Von den Playoffs in den Abstiegskampf – Paderborn Baskets

Paderborn scheint komplett. Offiziell haben sie es noch nicht gesagt, doch war die letzte Info, die ich hatte, dass noch Pointguard und Powerforward gesucht werden und diese sind mit Langford und Haynes nun verpflichtet. Auch in der Zeitung soll es heute gestanden haben. Gedanken zum neuen Team.

Nach dem furiosen Ritt in die Playoffs 2009 kam mit Olaf Stolz nicht nur ein neuer Coach, auch die Mannschaft wurde grundlegend umgebaut. Ein Schicksal, das wohl jedes Team ereilt, das mit kleinem Etat overperformed. Hier die Aufstellung für die kommende Saison:

PG DeAndre Haynes PG Nicolai Simon PG Dominik Malinowski
SG Lawrence Borha SG/SF Robert Huelsewede SG Thomas Gajda
SF Bryan McCollough

SF Sefton Barrett

SF Daniel Lieneke
PF Kevin Langford C Nate Gerwig
C Matt Terwilliger C Robert Oehle

Das ist sicherlich von den Positionen nicht ganz korrekt, aber ich kenne außer Simon und Terwilliger (ganz dünne Erinnerung) einfach keinen einzigen der Spieler. Für mich ist die Mannschaft eine komplette Wundertüte. Dennoch wird einiges klar: Simon, Huelsewede, Lieneke und Oehle werden Minuten sehen. Vielleicht ist das Erfüllen der 4er-Deutschenquote in einer 10er Rotation tatsächlich etwas, was wir gerade bei den sparsameren Clubs häufiger sehen werden. Simon, Huelsewede und Co. müssen nun aber auch beweisen, dass sie in der BBL das Zeug zu mehr haben, als Wasserträgern.

Zwei der startenden Neuzugänge, Langford und Borha sind Rookies frisch vom College. Für den Klassenerhalt wird es wichtig, dass sie die ihnen zugedachte Rolle erfüllen und schnell den Schritt zum Profi vollziehen können. Die deutsche Bank ist teils noch recht jung und auch bei einem Nico Simon, der schon mal solide auf europäischen Parkett gespielt hat, wird abzuwarten sein, ob er nach der so langen Verletzung wieder BBL-Niveau hat. Der Ex-Chemnitzer Gerwig, ein Überflieger der ProA mit D-League-Erfahrung, wird sich auf robusteres BBL-Spiel einstellen müssen. Hatten wir seit Gibbs einen weiteren PF, der den Schritt aus der ProA erfolgreich gemacht hat? Zumindest europaerfahren ist Pointguard Haynes. Doch in der vergleichbaren belgischen Liga war er „nur“ Nr. 7 bei Okapi Alstaar, immerhin dem Halbfinalisten 2008.

Es ist ein Kader, dem man ansieht, dass in Paderborn das Geld diese Saison knapp ist. Die Frage, warum man nicht doch die Planspiele ProA durchgezogen hat, kann man sicherlich stellen. Es ist ein Minimalteam, das auf zwei Hoffnungen beruht: Erstens vertraut man gezielt auch dem Nachwuchs, ohne ihn ist der Kader (zu) kurz. Zweitens müssen die aus ProA und College stammenden US-Boys sofort BBL-Leistungsträger werden. Auf dem Papier sind sie keine Kracher, sondern wohl – selbst wenn sie ihr Soll erfüllen – bestenfalls solides BBL-Mittelfeld. Es sind zu einem großen Teil nicht die Spieler, von denen man mal eben ein Youtube-Highlight-Reel findet. Doch zum letzten Neuzugang Langford gibt es eins (danke an @padaborn auf sd):

Es bleibt eine Herausforderung mit diesem Kader die Klasse zu halten. Coach Stolz muss gleich in seinem ersten BBL-Jahr zeigen, dass er mit sehr bescheidenen Mitteln viel zu leisten im Stande ist. Man kann den Paderbornern nur wünschen, dass die Fans diesen Weg mitgehen auch nach den ersten Niederlagen weiter wie zuletzt in Zeiten des Erfolgs in die Halle strömen.

Nachtrag (25. August): Sefton Barrett ersetzt McCullough, den ich hier tatsächlich mit keiner Silbe besprochen hatte. Letzte Saison spielte Barrett unter dem neuen Braunschweiger Coach Machowski noch in Polen, war Allstar. Vielleicht sogar Glück im Unglück. Nicht unbedingt der treffsicherste Spieler, aber wenn man so schaut, was das für ein athletischer Fighter ist

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7 Gedanken zu „Von den Playoffs in den Abstiegskampf – Paderborn Baskets

  1. Schade, dass vermulich folgendes Szenario eintritt:

    – häufige Niederlagen
    – nachlassende Euphorie der Fans mit Besucherrückgang
    – Abstieg
    – Tanz auf dem Insolvenzseil

    Sinnvoller wäre ein Rückzug und Start in der Pro A gewesen

  2. Gerwig ist/sollte unser Starting-Center sein.. anders kann ich es mir nicht vorstellen.
    Er ist laut Infos ein reiner Inside-Player und wird wohl auch so eingesetzt.
    Terwilliger PF/C Backup

    Ansonsten spielen wir gegen den Abstieg, das ist den wahren Fans schon lange klar, ich hoffe die restliche Bevölkerung hier kann auch damit leben, mal ein paar mehr Spiele zu verlieren.
    Es wird darauf ankommen wie man Basketball diese Saison in PB vermarkten wird.

  3. Pingback: Rauschen im Blätterwald #38 – Jagla meckert und Braumann schließt Quotenerhöhung nicht mehr aus « Grübelei – Ansichten eines Basketballfans

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