Uninspiriert und blockiert.

ALBA verliert am Freitag nach starker Defensive in Bonn. Wenn auf beiden Seiten die Scheiße an den Händen klebt, dann gewinnt eben die Mannschaft verdient, die rechtzeitig die Hände wäscht und just in time drei 3er in Folge einnetzt.

Der Tagesspiegel (Niederlage durch Lernschwäche) bringt ein starkes Luka-Zitat:

Man kann sich perfekt vorbereiten. Aber im Spiel muss man dann auch mal etwas Inspiriertes liefern..

Ich versuche mal zu erklären.

Auf schoenen-dunk.de wird ALBA von den Fans zerrissen, Luka-Kritiker outen sich und die Saison wird abgeschrieben. Das obige Luka-Zitat wird zerrissen.

Doch erinnert sich jemand an 2007/2008? Das begann furios mit tollen Pässen von Bobby und Dijon, führte bei uns Fans zu viel Kopfschütteln, dann kamen zwei Dominosteine mit neuen Impulsen und Bobby spielte inspiriert, brach aus den Systemen aus. Julius hatte Mut, wurde MVP. Nicht, weil er so systemtreu war, sondern weil er immer wieder seinen eigenen Wurf suchte und traf.

Wer meint, dass bei Luka offensiv sklavisch das System durchgehalten werden müsse, der irrt m.E. Sesay glänzte anfangs, weil er die Würfe einfach nahm, traf und aufdrehte. Irgendwann hatten sich die Gegner aber auch auf ihn eingestellt und er tauchte ab. Eine mentale Schwäche, die wir vorher schon aus Italien mitgeteilt bekamen.

Bei Bajramovic vermute ich das gleich Problem, das viele neue Innenspieler bei Luka haben: Es dauert einfach, bis er ein Gespür dafür entwickelt, wo er effektiv ausbrechen kann. Siehe Sekulic, siehe Chubb, die beide länger brauchten, bis sie zu den gegenwärtigen Leistungen aufblühten. Fakt ist aber, dass bei ALBA weniger von der Bank kommt. Wenn Jenkins und Mac 30+ spielen, fehlt Spritzigkeit für Fastbreaks, für Mut. Wenn Julius einen Schnupfen hat (oder gut verteidigt wird), hat ALBA die Schweinegrippe. Da fehlt einfach was im Kader. Ein zweiter Spieler, der auch mal 20 auflegen kann. Ein Spieler wie Bobby Brown. Ein Casey Jacobsen in der alten Brose-Form wäre es vielleicht gewesen, doch letzte Saison zeigte auch er, als es wichtig war, gerade das nicht.

Mir ist es lieber, wenn ALBA jetzt durch eine kleine Krise geht, als wenn dies am Ende der Saison geschieht. Bonn mit den starken Verteidigern Yarbrough und Ense aber auch AK11 und Strasser ist die Nemesis ALBAs: Jenkins abgemeldet, Hamann und Wright zum Wurf gezwungen und selbst Sekulic immer einen TIck zu weit weg vom Korb.

So wie die Mannschaft gegenwärtig aufgestellt ist, wird es nicht reichen. Natürlich kann man jetzt fordern: Dann soll der Luka Oskar und Philipp starten lassen. Die können 40% 3er und machen das schon. Sicherlich eine theoretische Variante. Aber nun das Zwiener spielt sieht man (nein, ich meine nicht den Statistikbogen) seine Defizite. Und ist Ossi nach der starken Vorbereitung jetzt in der Lage besser als Hamann und Wright aufzuspielen? Das kann alles klappen. Aber der Coach wird nicht plötzlich die Rollen von Zwiener und Jenkins oder Faßler und Hamann tauschen. Wahrscheinlicher scheint es mir, dass die kommende Neuverpflichtung für genug Unruhe sorgt, um die Mannschaft aus ihrer kreativen Blockade zu reißen.

Am Sonntag geht es gegen Brose. Dort, bei ALBAs Erzfeind #2 hat die Mannschaft die nächste Chance, sich zu beweisen. Bis auf Bajramovic sollten sie nach den letztjährigen Niederlagen gelernt haben, was dieses Duell für die Fans und die Öffentlichkeit bedeutet.

