frog1 – Von Kaulquappen und (Ver)Peilungen

Als erstes muss ich mich entschuldigen. Jeder Frosch hat mal klein angefangen und dieser ganz besonders. Er ist sehr spät dran. Das liegt – wie bei allen Fröschen – unter anderem am kalten, schlechten Wetter.  Seit Anfang November weiß ich, dass es nach Paris geht – Euroleague Final Four. Top of the Pops. Creme de la creme des europäischen Basketballs. Das Beste vom Besten, was der alte Kontinent korbwerferisch zu bieten hat.

Wer mich kennt, weiss, dass das geradezu nach typischer osb-Organisation schreit. Perfektionistisch bis zur Unerträglichkeit und immer die Geduld meiner Mitquappen strapazierend, würde ich natuerlich alles bis ins Detail planen. Oder auch nicht.

Irgendwie war wohl zu viel Zeit oder zu viel Bequemlichkeit per Fremdbestimmung durch eine VIP-Maschinerie im Spiel, für die ich zwar sehr dankbar bin, die mich aber auch streckenweise nervt ohne Ende. Wie auch immer. Das Gegenteil von gut gemacht, ist gut gedacht und so ging es Donnerstagfrüh mit la vollgestopft voiture und voll verpeilt gen französische Grenze. Peilung Süd-Südwest. Schlechte Vorbereitung ist alles.

„Bestes Bloggerwetter“ dachte ich mir, als es wieder mal Hunde und Katzen regnete. Wie auf dem Weg nach Polen. Nur dieses Mal auch noch eiskalt dazu. 2,5 Grad und bitterkalter Wind sowie leichte Zweifel, ob die notwendigerweise an Bord befindliche schicke Garderobe darob nicht für eine ebenso schicke Lungenentzündung sorgen wuerde. Ach, was solls, Simone de Beauvoir ist dran gestorben in Paris, kann also nichts schlechtes sein. Rüber über die Grenze nach La France. Mal wieder bei der Grande Nation vorbeischauen. Aus dem Radio dringen über RPR1 die leicht angesäuerten Milchideen aus dem hohen Wald und ich denke an die total verkorkste Trierer Saison. Schade drum. Ein Team, das ich deutlich weiter vorne gesehen hätte, genauso wie Ludwigsburg, Artland und Düsseldorf.

Irgendwie bin ich nie warm geworden mit Frankreich, das fing schon damals zu Schulzeiten an. Freunde auf anderen Schulen (mit Englisch oder Französisch als erster Fremdsprache) gingen aus mir unerklärlichen Gründen in den Schulferien ständig auf Landverschickung in irgendwelche verschwisterten Dörfer am Ende der franko- oder anglophilen Welt. In Ermangelung einer Zeitmaschine blieb mir dasselbe Schicksal mit Latein und Altgriechisch erspart und ich konnte in Ruhe mit Freunden auf dem Freiplatz zocken.

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Hier eine erste Diashow mit Bildern von gestern.

Frankreich ist für mich bislang nicht viel mehr, als ein lustiger aber völlig missglückter Kurztrip aus der Kinderzeit mit Vater und Bruder, der nolens volens im (selbstgetauften) „Hotel du Cacerlaque“ irgendwo im algerischen Viertel endete. Immerhin, diesmal hatte ich vorab für eine taktisch geschickte Unterkunft gesorgt. Wenigstens etwas.

Die Fahrt nach Paris verläuft ereignislos bis auf die Erkenntnis, dass die Italiener uns einiges voraus haben. Deren Mütter, die LKWs ziehen, sind deutlich besser organisiert als die der Giessener oder Bonner. Eine ganze LKW-Kolonne mit www.mutti.it auf der Seite beschaeftigt uns mit interessanten Manövern auf der zahlungspflichtigen Autobahn. Dazu noch scheußliche Pseudokunst aus Plastik entlang dieser A4, die angeblich dazu dienen soll, dass man auf der langweiligen Autoroute nicht einpennt. Das klappt. Wir schwanken zwischen Lachen und Aufregen ob der Grässlichkeiten.

Und dann sind wir auch schon da. Ahhh, Paris! Irgendwie immer erhebend diese grossen Boulevards, der Eiffelturm, der chaotische Verkehr. Incroyable. Man fühlt sich gleich so weltmännisch bis -fraulich – bis ja, bis einen der Concierge auf französisch anspricht und auf den Boden zurueckholt. Ich versteh kein Wort, aber sage „Oui“ und „Bien sur“ und nicke, bis ich mein Bett kriege. Schnell schlafen und morgen ganz früh an die Halle. Das NIJT, das mobile Russencafe, die beruehmte „Basa 25“ locken, ebenso wie der VIP-Cocktailempfang. Verdammt jetzt bin ich aufgeregt – und wie!

Ricky und JCN. Ohio State-Produkt Scoonie Penn und „ich-geh-nicht-aufs-College-ich-verdien-lieber-Geld-US-Skandal“-Josh Childress. Jan Veseley und Adrialeague-3er-Knaller Dusan Kecman. Mein EM-Freund Ponkrashov und der Alaskaner Trajan Langdon. Und ich mitten drin. Was kanns Besseres geben?

Her mit den kleinen Basketballern!

osb sagt au revoir und der Bericht vom Spieltag folgt so schnell es geht ;-)

Childress wird gedehnt

Ganz nah dran, statt nur dabei.

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8 Gedanken zu „frog1 – Von Kaulquappen und (Ver)Peilungen

    • Mal sehen, ob sie sich weiter erklärt. Ich kann nur sagen, dass meine hoch geschätzte Bloggerkollegin ganz offensichtlich das Glück gepachtet hat. Die Bilder sind von ihr und die Perspektive sagt wohl alles über ihren Sitzplatz.

  1. “ich-geh-nicht-aufs-College-ich-verdien-lieber-Geld-US-Skandal”-Brandon Jennings
    “ich-geh-als-bester-sechster-Mann-verdien-viiiieeeell-Geld-US-Skandal”- Josh Childress

    • jupp, sicher doch. verpeilt eben ;-) kommt davon wenn man gerade vorher noch ueber nba sinniert…

  2. Pingback: Tweets die frog1 – Von Kaulquappen und (Ver)Peilungen « Grübelei – Ansichten eines Basketballfans erwähnt -- Topsy.com

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