Glückwunsch, Bamberg!

Ehre, wem Ehre gebührt! Daher eine schnelle 5-Minutenblogterrine anläßlich des Titelgewinns:

Deutscher Meister 2010 - Brose Baskets Bamberg!

Deutscher Meister 2010 - Brose Baskets Bamberg!

Zu allererst Glückwünsche ins Frankenland zum Titel des Deutschen Basketballmeisters 2010!

Eine packende Serie mit einem noch packenderen Entscheidungsspiel 5 liegen hinter uns und der verdiente Sieger heißt Brose Baskets Bamberg. Das begehrte Double – Pokal und Meisterschaft – ist perfekt.

Nur einen winzigen Atemzug danach muß man Frankfurt gratulieren, die ein toller, ebenbürtiger Gegner waren, fast unmögliches probiert haben  und „gemainsam“ mit Bamberg das ablieferten, was die Liga verspricht: „Atemlose Spannung“ indeed.

Was für ein Spiel, was für ein Finale!! Die Herzkurve dürfte bei etlichen Basketballfans nicht mehr so hübsch symmetrisch ausgeschaut haben, wie auf dem neuen Beko BBL-Logo. Etliche Zacken und heftige Ausreißer nach unten und oben gab es auf dem Feld wie auch am Fankardiogramm. Begeisternder Basketball mit Kampf, Einsatz, Willen, Dramatik und Leidenschaft pur und alles was man sich als Fan der Sportart nur wünschen kann, bot das heutige Finale.

Respekt und Dank gehen dafür an beide Teams und Trainer, die wirklich alles aus sich herausholten und dem Gegner ebenso alles abverlangt haben.

Normalerweise nicht der Moment einzelne Spieler hervorzuheben, schon gar nicht in diesem ultimativen Mannschaftssport, hier und jetzt muß es jedoch einmal sein, denn sonst täte man den 4 Akteuren Unrecht, die heute herausragten.

Riesenrespekt nach Frankfurt!!!!

Riesenrespekt nach Frankfurt!!!!

Erster Lorbeerkranz geht an den „unlikely hero“ Tibor Pleiß. In einer Mannschaft gespickt mit BBL-Superstars, war es überraschend der 20jährige, der mit 9 seiner 10 Punkte im Schlußviertel den Bamberger Vorsprung über die Zeit rettete. Bezeichnend die Szene anderthalb Minuten vor Ende: 63-62 Brose und Bamberg hat den Ball, spielt lange die Uhr runter. Die Angst der Akteure einen entscheidenden Fehler zu machen ist beinahe greifbar. Unbekümmert, sich aber völlig der Wichtigkeit der Situation bewußt, fasst sich Pleiß ein Herz, als seine Mannschaftskamerden nicht wollen oder können und versenkt nahtlos den Jumper. Titel: Matchwinner.

Zweiter Broseakteuer auf der Liste ist Anton Gavel, der nach einem bescheidenen Spiel 4 in Frankfurt heute ganz groß zurückkam. Topverteidiger und Topscorer seines Teams mit 16 Punkten, darunter 3 von 5 Dreiern, einer davon der vorentscheidende Korb zum 68-64 33 Sekunden vor Schluß – eiskalt und gegen den Mann mit der typischen Flugkurve und Scheitelpunkt auf 3m 10 maximal. Titel: Differencemaker und heimlicher Brose-MVP 2010.

Auf Frankfurter Seite geht der große Respekt an Dauerläufer Pascal Roller mit dem Herz eines Löwen und den Nerven aus Stahl. 20 Punkte und 5 von 9 Dreiern erzielte der Skylinersakteur, beeindruckend aber vor allem die Art und Weise. Immer wenn die Uhr gerade ablief, Frankfurt dringend Punkte brauchte und die Situation ausweglos schien, kam Frankfurts Kapitän und machte den Korb. Respect due! Titel: stiller Riese.

Last but not least, Frankfurts Seth Doliboa, mit einer Sahneleistung nach eher schlechten Playoffs, aber heute mit 11 Rebounds und 19 Punkten bei unfassbaren 70% Trefferquote aus dem Feld in nur 26 Minuten, die Überraschung auf Seiten der Hessen. Titel: Handwerkermeister.

Beide Frankfurter auf dieser Sonderliste am Schluß mit entscheidenden vergebenen Freiwürfen, die letztendlich vielleicht den klitzekleinen Unterschied ausmachten.

Wir haben eine ungewöhnliche aber aufregende Serie gesehen und ein tolles Spiel 5. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht live oder am TV zuzusehen und nicht von ungefähr wurde heute in Gießen ein kleines griechisches Lokal lautstark zusammengebrüllt.

Vielen Dank an die Brose Baskets Bamberg und Deutsche Bank Skyliners Frankfurt für dieses fantastische Finale!

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9 Gedanken zu „Glückwunsch, Bamberg!

  1. So eine exquisite 5-Minutenblogterrine wie hier gibt es in Echt gar nicht.
    Fünf Sterne.
    Und schon gar nicht in 5 Minuten.
    Umgekehrt.

    Sers

  2. Mir fehlt ein Hinweis auf die genial-dämlichen Sprüche des Herren Baecks ;-) Vielleicht sollte man da mal ein „Downlight-Video“ machen von…

    Danke an alle für diese Playoffs und der OSB und dem Gruebler nochmal für das Bloggen über die lange Saison.

    Hoffentlich müssen wir nicht in der recht kurzen absoluten Offseason auf eure Kommentare verzichten. Schoenen Dunk für die Gruebelei!

  3. Kleines Zitat aus meinem Posteingang von heute morgen:
    „da hab ich als fußballfan gestern lieber bbl geguckt, als wm! geiles spiel! […]“

    Sowas hört man gerne.

    • :-) …..genauso ging es uns auch. Leute, die eigentlich zum Fussigucken kamen, wollten BB weitersehen. Man muß aber den Frischlingen viel erklären.
      Das Spiel bzw. die Liebe zum Spiel scheitert nicht an mangelndem Zuspruch, den kann man generieren. Es scheitert ganz klar am mangelnden Zugang! Ein paar Erklärungen, ein paar gute Geschichten, bisschen Hintergrundwissen und die Basketballguckrookies waren begeistert! Nur so kann man den Sport groß machen – den Leuten den Zugang schaffen!!!
      Fussball ist einfach, da braucht es nicht viel. Basketball ist komplex, ziert sich und bleibt ohne „Hilfe“ den allermeisten verschlossen.
      Wir brauchen Basketball-Botschafter…..

  4. Pingback: Tibor Pleiss – wanted by the NBA? « gruebelei.de – Ansichten eines Basketballfans

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