Haters gonna hate oder wieder eine Wildcard für ALBA Berlin

ALBA Berlin spielt kommende Saison in der Königsklasse. Das ULEB Commercial Assets Board, der Eigner und Veranstalter der Euroleague hat sich entschieden ALBA Berlin die C-Lizenz zu geben. Sie haben es werbewirksam begründet.

Euroleague Final Four 2012, (c) Ulf Duda

Goldgeber Konfetti für die Euroleague. Bild: Ulf Duda (fotoduda.de)

Aber haters gonna hate. Wenn man heute in die einschlägigen Foren geschaut hat, kamen die Standard „das ist doch sportlich nicht verdient“, „aber Ulm hätte es mehr verdient“… Natürlich sind Wildcards befremdlich, aber der durchschnittliche Forenbeitrag strotzte heute vor Ignoranz. Ich nehme es zum Anlass auch hier noch einmal zu erklären, warum es Wildcards gibt und warum es einerseits sehr vertretbar ist, dass ALBA sie bekommt und andererseits die Wildcard auch gut für den deutschen Basketball.

Zur Struktur der europäischen Wettbewerbe

Im europäischen Vereinsbasketball gibt es drei Wettbewerbe: Auf der einen Seite die Euroleague als Königsklasse und den Eurocup als Nr. 2, die beide von der ULEB ausgerichtet werden. Die ULEB, das ist der Verband europäischer Ligen. Dazu gibt es regelmäßig einen dritten – manchmal auch einen Vierten – Wettbewerb, die EuroChallenge, ausgerichtet von der FIBA, dem europäischen Basketballverband.

Die EuroChallenge lasse ich heute außen vor. Euroleague und EuroCup haben, nachdem endlich das Verhältnis von ULEB und FIBA geklärt zu sein scheint, gemeinsam 56 Startplätze, 24 in der Euroleague (Format) und 32 im Eurocup.

Die Euroleague – ein sich öffnender closed shop

Die Euroleague ist nicht der Pokal der Landesmeister. Er wird nicht von der FIBA ausgerichtet, sondern ist 2000 durch 24 Vereine gegründet worden. Es ist eine aus den Vereinen gewachsene europäische Liga, eben kein Europapokal. Die Euroleague hat in den vergangenen Jahren einen Veränderungsprozess hinter sich. Es war uns ist ein „closed shop“, der sich jedoch seit 2009 geöffnet hat und die Teilnahme zunehmend von sportlichen Faktoren abhängig macht.

Der sportliche Faktor, das ist eine 3-Jahres-Wertung der sportlichen Erfolge der Clubs und aller Clubs einer nationalen oder regionalen Liga in Euroleague und Eurocup. Der Schlüssel ist einfach:

„The performance of teams in European competitions during a three year period will be used. Each club will get 2 points for a win and 1 point for a loss from the Regular Season onwards. 2 bonus points are allocated for reaching the last 16, 2 bonus points are allocated for reaching the last 8, 1 bonus point is allocated for reaching the last 4, 1 bonus point is allocated for reaching the Final. The Club Ranking consists of the sum of the club coefficients from the last three years.“

Der Unterschied zum UEFA-Ranking ist nicht groß. Wir gehen davon aus, dass die sportliche Position eines Landes – hierzu gleich – schlicht die Summe der Punkte der teilnehmenden Clubs der letzten drei Jahre ist. Systembedingt gab und gibt es weiche Faktoren, Mindeststandards, TV-Verträge, Zuschauerzahlen. Aber deren Rolle scheint – außerhalb der A-Lizenzen und der Wildcards – eher zu vernachlässigen zu sein.

Im Grunde herrscht in der Euroleague eine Vierklassengesellschaft. Es gibt 14 Clubs mit einer Vereinslizenz, der A-Lizenz. Dazu gibt es ein Ranking der Landesmeister und -vizemeister, über die die so genannten B-Lizenzen verteilt werden. Schließlich gibt es eine einzige C-Lizenz für den Sieger des Eurocups und einen einzigen Platz für einen Qualifikation aus der Euroleague Qualifikation.