Ich schrieb es schon in der Saisonvorschau: Wenn ALBA mit dieser Mannschaft gewinnen will, müssen mehr Spieler Verantwortung übernehmen. Verantwortung heißt Mut haben, ausbrechen und über sicht hinaus wachsen. Gegenwärtig fehlt genau dies. Wir vertrauen dem System. Doch ein System allein gewinnt keine Spiele. Spieler tun dies, gemeinsam.

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18 Gedanken zu „Uninspiriert und blockiert.

  1. 1. Mit der Einstellung, lieber jetzt schlecht als in den Playoffs, könnte man fast schon Brose Fan ehrenhalber werden. ;-)
    2. Innenspieler haben unter Luka Anfangsprobelme? Also weder bei Nadjefji, Nikolic, Femerling oder schon gar nicht Sekulic kann ich mich daran erinnern. Sekulic hatte das Problem das er am Anfang nicht viel Spielzeit hatte (Kondition?), aber die Leistung war da eher weniger das Problem.
    3. So wie die Mannschaft aufgestellt ist wird es nicht reichen und wichtig ist der neue Spieler? Wenn jetzt der neue Spieler nicht einschlägt oder sich gar verletzt nach dem März müsste es also bitter aussehen, oder? *autsch* Sollte Alba wirklich so abhängig von Kleinigkeiten sein? Wenn ja wäre es bitter und keine gute Zukunftsaussicht…

  2. Muss hier af4e eindeutig Recht geben.
    Also Sekulic hat so gut wie keine Eingewöhnungzeit gebraucht und bekommen. Er hat in einem seiner ersten Spiele für Alba Real Madrid fast im Alleingang zerlegt. Er war von Anfang an voll da, hatte aber zu Beginn eindeutig zu wenige Minuten. Das glatte Gegenteil zu Bajramovic übrigens.

  3. @af4e (zu 1.)
    Niemals!!! :)

    Aber mal ehrlich, dass man auswärts des Öfteren eins auf die Mütze bekommt, ist doch nichts Besonderes mehr. Nur die Art uns Weise ist diesmal halt ziemlich unverständlich. Dennoch bin ich der Meinung, dass man auch ohne neuen Spieler auskommen könnte. Speziell das Zusammenspiel zwischen Wright, Chubb und Sekulic in dieser Saison zeigt, dass es unter Luka halt immer ein wenig Zeit braucht.

    Aber es ist doch vollkommen klar, dass es in der aktuellen Form für jeden Gegner ziemlich einfach ist. Da lässt man halt die Spieler (wie gg. Bonn Wright und Steffi) einfach mal draußen frei stehen und macht die Passwegen zu, weil man weiß, dass die eh nicht treffen. Wenn aber die Dinger wieder fallen, dann ist es wie gg. Oldenburg und man kann das Spiel kontrollieren und Luka’s Spielzüge frei umsetzen.

    Nichts-desto-trotz könnte ich mich durchaus auf deine Schlußfolgerung einlassen. Die letzten Jahre war man immer nach der Hauptrunde auf Platz 1 und in den Playoffs nie wirklich erfolgreich. (exc. 2008) Also diesmal in der Hauptrunde nicht Erster werden und dann in den Playoffs aufdrehen. ^^

  4. Das Zitat aus dem Tagesspiegel, von wegen Mangel an Kreativität im Spielverlauf, hat aus Lukas Mund schon was überraschendes. Und es stimmt einen zunächst auch vorsichtig optimistisch, da statt der üblichen Phrasen, wie mangelnde Konzentration und fehlende Konstanz über 40 Minuten, endlich auch mal andere Schwächen konstatiert werden, die so aber schon länger zu beobachten sind. Der Eindruck, dass Pavicevic seine Systeme streng durchpaukt, dass er in Sachen Laufwegen und Raumaufteilung/Spacing ein Perfektionist ist, kommt nicht von Ungefähr.
    Es ist vielleicht nicht so, dass er den Spielern es verbietet, mal was auf eigene Faust zu probieren und aus den Systemen auszubrechen, aber nahe zu legen scheint er es seinen Spielern auch nicht unbedingt.
    Auch die Kaderzusammenstellung zeigt, dass Pavicevic eher auf Spieler wert legt, die in erster Linie seine Vorgaben erfüllen. Individuelle Kreativität mag da ein Pluspunkt sein, scheint aber nicht unbedingt ausschlaggebend. Oder warum vertraut Pavicevic lieber auf zwei Pointguards, die nicht so sehr aus eigener Verantwortung heraus das Spiel lesen können müssen, sondern stets brav die von der Seitenlinie für jeden Angriff vorgegebenen Systeme runterrattern?

