Blogauskas #12 – Vom Ende und vom Anfang

grüne Fans überall

grüne Fans überall

Das Gefühl lag in der Luft. Den ganzen Tag schon und lange vor dem Spiel – zu präsent und wahrscheinlich war die Möglichkeit des Ausscheidens gegen den Gastgeber –  vor allem aber kam es hoch gegen Ende der Spielzeit gestern Abend, als Nowitzki mit 25 Sekunden auf der Uhr resigniert und völlig erschöpft vom Feld ging. Ein seltsames Gefühl, das Ende einer Ära live mitzuerleben, einer der Momente, in denen man keine adäquate Reaktion parat hat. Noch ein paar wenige Spielsekunden später steht Steffen Hamann von der Bank auf, klatscht jeden einzelnen Teamkameraden wortlos dankend ab, auch alle Trainer und Betreuer. Da unten auf der Bank sagt schon lange keiner mehr was, da sind nur noch Augen. Und Blicke. Und Augenblicke. Augen-Blicke voll Wehmut, Trauer, Enttäuschung, Abschiedsschmerz – viel melancholisches „was wäre, wenn“ steht allen ins Gesicht geschrieben.

Huddle vor dem letzten Spiel

Huddle vor dem letzten Spiel

Was wäre, wenn man nicht sein schlechtestes Turnierspiel ausgerechnet gegen Serbien gemacht hätte? Was wäre, wenn beim Mittagsspiel die Türken gegen Serbien auch nur annähernd eine Leistung gebracht hätten, die einem Vizeweltmeister gerecht werden könnte? Am Ende war die Hypothek der Vorrundenniederlage gegen Serbien einfach zu groß. Litauen, trotz all der Verletzten, einfach zu stark in ihrer Heimhalle, der „grünen Hölle“. Dabei war ein einfacher Sieg überraschenderweise sogar gut möglich und was für eine Ironie des Schicksals, dass Deutschland ausgerechnet in der bitteren Niederlage, beim Ausscheiden, gestern sein bestes Turnierspiel, neben dem Italiensieg, machte. Nur die Vorgabe, mit 11 oder mehr Punkten gewinnen zu müssen, lastete einfach zu schwer auf den Schultern.

Kaman macht trotz erneuter Startschwierigkeiten ein tolles Spiel, Benzing hat endlich Mut und tut, was viele ihm schon seit langem zutrauen und nutzt außer seinem Schuß auch den guten Drive zum Korb (insg. 7/7 die tolle Bilanz). Schaffartzik verteilt den Ball und scort (13 Punkte), nur Nowitzki hat sich zu viel vorgenommen (ob die durch Bauermann medial angekündigte „große Dirkshow“ da wirklich hilfreich war?) und scheitert ein ums andere Mal (Feldquote 4 von 17) an der harten Verteidigung von Songaila und am wirklich guten Doppeln der anderen Litauer. Auf seiten der Litauer überzeugte in erster Linie die Mannschaft. Obwohl die 3er nicht wie gewohnt fielen und auch von Deutschland gut verteidigt wurden, dominierten sie das Spiel – vor allem unter den Körben und in der Transition. Centersensation Jonas Valanciunas (19) vernascht Kaman mit `nem Hookshot und sagt laut vernehmbar: „Hello, NBA!“. Die Rebounds gehörten sowieso mit 40-29 dem Heimteam, das auch offensiv immer einen Spieler hatte, der eine Antwort wusste, wenn Deutschland ausglich oder knapp in Führung ging. Alle 9 eingesetzten Litauer scorten, aber nur 4 der deutschen Spieler. Fünf sind es dann, als ganz am Ende Schwethelm noch einen Dreier trifft. Das zeitweise toll zusammenspielende Team Litauen besiegt die vermeintlichen Einzelkönner auf Deutschlands Seite.

Jonas Valanciunas

Jonas Valanciunas

Das Ende ist nur noch grüner Jubel – für die Litauer geht das Basketballfest und der Traum vom Titel im eigenen Land weiter – und überall sieht man deutsche Tränchen in den Augen. Sogar Moderator Buschmann ist sichtlich ergriffen nach dem Schlußpfiff, alle müssen kräftig schlucken. Sinnbild des Abends: Guard Heiko Schaffartzik geht als letzter mit gesenktem Kopf vom Parkett und Maskottchen Amberis eilt schnell herbei um ihn aufzumuntern und zu trösten. Auch wir hören den ganzen Abend und die ganze Nacht nur noch Lob und blumige Entschuldigungen für das Rauswerfen unseres Teams.

