Rauschen im Blätterwald #44

Heute mit: Obama, Hollis, PAO, Verletzungspech und Wechselspielen.

Wenn das Rauschen im Blätterwald die Nummer 44 hat, darf natürlich der 44. Präsident der USA (Obama) und der Spieler, der ihm zu Ehren die Trikotnummer 44 trägt, also Hollis Price, nicht fehlen. Diese Infos stammen aus einem schönen Interview mit Hollis Price auf ON-Live. Dort erklärt er auch, warum er nicht gespielt hat. Manchmal sind andere Dinge im Leben einfach wichtiger.

ALBA hat diese Saison wohl die Seuche auf der Position Vier. Golemac bricht sich den linken Mittelhandknochen und fällt erst einmal aus. Da Chubb zwar – laut Tagesspiegel von heute – wieder trainiert, aber noch nicht spielen kann, dürfte es an den oft geforderten Quotendeutschen auf der Bank (Zwiener, Seiferth, vielleicht Clay) sein, die entstandene Lücke zu füllen. Auf schönen-dunk gibt es lustige Debatten dazu und manchmal fragt man sich, warum man als ALBA-Fan für Quoten ist, wenn die Fankollegen deutsche Spieler sowieso lieber woanders spielen sehen würden.

Woanders im Kader steht nun Johannes Herber, der Chefkolumnist der FÜNF wechselt auf eigenen Wunsch für den Rest der Saison ins beschauliche Tübingen zu Nadjfeji. Naja, irgendwann demnächst halt, bis Ende März noch Reha in Berlin, dann mal schauen, ob er in Tübingen noch zum Spielen kommt. Tübingen steht übrigens nur einen Sieg hinter dem achten Tabellenplatz. Nicht auszuschließen, dass wir Johannes Herber im Viertelfinale in Berlin begrüßen können. Der Abschied im Sommer wurde dank des dritten Kreuzbandrisses nur hinausgezögert. ALBA hat – das sehen auch viele Fans so – mit der Wiederverpflichtung  Klasse bewiesen.

Ich glaub Konsti wars, der neulich sagte, dass der Februar ein ganz fieser Monat in der Saison ist. Dichtes Programm, langer Winter… Man sieht es in den Tickermeldungen: Verletzungen allerorten, bekanntermaßen Chubb und Golemac bei ALBA, Fox, Cielebak und Hamilton in Braunschweig, Jordan in Hagen, Gießen hat mit Teague, Williams und Jeffers sowieso ein ganz beachtliches Lazarett. Und das ist sicher nur die Spitze des Eisbergs. Für das letzte wichtige Saisondrittel ist das sicherlich von einiger Relevanz.

Daher wird nochmal so richtig nachverpflichtet. Bis Sonntagabend haben die Clubs noch Zeit, dann läuft die Wechselfrist in der BBL ab. Bamberg hat schon: PF mit Ellbogen Mark Worthington:

Der dafür schon vor 14 Tagen geschasste Eric Taylor geht dafür wie erwartet zurück nach Düsseldorf.

Höchst amüsante Wechselgerüchte (via frblog) gibt es in Frankfurt: Kommt Lorenzo Gordon zurück? Und wie unprofessionell war er wirklich? Didin machte wohl am Ende der letzten Saison deutlich, das Gordon nicht einfach gewesen sei. Doch in der Not frisst der Teufel Fliegen… bis Montag bleibt Zeit. Dann endet die Wechselfrist. Vom Sportlichen ist Gordon zumindest nen Spieler, an den ich mich erinnere.

Schließlich gibt es da noch eine Überraschung auf europäischen Parkett: Panathinaikos ist im Top 16 der Euroleague rausgeflogen. Das Starensemble unter Starcoach Obradovic hat sich vier Niederlagen aus vier Spielen (unter anderem gegen Albas Quali-Gegner Maroussi) gefangen. Nur noch Nummer Drei in Athen? Gegen diese sportliche Krise der Grünen scheint aus Fansicht selbst die griechische Staatskrise eine Kleinigkeit (Internationale Stimmen auf IBN). Zeit für einen Neuanfang? Oder ist es – wie manch ein Fan wohl andeuten will  – eine große Verschwörung und waren es doch die Schiedsrichter, die Obradovic die Meckerei nach dem Final Four nicht verziehen haben? Aber vergessen wir nicht, auch letzte Saison gab es schon eine Panathinaikos-Krise. Obradovic Statement von dereinst passt irgendwie, auch wenn nun Barca den Sack dichtgemacht hatte:

Als Nachtrag noch einen Lesebefehl: robbes europaweites Länder- und Clubranking auf in-the-game.org. Ein Fan, der mal eben ein nachvollziehbares, aus deutscher Sicht schonungsloses Ranking des europäischen Basketballs nach UEFA-Prinzipien erstellt und im selben Atemzug Stärken und Schwächen offen legt.