Die A-Lizenz als Vereinslizenz

Es gibt bis zu 14 Clubs, die einen garantierten Startplatz haben, die A-Lizenz. Momentan sind es – wenn ich jetzt nicht irre – 13 Clubs Seit dieser Saison kann hier erstmals das am schlechtesten platzierte Team absteigen. Hier zählen ganz überwiegend die europäischen und auch die nationalen Erfolge, aber auch weiche Faktoren. Eine A-Lizenz ist für deutsche Teams momentan außer Reichweite. Bamberg scheidet aus, da sie keine 10.000er-Halle aufweisen können, ALBA Berlin schon weil sie weder national sportlich keine Erfolge aufweisen können. Es gab diese Saison eine neue A-Lizenz – befristet auf zwei Jahre – für AJ Mailand. Rom hatte zuvor seine A-Lizenz verloren, da sie national nicht in der oberen Tabellenhälfte gelandet waren.

Die B-Lizenzen als Europapokal der Landesmeister

8 bis 9 weitere Plätze der Euroleague sowie der Großteil der Plätze der Euroleague Qualifikation wird durch ein Länderranking gefüllt. Dieser Teilnehmerkreis der Euroleague wird mittlerweile komplett durch sportlichen Erfolg national und international bestimmt.

International bestimmt wird durch ein Länderranking welche Liga welchen Platz in einer „Anrechtstabelle“ einnimmt. Bestimmt wird diese Tabelle – soweit publik – durch den sportlichen Erfolg der Teilnehmer dieses Landes an den ULEB-Wettbewerben in den vergangenen drei Jahren. Die BBL ist hier binnen der letzten drei Jahre von Platz 11 (wir schrieben)  in die Top 7 geklettert. Wie aus der folgenden Tabelle ersichtlich ist, hat die BBL hier die Plätze 7 und 19 des Rankings inne:

Das Prinzip sieht hier wie folgt aus: Wenn der berechtigte nationale Meister oder Vize bereits eine A-Lizenz hat, oder nicht die Mindestvoraussetzungen erfüllt, verfällt die Lizenz.   Zwei Lesebeispiele: Das erste Anrecht auf eine B-Lizenz hat der spanische Meister. Das ist – wenig überraschend – Barcelona. Die haben aber eine A-Lizenz und daher entfällt diese B-Lizenz ersatzlos. Einen Sonderstatus hat die Adrialeague (ABA). Dort hat jeweils das bestplatzierte serbische, kroatische und slowenische Team Anrecht auf eine B-Lizenz sowie das „nächstbeste Team, das nicht zuvor eine B-Lizenz hat“.

Da hierdurch immer viele viele B-Lizenzen verfallen, ist nicht nur Platz 7 für die BBL ein sicherer EL-Platz, sondern auch Platz 19 ein sicherer Qualifikationsplatz, mit ganz viel Glück kann es auch der letzte direkte Startplatz werden.

Warum die BBL geklettert ist? Weil sie 185 Punkte in den letzten drei Jahren erspielt hat. Von diesen 185 Punkten gehen 74 auf das Konto von ALBA Berlin, 47 auf das Konto von Brose und 25 auf das Konto von Göttingen. Dabei haben in drei Jahren je vier Teams an den beiden ULEB-Wettbewerben teilgenommen. Die übrigen Teilnehmer haben einen Schnitt von 7,8 Punkten. Das sind typische Punkte eines knappen Vorrundenaus. Weil ALBA, Brose und Göttingen in der Euroleague Siege eingefahren haben bzw. im Eurocup weit gekommen sind, ist die BBL geklettert:

Wenn man also davon reden will, wer den zweiten Startplatz für die BBL verdient hat – im Sinne von Leistung – dann sind dies die drei vorgenannten Clubs. Profitieren tut hiervon getreu dem sportlichen Gedanken eines Pokals der Landesmeister der Vize, egal ob er europäische Sporen hat oder nicht. Er kann – das Ranking wird ab jetzt jährlich fortgeschrieben – den Platz dann aber auch wieder verspielen. 15 Punkte. Das ist die Minimalmarke, die im Schnitt erreicht werden muss, um den Status Quo zu halten. Unterhalb des Top 16 ist das schwer.

DER QUalifikant – Der Pokal der Vizemeister (und kleinen Ligen)

Ein einziger Startplatz wird in der Euroleague Qualifikation ausgespielt. Es ist ein Turnierwochenende mit acht Teilnehmern, .

