Freitagabend ist Basketballabend vor dem TV

[Mit Updates und Links] Endlich ist es so weit! Die Basketball-Bundesliga schafft es ins Free-TV! Eben kam die Pressemitteilung der BBL: Das DSF wird die nächsten drei Jahre live und frei empfangbar die BBL übertragen.

Basketball im Free-TV

zeigt Basketball im Free-TV

Wir Hardcore-Fans werden ein wenig fluchen und weinen, denn es sind „nur“ mindestens 50 Spiele inklusive Playoffs, die das DSF übertragen wird. Letzte Saison mit BBL.TV/Sportdigital waren es noch 100. Es ist nicht ein so phantastischer Deal, wie bei den Handballern. Die dürften auf eine knapp dreistellige Anzahl an Spielen in TV und DSF-Internetstream kommen. Basketball ist eine Nummer kleiner. Aber immerhin: Free-TV.

Free-TV ist nicht die Lösung aller Probleme. Doch es ist ein wichtiger Schritt, damit nun auch die Clubs offensiv auf Sponsoren zugehen können und nicht mehr erklären müssen, was denn BBL.TV für ein Produkt sei.

Basketball im DSF bekommt einen festen Sendeplatz: Freitagabend, hilfsweise auch den Samstag. Das ist ein starker Sendeplatz. Basketball mit Buschmann als Alternative zum seichten Comedy-Programm. Endlich bekommt mein großer Fernseher am Freitagabend einen Sinn. Lebhaft diskutiert werden wird dann wohl auch wieder die Moderatorenfrage. An Frank „Buschi“ Buschmann dürfte kein Weg vorbeiführen, oder? Es bleibt zu hoffen, dass die sehr differenzierte und berechtigte Kritik von Dré letztlich Gehör findet. Denn bei aller Buschmannschen Leidenschaft: Not gegen Elend im Tabellenkeller, das kann man auch nicht mehr schön jubeln. Hieran knüpft die nächste Frage an: Wer wird gezeigt werden? Werden es vorrangig die Topspiele sein, oder wird es wie bislang bei BBL.TV ein bunter Mix aller Teams, egal ob das Duell spannend bzw. interessant ist oder nicht? Getreu dem Motto: Jeder darf mal? Hayphoenix unkte ja auch schon, dass es eher ein Programm für die Großen sein wird. Ich denke, dass es hier zumindest Verschiebungen in Richtung der Topspiele geben wird. Denn 50 Spiele inkl. Playoffs, das ist nicht viel. Da werden sich wohl einige noch wundern und BBL.TV hinterhertrauern. Aber wer weiß schon, was die Zukunft bringt. Das dürfte von Quoten und dem Werbegeschäft abhängen:

Sollte sich alles in die richtige Richtung entwickeln, ist denkbar, das Angebot zu erweitern – zum Beispiel ein Magazin und zusätzliche Übertragungen im Internet.

Der Freitagabendtermin grenzt die Entscheidung zumindest in den nächsten Monaten auch ein. Euroleague wird oftmals Donnerstags gespielt, da fällt ein Freitagsspiel flach. Oldenburg dürfte daher bis Ende der Vorrunde kaum zu sehen sein. ALBA vielleicht auch nicht, wenn sie sich qualifizieren. Ich bin gespannt, wer letztlich an die Fleischtöpfe der Liveübertragungen ran darf und welche Trikotbrust wieviel Sendeminuten im Free-TV bekommt und wer ins Webangebot ausweichen muss.

Eines aber scheint geklappt zu haben: Dank Eurosport-Deal im letzten Jahr und der EM in diesem Sommer hat wieder ein großer Sportsender Interesse. Fivemag kommentiert dies:

Damit vollzieht der Sender eine beachtliche Kehrtwende. War doch in der Vergangenheit von den Verantwortlichen des Senders Basketball öfter als nicht quotenstark genug angesehen worden, um vom DSF gezeigt zu werden.

Jetzt ist es an den Clubs, diese Chance zu nutzen und die zusätzliche Exposure im Free-TV in Werbeeinnahmen umzumünzen.

Startschuss für die BBL im DSF ist am Samstag, 3. Oktober, mit der Zusammenfassung des Spiels EWE Baskets Oldenburg gegen Telekom Baskets Bonn ab 21.30 Uhr im Free-TV. Bereits ab 19.30 Uhr wird die Partie darüber hinaus live und kostenfrei im Internet auf http://www.dsf.de zu sehen sein.

