Braucht Göttingen bald einen neuen Namenssponsor?

Kurz habe ich es im Rauschen im Blätterwald angesprochen, aber hier nochmal gesondert und mit einer Aufarbeitung der wirtschaftlichen Entwicklungen der Göttinger Offseason. Nur dass auch das nicht untergeht, wenn nun alle auf die MEG und ihre jüngst bekannt gewordene Restrukturierung und deren mögliche Folgen zeigen.

Nachdem jüngst die Göttinger erst wieder anmahnten, dass es hart ist, das Etatsoll zu erfüllen, platzte nun der Namenssponsor MEG mit einer Krisenmeldung in die Offseason. Die HNA titelt: Projekt gescheitert – Finanzielle Schieflage? Der sehr präsente MEG-Eigner und Chef Göker zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück.

Die Göttinger Basketballer heißen erst seit einem runden halben Jahr MEG Göttingen. Auf schoenen-dunk.de ist die ganze Geschichte nachzulesen. Kritische Töne gab es schon früh.

Nun hab ich noch zwei aktuelle Zeitungsartikel aus der auch heute sehr lesenwerten Debatte bei schoenen-dunk.de herausgepickt.

Starting Five (die Göttinger Spielbetriebsgesellschaft) hofft auf Vertragstreue, meldet  das Göttinger Tageblatt. Mit O-Tönen von Gesellschafter Frank:

Wir haben bislang aber keine Anhaltspunkte dafür, dass MEG seine bis 2011 laufenden vertraglichen Vereinbarungen nicht einhält und arbeiten weiter intensiv daran, den Göttinger Basketball auf eine breite und solide wirtschaftliche Basis zu stellen.“

Die HNA hat ein Interview mit dem Geschäftsführer der Basketballer Marc Franz. Ein Zitat:

[HNA:] Ganz konkret: Ist die nun anlaufende Saison nach heutigem Stand für die MEG Göttingen in der Basketball-Bundesliga gesichert?

Franz: Ja, davon gehe ich aus.

Falls die MEG nicht mehr zahlen kann, wird bei Göttingen dennoch eine Lücke im 1,7 Mio Etat klaffen.

Viele haben gemahnt und gewarnt, dass trotz aller Beteuerungen auch in dieser Saison wieder wirtschaftliche Themen im Vordergrund stehen werden. Das Scheitern eines Sponsors, das ist ein allgemeines Risiko. Das kann jedem passieren. Aber dass es jetzt ausgerechnet bei einem der Clubs droht, die in dieser Offseason bereits laut nach Hilfe gerufen haben, das ist tragisch. Dennoch ist es praktisch, denn es lenkt ab. Ist es doch kaum zwei Wochen her, dass die Göttinger Basketballer sagten:

„Unsere finanzielle Lage ist weiterhin angespannt. Wir arbeiten aber intensiv daran, dass diese Mannschaft wirtschaftlich auf gesunden Füßen steht“, betont Franz.

Quelle: „Die Lage ist weiter angespannt“ (HNA vom 3.9.09).

Damals gab es die MEG-Krisenmeldungen noch nicht. Dass hier die Offseason hart werden würde, war absehbar. Ich zitiere einfach mal aus den wirtschaftlichen Wasserstandsmeldungen, in diesem Blog am 29. Juni 2009 geposted:

Was war das bei der MEG Göttingen? Erst ein Hilferuf „Es muss dringend was passieren„, dann vielleicht der erste Club, der seine Kalkulation der vergangenden und kommenden Saison offen gelegt (via Göttinger Tagblatt) hat. 212.000 € fehlten zur Erfüllung der Auflage, 80% der Sponsoreneinnahmen nachzuweisen. Insgesamt waren 390.000 € kalkulierte Sponsoringeinnahmen aus einem 1,7 Mio € Etat ungedeckt und aus der Saison 08/09 drückt ein sechsstelliges Defizit. Und nun Entwarnung? Positive Signale aus der Region werden vermeldet und trotz Budgetschwierigkeiten wird die Teilnahme an der EuroChallenge-Qualifikation zugesagt.

Fleißig war Göttingen in der Offseason aber auch auf einer anderen Baustelle. 13 Spieler stehen im Kader. Davon nur einer als deutscher U24 Nachwuchsspieler markiert (editiert). Wenn ich das richtig interpretiere, sind es mindestens 10, vielleicht sogar 12 Profis. Bei Kulawick und Gieler weiß ich  nicht, ob das nicht ein Uni+Sport-Modell ist. Andere Clubs leisten sich in wirtschaftlich schwieriger Zeit keinen so tiefen Profi-Kader und keine EuroChallenge-Teilnahme und wollen oder müssen stattdessen auf den Nachwuchs vertrauen.

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7 Gedanken zu „Braucht Göttingen bald einen neuen Namenssponsor?

  1. Ich sehe bei uns im Kader drei deutsche Spieler Jahrgang 86 und jünger: Gieler, Kulawick und Welzel.
    Bei Robert Kulawick ist es auf jeden Fall ein Uni-Sport-Modell, er hat ein Stipendium der Privaten Fachhochschule bekommen.

    • Das ist drei deutschen U24ern ist natürlich sachlich richtig. Ich habe da den Sternchen in der BBL-Mannschaftsübersicht vertraut. Da ist zur Stunde nur eines, warum auch immer.

  2. Wenn man den 250000 pro Saison traut, dann noch berücksichtigt, dass schon Gelder gefloßen sind, sollte doch nicht so ein großes Problem im Falle einer MEG-Pleite sein. Im Zweifel ein, zwei überflüßige Profis betriebsbedingt kündigen und fertig… Oder ist das zu einfach gedacht? ;-)

  3. Pingback: Göttingen - Blog - 14 Sep 2009

  4. Pingback: Der dritte deutsche Europapokaltitel ist lila « Grübelei – Ansichten eines Basketballfans

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