Sechs der Plätze werden nach dem Ligenranking vergeben. Hier ist der deutsche Vizemeister, dieses Jahr Ulm, gesetzt. Auch die Rankingpositionen der kleineren Ligen fangen erst hier an zu greifen.

Soweit ersichtlich hat die ULEB hier auch immer das Recht zwei Clubs frei zu setzen. Dieses Jahr sind dies Cantu (ITA) und Unics Kazan (RUS). In der Vergangenheit war dies zwei mal ALBA Berlin.

Die C-Lizenz – die eigene Lizenz der Euroleague

Die C-Lizenz ist die (Not-)Lizenz des Euroleague-Champions. Wenn dieser – wie bislang immer – bereits eine A-Lizenz oder eine B-Lizenz hat, dann ist es die Lizenz für den Sieger des Eurocups. Wenn auch der Eurocup-Sieger eine B-Lizenz hat, hat die ULEB das statutarische Recht, die Lizenz freihändig zu vergeben:

In the case that the Euroleague champion and the Eurocup champion both hold an A or B Licence, the Shareholders Executive Board will propose the allocation of a wild card to the General Assembly.

Diese Situation ist eingetreten, Olympiakos hat eine A-Lizenz und Khimki ist russischer Vizemeister geworden und Platz 13 des Rankings zog und führte zu einem unmittelbaren Startplatz in der Euroleague.

Damit hatte die ULEB entsprechend ihren Regeln eine Wildcard zu vergeben. Diese ging an ALBA Berlin.

Die Wildcard für ALBA Berlin

ALBA hat’s doch gar nicht verdient, sind doch *ätschebätsch* von Würzburg rausgeworfen worden. Ich kann es nicht mehr lesen.

Bevor ich darstellen will, warum ALBA eine Wildcard tatsächlich verdient hat, eine Vorbemerkung: Diese Wildcard nimmt keinem BBL-Club einen Platz weg. Es verschiebt sich weder das Ranking der B-Lizenzen, noch hätte eine Nichtbewerbung dazu geführt, dass ein anderer BBL-Club zum Zuge gekommen wäre. Dann wäre die Wildcard wohl in ein anderes Land gegangen, ich tippe hier auf Kazan, Cantu oder einen fünften spanischen Club (Valencia). Diese Wildcard ist ein zusätzlicher Platz für ein BBL-Team. Es ist die Chance, mehr Euro-Punkte zu sammeln, sich in Europa besser aufzustellen. Sie gereicht keinem BBL Club zum Nachteil.

Richtig ist aber auch, dass ALBA keine B-Lizenz verdient hat, in einem reinen Pokal der Landesmeister und Vizes würde ALBA nicht antreten. Die Euroleague ist aber – wie eingangs dargestellt – kein solcher, sondern im Kern ein closed shop, an den die BBL bislang nur über den Landesmeisterfaktor angedockt war.

ALBA schafft es nach den Wildcards für die Qualifikation immer näher an die Tür zum closed shop, d.h. im Ergebnis den A-LIzenzen, heranzukommen. ALBA ist nach der Logik der ULEB in den letzten drei Jahren nach den sportlichen Punkteregeln der ULEB (vgl. oben) die Nummer 13 in Europa:

Würden für die Euroleague bei der Vergabe der 13 oder 14 A-Lizenzen nur auf sportliche Resultate abstellen, wäre ALBA eigentlich dabei… Die tun sie aber nicht, wie man daran sieht, dass Mailand die A-Lizenz von Rom bekommen hat. Nationale Quoten, Erbhöfe und weiche Faktoren spielen ganz offensichtlich eine Rolle.

Wer sich das Ranking anschaut – Brose auf 29, ALBA auf 14 – mag rufen: Aber Bamberg hat doch zwei Jahre Euroleague gespielt. Ja, haben sie; sie sind aber nicht über die Vorrunde hinausgekommen. Denn hinsichtlich der Punkte scheint – soweit bekannt – die ULEB nicht weiter zu differenzieren. Es zählen Siege und es zählen Spiele. D.h. wer weiterkommt, wer viel spielt, der sammelt nicht nur Meilen, sondern auch Punkte. Übrigens werden zukünftig Euroleagueteams im Top16 wegen der verlängerten Hauptrunde sowieso mehr Punkte sammeln als Eurocup-Teams. Das Erreichen des Top16 (von 24 Teams) ist mithin extrem wertvoll.