    Wenn LP erkennt, dass es an Kreativität mangelt, darf das nicht nur in Richtung Spieler gehen. Und darauf zu hoffen, dass allein die Verstärkung auf der Drei, diese Mängel beheben könnte, wäre sogar der noch größere Fehler.
    Pavicevic muss es sich eben auch zu großen Teilen selbst anlasten. Das fängt an bei der Kaderzusammentellung, geht über die Art und Weise, wie viel Freiheit er im Spiel seinen Pointguards oder besser Playmakern zugesteht, bis hin zur Unflexibilität seines eigenen coachings im Verlauf und vor allem in der crunchtime eines Spiels. Letzteres ist ja schon bald ein Mantra unter den Fans, so lange und so oft wird dieser Punkt schon bemängelt. Und solche plays, wie Mike Koch seinen Spielern bei der letzten Ausszeit aufgibt, die den Gegner überrumpeln, womit man das Momentum in der entscheidenden Phase an sich reißt, habe ich bei Alba schon sehr lange nicht mehr gesehen.

    Ich schätze LP immernoch so ein, dass er durchaus selbstkritisch ist, und so die Ursachen für die fehlende Kreativität der Spieler auch bei sich suchen wird. Hoffentlich zieht er für sich und sein Coaching die richtigen Schlüsse daraus. Schließlich war es für Baldi eines der wichtigsten Argumente um Pavicevic an die Spree zu holen, dass in dem noch jungen Trainer einiges an Potenzial stecken würde, das er bei Alba weiter entwickeln darf. Nun wird es nach zwei Jahren Zeit, diese Weiterentwicklung auch einzufordern.

    • 1. Kaderzusammenstellung
      Die Probleme und Unsicherheiten bei der unklaren Situation vor der Saison hat meines Erachtens Grübler in seiner Vorschau sehr gut aufbereitet, so dass eine Kritik an Luka da wohl nicht so ganz berechtigt ist.

      2. Freiheit der Playmaker
      Ich bin fest davon überzeugt, dass Luka niemandem den Kopf abreißt, wenn dieser sich nicht an sein play hält und damit erfolgreich einen Angriff abschließt. Die Beispiele gab es in der letzten Saison zuhauf mit JJ und Wright. Es gibt aber auch Spieler, die aus meiner Sicht eine klare Anweisung brauchen (Lieblingsbeispiel: Steffi) und aus eigener Kreativität nicht allzu viel schöpfen können.

      Das Beispiel Bonn, wo am Ende auf einmal die Dinger gefallen sind, sehe ich ganz und gar nicht. Wo waren denn Koch’s überaschende play’s in der restlichen Spielzeit? Ich bin der Meinung, dass man in solchen Situationen, in denen es drauf ankommt, die einstudierten und sicheren plays laufen muss, um dem Team Sicherheit zu geben.

      Was passiert, wenn zu sehr auf die Kreativität der einzelnen Spieler gesetzt wird, konnte man unter Rödl sehen. Wie erfolgreich das war, haben wir ja alle in schmerzhafter Erinnerung.

