Only Boris can judge me – Schiri-Streit im Schnelldurchlauf

[Aktualisiert, 7. Mai] Marco Baldi sagte heute auf radio eins, dass der Schiri-Streit wohl so bald nicht enden würde. Das Thema hat sich komplett verselbstständigt und wird mit Heißhunger von Fans und Medien verschlungen. Irgendwann am Montagnachmittag hatte der User Kosmonaut aus Bamberg auf schoenen-dunk.de einen klugen inhaltlichen Text über die Schiriproblematik geschrieben. Viele stimmten ihm zu, doch letztlich hat die Debatte ihr Eigenleben entwickelt. Mit möglichst wenig Kommentar versuche ich die Dynamik der letzten Tage darzustellen.

1. Akt –  Der Rückzug

Ich war im Urlaub und ging nur kurz ins Internetcafé um nach Mails zu schauen, da las ich, dass ALBA ernst gemacht hat. Am 30. April 2010 vermeldete ALBA, dass sie ihre Mitarbeit in allen Gremien der Beko BBL eingestellt haben. Bereits Anfang April hatte die Beko BBL gegen Marco Baldi eine Strafe in Höhe von 2600 € verhängt und dies mit einer Pressemitteilung („Äusserungen nicht nachvollziehbar„) kundgetan (hier die Rezeption in der Berliner Morgenpost).

Der Tagesspiegel kommentierte: ALBA steigt aus und brachte Baldis Begründung

„Die Entscheidung hat mit einem Sammelsurium von Dingen zu tun“, sagt Baldi. Alba habe viele Vorschläge unterbreitet, wie man die Qualität der Schiedsrichter verbessern könne – passiert sei aber nichts. Auch nach einem Gespräch mit BBL-Geschäftsführer Jan Pommer sei man sich „keinen Deut“ näher gekommen.

In der begleitenden Pressemitteilung sagte Baldi:

„Wir werden in Zukunft unsere Energie auf die Dinge konzentrieren, bei denen man davon ausgehen kann, dass unser Aufwand auch Früchte trägt.“

2. Akt –  „Mar-co Bal-di, Mar-co Bal-di!“

Die zweite Phase des Schiri-Streits begann am Samstag im Spiel gegen Ludwigsburg. Es gab einige strittige Szenen, die in der o2 world zu Unmutsbekundungen auf den Rängen führten. Erst bekam Rashad Wright bei einem von der Tribüne glasklaren Offensivfoul gegen ihn ein Verteidigerfoul gepfiffen. Dann wurde Julius Jenkins beim Dunkingversuch unsanft gehindert, doch jeder Pfiff blieb aus und als er sich beschwerte bekam er nahtlos ein technisches Foul. Die Halle tobte. Schließlich kassierte Steffen Hamann ein technisches Foul wegen „Floppings“ (für Fußballer: Das ist die Schwalbe des Basketballs) als er beim Verteidigen nach einem Kontakt mit dem gegnerischen Pointguard umfiel. Das war der Moment, in dem der Fanblock – und Teile der Tribünen – lauthals „Mar-co Bal-di, Mar-co Bal-di“ skandierten. Die Kritik Marco Baldis an der Schirilinie und der Vorwurf einer Benachteiligung, die er Ende März nach dem Frankfurt-Spiel geäußert hatte, war auf den Tribünen angekommen.

Im Nachgang des Spiels verglich Helen Ruwald im Tagesspiegel – dem einzigen in dieser Hinsicht kritischen Artikel – das Verhalten auf den Tribünen mit Fußballfans:

die Berliner Fans reagierten mit Pfiffen und Buh-Rufen. Sie benahmen sich vereinzelt wie im Fußballstadion statt wie in einer Basketballhalle, wohl auch angestachelt von Albas Rückzug aus den BBL-Gremien. „Schiri, geh nach Hause“, tönte es ebenso von den Rängen wie „Schiebung“.

3. Akt: „A call you make to someone you really disrespect“ and Buruburu

Dritter Akt. Auftritt Luka Pavicevic. In seiner unnachahmlichen Art bestritt Luka die Pressekonferenz nach dem Spiel und natürlich kam von einem Journalisten eine leicht naive Frage nach dem Foul gegen Hamann. Aber hört und seht selbst:

Und hier ein paar Auszüge:

Journalist: Coach Pavicevic you’ve seen a lot of basketball games in your life. Have you ever seen a call like this call against Steffen Hamann who was called for flopping?

