Brose Baskets Bamberg 2009/2010 – Angriff auf die Meisterschaft

Auch wenn es in Bamberg niemand öffentlich sagt, die Bamberger haben in dieser Offseason mächtig umgebaut und der Anspruch dürfte sein, wieder ganz oben mitzuspielen. Reicht dafür der Kader?

Drei Saisonziele dürfte es geben: 1.  Qualifikation für den EuroCup und dort mindestens die Vorrunde überstehen. Das dürfte gegen Buducnost eine machbare Aufgabe sein. Klar, der Eurocup ist auch diese Saison nicht ohne, aber abschlachten lassen, das dürfte in Bamberg nicht vermittelbar sein. Schließlich sind es die Brösels, die sich jahrelang für das zweite EL-Team neben ALBA gehalten haben. 2. Der Ligapokal. Top 6 nach der Hinrunde und dann schnell Europunkte sammeln und mal wieder einen Blumentopf gewinnen. 3. Die Meisterschaft. Sozusagen ein Triple.

Glaubt hier wirklich jemand, dass Stoschek und Co. damit zufrieden wären, wenn man nur „gut mitspielt“? Nein, da wird so viel Geld in die Hand genommen, dass Erfolge her müssen. Ein Aus im Halbfinale ist auch in Bamberg zu wenig. Man will groß sein. Auf Augenhöhe mit ALBA und nunmehr auch Oldenburg in der allerersten Reihe. Das wird am Kader deutlich.

PG John Goldsberry (PG Bastian Doreth)
(PG Daniel Schmidt)

(PG Maurice Stuckey)

PG/SG Brian Roberts SG/SF Robert Garrett SG Karsten Tadda
G/SF Casey Jacobsen SF Beckham Wyrick
(SG Daniel Leithner)
F Predrag Suput PF Eric Taylor
(C Philipp Neumann)

(PF Alex Heide)

C Elton Brown C Tibor Pleiss (C Eric Land)

15 Kaderplätze reichen nicht, um die Unmenge der laut BBL-Homepage gemeldeten Doppellizenzspieler aus den Kadern der Franken Hexer und von Tröster Breitengüßbach aufzunehmen. Insgesamt neun deutsche U24-Spieler stehen auf dem Meldebogen im Netz. Auf der Club-Webseite jedoch sind zumindest Neumann und Heide nicht gelistet.  Das geht, da Doppellizenzler nicht zu der Maximalzahl von 18 Spielern auf dem Meldebogen zählen. Kein anderes Team weist ein komplettes „Nachwuchs-Schattenteam“ mit Doppellizenz auf. Wer davon spielt? Keine Ahnung. Pleiss und Tadda natürlich, darüber hinaus wird man abwarten müssen. Fest steht: Bamberg ist der Clubs mit den meisten Perspektivspielern im erweiterten Kader.

Aber eines hat sich in Bamberg geändert. Die Zeiten, als man viele relativ teure Nationalspieler verpflichtete sind vorbei. Die Bauermannschen Zöpfe sind ab. Greene, Ohlbrecht und Okulaja sind gestrichen. Das frei gewordene Geld ist klug investiert. Ein klare Hackordnung, eine starke Starting Five und ein voller Fünfersatz Ergänzungsspieler, die allesamt auch für ein 10-Punkte-Spiel gut sind.

Ein klarer Leader auf der Eins mit Goldi, sein BackUp und voraussichtlicher Starter auf der Zwei, Brian Roberts wird von den Fans schon mit einem jungen Mallet verglichen. Es scheint ein richtig guter Griff. Casey Jacobsen kann daher das tun, was er in den letzten beiden Jahren am Besten gemacht hat: Klug vom Flügel aus das Spiel organisieren und seinen Verteidiger auf sich ziehen. Bamberger Fans hoffen, dass er wieder mehr zieht, wieder mehr scort. Aber braucht das diese Mannschaft? Suput auf der Vier, Verwerter Brown innen und Roberts von außen? Casey als vierte Option muss nicht liefern. Dass er es kann, bestreiten auch wir Berliner nicht.

Von der Bank Defense, Ruhe, solide Rotationsspieler vom Format des heiß geliebten Bamberger Grünewiesenkampfschweins: Becks Wyrick und Robbse Garrett. Beide auf ihre Art limitiert, aber beide wenns drauf ankommt alles andere als eine Liablility.

