Kontinuität und Erfolg

Jason Gardner, Daniel Hain, Je´Kel Foster, Marco Buljevic, Rickey Paulding, Jasmin Perkovic, Daniel Strauch, Milan Majstorovic und Marko Scekic. Neun Spieler der Meistermannschaft bleiben in Oldenburg, soviel steht schon jetzt fest. Was heißt das für die Liga?

Man muss es sich schon auf der Zunge zergehen lassen: Oldenburg hat keine vier Wochen nach dem Finale den Kern der Meistermannschaft für’s kommende Jahr unter Vertrag. Gestern Majstorovic, Scekic und Buljevic – das Oldeburger Sportblog hat es grad erst kommentiert – und heute dann Nr. 2 und Nr. 3 im Trio Infernale: Paulding und Foster.

Mit Ausnahme von Ruben Boumtje-Boumtje die gesamte Starting Five. Sechs von acht Spielern der berüchtigten kleinen Rotation und die drei bisherigen drei deutschen Banksitzerspieler.

Wer ist 2009/2010 in der Liga der Gejagte? Ich glaube, dass man diese Frage nun leicht beantworten kann. Es wird Oldenburg sein. Kein anderes (Spitzen-)Team wird so viel Kontinuität aufweisen. Acht aus Lukas 10er Rotation? Davon ist ALBA noch nen ganzes Stück entfernt und wahrscheinlich ist es – traut man den Gerüchten – erst recht nicht.

Oldenburgs „Nachteil“, wenn man ihn so nennen will, ist, dass große Anpassungen an die Euroleague oder „Verbesserungen“ jetzt auch nur noch auf drei Positionen möglich sind und eine davon ein deutscher Spieler sein muss.

  • SG/SF (2008: Miladin Pekovic).
  • PG/SG (2008: Jonathan Wallace).
  • C (2008: Ruben Boumtje-Boumtje).

Einen deutschen 1/2er, der Euroleague spielen kann, sehe ich nicht auf dem Markt. Da hat man zudem Hain als Bankspieler, der ja auch in den Playoffs gut eingesprungen ist. Center Socke statt Ruben B^2? Nach letzter Saison kein Upgrade. Einen 2/3er statt Pekovic (der auch Minuten bekommen hat)? Greene böte sich an…

Letztlich ist es müßig zu spekulieren. Krunic hat in den vergangenen zwei Jahren nahezu perfektes Scouting gezeigt. Die Mannschaft von 2008 hat 2009 nochmal einen Qualitätssprung gemacht. Ein zwei gezielte Upgrades (was wäre ein Upgrade zu Ruben?) hinzu und sie wird nun endgültig der Maßstab in der Liga sein.

Noch bleibt das Manko: Einen Nationalspieler leisten sich die Oldenburger nicht. Aber vielleicht ändert sich das ja noch.  Saßen bei ALBA diese Saison Herber und Zwiener, so kann man bei Oldenburg wohl schon jetzt sagen, dass auch nächste Saison Strauch, Hain und Buljevic wohl archetypische Quotendeutsche sein werden, auf die beim Spitzenteam immer böse mit dem Finger gezeigt werden wird. Willkommen im Club. Aber ganz vielleicht wird ja doch mal mit ner tieferen Rotation gespielt und Hain darf konstant zeigen, was er drauf hat.

Trotz all der Meckerei. Die Kontinuität Oldenburgs von 2008 zu 2009 war einer der Schlüssel für die Meisterschaft. Einige Clubs scheinen dieses Erfolgsrezept begriffen zu haben und beschreiten nun ebenfalls diesen Weg. Trier und Düsseldorf sind zwei Beispiele für große Kontinuität. Auch Hagen will nur auf drei (Rotations-)Postionen umbauen.