    • zu 1. Kaderzusammenstellung:
      Auch wenn es strategisch sachliche Gründe gab, den Kader auf den jetzigen schrumpfen zu lassen, hätte man auf der 3. und der 1. mit dem gleichen Geld mehr rausholen können. Mit Byars hat man jetzt ein weiteres Experiment auf der 3. (auch wenn er schonmal mehr zu versprechen scheint als Cummard). Und auf der 1. hätte es bestimmt eine Vielzahl an Spielern auf dem Markt gegeben, die für das gleiche Geld am Ende mehr geboten hätten, als Wright bisher hergibt. Da hätte ich mir trotz der EL-Quali einfach mehr Mut gewünscht (wobei die Hoffnung auf eine Leistungsexplosion von RW auch schon sehr mutig war), doch LP vertraut da dann doch lieber weiter auf mittelmäßig talentierte Marionetten.
      Ansonsten hat es peterzwei sehr gut auf den Punkt gebracht: LP hat sich einen Kader von Indianern ohne Häuptling zusammengestellt.

      zu 2. Freiheit der Playmaker:
      LP braucht kein Schafott, da er zwei playmaker hat, die von sich aus gar nicht erst auf die Idee kommen würden auszubrechen, weil sie wissen, dass sie dabei nur schlecht aussehen würden. Bei Brown war das noch anders. Der konnte LP noch zur Weißglut bringen. Solche spieler wurden im jetzigen Kader vermieden. Aber ich stell mal die These auf, dass LP genau solcher Spieler bedarf, um seinem Playbook Leben einzuhauchen.

      3. Bonn’s Knockout play:
      Das von Koch angesagte play in den letzten Minuten wurde vom DSF gut dokumentiert. Dieses hohe PnR, bei dem Ense erst den Block antäuscht und dann gleich ein zweiter Pick von Olbrecht folgt, ist mir mit den beiden Abschlussvarianten (erst Dreier von Olbrecht, dann Anspiel auf Ensminger unter dem Korb) so vorher im Spiel nicht aufgefallen. Alba selbst schien jedenfalls überrascht und geriet in der Verteidigung ins Schwimmen. Das Ergebnis ist bekannt. Und dieser Spielzug war ganz klar trainiert, nur hat man ihn sich für die crunchtime aufgehoben. Genau hier lag der Unterschied zu Alba, bei denen eben keine neuen Impulse mehr von der Bank kamen.

      Ansonsten geht es halt um eine gesunde Mischung von diszipliniertem Setplay und freier Entfaltung innerhalb dieser plays. Die Spielzüge von LP bieten diese kreativen Freiräume zu genüge, nur werden sie von den Spielern derzeit nicht genutzt.

    • Auf der einen Seite sagst du, dass Wright und Hamann gar nicht in der Lage sind selbst Kreativität ins Spiel zu bringen. Auf der anderen Seite kritisierst du aber, dass LP ihnen diese Freiheit durch feste plays nimmt. Also scheint er das doch irgendwie nicht zu unrecht zu machen.

      Dass ein zentrales Problem auf der 1 liegt, ist ja nichts wirklich neues. Doch anscheinend konnte man keinen Spieler finden, der in der kurzen Zeit sowohl finanziell als auch leistungsmäßig in das Gefüge passt. Andere Behauptungen (wie: eine Vielzahl an Spieler für das gleiche Geld und Leistung) sind im Nachhinein immer sehr leicht zu behauptet, jedoch schwer zu beweisen.

      Solche Aktionen zum Schluß in Bonn funktionieren dann einfach oder auch nicht. Aber daraus den Schluß zu ziehen, dass Luka in den Auszeiten predigt: „Spielt einfach so weiter…“, ist meines Erachtens falsch. Wie zu sehen in der Verlängerung gg. Gießen, da waren es die plays für Dojcin und Chubb. Bei Bonn hat es an diesem Tag halt funktioniert, Wochen vorher gg. Artland zum Beispiel wiederum nicht. Daraus eine generelle Kritik (Unflexibilität im Coaching) an LP abzuleiten, scheint da wohl ein wenig zu einfach.

    • Nö, ich meine, dass LP sowohl bewusst auf einen Floor General verzichtet ALS AUCH, dass er seinen Playmakern im laufenden Spiel zu sehr die Verantwortung abnimmt zu entscheiden, welcher Spielzug als nächstes gelaufen werden soll. Das geht Hand in Hand und steht für Lukas‘ Stil an der Seitenlinie.
      So hätte ich nur zu gerne gesehen, wie sich ein Jeretin, der sich wohl selbst als ein floor general bezeichnen würde, unter LP gemacht hätte. Ich bin mir nicht so sicher, ob Jeretin dabei viel Freude gehabt hätte…

      Vielleicht ist LP immer noch zu sehr der Rolle des Playmakers aus seiner aktiver Zeit verhaftet, so dass er eigentlich am liebsten selbst noch auf dem Feld stehen würde wollen.

