Das erste Mal: ALBA Berlin vs. Bayern München

Mit etwas mehr als einem Jahr Vorlaufzeit kommt es heute um 20:05 auf Sport1 zum Spiel der „einzigen Marke im Deutschen Basketball neben Dirk Nowitzki“ gegen die wohl größte deutsche Sportmarke. ALBA Berlin muss in der Sedlmayer-Halle gegen die Bayern ran.

Vor dem Spiel stehen vor allem zwei Themen im Fokus: Die Berliner Wurzeln von Bayerns Sportdirektor Pesic und die mögliche Verpflichtung von Prügel-Center Homan.

Vielleicht nicht ganz so gut wie erwartet sind die Bayern in ihre erste BBL-Saison gestartet. Bauermannbasketball scheint zum Glück nicht mehr das Maß der Dinge zu sein. Der Ex-Nationaltrainer scharte in München bekanntlich die halbe Nationalmannschaft um sich. Doch Hamann, Jagla, Benzing und Schwethelm sind dann in der Liga zwar das Gerüst, nicht aber die Leistungsträger der Mannschaft geworden. Keiner der vier trifft auch nur 30 % seiner 3er, keiner scort zweistellig.

Auf Berliner Seite sehen wir, dass Francis sich mausert, Wood doch wieder die Scorer-Rolle übernimmt, Heiko die Kampfsau gibt, während Taylor und Wood schwächen. Unsere Albatrosse reiten zwar gerade auf einer Siegeswelle, aber von einer gefestigten Mannschaft sind sie doch ein ganzes Stück weit weg. Dies haben aber wohl beide Mannschaften gemeinsam.

Letztlich ist es doch noch früh in der Saison und Besserung ist in Sicht. Denn deutsche Teams haben – mit wenigen Ausnahmen – der Versuchung widerstanden, NBA-Sternchen zu verpflichten. Wenn nun vermutlich Weihnachten der Lock-Out vorbei ist steht kein Umbau an, dann verschieben sich die Kräfteverhältnisse nicht. Dies mag in dem einen oder anderen europäischen Wettbewerb anders sein, schaut man auf Zagreb und TJ Ford oder Buducnosts Vucevic.

Der FC Bayern – das durften wir dieser Tage wieder allerorts lesen – hat der Liga einen Schub gegeben. In der eher traditionalistischen Fancommunity  schoenen-dunk.de führt dies freilich sofort zu Debatten über Eventkultur und den Abschied von der Reinen Lehre des Sports in modernen Arenen.

Dabei bleibt es auch trotz aller Fortschritte in Bezug auf Hallen, Budgets und Markenbildung dabei: Wichtig ist auf dem Platz. Und heute um 20:05 Uhr live auf Sport1 treffen zwei Systeme aufeinander. Seit Bayer Leverkusen ist der FC Bayern die erste Fußballmannschaft in der BBL. Bezeichnenderweise wird sie wieder von Bauermann trainiert. Auch wenn dieser nun in der Bild meint, dass es „noch ein unbelastetes Verhältnis“ zwischen ALBA und den Bayern sei: Das ist – mit Verlaub – quatsch, wenn ALBA gegen eine Mannschaft antritt, die von Bauermann trainiert wird.

Bei allem Respekt vor Bauermanns Einsatz als Nachwuchs-Lobbyist und der – umstrittenen aber doch klaren – Arbeit als Nationaltrainer (Interview mit osb),  ist die Geschichte der ALBA-Duelle gegen Bauermann als Vereinstrainer zu lang. Daher ist es sportlich kein erstes Mal, nur das Label hat gewechselt.

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18 Gedanken zu „Das erste Mal: ALBA Berlin vs. Bayern München

  1. Korrekturhinweis: „Wood doch wieder die Scorer-Rolle übernimmt, Heiko die Kampfsau gibt, während Taylor und Weaver schwächeln“

    Wo kann man hier seinen eigenen Kommentar editieren?

  2. Goldsberry + Roberts waren meiner Meinung nach stärker, weil ausgeglichener, sich gegenseitig ergänzend und Anführer eines dominierenden Teams. Diese Kombo war schon großartig.

    Wood und Schaffartzik würde ich kanpp dahinter einordnen … was ganz früher war, kann man halt schlecht vergleichen.
    Ich wollt noch schreiben: „In den entscheidenden Momenten voll da“. Ihr erinnert euch.. ;)
    Aber da steht eure Kombo unserer letztjährigen wohl in nichts nach.

    Schönes Spiel, fantastisches Finish. Hat Spaß gemacht.