Nur eine Frage bleibt offen: Wer in Deutschland wird die Euroleague zeigen?

Nachträge und Links

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8 Gedanken zu „Freitagabend ist Basketballabend vor dem TV

  1. Bleibt die Frage der Euroleague wirklich offen? Ist die Antwort nicht das DSF oder keiner? Immerhin hat das DSF die „nationalen und internationalen audiovisuelle Verwertungsrechte“ laut der BBL PM.

    • Das dürften nur die Rechte der BBL sein. Die Euroleague-Rechte liegen m.E. bei der Euroleague. Das Bildsignal müssen die Clubs produzieren (lassen).

  2. Eine Verschiebung zu den Topspielen halte ich für absolut begrüßenswert. Was ich mir in den vergangenen drei Spielzeiten für grausame Spiele angeschaut habe, nur weil sie liefen, geht auf keine Kuhhaut.

    Wo ist denn jetzt eigentlich die Fraktion die argumentierte: Ohne mehr deutsche Spieler kein Free-TV?

  3. Wenn es stimmt, dass Murat Didin in die TV Geschichte und das (mögliche) Beko Sponsoring „verwickelt “ ist, sollte man ihm den Marketingposten der BBL anbieten.

    Letzte Saison war es wirklich hanebüchend, was man uns teilweise für Spiele vorgesetzt hat. Ich habe nichts gegen Spiele gleichwertiger Mannschaften aus dem unteren Tabellenteil, aber Begegnungen wie zum Bsp. Alba gegen Nördlingen in Berlin braucht möchte kaum einer sehen, der nicht aus Berlin oder Nördlingen kommt.

    Lieber nur 50 Spiele in einer Saison, aber dafür Klassiker. Spitzenspiele, Derbys und vor allem das 5. Finale der Meisterschaft im Free TV.

  4. Zunächst einmal ist es absolut erfreulich, dass Basketball überhaupt regelmäßig und an zu einem recht guten Sendeplatz im Free-TV stattfindet.

    Das eine Verlagerung hin zu den Topteams und Topsspielen stattfinden wird, ist wohl kaum zu vermeiden. Das wird aber auch neue Zuschauer bringen, da sich ein Interessierter wohl eher für ein Spiel zwichen zwei (bekannten) Meisterschaftskandidaten als zwischen (grauen) Teams aus dem Nirvana der Tabelle entscheiden wird.

    Interessant wäre es aber auch zu wissen, ob die BBL für die Sendezeit bezahlt oder bezahlt wird. Es stehen ja auch Produktionskosten für die 50+ Spiele von 2 Millionen Euro im Raum.

    VG

  5. Interessant wäre es aber auch zu wissen, ob die BBL für die Sendezeit bezahlt oder bezahlt wird. Es stehen ja auch Produktionskosten für die 50+ Spiele von 2 Millionen Euro im Raum.

    Zu dieser Frage fand ich die Argumentation in einem Kommentar zum Eintrag auf allesaussersport ganz interessant:
    Was mir nicht so klar ist, ist warum der Freitag [als fester Sendetermin des DSF, Anm.], so in Stein gemeiselt wurde. Ich würde mal vermuten, daß dies Zwecks der Zuschauereinnahmen (vgl. DEL an DI/DO) ein “Wunsch” der BBL ist, da es für das DSF ja nicht direkt vorteilhaft ist. Daraus könnte man ableiten, daß nicht unbedingt das DSF die “Hosen in dieser Ehe anhat”. Sprich: Wer zahlt bestimmt!

    Könnte was dran sein …

    • Es gibt offline ein SZ-Interview mit Pommer samt folgender Passage.

      SZ: Nochmal: Die Liga zahlt kein Geld ans DSF?
      Pommer: Richtig. Das ist das Einzige, was ich dazu sage, aber das verbindlich.

      Nun kann man natürlich spitzfindig argumentieren, dass das nur heißt, dass die Liga nichts zahlt, ein Sponsor möglicherweise schon…. aber in der Gesamtschau des Interviews deutet sich ein wenig an, als könnte sogar ein kleinerer Betrag vom DSF an die Liga fließen. Denn man kann – wie es Pommer tut – nur empfehlen nichts an die Clusb durchzureichen, wenn man was bekommt ;-)

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