Tücken des web 2.0 – Wahlwerbung statt Wechselgerüchte

Ist er’s oder ist er’s nicht? Web 2.0 hat Tücken. Eine davon ist, dass die Identität eines Akteurs kaum verifizierbar ist. Lernen mussten wir dies bei diesem Twitteraccount.

Ich wurde von einem Bekannten auf diesen Twitterer hingewiesen. Beide hatten wir den Eindruck, das könnte ein Akteur im Spielermarkt sein. Klar, wir hätten misstrauisch sein müssen, denn warum sollte ein Agent twittern? Hier habe ich dann einen Tweet verwurstet.

Das hat Kreise gezogen. Da tauchte ein Name in besagtem Tweet auf. Plötzlich wurden Journalisten hellhörig und taten das, was guten Journalismus ausmacht: Nachfragen, verifizieren. Dinge, die man als Blogger eher selten tut. Denn ich bin, wie die meisten Blogger, kein Journalist. Halte mich zwar brav an die Vereinbarungen dessen, was ich nach Gesprächen schreiben darf und was nicht, aber zwei unabhängige Quellen für jede Tatsache? Das ist bei einem Hobby-Blog einfach nicht machbar. Web 2.0 ist schnell, aber Web 2.0 birgt auch Risiken.

@martinvogel und die Gießener Allgemeine haben dann die Sache geklärt:

Laut Aussage von Pat King gegenüber der Gießener Allgemeinen besitzt er keinen Twitter-Account und Byars würde zwar von einem Partner vertreten, allerdings gäbe es keinen Kontakt zwischen den 46ers und ihm. Wobei berechtigte Zweifel ja spätestens in dem Moment angebracht waren, als King „seinen“ Spieler Byars Derrick genannt hatte…

Und heute Nacht postete dann auch der mysteriöse PkeyB folgenden Tweet:

Wollte nur mal auf die Missstände im WWW hinweisen! Steht hier ein Wort von Patrick King oder von den LTI Giessen46ers….

und machte danach Wahlwerbung für eine Splitterpartei.  Tja, da hab ich mich wohl gründlich verladen lassen. Ob das kluger Wahlkampf ist? Du bist so gutgläubig, dass du Web 2.0 traust, deswegen musst du Piraten wählen? Ich hab da so meine Zweifel.

Viel eher lehrt mich diese Geschichte, dass bei allem Web 2.0-Hype der Basketball-Wechselgerüchte der letzten Wochen, dass eine sorgfältige Einschätzung der Zuverlässigkeit von Quellen gerade unter veränderten Kommunikationsbedingungen unverzichtbar ist. Hier habe ich einen Fehler gemacht, für den ich mich entschuldige.

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5 Gedanken zu „Tücken des web 2.0 – Wahlwerbung statt Wechselgerüchte

  1. Tja, auch bei der NBA-Twitterei gibt es die Wichtigtuer dutzendweise. Da heißen die Zwitscherer mittlerweile „theRealShaq“ oder „TheRealRealRonArtest“

  2. Auf die Missstände im Web hinweisen wollen und dann die Piraten als Wahlempfehlung? Das passt ja vorne und hinten nicht. Solche Fälle wie der falsche Twitter-Account wären ja nur durch mehr Regulierung zu verhindern, was doch konträr zu den Zielen der Piratenpartei wäre. Seltsame Geschichte.
    Dass man im Netz mal auf Leute mit Profilneurose reinfällt, kann passieren. Da gibt’s schlimmeres.

  3. bei vielen promis ist mitlerweile ein grüner haken im twitterprofil zu sehen, sofern es der „echte“ ist. zusätzlich steht dort verified account o.ä.

    Allerdings ist dies meistens nur bei amerikanischen prominenten. Es gibt aber auch ein paar „echte“ deutsche twitterer.(rainer calmund)

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