    • Ok, die beiden sind sicher mit dabei, insb. weil sie wahrscheinlich in Defense noch stärker sind. Aber die ALBA-Boys haben meiner Einschätzung nach noch mehr Firepower. Wahrscheinlich auch ein bisschen Geschmackssache. :)

  3. Rivalität mag mich in Bezug auf den Fussballclub Bayern München Basketball (irgendwie ein ziemlich alberner Name, oder?) nicht ergreifen. Marketing in dieser Richtung funktioniert bei Bamberg prima, da kriegen die mich, aber bei München prallt das alles ab. Mag auch daran liegen, dass mich Fussball nur sehr beiläufig interessiert und ich aus dieser Ecke nicht vorgeprägt bin. Wie es sich für jeden guten Nicht-Bayern gehört, kann ich – natürlich – die Bayern im Fussball auch nicht leiden, aber alles nur sehr am Rande. Rivalität muss man sich verdienen, erarbeiten. Dafür fehlt mir – anders als dem grübler – einfach die entsprechende Historie. Marketingabteilungen hüben und drüben arbeiten sich mühsam an dem Thema ab, wirkt alles ein wenig „gemacht“ und so richtig zünden will es einfach nicht. „Erschwerend“ kommt hinzu, dass es bei den Bayern auch ein paar echte Sympathieträger gibt. Sasa Nadjfeji ist nachwievor einer der sympathischsten und sportlich fairsten Menschen, die ich kenne – egal, wo der spielt. Gegenüber unseren jungen Nationalspielern Schwethelm und Benzing will sich auch partout keine Antipathie entwickeln. Da müssen sich Bauermann und seine Adoptivtochter Steffie grosse Mühe geben, um das wettzumachen. Und gerade bei Steffie ist doch angesichts des aktuellen Leistungsvermögens eigentlich jeder froh, wenn er beim Gegner spielt ;-). Bleibt dann nur noch Bauermann, an dem ich nun auch absolut gar nichts sympathisches finden kann.

    Auch nach dem Spiel kann ich nicht viel Negatives zum Fussballclub Bayern München Basketball (irgendwie ein ziemlich alberner Name, oder?) beitragen. Das Wichtigste natürlich, dass die Punkte auf der guten Seite der Macht geblieben sind. Der AUDI Dome (fail: Sedlmayer-Halle) ist etwas old school, nicht ganz perfekt für Basketball, aber durchaus in Ordnung, hat eine vernünftige Grösse und man sieht von allen Plätzen aus gut. Akustisch ist der vergleichbar grosse Bamberger Kaufland-Aufsatz sehr viel besser. Die Stimmung ist durch und durch Retorte, ein kleines Häuflein bemüht sich um eben diese, alles stark an den Fussball angelehnt. Aber kein Vorwurf, so etwas muss sich einfach entwickeln, das entsteht nicht in einem Jahr. Frankfurt bemüht sich nun schon seit vielen Jahren … Nach dem Spiel war nicht ansatzweise etwas von „Fussballstimmung“ oder gar Aggressivität zu spüren, alles ganz relaxed. Sprüche wie „Ohne Hamann wärt ihr gar nicht schlecht“ konterten die Bayern mit „Wenn wir wollen, kaufen wir euch auf“ Touché! Das Schlimme ist, die könnten das ohne Probleme; also nicht die Fans, aber der Würstchen-Ulli schon. Der Ketzer meint: Das müssen die auch, wenn sie gegen Alba was gewinnen wollen ;-p.

    Das ganze Medien-ballyhoo um den Fussballclub Bayern München Basketball (irgendwie ein ziemlich alberner Name, oder?) ärgert mich manchmal ein wenig, generell sehe ich es entspannt. Momentan ist das der Neuigkeitseffekt, aber die Sau „Der-FC-Bayern-München-spielt-jetzt-auch-Basketball-ah-schau-an“ kann man eben auch nur ein mal durchs Dorf treiben. Das wird mit der Zeit nachlassen und selbst der Fussballclub Bayern München Basketball (irgendwie ein ziemlich alberner Name, oder?) wird irgend wann mal hauptsächlich durch sportliche Aspekte auf sich aufmerksam machen müssen.

    • Da sind wir jetzt aber nicht so weit auseinander. Bayern als Institution mag ich nicht. Sportliche Rivalität gibt es aber – das ist richtig – mangels Tradition nur in Bezug auf Bauermann.

      Vielleicht ist es das Beste für ALBA, dass mit den Bambergern ein klarer sportlicher Favorit in der Liga ist und mit den Bayern ein Krösus (man beachte nur die Sponsorenwand…). Das schafft Raum, sich neu zu finden und zu entwickeln.

    • Danke, mal ein Konstruktiver Beitrag in ordentlicher Rechtschreibung (Ü-40-Ei?).