      Und Wright einen neuen Vertrag zu geben, war bestimmt keine Notlösung, sondern eine bewusste Entscheidung, weil man bei Alba anscheinend überzeugt ist, dass er in LPs Profil für einen PG passt und natürlich in der Hoffnung auf gewinnbringende Konstanz mit Blick auf die Quali.

  5. Was die Mannschaft bislang von echten Teams unterscheidet, denen wir nacheifern und die gewinnen, ist die Struktur. Pavicevic, Zögling alter Jugo-Schule, setzt auf das Team. Doch selbst die Mannschaften der von Pavicevic nahe stehenden Trainer mit ähnlicher Philososphie (Obradovic – Panathinaikos, Ivanovic – Caja Laboral) haben – bei aller Mannschaftsorientierung – Leute die mehr dürfen als andere. Leute die mitreißen. Alphatiere. Im Fall eins waren es etwa Spanoulis, Diamantidis oder Jasikevicius. Im Fall zwei letzte Saison Prigioni, Splitter, etc.

    Heruntergebrochen auf Alba-Niveau sind die Leute die mehr dürfen Wright, Jenkins und McElroy. Nur sind das keine Alpha-, sondern Pantoffeltierchen. Das spielerische Können, auf unserem Niveau, haben sie. Aber hat jemand gesehen, dass die mal einen mitreißen, wenn es nicht läuft? Dass die jemand anschreien, den Ball fordern, in die Bande treten? Alles brave Jungs. Wir haben nur zwei mit Böse-Potenzial: Stefanie Hamann und Conan Bajramovic. Steffi kann aber nicht gut genug spielen (und darf nicht oft genug) und Bajramovic sucht immer noch nach seinem mit dem Gepäck verlorenen Ich.

    So, mit lauter netten Leuten im Kollektiv, wird das aber nix. Alba ist absolut berechenbar. Da kann sich der Trainer noch so schlecht rassieren und böse kucken üben. Das sorgt nur für noch mehr Unsicherheit.

    Insofern bin ich Pessimist. Allerdings einer, der in seinem tiefsten Inneren eines besseren belehrt werden will.

    • „Wir haben nur zwei mit Böse-Potenzial: Stefanie Hamann und Conan Bajramovic.“

      Sekulic dürfte man noch mitrechnen. Den hab ich auch schon das ein oder andere Mal mit erhöhtem Adrenalinspiegel gesehen. Aber für so was hat Luka auch wenig Fingerspitzengefühl beim Wechsel. Ich habe mich schon oft geärgert, wenn heiße Spieler ausgewechselt wurden. Gerade Steffi trifft das häufiger, dabei ist das doch das, was er am besten kann: Provozieren und durch Kampf ins Spiel kommen. Naja, mit Psychologie und Teamführung hat es der gute Luka halt nicht so. Und mit Zonen, Pressen und den Schiris.

  6. Es ist schon lustig anzuschaun, wie das Luka-Bashing konstant seit seiner Anstellung die Runde zieht. Bei Erfolgen wie im letzten Jahr (Pokalsieger, Top-16 Euroleague, Hauptrundenmeister) werden immer die Spieler hochgelobt. Die Stärke jedes/eines Einzelnen (I-Mac, JJ, etc.) gab den Ausschlag für den Erfolg. Wenn’s aber mal nicht so gut läuft, wie in den Playoffs, sind nicht etwa die Spieler (Jacobsen, Sesay,…) Schuld, sondern immer die Sturheit und Inkompetenz des Trainerteams.

    Dass Luka mit seiner Art und Weise der Teamführung nicht immer richtig liegt, ist unbestritten, aber ihm vollkommen die Kompetenz und Unflexibilität vorzuwerfen, ist aus meiner Sicht vollkommen abwegig.