Jedem Ende wohnt ein Anfang inne und ein Ausblick in die Zukunft beeinhaltet immer auch konstruktive Kritik am Jetztzustand. Nur ein paar Punkte mag ich ansprechen, denn wohin der Weg geht, dass weiß noch niemand und dafür ist auch heute nicht der richtige Zeitpunkt – zu frisch sind noch alle Eindrücke, zu bedrückend das Gefühl von schmerzhaften Einschnitten überall. Scheiden tut weh. Bei soviel Ende fällt der Blick auf die Zukunft, den Anfang, schwer. Erstmal sacken lassen und dann später dezidiert analysieren und kommentieren.

Heute aber doch so viel: Wenn ich als Headcoach weiß, und immer wieder betone, dass ein NBA-Star seit April keinen Wettkampfbasketball mehr betrieben hat und der andere hingegen eine viel zu kurze NBA-Pause hatte, körperlich ausgelaugt ist, logischerweise noch in einem totalen mentalen Loch hängt nach dem jahrelang herbeigesehnten NBA-Titel und ausserdem dazu neigt, immer alle Verantwortung auf sich zu nehmen (und auch alle Fehler), warum bürde ich diesen beiden quasi mein ganzes Spiel auf? Es ist aus meiner Sicht weder fair Kawitzki noch den anderen Spielern gegenüber – noch ist es sinnvoll für das deutsche Spiel. Warum mache ich die beiden Stars nicht zum Teil des Systems, sondern stelle sie immer wieder – in vielerlei Hinsicht – neben, ja gar über, die Mannschaft? Etwas, was ich von Anfang an nicht verstanden habe und etwas, was sich im Grunde genommen als tödlich erwiesen hat. Denn wenn diese EM eines überdeutlich zeigt, dann, dass Euroball mehr denn je vom Kollektiv abhängt, als von überragenden Einzelkönnern. Die Taktik, die beiden NBA-Spieler herauszustellen, in eine solch exponierte Position zu bringen, machte die beiden anfällig und verwundbar und spielte zudem den Gegnern defensiv in die Hände. Nicht klug.

Kritikpunkt Nummer 2 ist das Festhalten an Hamann als #1 Pointguard. Ganz neutral betrachtet, völlig häme- und bayernfrei: Er macht das Spiel zu langsam, hält den Ball zu lange, er ist absolut ungefährlich aus der Distanz, er zieht wild in die Zone, macht dadurch die Räume eng, gibt dann häufig unmögliche Pässe und – das Schlimmste von allem – er lernt nicht daraus. Niemand verlangt, dass er einen Teodosic oder Parker gibt, was man aber verlangen muss, ist, dass eine Adaption stattfindet. Entweder bei ihm oder falls nicht, dann eben auf Seiten des Coaches. Es kann und darf auf dem Niveau einfach nicht sein, dass vom ersten bis zum achten Spiel, von der 1. bis zur 40. Minute, immer wieder dieselben Fehler passieren. Nicht akzeptabel.

Letzter Sprungball für Deutschland bei der EM 2011

Letzter Sprungball für Deutschland bei der EM 2011

Niemand sagt, dass Heiko Schaffartzik Deutschlands Jason Kidd ist oder wird, das ist auch gar nicht nötig, denn die allesüberragenden Pointguards hatten wir noch nie. Nicht 1993, bei der EM-Goldmedaille, nicht 2002 bei WM-Bronze in Indianapolis, nicht 2005 beim EM-Silber. Aber Schaffartzik hat (außer balls) drei Qualitäten, die es meiner Ansicht nach nötig gemacht hätten, ihm den Aufbaujob in die Hände zu legen, etwas, was man im übrigen bereits die ganze Vorbereitung lang sah bzw. sehen konnte, wenn man gewollt hätte. Heiko weiß, was er kann und was nicht. Er sieht das ganze Feld und versucht Fluss ins Spiel und seine Mitspieler in Position zu bringen, er hat `nen guten Distanzschuss und zu guter Letzt: er kann sich anpassen und ändern. Im Spiel und von Spiel zu Spiel. Das hat mir bei Hamann einfach gefehlt. In diesem Zusammenhang eine weitere Kritik: de Mello hätte dabei sein müssen, als Zweier mit super Defense, richtig gutem Wurf und dazu Aufbauspielerqualitäten und -skills.

