Gastbeitrag: Ein gemütlicher Abend im Spiroudome

Spirou Basket Club logo

Image via Wikipedia

(Christophe von europeanprospects.com schreibt) Gestern ging die Saison 2010/2011 für mich los mit dem ersten offiziellen Pflichtspiel, das ich besuchte. Durch das doch etwas überraschende Ausscheiden von Unics Kazan gegen Spirou Charleroi ergab sich für mich die Möglichkeit die „Carolos“ bei ihrem Heimspiel gegen ALBA Berlin zu besuchen. Kurzerhand eine fachliche Begleitung gesucht und schon war die Akkreditierungsanfrage im Emailausgang. Nach kurzem Hin- und Her- (Zeigen Sie einfach ihre Pressekarte am Eingang – Ich habe keine Pressekarte, ich bin Blogger – Dann zeigen Sie einfach diese Email), ging es dann auch am Dienstag gleich nach der Arbeit auf die Autobahn Richtung Charleroi.

Knappe zwei Stunden später waren wir dann auch schon beim Spiroudome, der Halle, die bekannt ist für die frühere Austragung der ULEB-Cup Finals und die nach dem gleinamigen Comichelden Spirou benannt ist, der auch der Namensgeber der Clubs und offizielles Maskottchen ist. Am Empfang gab es dann leider eine kleine Entäuschung, wir bekamen keine Presseplätze (und somit Zugang zum bekannten üppigen VIP- und Presse-Buffet). Jedoch wurden uns zwei Freikarten ausgeteilt, direkt neben dem Spirou Fanblock in Reihe 3 hinterm Korb. Geht schlimmer…

Was mir als erstes auffiel, waren die vielen Leute die bereits eine Stunde vor dem Spiel in der Halle waren und sich über die letzten beiden Euroleague Heimspiele unterhielten bei gutem belgischen Bier (Chimay für die Kenner, aber dazu später noch mehr). Man besprach schon die möglichen Gegner in der Regular Season während ich mich von einem leckeren mit Sauce Bolognaise gefüllten Reis-Tennisball ernährte. Die Zeit verran relativ schnell und wir machten es uns in der Halle gemütlich die sich dann auch langsam aber bei weitem nicht ganz füllte. Die Spielpräsentation erfolgte und der Hallensprecher verkündete mit sichtlichem Stolz die Nummern der ALBA-Spieler auf Deutsch. Der übliche Geschenkaustausch war dann doch sehr interessant, da die Spirou-Spieler ihren doch etwas verdutzten Gegner jeweils eine 0,75l Flasche bestes Chimay Bier in die Hand drückten. Patrick Femerling schien sichtlich erfreut darüber und es würde mich nicht wundern, wenn er die Flaschen der anderen einsammeln wird, um diese zu Hause zu verkosten.

Die erste Halbzeit verlief dann sehr ausgeglichen, wobei auffiel, dass ALBA zuerst sehr stark den Ball ans Brett bringen wollte, um die wenigen belgischen Big-Guys in Foul Trouble zu bringen. Dies gelang sehr gut, da bereits 2 Lange nach 4-5 Minuten mit 2 Fouls auf die Bank mussten. Hier hatte Tadija Dragicevic ganze Arbeit geleistet, da er entweder aufpostete oder vom Zonenrand den Drive suchte. Auf der anderen Seite sah man dass Spirou genau das gegenteilige Spiel suchte und hauptsächlich auf den Guard Positionen gefährlich war. Nach einem starken ersten Viertel verflachte dann das Spiel in Q2 und es ging mit knappen Unterschied in die Pause. Die Spieler müssen dafür sehr sehr nahe an den Fans vorbei und teilen sich sogar die Toiletten mit den Zuschauern. So hatte ich das Privileg, mich neben Yassin Idbihi zu erleichtern und Andre Riddick im Toilettenausgang zu kreuzen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Belgischen Fans einen sehr persönlichen Draht zu den Spielern pflegen. Bei Freiwürfen hört man sehr viel persönliche Unterstützung mit Anfeuerungen durch Rufen des Vornamens des Spielers. Ausserdem wird Publikumsliebling Riddick besonders lautstark angefeuert wenn er an die Freiwurflinie tritt. Bei seinem ersten Versuch hat man dann auch gesehen wieso. Mit etwas Glück gelangte der Ball an den Ring wohingegen der zweite mit Brett (ohne Ansage) verwandelt wurde.

Die zweite Halbzeit begann wieder sehr stark und Derrick Allen zeigte wieso man ihn nach Berlin holte und machte mehrere Körbe in Folge. Total erschöpft wurde er nach 5 Minuten ausgewechselt um gleich wieder zurückzukommen und sein Hustle-Festival in der Zone fortzuführen. Spirou blieb im Spiel durch das starke Auftreten von Demond Mallet und ein kurzer Run zu Beginn des 4ten Viertels brachte Spirou einen kleinen Vorsprung, den ALBA aber nie mehr aufholen konnte. Zwei schöne Offensivrebounds von Hollis Price und ein sehr starker Imac in der letzten Minute verkürzten den Rückstand wieder und man hatte ein bischen das Gefühl als wüsste Spirou nicht so recht was sie jetzt tun sollten: entweder den kleinen Vorsprung halten oder noch versuchen so viel wie möglich dazuzulegen durch einen schnellen Abschluss. So kam ALBA zu einer letzten Wurfchance für Dragicevic die dieser jedoch nicht verwerten konnte. Die Fans waren zufrieden wegen des Sieges und es werden sich wohl einige finden die sich am Samstag um 23h30 in den offiziellen Fan-Bus setzen, um nach Berlin zu kommen. Für mich hieß es dann wieder zurück nach Hause nach einem doch bereits sehr ansehnlichen Spiel auf gutem Niveau. Nach Charleroi wird es auf jeden Fall noch einmal zurück gehen diese Saison, entweder für Euroleague oder dann doch nur Eurocup.

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Ein Gedanke zu „Gastbeitrag: Ein gemütlicher Abend im Spiroudome

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