Kazan liegt doch vor ALBA? Richtig. Offenkundig hat ALBA Berlin heute Unics Kazan ausgestochen. Ich sehe da vor allem einen Grund: Russland hat schon zwei Teams sicher in der Euroleague, die BBL nur eines. Die Vermarktbarkeit steigt. Außerdem zicken die Russen mit ihrer eigenen SowjetOsteuropaliga VTB ein wenig rum und knabbern an der Vormachtstellung der ULEB.

Dazu kommen – man kann und muss es nicht bestreiten oder kleinreden – weiche Faktoren:

  • ALBA Berlin hat den zweithöchsten Zuschauerschnitts Europas – egal in welchem Wettbewerb.  Zuschauerzahlen auf dem Niveau der BBL sind leider auch in Europa nicht selbstverständlich. Die ULEB holt sich eine Vorzeigehalle in ihre Liga. Eine Halle, die in der letzten Euroleaguesaison den besten Schnitt hatte, die gute TV-Bilder und gute Zahlen produziert.
  • ALBA Berlin gehört zu einem von acht Founding Partners der  der Corporate Social Responsibility Aktion der Euroleague:
  • ALBA Berlin hat mit der o2 world eine Vorzeigehalle. Die Euroleague will den 10.000er-Standard und setzt ihn für A-Lizenz-Teams mehr oder weniger durch. Es wäre politisch fragwürdig, wenn sie bei der freihändigen Vergabe eines Teilnahmerechts davon abweichen würden. Die Euroleague mag die Halle… es ist eine Final Four Halle.
  • Die Euroleague hat einen langfristigen Deal mit AEG hinsichtlich des Final Fours. AEG ist zufällig nicht nur Ausrichter des nächsten Final Four im o2 in London sondern auch der Eigner der Halle in Berlin…
  • ALBA gilt hinsichtlich Professionalität und Struktur als absoluter Vorzeigeclub. Da können Mäzenatentums aus dem Osten oder Süden nicht gegen anstinken und insbesondere nicht Clubs aus wackeligen griechischen oder spanischen Verhältnissen.
  • ALBA spielt in Berlin. Das ist eine Metropole, die auch international einen Klag hat und zu vermarkten ist.
  • Die Euroleague sagt ganz offen, dass sie in Deutschland stärker präsent sein will und den deutschen Markt erschließen will.
  • Schließlich: ALBA hat Marco Baldi… der turnt seit mehr als einem Jahrzehnt in Europa herum und vermutlich mit seinem Netzwerk unbezahlbar ist.

Was bedeutet die Wildcard für ALBA?

Man kann es knapp zusammenfassen: ALBA Berlin muss jetzt liefern und zeigen, dass sie sportlich nicht nur im Eurocup bestehen können. Top16 ist eigentlich Pflicht. ALBA Berlin muss beweisen, dass es nicht – wie manche Spanier glauben – der sportliche Trottel des europäischen Basketballs ist, der aus guten Voraussetzungen keine Erfolge produziert.

Credits

Ein großer Dank geht an robbe, der auf in-the-game.org die Euroleague bloggend begleitend und eine großartige Quelle auch für Hintergründe und die Originalquelle für das hier extensiv ausgeschlachtete Zahlenmaterial ist. Ich habe mich heute umfänglich aus seinen Recherchen bedient und hätte vieles ohne ihn nicht verstanden.

Danke an viele europaaffine User auf schoenen-dunk.de, die immer wieder geistreiche und gut recherchierte Beiträge schreiben und eine stete Quelle an Inspiration sind und ohne die ich vieles nicht verstanden hätte. Ein hat tip an peterzwei und dio für kritischen Kurznachrichtenwechsel.

Danke an den phantastischen Ulf Duda (fotoduda.de) für das Bild.

Nachtrag

Alle Teams nach Ländern auf einen Blick. Leider ist das offizielle Ranking einschließlich Eurocup nicht bekannt, dann könnte man die „x“ mit Nummern ersetzen.