Dass Elton Brown Basketball spielen kann (solange er nicht an die charity line muss) durften wir erleben. Eine echte Centerkante. Jetzt ist er von Anfang der Saison an dabei. Dahinter Tibor Pleiss. Ja, Tibor fehlt noch ein wenig Gewicht. Aber Talent hat er. Und – im Gegensatz zu Ohlbrecht – auch als Center. Etwas mutig von Bamberg, ihm sofort als BackUp zu vertrauen, aber auch kein übermäßiges Risiko. Die Skills auch einen VujacicVujcic sauber zu verteidigen, die durften wir sehen. So viele Baby Shaqs haben wir in der BBL ja nicht rumlaufen:

(via in-the-game.org)

Natürlich, der Berliner oder Oldenburger Frontcourt dürfte einen halben Mann kräftiger aufgestellt sein. Aber Suput ist nen 30-Minuten-Mann und Taylor kann locker auf der Fünf rumschieben. Das passt scho‘. Oder doch nicht?

Wer eines meiner drei Bamberger Saisonziele anzweifelt, der kann es ja durch Folgendes ersetzen: Predrag Suput bleibt ein echter MVP-Kandidat. Gerade jetzt mit CJ und Goldi als Passgeber, in einer Aufstellung mit Roberts und CJ, die das Feld auseinanderziehen. Wer wird ihn halten können? Ist er der beste 4er der Liga? Oder wird ihm unser Bajramovic den Titel wegschnappen? Zieht die „Casey Jacobsen Hypothesis“ in Berlin?

Bamberg ist wieder da, wo sie aus Berliner Sicht hingehören: Einen halben Schritt hinter uns. Wir beneiden sie um den einen oder anderen Spieler, wissen, dass sie unserem Jubel gefährlich werden können. Spannende Duelle wird es geben, aber am Ende müssen und werden wir den Bayern Franken Schmähgesänge hinterherrufen können. Dennoch: Es wird ein harter Kampf unter den zu erwartenden Top-3 der Liga: Oldenburg, Berlin und – endlich wieder – Bamberg.

Termin vormerken: 7. März 2010, o2-Arena. Denn die folgenden Bilder müssen vergessen gemacht werden:

Mist. Irgendwie haben die Enten diese gut abgehangene Vorschau verhagelt. Da gewinnen die doch glatt im Bamberger Wohnzimmer beim Domreitercup. Ich stell mich mal taub und blind zu den drei Affen und schweige dazu. X-Faktor Pleiss fehlte ja noch nationalmannschaftsbedingt und die Peavy-Show wird sich auch irgendwann verselbstständigen.

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9 Gedanken zu „Brose Baskets Bamberg 2009/2010 – Angriff auf die Meisterschaft

  1. Dieses Jahr muss Schluss sein mit Underperformance bei brose. Europäische Blamagen, schlechte Vorrundenplatzierungen, Viertelfinalaus bzw. Weiterkommen gegen den Außenseiter mit anschließendem Sweep im Halbfinale, Schluss damit. Wird Zeit, dass brose nicht nur nach Etat und Papierkader zu den Meisterschaftsfavoriten gehört.

    Ich will die zweite Runde im Eurocup und eine Finalteilnahme sehen.

  2. Viel braucht man an dieser Einschätzung nicht verändern, das klare Ziel (aus meiner Sicht) ist die Meisterschaft.

    Zum halben Schritt hinter Berlin. Da der Berliner lt. diesem Blog http://www.pop64.de/blog/tag/durchschnittsgroesse/ etwas an Grössenwahn leidet, könnte es sein, dass die Realität eine völlig andere ist?

    Lassen wir uns überraschen wer die schnelleren, grösseren Schritte machen wird; denn es soll ja auch Oldenburg geben und die waren zuletzt paar Schritte schneller als Alba und Brose.

    • Die Realität ist, dass ALBA unter Pavicevic in allen Wettbewerben brose in Sachen Erfolg voraus ist. Größtenteils nicht nur einen halben Schritt ;-)

  3. Pingback: Bamberg - Blog - 17 Sep 2009

  4. Der Umbau erfolgte um die Kernstruktur des Teams mit Goldsberry, Suput und Brown herum. Für Rivera kam Roberts, Jacobsen für Greene und Pleiß für Ohlbrecht. Nach den ersten Eindrücken und auf dem Papier sind das vermeintliche Upgrades in der Offensive. Abzuwarten bleibt, wie sich das Defensivverhalten und das Rebounding im Lauf der Saison im Bamberger Team entwickelt. Beides scheint eher der zweiten Fünf zu liegen. Euphorie ist bei diesen Themen auf dem Parkett nicht sonderlich angesagt; Phantasie schon eher. Ich sehe Bamberg in den Playoffs. Meisterschaft ist mir persönlich heute zu weit weg, mindestens einen ganzen Schritt.

    Sers

  5. Auch hier treffend… Nur im Moment nen halben Schritt vor ALBA und es waren ein paar Nachverpflichtungen nötig. Aber für mich wäre Suput MVP geworden ;-)

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