Anderenorts sieht man (noch) größere Baustellen. Teils (Ulm, Braunschweig) gibt es auch wieder einen Totalumbau. Ob diese Teams Erfolg haben werden? Spieler, die länger zusammenspielen, machen meist bessere Mannschaften aus. Kaum eines der echten Topteams Europas baut jede Saison um. Kontinuität bringt Identifikation, gerade auch außerhalb des Standortes und ganz offensichtlich in dieser schnellebigen Liga auch Erfolg.

Vor allem scheint mir Oldenburg die erste erfolgreiche Meister- oder Pokalsiegermannschaft seit Jahren, die in dieser Dichte zusammengehalten wurde. Das ist neu. Das ist eine hohe Messlatte für andere Teams. Auch wenn der Oldenburger Erfolg früh kam. Das nötige mehr an Geld scheint locker gemacht worden zu sein, um Finals MVP und Liga MVP und fast das gesamte Team zu halten.

Respekt und Glückwunsch Oldenburg. Alles richtig gemacht.

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9 Gedanken zu „Kontinuität und Erfolg

  1. Gelungene Bestansaufnahme! Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass das Oldenburger Management nach dem Beck-Desaster noch so lernfähig ist. Ich bin guter Dinge, dass die restlichen „drei Puzzleteile“ auch noch perfekt eingepasst werden.

  2. Respekt!!! Schnell und effizient – wie in den Spielen der abgelaufenen Saison.

    Die zweite deutsche Meisterschaft zu holen werden so hoffe ich schwer die Brösels verhindern zu wissen.

  3. Ich denke man sollte ein bischen unterscheiden zwischen dem Gesamtumbau bei Ulm und bei Braunschweig. Während es bei Ulm eher nach einem gezwungenen Umbau aussieht da die Spieler nicht verlängern wollen ist es bei Braunschweig wohl eher der Coach der neue Spieler will

    • Ja, natürlich. Ich wollte dies auch nicht näher bewerten, sondern nur feststellen, dass quantitativ ein Umbau bzw. Neuaufbau vollzogen wird.

    • ja ich denke auch das da das Problem der „kleineren“ Vereine schnell ein ganz grosses wird bei den finanziellen Vorstellungen der Spieler einfach nicht mithalten zu können. Hätte man die Kohle am Start gehabt, hätte man bestimmt Jeff und Co. gerne gehalten. Dem war leider nicht so – hoffe das der Neubeginn ein guter wird ;)

    • ja, das denk ich auch. Wenn man dem Ulmer Management glauben schenkt (und ich tu das bevor mir jemand das Gegenteil beweist), dann haben alle Spieler außer Schröder ein Angebot zur Verlängerung bekommen, das sich im eben leider überschaubaren finanziellen Rahmen liegt. Annehmen wollte es wohl keiner. Mal sehen wer dann wo bei einem großen Club unterkommt ;-)

  4. Na ja, ob dieser Kader qualitativ und quantitativ in der EL mithalten kann, frage ich mich doch.
    Und die Belastungen in der EL, und sei es das allein Reisen in ganz Europa und dazwischen in D BBL spielen müssen, wird diesen Kader auch ankratzen.

    Man fragt sich auch, ob nicht ein Oldenburger nicht doch ein besser bezahltes Angebot aus dem Ausland gehabt hatte.

    • Da Oldenburg in der EL eine Hammergruppe erwischt hat, die allerdings als Zuschauer sehr atraktiv ist, wird bei der Spielersuche nur zweitrangig auf die EL geguckt.
      Sopot und die Russen sollte man im Auge behalten. Die anderen sind finanziell so weit von gut und böse entfernt, da wird nur mit viel Glück von uns und Pech der anderen etwas zu holen sein.

      Ich denke wir haben noch eine tolle Saison vor uns, bevor es dann nach 3 Jahren auch in Oldenburg einen Umbruch geben wird.

      Ich erwarte, dass man oben mitspielt und das Heimrecht in den Playoffs ergattert. Das was dann kommt, kann man eh nicht planen.

  5. Pingback: Ein Kader zum Repeat? Oldenburg ist komplett. « Grübelei – Ansichten eines Basketballfans

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