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40 Gedanken zu „Haters gonna hate oder wieder eine Wildcard für ALBA Berlin

  1. Danke Grübler, dann muss man es zukünftig nicht 1000 mal erklären oder verteidigen, sondern kann den Leuten einfach den Link hier hin in die Hand drücken. ;-)

  2. Wie auch anderswo doziert: Wenn ein Sieg gegen Gas Terra Flames so viel zählt, wie einer gegen Olympiakos, wenn der nationale Wettbewerb null Rolle spielt, dann darf man sich als Franke verarscht vorkommen bei dieser Rangliste, auf der die Brösel weit hinter Alba liegen. Erst recht als Spanier grade. Schau mal in ein paar ausländische Foren.

    Trotzdem haben wir die Wildcard zurecht: Weil die Euroleague finanzielle Zuverlässigkeit sucht. Und das ist bei uns sicherer als in Spanien. Da lohnt sich die solide Arbeit eben.

    • Peter, du hast ja Recht, dass man das System als solches kritisch sehen kann. Aber im Rahmen dieses Systems, bei dem der Ausrichter seine Wettbewerbe als gleichrangig wertet sieht, ist die Entscheidung konsequent.

      Und was ist die Alternative auf dem Weg von einem closed shop zu einer Euroleague, die (auch) Pokal der Landesmeister ist? Es ist auch falsch, dass der nationale Wettbewerb „null Rolle“ spielt. Das Gros der Teilnehmer ist durch den nationalen Wettbewerb qualifiziert. Rom ist wegen dem nationalen Wettbewerb rausgeflogen. Bei den Punkten für die Vergabe der A-Lizenz sollen zu ca 30 % nationale Erfolge eine Rolle spielen.

      Im Kern hängt die Kritik doch daran, dass der Veranstalter sich die freihändige Vergabe von insgesamt vier Plätzen von 56 vorbehält. Der größte Profiteur ist die BBL, die wegen solcher zusätzlicher Plätze im Länderranking geklettert ist, weil ALBA auch in der Vergangenheit Wildcards bekam.

    • wie schon im SD-thread erwähnt:
      es gibt gute gründe die wettbewerbe nicht unterschiedlich zu gewichten, den aspekt des rankingsystems übersiehst du schlichtweg.

  3. Danke für den ausführlichen und bei aller Komplexität des Themas durchaus noch übersichtlichen Beitrag.
    Es bleibt zu hoffen, dass ALBA so couragiert auftreten wird wie Bamberg das in den letzten Jahren vorgelebt hat und beide den nötigen Killerinstinkt an den Tag legen ;-) Verbunden mit einem Quentchen Glück sollten die Top16 dann gleich doppelt in Reichweite sein.

    • In aller erster Linie sollten sie erfolgreicher als Bamberg in den letzten Jahren auftreten. Bamberg selbst übrigens auch. In der kommenden Saison kann man in den Top16 (14 zusätzliche Spiele) mehr Punkte fürs ranking holen als je zuvor. Selbst wenn man dort jedes Spiel verliert, sind es immerhin 14 Punkte. Und die sind bitter nötig, wenn man den Status Quo – 1 fester EL-Platz, 1 Platz in der EL-Quali – halten oder sogar verbessern will.
      Daumendrücken für BBL-Teams in europäischen Wettbewerben ist – auch – Eigennutz!

  4. Ach gruebler, es ist eine Schande das du kaum noch Zeit hast deinen Blog regelmäßig mit solchen qualitativ hochwertige Beiträgen zu füllen. Vielen Dank für den Aufwand.

  5. Fakt ist, ALBA Berlin oder die ALBA Group haben zwischen 150.000 – 250.000 Euro für die Wildcard an die Euroleague überwiesen.

    • Ich kenne keine Quelle hierfür. Wenn du eine kennst, nenn sie. Wer schreibt „Fakt ist“, sollte im Zweifel auch liefern können oder sich anderenfalls trollen. Wenn ein Betroffener mich hier zu Löschung auffordern sollte, müsste und würde ich dem nachkommen.

    • Na dann … mal her mit der Quelle!
      „Fakt ist“, dass das wohl ausschliesslich eine persönliche Meinung ist. Wenn die dann noch mit Phantasiezahlen „geschmückt“ wird, um ihr eine Pseudo-Wichtigkeit zu verleihen, wird’s übel.
      Grüblers blog hatte bisher immer eine angenehm hohe Qualität, da passt – auch wenn es jetzt hart klingt – dein Beitrag nicht rein.

