Neues zur Schiridebatte

Vorgestern startete Marco Baldi die Schiri-Debatte. Auf schoenen-dunk.de musste er viel Schelte einstecken. Es gibt nun auch erste Reaktionen anderer Offizieller und mehr Details in der Presse. Ein paar Links, Kommentare und überraschend viel Unterstützung für ALBA.

Nach anfänglichem Mimimi und Dampfablassen wird die Debatte auf schoenen-dunk.de deutlich sachlicher. Natürlich sind sich die Fanlage nicht einig. Weder in der Analyse noch in den Forderungen, aber zumindest entwickelt sich ein wenig eine Debatte darüber was Baldi da eigentlich bemängelt und was die unterschiedlichen Fangruppen an der Schiri-Qualität stört. Gemeinsamer Nenner ist wohl, dass die Euro-Refs besser sind und wir wollen, dass unsere Refs ebenso gut werden.

Vor allem aber gibt es mehr Presse und doch recht viele neue Töne.

Spiegel Online stellte gestern abend dar, dass die Reaktion der Liga gar nicht so holzschnittartig ist, wie sie von der Morgenpost (und in der Folge den DPA/SID-Beziehern) geschildert wurde. Klar steht Baldi eine Strafe zu befürchten, doch eben nicht sofort, sondern nur nach verfahrensgemäßer Anhörung.

Gerade der Aspekt der Qualitätsdebatte mit der Liga anhand von Videoszusammenschnitten wird deutlicher, so schreibt Spiegel Online:

Die Basketball-Bundesliga bestätigt, dass es Austausch mit den Vereinen gibt und dass dabei auch Fehler eingeräumt werden. Sprecher Kaiser verweist aber auf die stetige Arbeit an der Professionalisierung der Schiedsrichter.

Im Print bringt heute die Süddeutsche Zeitung (bislang nur Print, 23.3.2010, S. 29) einen Vierspalter, der sogar aus den Antwort-Mails der Liga auf die Videos an ALBA-Berlin zitiert:

„Dei langem schicke ALBA Videoclips mit diskutablen Szenen zur BBL, sagt Harnisch, und er liest Antwortmails vor, in denen Pfiffe von „Kreisklassenniveau“ eingeräumt würden und die Versicherung: „Kümmere mich um das Thema!“ Und genau das sei das Anliegen, sagt Harnisch: „Da passiert eben nichts“.

Danach gibt die Süddeutsche auch Jens Staudenmeyer und Wolfgang Heyder Raum und bringt viele neue O-Töne (ergo: Ab zum Kiosk, kaufen!). Heyder schließt sich – für einige wohl nicht ganz überraschend, für manch einen bisher reflexartig zubeißenden Bamberger Fan vielleicht schon – der Qualitätskritik von ALBA an, sagt gar:

eine „wilde Jagd auf Topspieler“ wie den Berliner Jenkins werde zugelassen

Auch Bundestrainer Bauermann stellt sich in dem Artikel zumindest indirekt an die Seite ALBA Berlins und fordert eine internationale Linie mit mehr Physis. Staudenmeyer stellt im Gegenzug umfangreich dar, wie die Praxis der Schiri-Evaluation ist, wo deutsche Schiris international auftreten und glaubt weiter fest daran, dass die BBL-Schiris europäische Qualität hätten, geht gar in die Offensive:

„Wir haben Schiedsrichter, die europäisch auf einem Niveau pfeiffen, wo unsere Klubs nur noch zugucken“.

Das dürfte wohl auf Robert Lottermoser verweisen. Der hat bislang auch 10 von 27 ALBA-Ligaspielen gepfiffen, davon vier der sieben ALBA-Niederlagen.

In anderen Medien wird auch die Tendenz deutlich, dass Baldis Forderungen unterstützt werden.

In der Abendzeitung kommt Wolfang Heyder zu Wort und mahnt an, dass insbesondere Tibor Pleiss verpfiffen werde und so die Nachwuchsentwicklung erschwert werden. Auf Facebook bringen die Brose Baskets dann auch gleich ein Video mit einer solchen kritischen Szene. Ein Pfiff, wie wir ihn auch von einem Sharrod Ford oder Tim Ohlbrecht kennen. In der Vergangenheit las man auf schoenen-dunk immer wieder, dass die deutschen Refs ja grad die deutschen Nachwuchsspieler eher auf dem Kieker hätten… (aktuell auch auf lee’s corner in Bezug auf Benzing)

In der Braunschweiger Zeitung utnerstützt Phantoms-Manager Oli Braun die Forderungen von Baldi und sagt:

„Alba ist in vielen Dingen Vorreiter für die Liga, während andere nur ihre Interessen sehen. Ich verstehe Marcos Aussagen als Appell, dass es an der Zeit ist, was zu ändern.“

Und rein nachrichtlich:

Eine andere Schiridebatte führt allesaussersport im Facebook-Status:

College Basketball liefert Argument gegen TV-Schiedsrichter. „Hey! Wir wollen nur gucken ob Buzzer Beater rechtzeitig geworfen wurden“ hieß es anfangs. Zwei Jahre später werden nun auch Dreier kontrolliert, ob sie von außerhalb geworfen wurden. Wenn man erstmal den TV-Schiri hat… würde auch im Fußball nicht anders sein. Daher mein Nein zu Ober-Refs an den TV-Monitoren beim Fußball.

Was sagt eigentlich die Euroleague zu Schiedsrichern und Linien?

Immer mal wieder zur Erinnerung ein schönes Dokument über eine Schiri-Liniendebatte bei der Euroleague:

The meeting opened with a single question, “What kind of game do you want in the ULEB competitions?” The floor was opened to those coaches present and an in depth discussion took place centered around the type of game that was seen in the Final game in Athens. The overwhelming consensus of the coaches was that the referees must eliminate the illegal contacts that prevent an open and skilful performance by top quality players.

und wo wir grad beim Verteidigen von Spielern wie Jenkins sind, ein zweites Zitat:

When FACING opponents, players may not use a hand or forearm to play defense, denying the first quick step by offensive players nor may the dribbler use his forearm to push off his defender. These small contacts give a clear advantage to the player using them and must be stopped as early a possible in the game. By insisting on correct behavior by all players the quality of the game will improve as well as the spectacle for the fans.

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3 Gedanken zu „Neues zur Schiridebatte

  1. Pingback: Derrick Byars und Basketball aus Fußballersicht « Grübelei – Ansichten eines Basketballfans

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