ALBA Saisonvorschau Teil 3: Zwienern und die Jacobsen-Hypothese

Neben den beiden Aufbauspielern finden sich bei ALBA Berlin in der typischen Luka-Rotation im Backcourt drei Spieler, die man irgendwie zwischen Shooting Guard und Short Forward einordnen würde. Mit Jenkins und Mac stehen zwei fest. Doch der dritte Mann, der letzte „kleine“ Rotationspieler, ist diese Saison schon eine mittlere Überraschung.

Letzte Saison war dies Casey Jacobsen (über Teile der Saison auch Julius Jenkins). Dahinter saßen Herber und Zwiener auf der Bank. Hier gibt es den krassen Umbruch. Kein Star, sondern – das zeigte die Vorbereitung – der 24jährige Philip Zwiener (2,9p, 7mpg, 13 Spiele) wird hier wohl endlich seine 15 Minuten bekommen. Überraschend? Die Verlängerung war dies sicherlich. Das „Free Zwiener Movement“ jubilierte schon. Doch „zwienern“ ist nicht nur das Unwort der Offseason, sondern möglicherweise die klügste Entscheidung eines deutschen Kaderspielers: Von der Bank eines Euroleagueteams mit verkürztem Nationalmannschaftssommer in die Rotation eines Euroleagueteams. Zwiener als Krisenprofiteur. Einen sauberen 3er, sicheres Ballhandling hat er, defensiv zumindest nicht unterdurchschnittlich. Das reicht bei Pavicevic. Dazu sah man in der Vorbereitung – und auch den wenigen Einsätzen der letzten Saison – immer wieder einen schönen, aggressiven Zug zum Korb. Ich hoffe, dass er der leicht schnarchigen o2 world weiterhin den Hallo-Wach-Kick gibt, die Fans ihre Zwiener-Euphorie bewahren, wenn er nun auch häufiger eingewechselt wird.

Aber da wurde doch noch College-Absolvent Lee Cummard (Brigham Young Univ.) geholt, mögen jetzt einige fragen. Cummard ist ein extrem schlaksiger Shooter, am College auch sehr hochprozentig. Jedoch eher der Typ, der in der Mensa von der Kantinenfrau die Extraschippe auf den Teller geknallt bekommt. Bereits vor der Mannschaftsvorstellung bei der Jubiläumsfeier war Cummard Geschichte. Der Vertrag wird aufgelöst. Seine Verpflichtung war mutmaßlich der Grund für Herber, das Weite zu suchen. Doch den Konkurrenzkampf in der Offseason hatte er schnell gegen Zwiener verloren . Wer einmal auf der Bank sitzt, der sitzt, oder geht….

Kommt hier noch ein Spieler? Die Meldungen sind widersprüchlich. Für den Saisonstart und die EL-Quali wohl nicht. Danach wahrscheinlich schon. Pavicevic scheint einen Spieler auf der Bank zu brauchen, der ggf. mal Feuer macht und für Verletzungen da ist, einen „Subotic“ (wie in der Meistersaison). Irgendwie sehe ich Schweitzer da schon die Brieftasche für ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk zücken. Erst einmal wurde der Auflösungsvertrag mit Joe Herber wieder aufgehoben. Wenn das Kreuzband schnell heilt, dann könnte er Ostern schon wieder im Kader stehen.

Slam und Freaknik schrieben auf euroleagueadventures.com, dass der Abschied von Jacobsen das Team besser machen würde. Kann Zwiener diese hohe Messlatte erfüllen? Hier der Originaltext:

The Casey Jacobsen Hypothesis
• States that a team will be better the following season after a certain player leaves.
• To qualify for the hypothesis a player must have started for a team and been an impact player.
• For the hypothesis to be proven correct the player’s former team must have a better season the season after his departure, and his replacement must put up a higher Player Index Rating per 30 minutes than his predecessor

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Ein Gedanke zu „ALBA Saisonvorschau Teil 3: Zwienern und die Jacobsen-Hypothese

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