  6. Moin Gruebler, schöne Zusammenfassung.

    (Entschuldigt, falls das Thema „in einschlägigen Foren“ schon abgehandelt wurde, ich komm da nicht mehr hinterher.)

    Die zweite Funktion der Dreijahreswertung ist die Zuordnung der teilnehmenden Klubs in Lostöpfe für die Gruppenauslosung. Und die hats aus deutscher Sicht in sich:

    1
    Barcelona
    Olympiakos
    Maccabi
    Panathinaikos

    2
    Montepaschi
    Real Madrid
    CSKA
    Caja Laboral

    3
    Khimki
    Partizan
    ALBA
    Efes

    4
    Unicaja
    Rytas
    Zalgiris
    Fenerbahce

    5
    Asseco Prokom
    Milano
    Union Olimpija
    Brose

    6
    Cedevita
    Besiktas
    Chalon
    Qualifikant (vermtl. Unics)

    Der Unterschied zwischen drei und fünf ist brutal. Mit ein bisschen Glück bekommst du als Dreier Prokom oder Olimpija aus fünf und Cedevita oder Chalon aus sechs. Brose dagegen bekommt als deutscher Fünfer auf jeden Fall vier Etablierte, die selbst dann schwer zu schlagen sind, wenn sie die Saison komplett in den Sand setzen (siehe Brose-Gruppe mit Unicaja, Zalgiris letztes Jahr).

  7. Ich bin da hartnäckig. Sportlich sind nach den Regeln der Uleb zwei Klubs besser platziert als wir, Kazan und Valencia. Beide erfüllen auch sonst alle Kriterien (finanziell stabil, Halle). Kazan hat immerhin die Wildcard für die Quali, Valencia gar nix. Dass die sauer sind, verstehe ich. Sie werfen Bartomeu vor, er habe im Zweifel noch jedesmal die Regeln so angepasst, dass er bekam was er wollte. Ganz unrecht haben sie nicht.

    Gleichzeitig ist es wie bei uns mit Baldi. Man muss ihn nicht gut finden (ich finde ihn gut!), aber mit seinem Namen ist der Erfolg der jenseitigen Veranstaltung verbunden. Bartomeu hat die Euroleague erfolgreich gemacht. Und nun versucht er sie mit der Wildcard für Alba etwas von den krisengeschüttelten Südländern wegzugewichten.

    Der Kern der Angelegenheit: Die Euroleague ist nur zum Teil eine Sportverantstaltung. Es geht mindestens so sehr ums Geschäft. Deswegen sind wir dabei, und das ist auch gut so.

    Profisport funktioniert eben nicht mehr wie damals, wo sich die Herren das Pausenbrot noch selber geschmiert haben und mit dem VW-Bus zum Spiel gefahren sind. Man möge es nur zu Kenntnis nehmen.

    Im Grunde sind wir uns ja alle einig: Wir freuen uns.

    Und wirklich schade, dass Gruebler nicht häufiger schreibt. Jawoll.

    • …würde ich bestimmt, wenn du mich mit einem eigenen Blog (oder hier als Gastautor) piesacken würdest ;-)

      Ich habe ganz unten jetzt mal das Gesamtbild angefügt. Das erklärt, warum Russland keinen weiteren EL-Platz bekommt und auch Valencia als fünftes spanisches Team kaum ginge.

  8. Hallo Grübler
    Super tolle Ausarbeitung. Sollten sich die Herren der schreibenden Zunft einmal als Beispiel nehmen. Vielleicht liefern die ja in den nächsten Tagen weitere Hintergundinfos von Alba.

    Neben dieser tollen Nachricht bin ich wirklich einmal gespannt, wie die BBL u.a. mit ihrem Spielplan die teilnehmenden oder auch die sich zu qualifizierende Manschaft(en) unterstützt. Habe das Thema ja schon mal angesprochen. Die von robbe aufgezeigte möglichen Gruppengegner scheinen auch eher positiv für Alba zu sein. Unser Engagement in den letzten Jahren in Europa zahlt sich langsam aus (und nicht nur für uns sondern auch für Ulm/BBL). An dem Engagement sollten sich andere Vereine einmal ein Beispiel nehmen. Aber auch dieses war ja ein häufiges Thema von Dir.