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12 Gedanken zu „Rauschen im Blätterwald #44

  1. Zu einem professionellem Verhalten gehören unterschiedliche Facetten. Im Falle Gordon springt für mich „Hart gegen sich selbst“ ins Auge. Daran fehlt es ihm ganz offensichtlich – und genau darauf legt Didin ganz besonderen Wert. Wäre Gordon neben seinem Talent und sonstigen Anlagen nun auch immer Hart gegen sich selbst gewesen, dann hätte es ihn nie so hart getroffen, über ein Engagement in der aus Amisicht drittklassigen BBL nachdenken zu müssen. Aber darüber hinaus habe ich von keinem anderen unprofessionellem Verhalten von ihm gehört. Aber – noch ist alles nur ein Gerücht. Und selbst wenn etwas daran sein sollte, muß es erstmal klappen.

  2. @Gruebler: Danke für den Link, begleitend sei aber zu erwähnen, dass Qualität vs. Quantität schwer in einem Ranking unterzubringen ist. Die deutsche BBL ist in der Breite sicher wesentlich besser aufgestellt als die baltische Version, nur haben die eben Teams, die regelmäßig im Top16 landen oder den EuroCup gewinnen. Ähnliches gilt wohl für Israel …

    Frankreich und Deutschland könnten nach der abgelaufenen Saison auch durchaus mal die Position wechseln. Mal sehen, was ob ALBA noch für das ein oder andere Highlight sorgt …

  3. schönes ranking, wenn auch schon etwas „älter“(11/09)…interessant daß so einige teams überraschen konnten (cibona niemals gen top16, etc)

    etwas überrascht war ich, daß die letzte eu-saison der bbl, die in der wharnehmung eher besser lief als man es kannte(dragons, telekom, alba) dann doch insgesamt eher unter dem durchschnitt der vorjahre lag(sicher auch danke brose mit 0-6 wenn ich mich recht erinnere).

    wobei man eindeutig sagen muß, daß die „selbstreinigungsfunktion“ des uefa-systems natürlich auf lange sicht greift, dennoch aber erstmal dazu führen kann, daß ein land sinnloserweise mehr spots bekommt als es wettbewerbsfähige teams gibt.
    in diesem moment ist die zukünftige selbstreinigung des systems wenig trost für eine liga mit vielen gleichstarken teams die alle aber dann halt nur mittelmäßig erfolgreich sind(europäisch gesehen).

    die auflistung der top16-kaliber teams bereitet zumindest im vergleich bbl-lega a etwas bauchschmerzen, denn wenn man bedenkt wie knapp alba an maroussi gescheitert ist und diese jetzt mit 2-2 im top16 glänzend aussehen ja noch chancen haben die nächste runde zu erreichen, die lega a teams neben mps beide aber in der hauptrunde gescheitert sind…

    nunja im endeffekt kann man wohl davon ausgehen, daß die teams 16-32 der euroleague und die top16 o.ä des eurocups ein breites gemisch an änlich starken teams bilden, von denen mal eines nach oben mal nahc unten ausreißer unternimmt.

    • Ja, da der Text schon älter ist, werden so einige Fehlkalkulationen schonungslos aufgedeckt.

      Cibona, Maroussi, damit hatte ich nicht gerechnet, genausowenig mit Partizan. Das sah einfach nach einem zu großen Schnitt aus, nachdem mit Velickovic, Tepic, Tripkovic und Lasme die vier besten Spieler ins Ausland gingen. Maric war nun mit seinen vier Punten und zwei Rebounds in der ACB auch nicht der große Star. Jetzt muss man Programme wie Rytas, Maroussi und Partizan wohl dauerhaft ernst nehmen, egal wie unspektakulär der Kader vor der Saison erscheint. Wieder was gelernt …

      Mal sehen ob Maroussi sich langfristig als Top16-Team etablieren kann, Rom war eben in den letzten Jahren immer dabei. Ich denke wenn man in drei von vier Jahren Top16 spielt, darf man sich als Top16-Kaliber bezeichnen.

      Grundsätzlich vermischen sich die Spitze des EuroCups und die untere Hälfte der Euroleague, seh ich genauso.

    • Für mich war’s neu… Außerdem ist es bis zum Abschluss der Saison ja auch noch aktuell.

      Aber bei näherer Betrachtung könnte man m.E. über eine entscheidende Modifikation zum UEFA-System nachdenken und die – hier ja auch herausgearbeitete – Differenzierung zwischen Top16-Team und Hauptrunde.

      3,67 Punkte für Deutschland, das ist verdammt bitter, aber zeigt schonungslos auf, was da letztes Jahr los war:

      ALBA: 4 Siege (aus 16 Spielen) in der Euroleague: 4 Punkte + 3 Bonus = 7 Punkte
      Dragons: 4 Siege (aus 12 Spielen) im Eurocup: 4 Punkte
      Brose: 0 Siege im Eurocup: 0 Punkte

      Macht: 11 Punkte durch drei Teams = 3,67…

      Die netten kleinen Geschichten aus der EuroChallenge fallen dabei unter den Tisch. Drittklassigkeit bringt keine Punkte. Ist das richtig? Oder müsste man das im Basketball anders handhaben um die Ligatiefe besser zu berücksichtigen?

