häufig genug zu dessen Verpflichtung beglückwünschen?

Wie web 2.0 funktioniert, zeigt das Oldenburger Sportblog beim Blick auf Stärken und Schwächen von Josh Carter schön: Man schreibt einen eigenen Text, kann aber aus einer Vielzahl bestehender Quellen zitieren und sie neu zusammensetzen – in diesem Fall auch übersetzen. (Online) Zeitungsartikel, Webdatenbanken, youtube… Richtig gut wird es, wie in diesem Fall, wenn die Collage des Bekannten um die eigene Wahrnehmung und einen pointierten Kommentar ergänzt wird:

Die NBA verfolge ich seit einigen Jahren fast überhaupt nicht mehr. Beim Ansehen eines Texas A&M Videos mit Carter gegen Oklahoma fielen mir zwei Spieler auf. Ich fand heraus, dass es sich um die Griffin-Brüder handelt. Na, dachte ich, vielleicht was für die Baskets. Kurz danach… –>weiterlesen

Das Web scheint auch die wesentliche Informationsquelle für die neuen Fans von Elias Harris jenseits des großen Teichs an seinem neuen College zu sein. Ihr Forum giert nach frischen Infos und Bildern.

Die „klassischen Perlen“ des Journalismus findet man übrigens noch immer am Leichtesten über den täglich frischen Pressespiegel der BBL. Eine Seite, die ganz weit oben auf meinen Bookmarks liegt. Für ALBA – mit weitaus besserem Archiv – machen das übrigens auch Fans in ihrer Freizeit: Fantasy-Rotation.de ist ein must read für den ALBA-Fan. Vielleicht kann da ja mal der eine oder andere Club anklopfen, ob man das nicht auch für andere Clubs machen könnte?

Was sonst noch so war…

Noch nie so viele ReTweets bekommen, wie für diesen Link: Handelsblatt über die Entwicklung einer neuen Marktingstrategie der BBL. Neues Logo, neueer Claim, vielleicht eine eigene Hymne. Wenn nun auch in klassischem Marketing so gut agiert wird, wie in den letzten Wochen online…

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4 Gedanken zu „Rauschen im Blätterwald #31 – Das Basketball-Netz lebt

  1. Ausgezeichneter Post, vielleicht sogar dein bester bisher. Geballte Information mit klarem rotem Faden und Links für den Bookmarkordner. Prima Metaanalyse des deutschen Basketballwebs.

  2. Vorweg, ich lese dein Seite nun schon seit einiger Zeit und bin immer wieder begeistert- meine Hochachtung!
    Nun zum Thema: Da Du diesmal auch den eurobasket.com Artikel über Shoeps und May aufgenommen hast, muss ich dazu direkt etwas loswerden. Ich empfinde die Artikel über schwarze Kids aus dem Ghetto bei Slam oder ähnlichen Zeitschriften als langweilig, da dieses Schema vom armen Jungen der zu Ruhm kam doch immer wieder breit getreten wird. Das ein Nikolas May nun aber mit solch einem Artikelteil bedacht wird ist einfach lächerlich. Bis auf die Tatsache, dass sein Vater starb (mein tiefstes Beileid an dieser Stelle) stimmt der ganze restliche Kram vorn und hinten nicht. N.May kommt aus normalen Verhältnissen und ist/war schon immer ein headcase für sämtliche Coaches im Berliner Raum. Ich bin gespannt was nun aus ihm in den USA wird aber an ein glückliches Ende seinem Talent entsprechend glaube ich nicht mehr. Ich hätte mir eher mehr background Info zu einem Menschen wie Thomas Schoeps gewünscht….:(

  3. Nico May wird niemals der nächste Amaré Stoudemire, der schafft es nicht mal in die Pro A. Mit solchen Aussagen von College-Coaches sollte man vorsichtig sein, die loben erstmal alles und jeden.
    Trotzdem ist es natürlich schön, dass jemand sich die Mühe macht, über zwei mehr oder weniger unbekannte Deutsche zu schreiben, die den Sprung über den Teich wagen. Inhaltlich würde ich da aber einiges zu bezweifeln, auch die Aussage von Kevin Schaffartzik ist extrem diplomatisch, ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass er sich freut, in den USA den gleichen Konkurrenten wiederzufinden, mit dem er sich schon jahrelang in Deutschland duelliert hat.

  4. Pingback: Korbsport.de - Basketball im Netz [NBA, BBL, FIBA und mehr]

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