Pavicevic: Look. I’ve seen it. You make this call to a person that you really disrespect, to a person that is maybe coming like junior or 15 years first time in the league and is behaving badly. I would never ever anticipate that this first flopping warning and than the flopping technical is issued to the best german national team player who is well known of his quick footwork  and establishing these offensive charges. When he was playing for this other club, his hometown team Bamberg, these were always for sure charges, sometimes even if it was in between. What we have here with Steffen: We have him as a situation that he has been shut on every little situation. He has been called fouls, he has been called flopping warnings. I even saw the reversed call […]

For us it is not a new situation. And I think that is how you have this now a really reaction from the very european and german respected club of ALBA where it looks to protect their integrity, their investment in the players and their program.   This litte thing just shows one of the aspects that I have seen in three years. But that is not my job. My job is to coach.  And I’m trying to build a game that can win the championship for this club. But the championship is very difficultly won if certain persons who can influence the game are coming with their minds being made up to take away if possible some things from our club. And this is what ALBA is been facing since I’m here. I was talking about this after we had won the championship.

Natürlich ist das schon starker Tobak und sicherlich wird Luka da emotional. Schließlich bezeichnet er die Kritik, die Marco Baldi für seine Statements erntete, als „Buruburu“, ein Begriff, den er in Griechenland gelernt hatte und der wohl soviel heißt wie „Blablabla“.

  • Ein kritischerer Text von Helen Ruwald im Tagesspiegel: Jede Menge Buruburu
  • Ein positiverer Text, der auch den sportlichen Kontext einbezieht von Christian Spiller in der Berliner Zeitung: Schluss mit Buruburu

4. Akt – Inhaltliche Fortschritte bei den Fans

Wie zu erwarten war, wurde es dann auf schoenen-dunk.de wild (so etwa Seite 38 bis 45). Wer will es Fans anderer Clubs verübeln, wenn ALBA Berlin, der Vorzeigeclub unter den BBL-Clubs, mal Verletzlichkeit zeigt. Gerade die durch ewige Vizemeisterschaften traumatisierten Bonner taten sich durch besondere Energie hervor.

Ein neuer Spin kam in die Debatte, denn auch der Bamberger Manager Wolfgang Heyder hatte sich zu Wort gemeldet und gegenüber infranken.de gesagt:

Ich habe mir unsere Spiele in Gießen, in Paderborn und gegen Trier nochmals auf DVD angesehen und muss feststellen, dass den Spielern, vor allem den individuell überlegenen Spielern, viel zu wenig Respekt entgegen gebracht wird. Wie mit Peja Suput am Samstag in der Partie gegen Trier umgegangen wurde, da fehlen mir die Worte.

Da setzte – man mochte es ja kaum noch glauben – bei manch einem Bamberger Fan das Denken ein, und es kam nach einem langen Nachmittag mit vielen – für beide Seiten aufschlussreichen Forums-Mails – ein wirklich gutes Posting von Kosmonaut.

Über Nuancen kann man sicherlich streiten, aber nach 45 Seiten mit rund 1100 Beiträgen gab es eine Position, die so von vielen Fans unterschrieben werden konnte (Fundstelle):

1. Die Schiedsrichterleistungen sind in der Tat häufig mangelhaft.
2. Spitzenspieler brauchen mehr Schutz und Respekt aber eben keine Positiv-Ausnahmen.
3. Die Schiedsrichter passen sich in ihrer Linie dem durchschnittlichen Niveau an.
4. Würde man die BBL Refs gegen z. B. die ACB Refs komplett austauschen käme das den Topteams insgesamt zugute.

Es ist wohl in der Tat so, dass bei den qualitativ sehr hochwertigen Akteuren in der Liga in der Offensive zu wenig und in der Defensive zu viel gepfiffen wird. Fast scheint es als würde man herausragenden Akteure teils künstlich (nicht absichtlich) in ihrem Wirkungskreis beschneiden.

