Blatt: „Ich fordere hiermit unsere Anhänger auf, alles gegen Alba zu geben“

Heute wird’s wichtig. Heute steht für ALBA Berlin das schwere Auswärtsspiel bei Aris Saloniki an. Im Hinspiel verloren die Albatrosse knapp. und nun stehen sie in der Runde der letzten 16 im Eurocup fast schon mit dem Rücken zur Wand. Ein Auswärtssieg in einer der gefürchtetsten Arenen Europas muss her, um sicher weiterzukommen.

Wie wichtig das Spiel ist, wird auch am medialen Getöse aus Griechenland deutlich. Bis in die BZ hat es Dave Blatt geschafft, der  seinen Fanblock gegen ALBA mobilisiert:

Aris-Coach David Blatt will jetzt mehr: „Wir brauchen unsere Fans. Ich fordere hiermit unsere Anhänger auf, alles gegen Alba zu geben.“ Die Griechen sind bekannt für ihre Leidenschaft, bringen auch schon mal Leuchtfeuer mit in die Halle.“ (Quelle: BZ)

Steffen Hamann erinnerte beim Fantalk schon einmal an die youtube-Videos, die diese ganz besonderen Fans der Griechen zeigen. Lusterweise gibt es sogar gleich mehrere youtube-Videos von Luka Pavicevic‘ letztem Gastspiel vor drei Jahren dort. Es war das Halbfinale des Ulebcup 2005/2006, Luka coachte damals Hemofarm Vrsac.

Auch die Webseite des Fanclubs super3.gr hat einen „Männerchor“ im Hintergrund.

Dass wir deutschen Fans uns ein Beispiel an Leidenschaft, Einsatz und Opferbereitschaft der griechischen Fans nehmen, forderte jüngst Stephen Arigbabu in seinem Blog.

„Ich würde mir wünschen, es würde ähnliche Fans wie in dem Video auch bei uns in Deutschland geben (das Spucken natürlich ausgenommen). Sobald in Deutschland eine Rolle Klopapier auf das Feld fliegt, wird mit Spielabbruch gedroht, da man sich ja verletzen könnte.“ (Stephen Arigbabu)

Es ist aber eine berechtigte Frage. Verglichen mit den Griechen haben deutsche Fans nen Stock verschluckt und gehen zum Pöbeln brav in den Keller. Auf schönen Dunk regen wir – zuweilen auch ich – uns über einzelne Stinkefinger aus den gegnerischen Fanblöcken und ähnliches auf. Guwac kommtiert es beim Steven Arigbabu schon treffend: Wenn wir Stimmung und Leidenschaft wollen, müssten wir bereit sein, die Entgleisungen zu einem gewissen Grad zu tolerieren. Dünnhäutige Reaktionen in Foren wie – mit steter Regelmäßigkeit – bei ALBA vs. Gießen sind dann sicherlich fehl am Platze.

Vielleicht mag ja jemand, der des Griechischen mächtig ist, die Gesänge der hier verlinkten Videos übersetzen… (@Booker-T wollte für den ALBA-Fanblock ja sowieso „me sima stin kardia“ adaptieren, oder?)

Klare AnsageALBA und die Fans üben sich ja weitgehend in Bescheidenheit. Natürlich würden wir gerne weiterkommen, aber so selbstbewusst wie die Griechen treten wir nicht auf. Victory for Vitoria, darum geht es den griechischen Fans. Alles unterhalb des Final Four des Eurocups ist Mist?

Daher noch ein paar Gedanken zum Spiel: Verloren haben wir das Hinspiel, weil die Griechen es geschafft hatten, Jenkins und anderen defensiv mal so richtig den Zahn zu ziehen. Verdammt war ich geladen, softer Zweiligascorer gehörte zu den milderen Beschreibungen, die ich für Julius beim Bier übrig hatte. Nur Eiergott Dojcin durfte werfen, hatte die Balls aber brav in der Garderobe gelassen. ALBA war verdammt eingeschüchtert von der Härte, Präsenz und dem Einsatz der Jungs aus Thessaloniki. Dazu kam das Hadern mit Ref Nr. 1, Luigi Lamonica, dem einzigen „true star“ (ballineurope) des europäischen Schiedsricherwesens.

Es ist ein Spiel mit viel Säbelrasseln… Ein amerikanisch-israelischer Coach nennt seinen englischen Nationalcenter „Panzer“, die Berliner Zeitung glaubt Nalga Motivation aus dem langen Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei andichten zu müssen. Ich freue mich auf gute, leidenschaftliche und friedliche Stimmung heute Abend im Alberts. Dort sollten wir aber vielleicht nicht unbedingt Klorollen schmeißen :-)

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Ein Gedanke zu „Blatt: „Ich fordere hiermit unsere Anhänger auf, alles gegen Alba zu geben“

  1. Ehrlich gesagt würde ich mich geradezu freuen, wenn man anschließend aus dem Alberts hören würde, dass ein Albafan mal VÖLLIG krass über die Stränge geschlagen ist und eine (maximal 2) Klorolle(n) geworfen hat. Leere, abgerollte selbstverständlich.

    Irgendwie immer fan-tastisch die Bigotterie im Spitzenröckchen *huch*. Wenn vielhundertfach griechisch gesungen, geflucht, runtergemacht und verbal völlig daneben gegriffen wird, ist es selbstredend „sensationelle Stimmung“ und „Gänsehautatmosphäre“. Wenn 8 (acht) Gießener in der O2 dies hier tun: http://www.youtube.com/watch?v=Ut_L66GjwYw
    ist der gesittete, besenstilgefüllte Berliner bis ins Rückenmark pikiert und sieht sich genötigt auf SD seitenweise den Untergang des Abendlandes herbeizuschreiben.

    Cool, und bezeichnend, das zB gerade Steffen Hamann damit gar kein Thema hat, im Gegenteil. Und schöner blog von Stephen Arigbabu in die gleiche Richtung. Sport ist Leidenschaft. Leidenschaft muß so richtig heiß kochen (sonst nennt man das nur noch langjährige glückliche Beziehung ;-) ) und dabei auch mal über-kochen und über die konventionellen Stränge schlagen dürfen. Oper is in Charlottenburg und Büro morgen früh.

    Ich hoffe ein paar ganz heißblütige Albafans legen die Krawatte eventuell ab und öffnen gar in der Schlußphase ihren obersten Hemdknopf.
    Stöcke ausm Po – heut gehts gegen Aris!!!

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