  7. Meines Erachtens bleibt das Spiel von Alba zu statisch und ist zu wenig dynamisch, deshalb wirkt u.a. Steffi manchmal so hilflos. Das er dann die Würfe nicht reinbekommt ist erst die Folge davon. Wieso wurde er eigtl. im Spiel gegen Oldenburg als aggressiver Verteidiger so gelobt, hat er nicht etwas gemacht, was er als Bamberger in jedem Spiel durchgezogen und ihn so außerordentlich „beliebt“ bei den gegnerischen Fans gemacht hat? Er macht es bei Alba viel zu selten. Und warum? Alba spielt mit zu wenig Dynamik und Aggressivität. Wenn ich auf meine individuelle Klasse und Stärke vertrauen kann (könnte), dann muss ich den Gegner unter Druck setzen und ihn zu Fehlern zwingen. Ich kann ja verstehen, wenn man das in der Europaliga gegen Madrid, Piräus oder Barcelona nicht probieren will, weil die leicht den Spieß umdrehen könnten, da sie wohl doch größtenteils individuell stärker und tiefer besetzt sind, aber in der Bundesliga sollte man das gegen die Mehrzahl der Gegner probieren müssen.

    Ich erinnere mich noch sehr an das letztjährige Playoff-Achtelfinale gegen Paderborn, da ich zwar Wahl-Berliner bin, aber aus Paderborn stamme und in dem Verein Basketball spielen gelernt habe. In Paderborn hat Alba versucht, das Spiel zu kontrollieren, während PB mit Leidenschaft versucht hat, dagegen zu halten. Wieso kann Alba in solchen Situationen nicht mehr riskieren, das Spiel schnell machen und sich den Gegner in der Verteidigung auspowern lassen. Wenn ich manchmal sehe, wie Wright nach einer Einwechslung auf das Spielfeld „geschlurft“ kommt, dann würde ich als Gegenspieler keine Angst bekommen, dass ich jetzt an meine Leistungsgrenze und darüber hinaus gehen müsste. Die ganze Körpersprache und -haltung der Spieler von Alba strahlt oftmals keine Dynamik und Aggressivität aus. Allein mit Ball- und Spielkontrolle bringe ich die Gegner in der Bundesliga nicht mehr in Verlegenheit. Das sind auch Vollprofis und in ihren Systemen gedrillt, ohne Dynamik kann ich diese auch nicht zu Fehlern zwingen. Bonn, dass haben m.E. die bisherigen Ergebnisse gezeigt, ist diese Saison noch lange nicht eingespielt, aber Alba hat dies nicht aufdecken können und das lag meiner Auffassung nach an fehlender Dynamik im Spiel von Alba.

    • Der Vergleich zwischen Paderborn und Alba hinkt aber gewaltig. Mit den Playoffs haben sie wohl mehr erreicht, als zu erwarten war. Dieser Kampfgeist, das Nichts-zu-verlieren-haben, zeichnet doch wohl den Kampf zwischen David und Goliath aus. Der Favorit versucht in diesen Duellen immer durch ruhiges und kontrolliertes Spiel und mit so wenig Kraftaufwand wie möglich in die nächste Runde zu kommen.

      Das „Schlürfen“ von Wright hat doch wohl nichts mit seinem Spiel zu tun. Die aus seiner Sicht wohl coole Bewegungsart ist doch typisch für ihn und nichts wirklich neues, was erklären könnte, warum es momentan nicht mehr so läuft. Jeder geht mit seiner Anspannung halt anders um. Von mir aus kann er auch auf Spielfeld „robben“.

  8. Bei Luka wird also auch hier Weiterentwicklung gefordert.
    Was soll das bedeuten?
    Er soll seinen Spielern mehr Freiheiten geben!

    Nur kann man doch erst dann seine Freiheiten nutzen, wenn das System sitzt, ansonsten landet man ja sehr schnell bei dem hier doch ach so beliebten Chris-Owens-Gedenk-Basketball.