Es gibt eine Reihe von Akteuren, die im Bezug auf das durchschnittliche Niveau der BBL Spieler zwei, drei Klassen nach oben absetzen. Ich nenne hier einen Sekulic, in nenne hier einen McElroy, ich nenne hier einen Jacobsen, ich nenne hier einen Majstrovic und ich könnte noch einige weitere nennen. Diese sind aufgrund ihrer Technik den meisten Gegenspielern weit überlegen, deshalb sind sie vorne kaum mit fairen Mitteln zu stoppen und hinten sind sie durch Beinarbeit und Stellungsspiel überlegen. […] Pavicevic drückt sich da ein wenig kompliziert aus, die richtig guten Spieler brauchen keine Bevorteilung. Das Schiedsrichtertum muss lediglich lernen und anerkennen, dass einen relativ großen Qualitätsunterschied innerhalb der Liga gibt, da gibts eben die rundum ausgebildeten Techniker und die, die aufgrund Ihrer Physis den Beruf ausüben. Wenn Jacobsen bei jedem Zug zum Korb gefoult wird, dann muss der Schiedsrichter auch jeden mal Pfeiffen und wenn dann 20 Freiwürfe auf Casey Konto gehen und auf der Gegenseite 3 Spieler ausgefoult sind, dann ist das eben so und leistungsgerecht. (Überspitzt formuliert)

Das Schiedsrichtertum muss begreifen, dass es diese Phänomene gibt, muss sie akzeptieren und konsequent durchziehen. Nur weil z. B. 30% (fiktiv) der BBL Akteure Schrittfehler begehen, darf man da nicht den Mantel des Schweigens nach dem Motto „na ja, ich kann doch keine 10 Schrittfehler pro Partie ahnden“ verschwinden. Die schwächeren Spieler müssen nach oben gepfiffen werden (ergo verbessert werden) und die starken nicht nach unten! […]

Ach wäre es schön gewesen, wenn wir auf dieser Basis hätten sachlich weiterdiskutieren können… aber wenige Stunden später war’s endgültig vorbei. Jan Pommer stolperte in den Boulevard, der es weidlich ausschlachtete.

5. Akt – Pommer pöbelt, der Boulevard jubelt

War es als Gegenangriff gedacht? Wenn ja, ist er gründlich in die Hose gegangen. Es begann furios: 3. Mai, 23 Uhr. BILD.de meldet: BBL-Boss Pommer beleidigt ALBA! Klar, die Aktion von Pavicevic und das mediale Echo werden weh getan haben, aber Baldi ist in der Presse vom Wochenende schon mit „jetzt erstmal Playoffs“ auf den Waffenstillstand zugesteuert. Das in seine Einzelteile zerpflückte Zitat vom Pommer, das für die Bild Steilvorlage war, ist zumindest ungeschickt, wenn man die Verwertungslogik des Boulevards kennt:

„Albas Verhalten ist respektlos gegenüber anderen Vereinen. Schiedsrichter machen Fehler, keine Frage. Aber das, was Alba macht, ist bizarr, nur zu bedauern. Es gehört schon ein großes Maß an Doppelzüngigkeit dazu, permament Respekt einzufordern, diesen aber nicht anderen zu lassen.“

Dabei ging es parallel auch sachlich mit einem Artikel in der Berliner Zeitung: „Unter Brillenträgern“:. Dort nahmen die Manager Wolfgang Heyder (Bamberg), Marc Franz (Göttingen), WolfgangHermann Schüller (Oldenburg) und der Bonner Coach Koch Stellung. Sehr unterschiedliche Punkte wurden aus unterschiedlichen Positionen beleuchtet. Heyder forderte erneut den gebotenen Respekt für Qualitätsspieler (wobei es mittlerweile die halbe Mannschaft war). Mike Koch gemeinsame Tagungen der Cheftrainer und Refs, die längst in den Ligastatuten stehen. Schüller und Franz stellten sich in der Sache vor Pommer.

Der Boulevard nahm auch diese Stimmen dankbar an: Die BZ titelte: Schiri-Streit eskaliert.

Zudem sprangen zeitgleich weitere große Medien auf. Die F.A.S., die die Debatte nochmal rekapitulierte, ALBAs Kritik wiederholte und den Text am Montag online stellte. Wahrscheinlich gab es noch mehr.

Und gestern kam schließlich nach vielen Online-Medien und einigen sachlichen Texten im Print die hohe Kunst der Meinungsmache:

guwacevic schrieb am 05.05.2010 20:41:
Hat jemand ne aktuelle Bild? Ich hab heute nur ein fremdes Exemplar im Zug aus der Ferne gesehen, die titelte, dass die BBL ALBA mit Gericht droht.

…ich musste sowieso nochmal einkaufen… die 60ct war’s mir wert. Ja, die BILD, vermutlich nur Regionalausgabe Berlin, titelt in der Ausgabe vom 5. Mai 2010 auf S. 17 links unten, eine Zwölftelseite:

„Jetzt soll auch Pavicevic eine Geldstrafe zahlen – BBL droht ALBA mit Gericht“.
Erster Satz: „Die BBL droht den Berlinern mit einer weitern Geldstrafe und sogar dem Gang vors Schiedsgericht“.