Meine ganz generelle Kritik der allgemeinen Vernunft an der Marschroute des deutschen Nationalteams seit 2008 steht noch und mittlerweile machen mir auch die blauen Flecke nichts mehr aus, die ich verbal dafür kassiert habe und sicher weiter kassieren werde. Nehmerqualitäten ;-) Die große Zäsur, die jetzt geschieht, hätte man schon 2008 nach Olympia vollziehen sollen. Dass man die Adlerküken 2009 in Polen bei der Eurobasket ins kalte Wasser warf, war wichtig und richtig, aber man hätte diesen Weg konsequent weiter gehen sollen – zumal man einen talentierten Spielerpool hatte. Aber außer 3 Jahre älter sind die meisten von ihnen inzwischen nichts geworden. Jetzt wirds umso langwieriger und schmerzhafter im Hinblick auf die (leider nur) Viertel-EM 2015 im eigenen Land.

Es regnet heute nicht in Vilnius, passen würde es. Die Spieler sind jetzt schon in Deutschland, fast alle deutschen Fans machen sich ebenfalls auf den Rückweg, Buschi hört auch auf, alle sagen irgendwie Goodbye, Händeschütteln und Trennungsschmerz überall und wir bleiben leicht betäubt zurück, wissen aber, dass vor uns noch ein Riesenspektakel, ein komplett irres, lautes, buntes Basketballfest liegt. Noch können wir es nicht genießen, aber das kommt bestimmt noch. Die Litauer nehmen uns einfach gefangen mit ihrer Herzlichkeit, Bescheidenheit und ihrem Basketballenthusiasmus. Orange, grünrotgelbe Lächeloffensive.

Für uns stellt sich die Frage: Weiterbloggen oder nicht? Wir kriegen hier nur noch wenig aus der Heimat mit, versinken etwas im unwiderstehlichen Strudel der litauischen Basketballbegeisterung. Interessiert sich noch jemand daheim für die EM nach dem deutschen Ausscheiden oder nicht?

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25 Gedanken zu „Blogauskas #12 – Vom Ende und vom Anfang

  1. Welch eine Frage soll denn das sein: Weiter bloggen oder nicht!
    Kann doch nur heissen …. WEITER BLOGGEN!!!!!

    Das will die Oma in Deutschland auch von ihren Buam.

  2. Sehr gute Analyse! Die Highlights der kommenden Spiele würden mich auch interessieren. Den ein oder anderen Spieler sieht man ja vielleicht in der Euroleaugue, -cup oder auch der Bundesliga wieder.

  3. schön, daß andere ähnliche kritik am DB-stil äußern und auf jeden fall weiterblogausken, das turnier ist ein fest und nur weil holzmichelbasketball vorbei ist, muß das turnier nicht zwangsweise uninteressanter werden :D

  4. Nochmals DANKE und natürlich: JA, aber unbedingt WEITERBLOGGEN!!!!
    Die EM ist doch nicht zu Ende oder?! Hatte ich da nicht was von buntem Basketballfest gelesen… ;-)

    Außer der reinen Spielübertragung mit nervigen Kommentatoren bekommt man ja sonst in D. nix mit von der Veranstaltung.

    Teile deine sportliche Einschätzung zu 100 % und bin auch nicht der einzige (insbesondere Hamann, da muß man ja nicht mal BB-Fachidiot sein)!
    Das alles aber eigentlich schon mit „Ansage“ lang vor dem Turnier.

    Bemerkenswert, da nicht zu erwarten, dass bei allem Losunglück, schlechter Form, nicht idealen Kaders, teilweise mangelnder Einstellung (wie kann so was sein?), mäßigem Coaching bzw Taktik und bereits dreier verlorener Spiele gg in der Tat starke Gegner die Chance zum 1/4 Fin am letzten Spieltag noch immer auf der Straße lag.
    Die Türken mußten nicht mal vizeweltmeisterlich spielen, der letzte Wurf (nach timeout!) hätte ja schon gereicht, ein „einfacher“ Sieg gg Litauen war ja, wie gesehen, tatsächlich möglich!

