Let the juniors play!

Dritter Tag das Nike International Junior Tournament. Es war ziemlich voll im Velodrom. Übrigens war diese Halle ein ganz hervorragender Austragungsort: Weitläufig genug für zwei Spielfelder, beide komplett mit hinreichend großer Tribüne, Anzeigetafel und genug Platz zum Netzwerken und Quatschen drumherum.  Aber schon vom Aufbau der Felder war ganz klar, dass die Nachwuchsteams im Mittelpunkt stehen.

Morgen im Finale in der o2 world treffen Lietuvos Rytas und FMP Zelesnik aufeinander. Tolle Jugendmannschaften. Große Talente. Es gibt junge Spieler, die gut Basketball spielen können – auch in Deutschland. Und die ProA und ProB gibt ihnen den Platz. Man muss sie gut trainieren, ihnen Raum zur Entwicklung geben und sie auf hohem Niveau fordern und fördern. Gerade vor dem Hintergrund der durch die zweite Liga wieder befeuerten Quotendebatte war es spannend, deutschen Nachwuchs im internationalen Vergleich zu erleben. FMP und Lietuvos waren die dominanten Mannschaften des Turniers. Lietuvus fertigte heute Gran Canaria mit 110:63 ab. EIne beeindruckende Mannschaftsleistung, alleine 26 Assists.

Das Wildcardteam Union Olimpija Ljubljana konnte heute einen Anstandssieg gegen Hemofarm Vrsac erringen. Schön war das Spiel nicht, viele Fouls, viele Freiwürfe mit sehr niedriger Quote hier wie dort, doch mit ein paar schönen Aktionen erspielte sich Union Olimpija eine knappe Führung und rettete diese über die Zeit.

FMP machte gegen Siena mit einem 78:61 deutlich, dass sie ganz verdient im Finale stehen. Wieder waren es Dejan Musli mit einem beeindruckenden Double-Double (23p, 14r), Branislav Dekic (12p) und Pointguard Nikola Vukasovic (5ass, 7r), die mit schönen Zusammenspiel überzeugten. Gerade Vukasovic spielt in weiten Phasen schon wie ein alter Hase. Es ist wohl davon auszugehen, dass diese Jungs bald in der Adrialeague für einige Minuten auf dem Feld stehen werden. Doch dort bekommen Talente eben auch früh Spielzeit und wir reden hier von Spielern im besten NBBL-Alter.

Das ist in Deutschland bekanntermaßen anders. Zumindest in der Bundesliga. Wir ziehen den 2000 $-Ami schon prinzipiell der Förderung des Nachwuchs vor. Dabei wäre das so wichtig. Wir können lang und breit über die Quote diskutieren, wenn unsere NAchwuchsspieler nicht an höchstes Niveau herangeführt werden und irgendwann eine Perspektive haben, bringt uns jede gut gemeinte Quotenregelung nichts.

Zumindest die AG 2. Basketball-Bundesliga macht einen Schritt. Nächste Saison müssen immer 3 deutsche Feldspieler in der ProB und zwei in der ProA auf dem Parkett stehen. In der jungen Liga gilt wieder: Let the youngsters play! Das ist das wesentliche Signal. Ich frage mich noch ein wenig,  was die Effekte im Einzelnen sein werden. All-College-Aufsteiger werden wir jedenfalls nicht mehr sehen. Vielleicht sehen wir hier und da mehr NBBL-Spieler in ProB-Kadern. Ein wenig Sorge bereitet es mir, dass BBL und Junge Liga nun komplett getrennte Wege in der Quote gehen. Aber vielleicht ist das gar nicht so schlimm. Die Durchlässigkeit der Ligen durch Auf- und Abstieg scheint sowieso nur in der Theorie gegeben zu sein. Öffentlich ist von der BBL noch nichts zu vernehmen über die Zukunft deutscher Spieler, der status quo ist bekannt. Das ist ärgerlich, irgendein Signal wäre schön. Auch um den jungen Spielern eine Perspektive zu geben und die Vereine zu motivieren, in den Nachwuchs zu investieren.

Dass wir in Deutschland Spieler mit Potential haben, die auf hohem Niveau ordentlich mitspielen können, hat ALBA auf dem Turnier bewiesen. Freilich, die Albatrosse sind zusammengewürfelt aus Central Hoops, ALBA Berlin und dem Team Urspring. Heute traten sie zum Abschluss gegen Unicaja Malaga an und verloren 62:74.

ALBA ist gut gestartet. Das erste Viertel wurde deutlich gewonnen 25:18. Wieder war es Malte Ziegenhagen, der mit sieben schnellen Punkten in Folge den Vorsprung herausspielte. Doch ab dem zweiten Viertel machte Unicaja in der Verteidigung ernst. Ganzfeldpresse, höchster Druck auf den Ballführenden. Steals, einfach Körbe von Rafael Freire und Jose Pozas… das zweite und dritte Viertel gingen deutlich verloren. Gerade PG Konstantin Klein sah gegen die Verteidigung der Spanier nicht so gut aus, wie noch am ersten Tag gegen FMP. Mehr als einmal waren alle Passwege dicht oder ein Spanier stahl ihm mit flinken Fingern den Ball. Wenn der Ball mal nach vorne kam, schien der Korb wie vernagelt. Die deutlich größeren  Spanier – gerade Spieler wie der offizell nur 2,05m große Lima – machten unter den Brettern alle Räume dicht.Im vierten Viertel nahm ALBA noch einmal den Kampf auf. Ziegenhagen feuerte seine Mannschaft an, traf kluge Entscheidungen und war dann am Ende auch dank vieler sehr sauberer und sicherer Würfe mal wieder der Topscorer mit 16 Punkten. Nur Niels Giffey punktete neben ihm noch zweistellig.  Doch ein Erfolg dürfte das Turnier für ALBA und alle Spieler trotz der drei Niederlagen gewesen sein. Alleine die Möglichkeit, sich auf diesem Niveau zu messen, ist klasse. Die Junioren müssen auch auf diesem Niveau spielen, um sich zu entwickeln. Und für den Fan ist es schön, einen unmittelbaren Eindruck vom unzweifelhaft vorhandenen Talent zu bekommen.

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Ein Gedanke zu „Let the juniors play!

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