  4. Die Tabelle ist schon interessant, aber eben auch diskussionswürdig.
    Wenn man die fehlende Klasse der BBL ins Verhältnis zu den vielen europäischen Teilnehmern setzt, dann kommt die BBL eben ein Stück ins Rutschen. Ebenso ist der Vergleich mit über-nationalen Ligen, dort spielen ja eben nicht alle Balten oder Balkanesen noch zusätzlich mit, sondern nur die besseren der Teilnehmerligen.
    Wie wäre also eine BBL-Benelux-PL-Liga?

  5. eigentlich eine gute idee.
    eine kleinere bbl mit normalem saison-modus (keine auf medienwirksame spannung zielende playoffs), wo das beste team nach x spieltagen dann auch zurecht meister ist und anschließend eine nette runde internationale regionale liga für die besten 4 oder so der bbl…I like

    • …wird leider dazu führen, dass die Clubs ohne regionale Liga gänzlich im Nichts versinken. Zu wenig Spiele, zu wenig Einnahmen, zu sehr „Rest“. Schaut euch die Ligen der Baltic BL an, die kannst du oftmals ziemlich. Wenn überhaupt, dann macht so ein Modell nach dem Vorbild der Adrialeague Sinn, wo die nationalen Ligen schon ihre Wichtigkeit und Playoffs behalten, die „großen“ ggf in der Zahl der Spiel entlastet werden.

      Im Osten – einschließlich Polen – gibt es ja die Regioliga über die russisch finanzierte VTB League
      http://www.schoenen-dunk.de/forum_t12781_Neue-Osteuropaliga.htm

  6. ich meinte mit der herausnahme der playoffs nicht die bbl zu entwerten.
    das sinnlos playoff-system ist mir lediglich ein dorn im auge denn im normalfall wird bei einer meisterschaft wie sie im fuß/handball basketball unter der bbl, ausgetragen wird, am ende derjenige meister der über die gesamte saison die stärkste leistung gebracht hat, was in play-off-systemen oftmals icht wirklich zutrifft.

    • Das spannende Playoff-Format will ich nicht missen, das sorgt einfach für zu viele Emotionen und Momente, über die man noch Jahre später spricht. Unbedingt fair ist es nicht.

      Ich finde den französischen Ansatz ganz interessant, die zweite EL-B-Lizenz geht dort nicht an den Playoff-Finalisten, sondern an den Hauptrundengewinner. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen, und Euroleague- und EuroCup-Plätze komplett auf Basis des Hauptrundenendergebnisses verteilen. Die Playoffs bringen ohnehin so viel Prestige mit, dass sie dadurch nicht entscheidend abgewertet würden.

  7. Oh, ich denke schon, dass ein Playoff-Titel einiges an Prestige verlieren würde, wenn die Euro-Startplätze allein über die Hauptrunde vergeben würden. Vielleicht würden einige Vereine aufgrund der Kapazitäten und des Aufwandes gerne auf den europäischen Wettbewerb verzichten, und würden so ihren Fokus weiter voll auf die Playoffs richten, doch bei den etablierten Europapokal-Vertreter der BBL hat die Teilnahme am europäischen Wettbewerb mittlerweile stark an Bedeutung zugenommen. Bei Alba wirkt es mitunter gar so, dass der BBL-Titel bald nur noch Mittel zum Zweck (EL) ist. Wenn die EL bereits mit dem ersten Platz in der Hauptrunde sicher wäre, könnte ich mir bei Alba gut vorstellen, dass nach einer kräftezehrenden Saison kaum noch Motivation fürs ko-system der playoffs übrig bleibt.
    So würde der Reiz der BBL nur weiter leiden.
    Ansonsten finde ich das bisherige Euroranking-System schon nahezu perfekt. Übrigens wurde doch gerade erst beschlossen, die Hauptrunde hierbei aufzuwerten, indem die ersten vier der Hauptrunde jetzt jeweils 2 Punkte mehr bekommen und der Meister am Ende gar 4 Punkte weniger als früher (nur noch 26 statt 30).
    Falls die BBL irgendwann mal wieder zwei EL-Startplätze haben sollte, könnte man sich die Regelung der Pro A als Vorbild nehmen.

    zum Playoff-System:
    Auf die Playoffs würde ich nie im Leben verzichten wollen. Gerade das ist doch ein highlight, womit sich Basketball von anderen Ligasportarten (ohne POs) abheben kann.
    Die Playoffs belohnen vielleicht nicht immer die Mannschaft, welche die saison über die besten Leistungen abgeliefert hat, doch muss man die playoffs deshalb auch nicht gleich als ungerechtes Bingo-Spiel ansehen. Zu den Playoffs auf den Punkt genau fit zu sein und so in einer finalen Endrunde das beste aus sich rauszuholen, ist etwas, was einem Titelträger mehr als würdig ist. Für mich ist es letztlich sogar mehr wert als eine routiniert runtergezockte Saison.

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