Das Autorenkürzel ist BT.  Der einzig inhaltlich neue Satz stammt von BBL-Pressesprecher Dirk Kaiser, der in Sachen Pavicevic sagt: „Luka Pavicevic muss sich bis Donnerstag in der Sache erklären“ und dann für das weitere mögliche Verfahren vor den Schiedsgericht in Sachen Baldi eine unglückliche Formulierung wählt, die BILD ihm im Munde umdrehen kann. Natürlich ist es an ALBA, die Sache vor’s Schiedsgericht zu tragen, da die Liga über Strafen selbst entscheidet (“ 26 Abs. 2 Spielordnung). Über das was die BILD inhaltlich anstellt und über den Stil könnte man letztlich nur müde lächeln, es ist eben BILD!, würde nicht deutlich werden, was für ein gefundenes Fressen die Debatte für den Boulevard ist. Und warum wir daran noch viel bitteren Spaß haben könnten.

6. Akt – Neue Sachlichkeit

Aber zum Glück bringen ein paar Entwicklungen eine neue Sachlichkeit in die Debatte.

Nach der BILD brachte dann die Berliner Morgenpost ein paar weitere sachdienliche Kommentare zum Verfahren gegen Luka:

Laut Baldi hat Alba bis Donnerstag Zeit für eine Stellungnahme, der Geschäftsführer meinte allerdings, Fristen seien immer beweglich. Die Angelegenheit sei einem Rechtsanwalt übergeben worden.

Inhaltlich nimmt ALBA – wie es scheint – nicht mehr Stellung. Dort dominiert die Auseinandersetzung mit dem Geleisteten und die erfolgreiche Arbeit an den wirtschaftlichen Voraussetzungen (hier mehr). ALBA hat längst eine rechtliche Prüfung einleiten lassen wegen der Strafe gegen Baldi und auch in Sachen Pavicevic nun an einen Anwalt übergeben. Ich finde das gut. Jan Pommer mag seine Zeit und Kraft als Geschäftsführer in  Grabenkämpfe stecken, ALBA hat wichtigere sportliche Aufgaben vor sich.

Am Mittwoch dann sprach Aufsichtsrat und ALBA-Chef Axel Schweitzer über sein Vertrauen in den Club wiederholte die Ziele und sprach über Erfolge.

Wir sind unserem Ziel, dauerhaft zu den besten 16 Teams in Europa zu gehören, wieder ein Stück näher gekommen. […] Unsere europäischen Erfolge helfen sehr bei der weiteren Verbreitung der Marke ALBA BERLIN, insbesondere auch über die damit verbundene Medienaufmerksamkeit. So haben z.B. die großen deutschen Nachrichten und Sport TV-Sendungen von den Eurocup Finals berichtet, die sich sonst leider bei unserer Sportart eher zurückhalten.

Überhaupt bringt ALBA gegenwärtig inhaltliche Meldungen über Sponsoren, Jugendprogramm, Kooperationen etc. in schnellem Takt. Man zeigt, wer man ist und was man kann.

Auch Jan Pommer kam erneut zu Wort und kündigte via Frankfurter Neue Presse „drei Top-Schiedsrichter“ für die Begegnung an. Ja, richtig gelesen. Die Liga ist nicht nur für die Strafen zuständig, sondern auch für die Schiriansetzungen.

Dann gestern Nacht im bislang letzten Akt kam der Auftritt des Überraschungsgasts. Boris Schmidt nahm in der BZ Stellung.

Die von Alba angestrebte Qualitätsverbesserung im Schiri-Bereich unterstützt er jedoch: „Das wollen wir alle. Die Frage ist nur, wie ist der richtige Weg? […] Ob die Liga jetzt Probleme mit Alba hat, tangiert mich nicht. Ich will einfach einen guten Job machen. Persönlich angegriffen fühle ich mich nicht“, sagt er.

