Der ALBA-Fan weint…

Pista geht. Aleksandar Nadjfeji wechselt von ALBA Berlin zu den Walter Tigers Tübingen. Nur noch bei einem Heimspiel wird unser „Block C“ seinen „Freiwurfgott“ bejubeln können. Es ist ein Verlust für ALBA.

Er ist eine der Identifikationsfiguren der Liga. Aleksandar „Pista“ Nadjfeji. Vor anderthalb Jahren aus der Kölner Insolvenzmasse nach Berlin gewechselt, hat sich der Spieler, für den der Begriff des Pointforwards erfunden werden müsste, wenn es ihn nicht gäbe (so Stefan Koch), schnell in die Herzen der Fans gespielt.

Pista klatscht ab. (Bild: D. Rueckhardt)

Pista klatscht ab. (Bild: D. Rueckhardt)

Nun wechselt er zu einem low-budget Team ins schöne Tübingen und tritt die Katic-Nachfolge an. Seine Pässe, wie diesen behind-the-back-no-look Pass aus der ersten Top10 der Saison, werden wir hier vermissen:

Es wird in Tübingen seine neunte Saison in Deutschland. Gibt es einen aktiven Spieler, der der Liga länger treu war und konstant auf solch hohem Niveau gespielt hat? Mir tut es weh, dass er geht. Es war absehbar, ja. Ich hab’s auch vorhergesagt. Diese Identifikationsfigur ist Opfer der oft sinnfreien Passquote. Daher schmerzt es besonders. Allerdings – und das könnte sich ALBA durchaus fragen lassen – wäre es nicht möglich gewesen, mit Hilfe von Wowi und Co. nach den 8 Jahren in Deutschland eine Einbürgerung hinzubekommen? Das Duo, was sich blind versteht, das maßgeblich für die Meisterschaft 2007/2008 war, Nadjfeji und McElroy wird zerrissen.

Neidvoll blicke ich nach Tübingen, die Mr. Reliable nun eine ganze Saison lang in jedem Spiel sehen werden. Denn Nadjfeji spielt auch, wenn’s weh tut. Und wie oft musste er Schläge einstecken und an der Freiwurflinie leiden. Es tut mir ein wenig leid, dass er sich nun nicht mehr auf europäischer Bühne beweisen kann. Wie wäre es wohl gewesen, wenn er ein wenig früher die europäische Bühne hätte betreten können? So ist der einer der ganz großen BBL-Stars: 295 Ligaspiele, 3940 Punkte (13,4ppg über 8 Jahre) für Bonn, Köln und Berlin.

Ich verabschiede ihn daher nach Tübingen mit dem liebevoll pöbeligen Schlachtruf unserer Meckerecke:

Sasa Nadjfeji Frei-Wurf-Gott!

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12 Gedanken zu „Der ALBA-Fan weint…

    • Es ist sicherlich überspitzt formuliert. Aber er ist der eine ausländische Profi, der dank der Quotensteigerung gecutted werden musste.

  1. sekulic 30 min + chubb 10 … bajramovic 30 min + dojcin 10 … ggf rutscht cummard noch für ein paar min auf die 4 … ich sehe da lediglich legionäre, die im frontcourt die spielzeit füllen … keine grünen oder weinroten pässe …

    dafür hat alba: hamann, faßler, zwiener, schöps, seiferth, clay …

  2. Wieso ist er das Opfer? Er spielt weiter BBL, was will er mehr?
    Klar wird er in ALBA mehr verdient haben als in Tübingen, ABER sportlich ist er in Tübingen wichtig. In Berlin war er naja, Durchschnitt einer durchschnittlichen Mannschaft (Ich hab von ALBA nur Playoffs und ALBA @ Gießen gesehen)

    Wenn er die Identifikationsfigur ist, die sportlich auch leistungsfähig ist (anders als z.B. Hartenstein bei uns in Gießen) dann würde ich als Verein doch versuchen ihn zu halten.

    Aber warum ALBA überhaupt einige Spieler dieser Mannschaft behalten hat, ist mir nach den Paderborn- und Bonn-Spielen ein Rätsel!

    • Das Alba die Meisterschaft als sein größtes Saisonziel nicht erreicht hat, ist/war enttäuschend, aber so schlecht, dass man gleich alle rausschmeißen muss, fand ich die Saison jetzt auch wieder nicht.

      Und ich glaube einfach, dass Pavicevic sich auf der 4 zwischen Dojcin und Nadjfeji entscheiden musste und wer dort der Favourit des Coaches ist, sollte ja relativ klar sein.
      Ich werd ihn auch vermissen mit seinen Traumpässen und seinen Versuchen sich im Fantalk vor dem Gebrauch der deutschen Sprache zu drücken ;). Viel Glück in Tübingen!

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  4. Na, das ist ja Ostern und Weihnachten für Tübingen. Ein Führungsspieler und erfahrener Mann, der auch die fehlende Erfahrung im Tübinger Coaching-Team ausgleichen kann.

  5. Pista ist nach Tübingen gegangen weil er gut mit Igor Provic(Headcoach der Tigers) befreundet ist. Außerdem kann er dort eine Führende Position einnehmen
    zudem ist Tübingen ein hübsches Städtchen für seine 5 köpfige Fam
    ilie.
    Er wird dort diese saison im fastbreak Stil mit seinen guten pässen perfekt zu den atlthischen Flügeln (Romeo Travis, Dane Watts) und Guards (Michael Jenkins und Darryl Hudson) passen.
    Deshalb wollte Tübingen ja auch einen guten Spieler mit Basketball IQ…

  6. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, sagt ein Sprichwort. Das gilt wohl auch für ALBA. Hätte man Nadjfeji behalten wollen, hätte es sicherlich Möglichkeiten gegeben. Niemand hat Baldi gezwungen Dojcin weiter zu verpflichten, niemand hat Pavicevic gezwungen seine Mannschaft so mit Ausländern zu strukturieren. Es hätte ja auch Wysocki statt Cummard sein können, etc. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Der gemeine ALBA Fan wird sich auch daran gewöhnen, wir in Bamberg leben auch noch ohne Ensminger. Er – der andere aktive Spieler auf ähnlichem Niveau – und Nadjeji, das sind noch Spieler nach meinem Geschmack. Schön, dass Nadjfeji in der BBL bleibt.

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