Alba baut um – Money doesn’t buy Championships

ALBA war Ligakrösus 2008/2009. Aber Geld allein kauft – das haben wir gesehen – keine Meisterschaften. Dass die letztjährige Mannschaft strukturelle Defizite hatte, müssen wir zugestehen. In der Euroleague funktionierte die Mannschaft oft gut, doch in der Hauptrunde spielte sie immer wieder emotionslos und die Playoffmentalität kam zu spät. Was sollte sich strukturell bei ALBA ändern?

Einer wird – trotz aller Kritik einiger Fans und Medien – bleiben: Luka Pavicevic. Baldi hat sich glasklar hinter ihn gestellt:

“Luka Pavicevic ist ein Glück nicht nur für Alba Berlin, ich glaube sogar für den deutschen Basketball. Er bringt eine Qualität rein, die es bisher kaum, oder nur sehr wenig zu sehen war. Dass jetzt alle Argumente natürlich dagegen sprechen, weil man das Ziel, was man vor Augen hatte, nicht erreicht hat – das ist so, damit müssen wir leben. Damit lebt man im Spitzensport, dass das Ergebnisse am Ende zählt. […] Die Personalie bleibt wie sie ist.”

via Korbsport.de.

Ich mag Luka, ich mag Trainer mit Ecken und Kanten, an denen ich mich reiben kann.

Eine Änderung ist bereits vollzogen: Co-Trainer Petar Aleksic geht. Ob er gegangen wird, so die BZ, oder die Zusammenarbeit einfach endet und er als Cheftrainer arbeiten will, bleibt einstweilen offen.

Es gibt ihn also, den moderaten Umbau im Coaching Staff. Aleksic gilt als ein hervorragender Individualtrainer. Gerade die lange Garde – mit dem Reboundproblem – war angeblich seine Baustelle. Doch will man ein paar neue und andere Impulse, kann es nicht schaden, hier auch personell etwas zu verändern. Dass Petar der einzige war, der Ansprechparter der deutschen Spieler war, das wage ich zu bezweifeln. Konsti gibt es auch noch. Aber so richtig kann ich mir noch nicht vorstellen, dass Lwowsky an der Seitenlinie steht, wenn Luka sich ausgefoult hat. Und wer weiß, wer noch zum Trainerstab hinzukommt. Zumindest laut Morgenpost soll neu besetzt werden. In Anbetracht der schwierigen Wirtschaftslage sind jedoch Zweifel erlaubt.

Geld kauft gute Spieler, wenn man es richtig investiert. Geld kauft in einer Sportart wie Basketball mit vielen Punkten und Ballbesitzen eine große Wahrscheinlichkeit am Ende zu geweinnen. Doch Basketball ist eine Mannschaftssportart und Geld vermag es nicht, eine funktionierende Mannschaft und die nötige Einstellung knappe Spiele zu gewinnen zu ersetzen.

Eine funktionierende Mannschaft setzt aber auch Kontinuität voraus. Im Kader hatten wir Kontinuität, doch vergleicht man die Rotation der Playoffs mit der Meistersaison, so waren es nur mehr vier Spieler (Jenkins, McElroy, Dojcin, Nadjfeji), die übrig geblieben waren. Das sollte sich im kommenden Jahr ändern: Mehr Kontinuität in der Rotation. Und auch Luka Pavicevic äußert sich vorsichtig in diese Richtung:

Wir hatten ein exzellentes Team. Alle Spieler haben viel gegeben und gezeigt, dass sie es verdient haben, weiter mit ihnen zu arbeiten. Doch das wird nicht in allen Fällen möglich sein. Wir müssen zunächst die Saison analysieren, alle Faktoren einbeziehen und Möglichkeiten ausloten. Doch wenn es möglich wäre, würde ich gern den Großteil der Spieler behalten.

Dafür haben wir aber Lukas Systembasketball. Kaum ein anderer Coach ist seinem System auch in der Zusammenstellung der Rotation so treu, wenngleich er diese zuletzt auf 10 Spieler erweiterte:

  • Zwei Pointgards (Mit McElroy haben wir den von Luka gewünschten dritten Spieler, der den Ball bringen kann)
  • Drei SG/SF die rotieren und hervorragendes PnR spielen können
  • Vier Spieler auf 4/5, davon idealerweise zwei mit sicherem Wurf jenseits der Dreierlinie (vgl. Nikolic, Sesay, Dojcin).