Boris Schmidt ist ein Referee mit Ecken und Kanten. Ein Typ den jeder kennt, keiner so richtig mag, wo man aber in vielen Spielen dann mit wundgepfiffenen Fingern aus der Halle geht und heiser sagt: „Naja, irgendwie hat er ja wenigstens ne klare Linie.“ Ich hab Respekt davor, wie er sein Team notfalls für alle sichtbar auf eine Linie trimmt und auch jetzt und in dieser aufgeheizten Stimmung souverän bleibt und den Kommentar nicht scheut. Es ist in erster Linie ein Konflikt zwischen der Liga und ALBA. Ein wirklich guter Ref lässt sich davon ebensowenig beeinflussen, wie von einem Mantra „atemloser Spannung“ und „starken Wettbewerbs“, sondern pfeifft eine einheitliche Linie, die ein faires Spiel,  eine open and skilful performance of top quality players (Leitbild Euroleague), ermöglicht.

Only Boris can judge me*

*zitiert nach Joe Herbers „Pure Shoetry“ (erschienen in der FIVE). Auch als Shirt, echt mit Buruburu.

Nachträge

7. Mai 2010: Die Berliner Zeitung berichtet, dass Jan Pommer in Berlin zu einem Hintergrundgespräch mit der Presse war, dass „zu einem Plädoyer in eigener Sache“ wurde. Auch die Morgenpost greift die dortigen Darstellungen über bestehende Maßnahmen auf.

Die Skyliners lässt die Debatte kalt. Nur Marius Nolte gießt Öl ins Feuer. Jan Szyszka schreibt in der Frankfurter Rundschau: Viertelfinale mit Pfiff.

Die dpa meldet (hier via Süddeutsche), dass Luka nun eine neue Stellungnahmefrist bis zum 17. Mai 2010 hat, damit er bzw. sein Anwalt ausführlich antworten kann.

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10 Gedanken zu „Only Boris can judge me – Schiri-Streit im Schnelldurchlauf

  1. Als den interessanteren Teil von Boris´ Statement empfinde ich diesen:
    „Die Vorwürfe von Alba weist er zurück: „Ich bin überzeugt, dass es eine systematische, bewusste Benachteiligung von Alba nicht gibt. Wenn ich zu diesem Schluss kommen würde, würde ich sofort aufhören“, sagt Schmidt.“

  2. Pingback: Tweets die Only Boris can judge me – Schiri-Streit im Schnelldurchlauf « Grübelei – Ansichten eines Basketballfans erwähnt -- Topsy.com

  3. Danke für die Zusammenfassung! Ist ja doch sachlich geworden ;-)

    Baldis Kritik in Ordnung, Luka schießt übers Ziel hinaus und Pommer machts dann komplett dumm…

    Nur ich persönlich schließe mich dem Boris, der ja schon meinen Nachnamen trägt^^, an. Eine gezielte Benachteiligung nur gegen ALBA gibt es nicht. Dass starke Spieler ein anderes Standing haben, ein vielleicht schwächeres als manch „Kistenschlepper“, kann gut sein.
    Allerdings hab ich merkwüridgerweise auch häufig das Gefühl, dass junge Talente kaum mal nen Pfiff bekommen.

    Und da kann ich mich auch nur dem Kosmo anschließen: Die Schiris müssen eine Linie haben, wie viel Härte sie zulassen. Und vor allem auch die Schrittfehler abpfeiffen.
    Vielleicht haben sie aber auch einfach zu viel Angst einseitig zu pfeiffen, auch wenn es nach den Regeln so wäre. Viele Leute gucken halt doch nur auf die Anzeigetafel und sehen bei der eigenen Mannschaft mehr Punkte als bei den anderen. Dass die eigene Mannschaft vielleicht noch viel mehr härter spielt, sehen sie nicht…

    Daran muss mit sachlicher Diskussion angeknüpft werden, ALBA dürfte damit ja genug Aufmerksamkeit auf die Referees gelegt haben…

    • Ich denke, das mit den jungen Talenten ist nicht einmal ein Widerspruch zu Kosmos Position. Denn gute europäische Nachwuchsspieler sind ja technisch durchaus sehr hochklassig ausgebildet, oft gute Techniker.

    • Und die Schiedsrichter sollen sich jetzt überlegen, wer ein guter Techniker ist und deshalb anders gepfiffen werden muss oder wie? So nach dem Motto „Ich würde das jetzt eigentlich pfeifen, weil ich es so gesehen habe, aber ich weiß ja, dass der X ein ganz toller Spieler ist – alternativ dass der X beim ganz tollen Verein Y spielt – deshalb pfeife ich es nicht“?

