Rauschen im Blätterwald #69

Der Tag vor dem zweiten Finalspiel. Nach der Trainerkritik gestern findet sich schnell ein zweites Thema: Trashtalk. Und dazu noch ein prominenter Wechsel.

Keiner bringt es so schön auf den Punkt wie die B.Z. Demirel meckert über Goldi’s Defense. Bamberg über Demirel. Jacobsen redet nur während des Spiels und Schultze wird von Heyder gedisst. Doch nicht nur der Boulevard greift dies auf, auch die broadsheets machen mit. Der Tagesspiegel mit Jacobsen zwischen Trashtalker und Paparolle. Jacobsen ist auch das Thema in Sven Simons Crunchtime No. 7. Weiterlesen

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Beat BA oder Albakiller reloaded?

Bamberg eins, Berlin null. Das ist das Fazit des ersten Finalspiels. Ein verlorenes Spiel in einer Serie best of five. No harm done, könnte man meinen. Coach Katzurin schob es auf mangelnde Vorbereitung, doch lassen sich die Defizite wirklich so einfach abstellen? Berlin kassiert eine am Ende klare Niederlage in der Frankenhölle, weil sie nach 28 Minuten einbrechen. Es war nicht das hochklassige Spiel, dass viele erwarteten und erhofften.

Nein, nicht alles war schlecht. ALBA hat fast drei Viertel lang die Bamberger nicht wegziehen lassen, irgendwann Mitte des dritten Viertels war man gar knapp in Führung. Doch bis Mittwoch muss sich einiges ändern, will man gegen die Mannschaft, die heute eine 90 Punkte-Duftmarke setzte eine echte Chance zum Ausgleich haben.

Denn schaut man auf den Statistikbogen, wird deutlich wie viel effizienter Bamberg spielte. Da können wir uns über 43 Punkte der Berliner Innenspieler freuen und ein Double-Double von Bryce Taylor (12 Rebounds, vermutlich das Seasonhigh eines ALBA-Spielers), aber Bamberg gewinnt das Eff-Duell mit 108:67. Mehr Steals, bessere Quoten von der Linie und den 6,75, viel mehr Assists. Der Unterschied zwischen Berlin und Bamberg ist augenscheinlich, dass in Rot eine Mannschaft aufläuft, die 40 Minuten zusammenspielt und den Killerinstinkt hat, zuzuschlagen, wenn der Gegner in der Wachsamkeit nachlässt. Berlin hingegen spielt zwar bis zum letzten Alley-Hoop gerne spektakulär (das ist das, was wir Popcornbasketball für den gemeinen Sportkonsumenten nennen), aber leider mit erschreckender Inkonstanz.

Der Sündenbock ist gefunden. Die Stimmung machte Buschmann als Kommentator. Katzurin, der böse Sergeant an der Seitenlinie, der seine Spieler durch Auswechslungen nach jedem Fehler bestraft. Viele Hobby-Kommentatoren lästern zwar gerne über Buschi, nehmen ein solches Thema dann aber doch dankbar auf. Allein Neechen stemmt sich auf schoenen-dunk gegen eine solche Position:

„Diese Diskussion um Demotivation und Selbstvertrauen finde ich nervig. Das sind alles Berufsbasketballer. Dass die sich über eine Auswechslung aufzuregen finde ich zum Aufregen.“

Das sind wahre Worte. Aber irgendwie bekomme ich dabei den Eindruck, es alles schon einmal gehört und gelesen zu haben. Unter Pavicevic monierte man die mangelnde Wechselei und dass die Mannschaft „zu fest“ wurde, Flexibilität vermissen ließ. Nun haben wir maximale Flexibilität und es es auch nicht schön. Spieler hadern, meckern und spielen oft ersichtlich nicht zusammen, sondern werfen Bälle ins Nichts.

Ja, auch ein Jacobsen hat das Meckern in-game zur Kunstform erhoben, doch im Gegensatz zu unserem Franchiseplayer Jenkins (3 Punkte, 5 Fouls) scort er, zieht Fouls (gerne gegen den zu langsamen Staiger) und macht seine Mannschaft besser. Auch der zweite Berliner Franchiseplayer McElroy war gestern abgemeldet, offensiv kein Faktor und defensiv allenfalls anwesend. Wenn Berlin in ein Loch fällt, brauchen sie einen Spieler, der Verantwortung übernimmt, der sie aus dem Loch, in das sie sich eingegraben haben, rauszieht. Der Coach kann dies nicht immer. Im ersten Viertel gelang es noch, Sicherheit durch eine andere Aufstellung in der Verteidigung zu erarbeiten. Gegen Frankfurt war dies in der Crunchtime Sven Schultze mit seinen 3ern. Übrigens hat Sven nicht nur alle Jubeljahre so ein Spiel. Im Saisonverlauf trifft er knapp unter 40 % von downtown.  Doch gestern gab es dort niemanden. Bei allem individuellen Talent der Albatrosse vermisse ich Franchiseplayer. Popcornbasketball braucht wohl diese Anleihe vom Rollenvorbild NBA.