    Gabe aber auch gerne zu, dass ich das nicht gedacht hätte, habe fest mit einer Klatsche gerechnet. Eine solche gab es immerhin in keinem einzigen Spiel; kann man sich allerdings unterm Strich auch nix für kaufen.

    Also bitte, bitte noch etwas bunte BB- News aus Kaunas!

  5. Unbedingt weitermachen. Ein ganz eigener und ungemein unterhaltsamer Blick auf die EM. Nur Schade dass er wohl einem sehr auserlesenen Leserkreis vorbehalten bleibt.

    Herzlichen Dank (auch für die Grüße an Heiko), fiTzeL

  6. Jetzt erst recht! Weitermachen, unbedingt, weil…
    … es folgen jetzt noch einige super spannende Begegnung!
    … eure differenzierten und doch sehr lebendigen Perspektiven immer eine Bereicherung sind!
    … eure Berichte von Land und Leuten mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht zaubern!

  7. Ich schließe mich den VorkommentatorInnen an: unbedingt weiter machen. Langeweile gibt’s bei spox, sport1 usw. schon genug, da muss die Grübelei (egal ob die regelmässigen Mitschreiberlinge oder gelegentliche Fremdautoren) einfach gegen anstinken.

  8. DON´T STOP BLOGGING, PLEASE!!!!!!!!
    Unbedingt weitermachen. Dass Buschi und Dirk aufhören können wir ja verkraften – aber nicht auch noch DU.
    Auch wenn es ohne uns sicher nicht mehr so schön ist ;-)).
    Aber kein Wort mehr über Steffi und Bauernfeind (oder wie der heißt).
    EIN EM-TAG OHNE BLOGAUSKAS IST KEIN TAG!

  9. Weiterbloggen ;-). Aber das ist eine unmaßgebliche Einzelmeinung…

    Ich mag dafür mal inhaltlich was sagen: Oldschoolballers Fazit nach zwei Wochen live in der Halle: Vom Ende und vom Anfang. Streitbar die Dame, Respekt vor Dirk, aber harte Kritik am anderen Dirk. Allerdings – darüber kann man streiten – ist daran, dass sie seit der EM 2009 keine Fortschritte bei vielen sieht, wirklich vorrangig der Coach schuld? Oder ist – auch getrieben von einer Veränderung im Arbeitsmarkt, Quote und NBA-Hype – das Arbeiten auf der Strecke geblieben? 2015 werden die Jungs es ohne Dirk reißen müssen. Und ich bin mir nicht sicher, dass wir dort die gleichen 10 sehen werden. Mir ist – da möchte ich meiner Bloggerkollegin widersprechen – das alles zu sehr „auf MAnnschaft gedacht“. Klar, „Dirk or Die, Chris or Crash“ ist vielleicht das falsche Spielmodell. Aber ich mag die einzelnen Spieler nicht aus der Verantwortung entlassen, gerade weil Heiko – und gestern auch Robin – gezeigt haben, dass es geht. Der Anfang war längst da. VIele haben ihn individuell verpasst. Ein neuer Trainer wird die Chance bieten, als Kollektiv neu anzufangen. Aber individuell müssen einige aufwachen. Hype ersetzt eben nicht Biss.

    • Ich sehe keine wirklichen Widerspruch zwischen „auf Mannschaft gedacht“ und individueller Verantwortung. Mannschaftliche Geschlossenheit heißt ja gerade, dass alle Spieler Verantwortung übernehmen und diese nicht auch die „Großen“ (dieses Jahr waren es noch Chris und Dirk) weiterschieben. Heiko und Robin habe gezeigt wie das geht. Sie haben sich gezeigt, als es drauf ankam, ohne es zu zwingen. Sicher muss manch ein Wurf auch mal „gezwungen“ und Punkte erzwungen werden, aber das Spiel darf nicht eindimensional werden.