      Zum Thema Fussballclub Bayern München Basketball (irgendwie ein ziemlich alberner Name, oder?)
      Natürlich mag auch ich DB nicht, aus Tradition (;-)), vor allem wegen seiner diffusen Lügenkonstrukte.
      Dass sie dieses „Basketballprojekt“ nicht nur starten, sondern hoffentlich auch langfristig betreiben, begrüße ich wohlwollend, ganz ohne Häme.
      Letztere entsteht dadurch, dass sie für reichlich vorhandenes Fußballgeld (das ist es ja letztendlich, wenn auch nicht buchhalterisch) den Erfolg gleich sofort kaufen wollen. Zwar haben sie im Gegensatz zu Köln ein Zweitligajahr „sportlich“ durchgezogen, um den allzu offensichtlichen Aspekt, sich in die Liga eingekauft zu haben, zu vermeiden. Aber der „Raff“-faktor bleibt irgendwie bei mir hängen. Es hat den Anschein, als hätte man alles, was in der BBL gut, teuer, bekannt, frei bzw. deutsch war an sich reißen wollen.
      Inzwischen eher etablierte Nationalspieler wie Benzing und Schwethelm (auf der selben Position!) stagnieren, weil sie nur mäßig Spielzeit und noch mäßiger Verantwortung bekommen, von ehemaligen (?) Bauermannschen Ziehkindern wie Radodingens oder Doreth gar nicht zu reden. Da wären wir wieder bei DB, weiteren Kommentar verkneif ich mir.
      Allerdings, zugegeben, auch die Spieler wollten es ja so (mehr Kohle, weniger Entwicklung).
      Ich bin mir allerding recht sicher, dass wir in der Rückrunde kaum noch solche Niederlagen wie Bn, Old, Artl. o. AB sehen werden. Nicht nur, weil die ja schon alle inder Hinrunde waren ;-), sondern weil auch die Bayern lernen und über Qualität und Ehrgeiz verfügen. Wenn Steffi nicht mehr Crunchtime spielt, könnte es zu Platz 3-6 reichen, dann werden sie auch im HF stehen und müssen erst mal dreimal geschlagen werden. OK, Schaun m’r mal…

  4. Wenn es um das beste >>>POINT<<< guard Duo geht, kann man mE nicht mit Goldsberry + Roberts kommen. Das ist für mich eine klassische PG+SG-Combo, im Wesentlichen, weil Roberts viel mehr shooting guard als point guard ist. Da passt der Vergleich Goldsberry + Gavel vs. Wood + Schaffartzik besser. Da haben für mich auch Wood / Schaffartzik knapp die Nase vorn. Sonstige Konkurrenz (Team mit zwei guten PGs) sehe ich in der ganzen Liga nicht.

  5. Jup, verstehe deinen Ansatz, aber dem halte ich dann mal entgegen, dass auch Heiko ein Shooting Guard ist, was die Spielweise angeht.
    Oder wo siehst du den Unterschied zwischen Heiko und Roberts?

  6. Heiko Schaffartzik ist natürlich auch kein „klassischer“ pass-first-PG, aber doch noch mehr point guard als shooting guard. Überraschenderweise bringt idR Heiko den Ball, wenn Wood und Schaffartzik zusammen auf dem Feld stehen und Wood geht dann auf die 2. Bei Schaffartzik bleiben wohl eher die „irren“ Dreier im Gedächtnis als seine manchmal sehr kreativen Pässe. Aber ich gebe zu, dass es mir da bzgl. Roberts auch ähnlich gehen könnte und ich mich von den Offensivwerten täuschen lasse. Von einigen / vielen (?) Bamberger Fans wird Brian Roberts mangelnde Spielübersicht attestiert und ab und an seine Fähigkeiten als Aufbauspieler kritisiert. Allerdings wird da meist der Vergleich gegenüber John Goldsberry gezogen, der mE nicht ganz fair ist, da es für mich ein Vergleich zwischen einem reinen, „gelernten“ Point guard und einem shooting guard der point guard spielen muss, ist.

  7. Schwierig zu bewerten, und da wir uns sonst im Kreis drehen, beende ich das jetzt mal. :)

    Am Ende zählt das Ergebnis, und so wie es aussieht, hat da im Moment wohl ALBA die Nase vorne. Freu mich schon auf das Spiel in Bamberg. Wood/Heiko vs. Roberts/Gavel ist so oder so ein Duell der Extraklasse.

    Zu Heiko möchte ich noch sagen, das Buschmann zwar noch 100 mal wiederholen kann, dass Heikos irre Dreier „seine Spielweise“ sind – wahrer wird es dadurch nicht.
    Wie Roberts gibt er zuerst den Organisator. Ich denke wir sind uns einig, dass es da bessere als B-Rob und Heiko gibt.
    Nur wenn es nötig ist, kreiert er sich selber Würfe. (…wie Roberts). Das die ab und zu mal „irre“ aussehen, liegt wohl eher daran, dass er als Pointguard oft am Ende des Spielzugs nochmal den Ball in der Hand hat und dann eben diese Würfe nimmt … und aus meiner Sicht leider auch noch trifft. Aber seine Spielweise ist das nicht.

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