    Niederlagen, und seien sie noch so knapp oder unverdient, werden vom gemeinen Albafan immer gern dem Trainer angelastet, als ob der nun anordnet, in Bonn oder Gießen nun fast jeden freien Dreier fünf Zentimeter zu weit oder zu kurz zu werfen.
    Ich habe noch kein Spiel in dieser Saison gesehen, in der Alba (komplett) überspielt wurde, also im Stile mancher EL-Niederlagen der letzten Saison.

    Und der hier teils vermisste Jacobsen hat ja bisher Bamberg auch nicht auf das dort angestrebte Niveau heben können. Aber das nur am Rande bemerkt.

    • Nein Schnorri. Die Spieler haben die Freiheiten. Sie nutzen sie nur nicht, warum auch immer. Jenkins neigte zuletzt zum Überdrehen. Wright trifft nicht. Peterzwei hat es schön herausgearbeitet. Wo ist das Alphatier? Der Spieler, der einfach mal loslegt, die anderen mitreißt? Jenkins ist ein toller Scorer, aber zu ruhig. Sekulic hat das mal kurz gegen Bonn in den POs durchblitzen lassen. Chubbs Salutieren war auch so eine Geste. Selbst die dominant abgeschlossenen Fastbreaks fehlen… Obwohl wir doch wissen, dass die Spieler dies grundsätzlich können.

    • Na ja, Alphatier schreibt sich so leicht dahin, und Spanoulis oder Splitter wird man sich bei Alba nur als Autogrammkarte leisten können ;-)

      Wer soll das also sein, Spieler des höchsten Niveaus werden die BBL nie erreichen, die darunter spielen, haben doch gar nicht diese Eigenschaften, War Avery tatsächlich der Natural Born Leader, war Bobby Brown dieser, oder je ein anderer auf dieser Position?
      Es gab mal den herrn Penberthy, der hat auch noch die unmöglichsten Würfe gewollt, bekommen und versenkt, leider war er selbst auch die Schwachstelle in der Defense.

      Den mitreißenden Spieler, der noch das verstaubteste Team aufrütteln kann, gibt es in der ganzen BBL nicht – und auch Oldenburg hat es ohne einen Gardner schwer.
      Ein solch dominanter Spieler, wenn er denn in Berlin auftauchen würde, wäre im Verletzungsfall oder bei Formschwäche nicht zu ersetzen, und dann wäre das Loch im Team noch größer als es derzeit erscheint.

  9. Nur im Falle von Hamann reichen halt 12 Minuten mit böse gucken, hier und da mal ein flopping und <50% Wurfquote nicht wirklich aus. Und genau da haben wir doch das Problem. Wright wurde nur als Back-up geholt und Hamann sollte das Spiel machen. Doch bei allem Respekt, das, was er in der Zeit gezeigt hat, war doch wohl nicht mal 12 Minuten Spielzeit wert. Es ist ja nicht so, dass man ihn nie hat spielen lassen, er hat von Anfang an so gut wie alles falsch gemacht. Daher sehe ich in ihm nicht mal ansatzweise einen Leader.

    Müssen denn die Leader immer nur grimmig schaun oder irgendwelche Gegenstände malträtieren, um als Alphatier zu gelten. Zählt es nicht, dass sie in entscheidenden Situationen gesucht werden und treffen. Letzte Saison hat es mit iMac und JJ doch auch funktioniert. (3-er von JJ oder Steals/Fastbreaks von iMac) Wenn in einem Team aber die Leader ausfallen, sei es durch Verletzung (IMac in den Playoffs) oder Formschwächen, dann ist es für jeden Verein nicht leicht.

    Wir haben alle erleben können, dass das Spiel an sich ja nicht schlecht oder taktisch falsch läuft. Gegen Bonn haben sich Wright und Hamann in sehr gute Positionen gespielt, in denen jeder andere Guard den Ball eiskalt versenkt und sich dabei noch gemütlich die Schnürsenkel zugemacht hätte. Doch Alba hat leider auf dieser Position gleich zwei Spieler, die aus der Distanz so gar nichts treffen. Und darin liegt das Problem. Darauf kann sich der Gegner sehr gut einstellen. Da helfen auch keine Leader, die aus diesem Grund wohl mehr als sonst gedeckt werden.

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