      Dazu gehört, dass alle Spieler Korbgefahr ausstrahlen. Etwas was ich z.B. bei Joe Herber und insb. Steffi Hamann oft vermisst habe. Die wollte gar keine Punkte erzielen, sondern den Ball um jeden Preis zu Dirk bringen. Wo ist da die Spielintelligenz? Auch Dallas hat davon gelebt, dass die Mitspieler den Platz genutzt haben, den Dirk schafft indem er immer wenigstens einen Gegenspieler bindet.

      Ich bin gespannt, was die Zukunft bringen wird. Vorallem natürlich wer der neue Coach wird. Ich hoffe nur es wird nicht einer aus der alten Clique (Baeck, Koch und Konsorten). Wir brauchen jemand der modernen, d.h. litauischen, spanischen oder serbischen Basketball spielen lässt.

      Beste Grüße, fiTzeL

  10. Danke für den Blog und bitte weitermachen!
    Eigentlich sind wir dort gelandet wo wir hingehören und damit passt es schon, auf der anderen Seite bin ich enttäuscht, dass die Spieler eine Chance nicht genutzt haben Basketball vor endlich mal ansprechenden TV-Publikum zu spielen.
    Mein Fazit ist, Dirk wollte aber konnte nicht ganz so wie sonst.
    Der zweite NBAer wollte und konnte, war aber irgendwie überrascht, dass er zum Hauptleistungsträger wurde.
    Beim Rest will ich niemand herausheben oder herabsetzen.
    Für mich sah es aus, lasst Dirk und Chris mal machen….
    Statt sich selbst in den Fernsehmarkt zu bringen, nachdem Volleyball und evtl. Handball auch bei der Olympia-Quali schächeln, verlässt man sich vielleicht lieber auf das sog. spannendste Basketball-Projekt Europas um Fernsehzeit zu bekommen.

  11. Blogge einfach, wenn du Spaß daran hast und etwas zu schreiben weißt. Ich glaube zwar, dass das kein großes Problem wird, aber einen Leser hast du auf jeden Fall :D.

  12. Bitte weitermachen! Schließlich wird der schönste Basketball von anderen Nationen vorgetragen…

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Du Dir für diese Meinung allzuviel blaue Flecken holen wirst – dafür ist sie viel zu richtig ;-)

    @gruebler: Es geht m.E. nicht darum, die Spieler aus der Verantwortung zu entlassen. Genau das Gegenteil ist der Fall, wie wir bei dieser EM gesehen haben. Während in den Spielen vor Kawitzki viele Spieler Verantwortung übernommen haben – und an ihr gewachsen sind – führte das Eintreffen von Nowitzki und Kaman dazu, dass Spieler (unfreiwillig) Verantwortung abgeben mussten. Zuletzt deutlich gegen Litauen mit nur 4 Scorern zu sehen (Schwethelms Dreier mal ausgelassen).

    Die Blockade war da bei vielen deutlich erkennbar. Schönstes Beispiel ist ja Pleiss. Sicher streitbar der Gute, aber das er – auch auf europäischen Niveau – unter einem anderen Coach zu ganz anderen Leistungen in der Lage ist und sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt hat, ist denke ich erwiesen. Es muss also nicht zwingend an der mangelnden individuellen Klasse und Weiterentwicklung liegen.

    Bauermann sagte vor der EM: „unser System heisst Ball zu Dirk oder Chris…“, um dann – zu meiner Verwunderung – auch noch tatsächlich so spielen zu lassen. Das ist leicht berechenbar, wie uns die Gegner gezeigt haben und war, im Gegensatz zu einigen Spielen ohne NBAler davor einfach langsam, langweilig und letztendlich ziemlich erfolglos. An dieser Stelle schließt sich dann der Kreis auch wieder: Denn eines der Negativmerkmale dieses Systems ist es, dass es denen die Verantwortung übernehmen möchten, die Möglichkeit dazu nimmt.

    Vielleicht stehe ich ja alleine da, aber ich denke, wir hätten bei dieser EM OHNE Kaman und Nowitzki NICHT schlechter abgeschnitten. Das soll keine Kritik an Kaman / Nowitzki sein – es zeigt aber meiner Meinung nach, dass es das System Bauermann nicht geschafft hat, die passende Mischung herzustellen und das Optimum aus dem Team zu holen.

  13. Pingback: ALBA vs. Trier – Die Crux mit dem Talent | gruebelei.de

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