      Meiner Meinung nach sollten sie versuchen – und das tun sie glaube ich schon – alle gleich zu behandeln. Es mag sein, dass da vielleicht der ein oder andere leidet, weil er besser ist oder zu sein glaubt, aber so ist das nun mal. Wenn sie denn wirklich so viel besser sind, die Topstars dieser Liga, wieso sind sie denn dann nicht in der Lage, sich darauf einzustellen, wie gepfiffen wird? Wenn ALBA seit Jahren diese Linie zu pfeifen sieht, wieso können sie sich nicht anpassen? Natürlich kann ALBA jetzt sagen „ich will aber so spielen und wenn die Schiedsrichter sich nicht an uns anpassen, dann machen wir nicht mehr mit“ (oh stimmt, genau das macht ALBA ja…), aber so ganz ohne letztendliches Druckmittel halte ich das für ein sehr riskantes Spiel. In allerletzter Konsequenz sitzt halt die Liga meines Erachtens doch an einem 17-fach längeren Hebel als ein einzelnes Team.

    • Ich denke, du verkennst, dass Kosmo gerade nicht fordert, dass „unterschiedlich“ gepfiffen wird, im Gegenteil. Anpassen kann man sich wohl nur an eine einheitliche Linie. Auch @zugvogel schlägt ja in diese Kerbe. Soweit ich ALBAs Kritik und die uns im Detail nicht bekannten Videos verstehe (den Lärm mal ausgeblendet), ging dies ja gerade darum, diese Linie zu klären.

  4. Ja, das ist ein buntes Thema, mit vielen Meinungen. Und nur selten schreibe ich in Foren, aber heute….

    Welche realistischen Vorschläge hat Herr Baldi gemacht, um die Schiedsricher-Situation zu verändern? Ich habe darüber leider nichts gefunden, zudem ja vermutlich nicht mal bekannt ist, was beim DBB und in der Beko-BBL an Maßnahmen durchgeführt wird. Denn nur darauf könnten Veränderungen /-besserungen aufbauen. Eine Einstellung der Zusammenarbeit hat für mich etwas von: „So, jetzt spiel ich nicht mehr mit. Bäh. Das hast Du davon. Und außerdem erzähl ich’s meiner Mutti.“ Das Ergebnis: Die ALBA-Fans sind auf den Baldi-Meinungszug aufgesprungen – next stop: Play-Offs.

    Wir verlieren: böser Ref. Wir gewinnen: Auch böser Ref, aber egal, wir haben gewonnen.

    Ich kann behaupten, dass ich vereinsneutral bin – zumindest in der BBL, was die Beurteilung von Schiedsrichtern angeht. Das an der konstruktiven Kritik (in den Gesamtaussagen enthalten) von Baldi durchaus auch richtige und für eine Verbesserung der Leistung der Schiedsricher mögliche Wahrheiten liegen, stimmt auf jeden Fall, aber das gehört in eine interne Arbeitsgruppe und nicht auf die Zuschauerränge.

    Zuschauerränge sind das nächste Thema. Wie oft habe ich Situationen in der Halle erlebt, in denen Pfiffe definitv richtig waren (direkt vor meinem Sitzplatz) und diese Pfiffe hinterher von den Coaches und den Medien und vor allem in den Foren, die ich aus diesem Grund nur noch selten aufsuche, hin- und her diskutiert. Selbst auf you-tube tauchen dann Handy-Videos auf, die alle Situationen „belegen“, allerdings nur die des einen Teams.

    Abschließend bleibt zu hoffen, dass das Thema Schiedsrichter nur noch da diskutiert wird, wo es hingehört, zum Schiedsrichter-Coach und den selbstreflektierenden Kollegen auf dem Feld. Außerdem hoffe ich, dass die Tendenzen, die sich abzeichnen, dass sich langsam ein Fan-Kult wie beim Fußball entwickelt, sich nicht weiterentwickelen. Beim Fußball haben wir derzeit 80 Millionen Bundestrainer – beim Basketball in der vergangenen Spielzeit mit 1,1 Millionen einen neuen „Schiedsrichterrekord“.

    Vielleicht sollten die Jungs – wie im Training – einfach Ihre Fouls ansagen… aber wenn ich dann an den Schlag von McElroy und das Interview der Verantwortlichen hinterher denke, scheint das auch keine gute Idee zu sein :(

    Nun denn… schöne Playoffs und schön dran denken: Nach dem SPIEL ist vor dem SPIEL.

  5. Anläßliche dieses Artikels mal generell Danke für das Geblogge, macht Spass zu lesen unde findet für meinen Geschmack eine gute Balance zwischen Sachlichkeit und Meinung.

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