Rons ALBA Offseason-Analyse – Teil 4: Der Small Forward

Hier hat die Free Agency soeben begonnen, ihr in Deutschland steht grad auf, und zum Frühstück der nächste Text von Ron Revolution:

Die Position 3 ist bei Luka Pavicevic eine Sandwich-Position: eingeklemmt zwischen einem starken Guard und einem dominanten Power Forward hat es der Small Forward nicht leicht, seine Rolle zu finden. Lassen wir mal offen, wo ALBA heute stünde, wenn vor zwei Jahren Thomas Kelati nach mündlicher Zusage auch seinen Vertrag unterschrieben hätte. Casey Jacobsen, sein Ersatz, hat die Rolle 2008 solide mit 9,3 Punkten pro Spiel (und fast der gleichen Effektivität) ausgefüllt, oft ist der erste Spielzug für ihn gelaufen worden, aber geglänzt hat er nicht. Vergangene Saison ist das Scouting für seinen Ersatz mächtig schief gegangen: Lee Cummard erwies sich als Flop, Byars als ein Spieler, der im Jargon der Trainer als Problemkind „geflaggt“ war. Dafür hat er uns mehrmals knapp gerettet (in Badalona zum Beispiel, oder gegen Jerusalem), aber er war eben nicht konstant genug und in einem System-Team, das auf harmonisches Funktionieren angewiesen ist, nicht stabilisierend genug.

Es bleibt also: Immanuel McElroy. Ein Blick in die Statistik kann ihn eigentlich nicht ernsthaft in Frage stellen: 9,7 Punkte, 5,6 Rebounds, eine Effektivität von 14,4, bester Verteidiger der Liga, immer kämpfend, immer alles gebend.
Was will Pavicevic mehr?
Einen guten Dreierschützen zum Beispiel, das ist Mac nicht unbedingt. Und einen Forward, der in den Playoffs auf-, nicht abtaucht. Denn Mac war gegen Frankfurt irgendwie unsichtbar – anders, als in den vergangenen Jahren.
Ist das ein temporäres Tief gewesen oder der Beginn des Herbstes einer Karriere?
Das ist die Frage, die Pavicevic beantworten muss, und ich fürchte, die Antwort ist derzeit noch nicht eindeutig. Ich will an dieser Stelle kein flammendes Plädoyer für McElroy halten, weil das jeder für sich selbst kann. Ich finde ihn einfach einen grandiosen Spieler, den nicht zu verpflichten ein Sakrileg wäre. Es könnte trotzdem so kommen, weil McElroy auch persönlich an einem entscheidenden Punkt angekommen ist. Er würde gerne bleiben, aber dann muss es auch eine verlässliche Entscheidung für ALBA mit einer klaren Fokussierung sein.

Wie könnte eine Alternative aussehen? Denkbar wäre ein osteuropäischer Forward mit Zukunft, sicher an die zwei Meter groß, das ist Bedingung bei Pavicevic, er muss eine anständige Dreierquote haben und gut rebounden und verteidigen, eben von allem ein bisschen was. Der eine oder andere Spieler dieses Typs ist ALBA in der vergangenen Saison als Gegner über den Weg gelaufen.

Ich fände das ja gut: Jenkins und Staiger auf 2, McElroy und der eben beschrieben Spielertyp auf 3, in einer angemessenen Viererrotation. Das Problem ist nur: im Moment stehen die Namen eher gegeneinander, also: entweder McElroy oder ein Neuer. Und würde diese Viererbande auf den beiden Positionen auflaufen, dann gäbe es wieder Probleme mit der Quote.
Verflixt schwierig, diese Entscheidung.

Morgen: Der Power Forward

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Ein Gedanke zu „Rons ALBA Offseason-Analyse – Teil 4: Der Small Forward

  1. für mich ist die SF-Position diejenige, an der man einen überfälligen Lernprozess und den Willen zu einer Systemumstellung bei Pavicevic feststellen wird oder eben nicht. Alba hatte in den letzten Jahren stets sehr gute Spieler auf dieser Position. Trotzdem wurden diese nicht wirklich optimal in Szene gesetzt, gerade wenn man auf Entlastung für Jenkins gehofft hat.
    Wenn iMac gehalten werden soll, dann nur mit einer 6er-Rotation mit mehr offensiven Entfaltungsraum (v.a. schnelleres, offeneres Spiel) für den SF neben Jenkins. Zu oft wird in den PnR-Systemen von Pavicevic der SF zu einem bloßen Shooter degradiert.

    Ich trauere immernoch der verpassten Chance hinterher, Benzing mit Perspektive auf effektive Spielzeit nach Berlin lotsen zu können. Doch dieser Zug ist wohl abgefahren… und Benzing hat alles richtig gemacht.

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