EuroBasket 2011 in Litauen – Ein Ausblick (Teil 2)

Heute unser Teil 2 des EM Ausblicks von unserem Gastschreiber goga78:

3.) Israel

Ausgangslage:

Nach dem schlechtesten Abschneiden einer israelischen NM überhaupt vor zwei Jahren, will sich die talentierteste Generation israelischer Basketballer rehabilitieren. Man verfügt eigentlich über alles: uneigensinnige Guards mit hohem IQ, athletische Forwards, die den Ball „from inside and outside“ reinmachen können, Center… tja, das ist die Problemposition des israelischen Basketballs.

Es wachsen einfach keine Profi-Center im Heiligen Land heran, weshalb Head Coach Arik Shivek gezwungen ist, viel „small ball“ zu spielen. Der etatmäßige Center Yaniv Green ist verletzt und hat seit mehr als 2 Monaten kein Spiel mehr bestritten, während der lange Robert Rothbart untergewichtig ist und kaum Spielzeit bekommt.

Starting Five:

PG: Gal Mekel – Hapoel Galil Gilboa. Mekel spielt eine gute Saison in Israel und ist somit mehr unter den Augen von Shivek, was ihm einen Vorteil gegenüber Afik Nissim geben sollte, der eine starke Saison für CEZ Nymburk spielt und diesmal sein Comeback in der NM geben sollte.

SG: Yotam Halperin – Olympiacos Piraeus. Die ewige Hoffnung des israelischen Basketballs. Der Combo-Guard, dessen Rechte sich ihrerzeit die Seattle Sonics sicherten, verfügt über einen sehr guten Basketball-IQ, gute Übersicht und einen tollen Wurf. Mehr Mut zum Wagnis würden ihm aber viele Fans des israelischen Basketballs wünschen. Dann würde sich auch sein Talent besser realisieren.

SF: Omri Casspi – Sacramento Kings. Der einzige Israeli, der es bislang in die NBA geschafft hat. Spielte eine sehr gute Rookie-Saison. Sein zweites Jahr verläuft holpriger, aufgrund eines Rotationskarussells beim Paul Westphal. Ein energetischer Spieler, der vor Selbstvertrauen strotzt, sich nicht scheut, Verantwortung zu übernehmen und sowohl den Fastbreak abschließen, als auch den Dreipunktewurf treffen kann.

PF: Lior Eliyahu – Maccabi Tel-Aviv. Offensiv einer der besten PFs Europas. Defensiv das genaue Gegenteil. Groß, schnell und athletisch verfügt Eliyahu über die besten Voraussetzungen, um defensiv eine gute Rolle zu spielen. Er beschränkt sich aber gerne auf Sachen, die er gut kann und arbeitet nicht an seinen Schwächen. Seine Floater in Korbnähe sind gefürchtet, sowie seine Mobilität und Wendigkeit aus dem Dribbling heraus. Mitteldistanzwürfe wird man von ihm keine sehen.

C: Yaniv Green – Maccabi Tel-Aviv. Im blau-weißen Dress blüht Green immer auf. Wenn gesund, einer der Top-Verteidiger auf seiner Position in Europa, der auch in der Offensive zu gebrauchen ist. Greens Minuten werden aufgrund einer Rückenverletzung jedoch limitiert sein und somit werden PFs wie David Blu oder Elishay Kadir seinen Job übernehmen. Einen adäquaten Ersatz für ihn gibt es nicht. Rothbart fehlt es an Masse, Jake Cohen ist noch zu jung, wird aber wohl DER israelische Center in naher Zukunft sein. Auf dem U20 Level überzeugte der 208 cm große Sophomore vom Davidson College mit 20.0 ppg bei tollen Trefferquoten von überall auf dem Feld.