Insofern ist es desillusionierend. Denn anders als gegen Frankfurt kann man nicht darauf hoffen, dass der Trainer eine Antwort gegen einen Einzelspieler wie Wood findet, sondern gegen die Bamberger braucht es eine geschlossene, stabile Mannschaftsleistung über 40 Minuten. Eine Mannschaft aber, die hat Coach Katzurin in den nunmehr rund 6 Monaten, die er da ist, nicht geformt. Klar, wir sind im Finale, aber zu offensichtlich ist es, dass die Chance auf einen Sieg von der Tagesform abhängt, 5 Spiele gegen Oldenburg, 5 Spiele gegen Frankfurt, in beiden Serien viel Licht und Schatten. Glück, das hat aber das Spiel gestern gezeigt, reicht gegen Bamberg nicht. In der besten in dieser Saison gezeigten Heimleistung, reichte es für Berlin nicht für einen Sieg gegen die Brösels. Gestern waren die Albatrosse weit davon entfernt.

Wird es Mittwoch anders? Viel Zeit zum Trainieren ist nicht. Und ich habe so meine Zweifel, dass wir über Nacht noch ein Team sehen werden. Wir sehen auch viele gute Entwicklungen, Heiko und Yassin sind hier die meistdiskutierten Spieler, aber das sind Fragen für die Offseason. Damit diese nicht schon am Pfingstsonntag beginnt, muss man sich jetzt zusammenraufen und auf  ein gemeinsames Ziel besinnen: Beat BA.

Sahne auf dem Kuchen – ALBA vs. Brose

[Ein Gemeinschaftsgegruebel über eine Woche ALBA, beginnend im schönen Hessischen]. [osb startet] Männer können unerbittlich sein. Letzten Sonntag in Mittelhessen: völlig groggy von beruflicher Auslandstour und nächtlichen NCAA-MarchMadness-Eskapaden und noch dazu bei allerschönstem Freiplatzwetter, befiehlt mir die Stimme meines Bloggerherrn (auch bekannt als „her masters voice“) mich aus dem Kuschelbett direkt in die Dunkelheit der Ballsporthalle Frankfurt zu begeben. Gehe nicht über Schnarch. Ziehe keine 4000 Euro ein. Ggggrrrmmml. Na gut, was tut man nicht alles. Weiterlesen

Rauschen im Blätterwald #56

Ja, auch die zweite Hälfte der Halbzeit-Rückschau fehlt noch. Kommt bestimmt. Um die Wartezeit zu verkürzen hier ein kleiner Rundumblick über die Themen der ersten Woche des neuen Jahres. Auch wenn ALBAs Move, Heiko zu verpflichten viel übertönt hat, ist doch ne Menge geschehen, über das weniger ALBA-affine Medien berichten. Heute mit Gedanken zum MVP, viel Zahlenmaterial, Regel- und Rechenproblemen in der BBL-Zentrale und Forschungen zum Effekt von Trainerwechseln. Weiterlesen

Rons ALBA Offseason-Analyse – Teil 4: Der Small Forward

Hier hat die Free Agency soeben begonnen, ihr in Deutschland steht grad auf, und zum Frühstück der nächste Text von Ron Revolution:

Die Position 3 ist bei Luka Pavicevic eine Sandwich-Position: eingeklemmt zwischen einem starken Guard und einem dominanten Power Forward hat es der Small Forward nicht leicht, seine Rolle zu finden. Lassen wir mal offen, wo ALBA heute stünde, wenn vor zwei Jahren Thomas Kelati nach mündlicher Zusage auch seinen Vertrag unterschrieben hätte. Weiterlesen

Finalyse #2

Spiel 2 ist gelaufen und man könnte meinen man steht, wo man stand bevor die Finalserie losging. 1 – 1 und jetzt alles wieder zurück auf Los. Die Serie also nur noch ein „best of three“ und nix passiert? Mitnichten.  Ein „Gemetzel“ war es, „Basketball brutal“ war es und die „Skyliners wurden verprügelt“. Aha. Da kann man mal sehen. Niemand von meinen Arbeitskollegen war mit beim Spiel, keiner hatte Lust oder Zeit. Den fraglichen Bildzeitungsartikel haben sie dann aber alle gelesen oder zumindest drüber gehört und Freitag mittag in der Kantine herrschte reger Diskussionsbedarf. Any press is good press? Weiterlesen

Lieblingsfreunde und Albakiller

ALBA hat gegen Bamberg verloren. Zu Hause und verdammt deutlich. Es ist die vierte Hauptrunden-Niederlage von Luka Pavicevic gegen Chris Fleming, dazu kommt die Niederlage im Pokal. Ich werfe einen Blick zurück auf das Spiel und gruebele darüber, warum ALBA verloren hat und was mich gegenwärtig nervt.

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Brose Baskets Bamberg 2009/2010 – Angriff auf die Meisterschaft

Auch wenn es in Bamberg niemand öffentlich sagt, die Bamberger haben in dieser Offseason mächtig umgebaut und der Anspruch dürfte sein, wieder ganz oben mitzuspielen. Reicht dafür der Kader?

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Wechselgerüchte bei den dicken B’s

In Bamberg und Berlin verdichten sich Wechselgerüchte. Brose soll laut Abendzeitung am kroatischen Nationalspieler Zizic dran sein und bei ALBA Berlin hat es das Bajramovic-Gerücht nun auch auf talkbasket.net geschafft. Und dann wäre da ja noch ein Co-Trainer für Berlin und Casey Jacobsen bei Bamberg… Alles nur Gerüchte, aber irgendwie symptomatisch für diese schleppende Offseason.

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