Das war die Kern-Rotation, diese hat Luka wie folgt ergänzt:

  • Ein 10ter Spieler als Ergänzungsspieler, wie Pantic 07/08 oder Dojcin 08/09. Je nachdem was das Budget hergibt.
  • Ein 11ter Spieler als Trainingspartner und Verletzungsoption auf SG/SF (vgl. Subotic, Herber, Zwiener….)
  • ein Quotendeutscher fürs Handtücher winken auf der Bank

Kommt kein weiterer deutscher Nationalspieler, muss entweder der 10. oder der 11. Rotationplatz mit einem deutschen besetzt werden. 2008/09 waren auch die Positionen 10 bis 12 (zuletzt gar 13) mit nicht bis wenig spielenden Nationalspielern und Profis besetzt. Das war Luxus. Das halte ich für die Zukunft nicht für realistisch.

Der Kern der Mannschaft steht: Hamann, Herber, Jenkins, McElroy und Chubb haben Verträge. Ich gehe davon aus, dass diese auch spielen werden. Ja, das würde bedeuten, dass auch Joe Herber nun Teil der Rotation wird. Joe spielte 2008/2009 kaum, auch da er immer und immer wieder verletzt war, wenn er die Chance gehabt hätte in die Rotation zu rücken. Aber keinen Ersatz für Casey zu verpflichten, das hieße einen Spieler einzusparen. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es anlässlich der Casey-Verpflichtung auch Aussagen aus der ALBA-Umgebung, dass Casey ein zusätzlicher Profi im Kader war, der nur aufgrund der Gelder aus dem Hallenumzug möglich gewesen war.

Die Verpflichtung eines weiteren – vergleichsweise teuren – deutschen Nationalspielers sehe ich nicht. Warum auch? Mit Hamann und Herber erfüllt ALBA sein Verantwortungs-Soll, dann kann man auch zwei Youngster auf die Bank setzen und es wie Oldenburg machen: Lieber insgesamt weniger Stars und bei den Stars mehr US- oder Balkan-Power für weniger Geld einkaufen.

Im Feintuning auf den möglichen Umbaupositionen sollte Luka sich Gedanken darüber machen, wie er den Balanceakt zwischen Euroleague/Eurocup und BBL besser hinbekommt. Schließlich ist der Erfolg in der Liga die Grundlage für die europäische Zukunft. Ein wenig mehr Individualismus, ein wenig mehr Scoring. Gibt es einen Bobby Brown-Typen statt Wright? Ist unter Luka eine 20/10-Maschine auf einer langen Position vorstellbar? Zu letzterem hab ich schon was geschrieben, über ersteres denke ich noch nach.

Ich fände es schön, wenn wir in der 9er-Rotation auf sechs oder sieben Positionen Konstanz zeigen würden. Fünf haben wir.

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2 Gedanken zu „Alba baut um – Money doesn’t buy Championships

  1. Sesay und Wright austauschen und ich wäre zufrieden.
    Dafür auf der 1 einen „Bobby“ Typen und einen 4er mit mehr offensiver Power über eine ganze Saison.
    Sähe bei mir dann so aus:

    1 X/Hamann
    2 Jenkins/Imac/Herber
    3 Imac/Herber/Junger Deutscher
    4 X/Dragan/Pista
    5 Chubb/Sekulic/Junger Deutscher

    X müssten richtige Granaten sein. Obwohl Luka sich in dem Gespärch zum Saisonende so angehört hat, als ob auf der 3 noch ein neuer kommen wird, habe ich hier mal Herber hingesetzt. Der junge deutsche auf der 3 könnte schon Nils Giffey sein oder Faßler, der auf 5 Seiferth. Femerling sehe ich nicht mehr in Berlin.

  2. Natürlich bleibt Luka! Wenn man den besten Trainer hat, den diese Liga je gesehen hat (Okay, vielleicht nur den zweitbesten. Tony di Leo war mindestens ebenbürtig…), wäre es grob fahrlässig, ihn ohne Not gehen zu lassen.

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