X-Faktor:

Fastbreak. Schneller Basketball wird in Israel geliebt und praktiziert. Andere Möglichkeiten hat das Team auch nicht, denn es fehlt an der Balance. Starke Schützen mit Drang zum Korb sind vorhanden, einen Low-Post-Spieler gibt es nicht. Schafft es Israel, Druck auf die gegnerischen Guards auszuüben und sich den Rebound zu sichern, stehen die Chancen gut. Man wird es nicht darauf ankommen lassen, das Spiel allein über die Offensive zu gewinnen.

4.) Italien

Ausgangslage:

Seit dem überraschenden Silber bei den Olympischen Spielen 2004, ist Italien von der Landkarte in Sachen Basketball verschwunden. Die ehemals starken italienischen Klubs vermögen es nicht, in europäischen Wettbewerben eine Rolle zu spielen (mit Ausnahme von Montepaschi Siena, welches seitdem auch nur 2008 ins Euroleague Final Four eingezogen ist und zur Zeit wieder im Top16 der EL steht). Die NM ist abgemeldet. Platz 9 bei der WM 2006 und EM 2007. Seitdem hat man es nicht geschafft, sich für die Endrunde zu qualifizieren. Dank der blendenden Idee, den Wettbewerb um acht Teams aufzustocken, hat es Italien trotz einer eigentlich verpatzten Quali-Runde geschafft, sich nach Litauen zu katapultieren. Ironie der Geschichte: man landete in derselben Gruppe wie Israel, das die Italiener ihren zweiten Quali-Platz in der Gruppe kostete.

Starting Five:

PG: Antonio Maestranzi – Montegranaro. Nicht die Klasse italienischer Spielmacher von früher und auch nur Bankspieler im mittelmäßigen Verein, aber Dank Mangel an Alternativen wird der 178 cm große Spielmacher per Losverfahren in die Starting Five rutschen.

SG: Marco Belinelli – New Orleans Hornets. Der Partner von Chris Paul im Backcourt der Hornissen erlebt sein bis dato bestes Jahr in der NBA. Ein gefährlicher Scorer, dessen Trefferquote jedoch sowohl in der Quali als auch im Verein letztens zu wünschen übrig lässt.

SF: Danilo Gallinari – New York Knicks (nun zu den Denver Nuggets getradet). Der athletische Flügelspieler wird ob seiner Göße, Beweglichkeit und Wurf ein wandelndes Matchup-Problem für seine Verteidiger sein. Derzeit erlebte er als fester Starter in Reihen der New York Knicks sein bestes Jahr. In Denver hat er erst 2 Spiele gemacht, legte aber wieder seine Big Apple Zahlen von 16ppg auf.

PF: Angelo Gigli – Lottomatica Roma. Ein weiterer Starter, der eigentlich keine Qualität dafür hat. Der in Südafrika geborene Linkshänder kann sowohl PF als auch C spielen, was ihm den Zuschlag vor einem echten Center wie Crosariol oder einem Point-Foward wie Mancinelli geben sollte.

C: Andrea Bargnani – Toronto Raptors. Kein echter Center, wird aber jede Verteidigung in Europa ausreichend beschäftigen. Über 21 ppg legt er derzeit in der NBA auf. Kein richtig guter Verteidiger, aber 213 cm werden ihm die Arbeiten erledigen helfen.

X-Faktor:

Simone Pianigiani. Der Head Coach von Montepaschi Siena ist seit Dezember 2009 auch der Boss der Squadra Azzurra. Siena ist dafür bekannt, schnellen und aggressiven Team-Basketball zu spielen. Für ihn fängt das Spiel in der Verteidigung an. Wenn er es hinbekommt, dass die Rollenspieler defensiv einen guten Job machen, während das NBA-Trio es schafft, den Spielball auch mal aus den Händen zu geben, hat Italien eine gute Chance, ein besseres Ergebnis zu erzielen, als in den letzten Jahren.

Teil 3 (mit Serbien, Deutschland und einem Fazit) folgt morgen!

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