    Dass das System – wie auch bereits in einigen Kommentaren angesprochen – nicht unbedingt die aktuellen sportlichen Ergebnisse wiederspiegelt, sehe ich auch so. Aber wo waren die Vereine deren Fans sich jetzt beschwerden, als die Regeln festgelgt wurden? Hätte sich ja jeder auch mit einbringen können oder sein aktives Interesse/Engagement zeigen können. Anstatt jedes Jahr in der Vorrunde, wenn man überhaupt angetreten ist, sang- und klanglos auszuscheiden.

    Neben der weiteren Kaderzusammenstellung bin auf weitere Thema wie Fernsehübertragung und Budgetentwicklung von Alba gespannt. Ein Trikotsponsor wäre nicht schlecht. Es sollte allen klar sein, wenn die Vorstellung unserer Albatrosse in Europa eher dem Auftritt einer Mücke entspricht, werden wir – m.M. nach auch berechtigt – viel Häme einstecken müssen und u.U. die noch vorhandene Reputation kaputt machen. Also müssen die restlichen Plätze mit echten Top-Spielern besetzt werden. Die Spieler müssen vielleicht noch nicht diesen Status haben. Sie müssen sich aber in dieser Saison diesen Status erarbeitet. Ausrutscher dürfen wir uns dieses Mal nicht leisten. Ich hoffe, unser Scouting zieht Bobby Brown und Alexis aus dem Hut.

    • Für die BBL ist der Vertrag jetzt ausgelaufen, für die Euroleague war es mE immer eine Einzelverhandlung und müsste auch für die neue Saison wieder zwischen Bamberg / Alba / (Ulm) und sport1 verhandelt werden.

  9. Zuerst auch nochmal danke an Gruebler für das sorgfältige auf-den-Punkt-bringen dieses WC-Themas! (Einige Tippfehler könnten noch raus, steht aber hier ja nicht im Vordergrund. Rom ist natürlich wegen DES nationalen Wettbewerbs rausgeflogen, bzw wegen Mißerfolges in selbigem. Sorry für Klugsch… )

    Wichtigste Essenz, jedenfalls für die Kritiker: dass ALBA niemandem etwas weggenommen hat (!) und das Geschenk, das man erhielt, nicht nur eines ist für ALBA, sondern auch für die BBL, die nun – relativ billig – in der kommenden Saison einige Punkte mehr einfahren kann.
    Beschweren könnten sich hier allenfalls konkurrierende europäische Ligen.

    Natürlich hat die ganze Sache auch, wenn nicht sogar überwiegend, wirtschaftliche (Hinter-)Gründe! Das ist ja auch legitim.
    Interessant dabei ist doch, das solche Überlegungen bzw Gewichtungen jetzt zugunsten Deutschlands resp. seiner Klubs ausfallen.
    Neben den sportlich mittelmäßigen Erfolgen Albas (und auch Broses) zeigt sich wohl inzwischen doch, dass solides und ehrliches (auch zu sich selbst) Wirtschaften so schlecht nicht ist (war).

  10. „Haters gonna hate.“

    Zunächst auch von mir ein Danke für diesen hintergründigen Beitrag, schön, dass du mal wieder Zeit gefunden hast.
    Die Hauptaussage war mir allerdings auch vorher schon bewusst: Alba Berlin hat die Wildcard verdient, sofern man das nach den vorgesehenen Kriterien kann: Europäisch hat Alba Berlin viele Punkte erspielt, was der deutschen Liga hilft. (fester EL-Startplatz) Desweiteren hat man eine gute Infrasturktur, viele Fans, eine große Halle, jahrelange Konstanz.

    Deswegen: Gratulation zur Wildcard.

    Als deutscher Basketballfan wünsche ich mir ein Weiterkommen Berlins in der Euroleague und bei Siegen freue ich mich, auch als Bamberger.

    Als Bamberger Fan freue ich mich allerdings auch über Niederlagen, so unlogisch das klingt. Berlin ist der größte und gefährlichste Konkurrent, und wie viele andere in Bamberg befürchte auch ich, dass wir an den Grenzen des Machbaren angelangt sind. Wenn der Etat weiter gesteigert werden soll, muss langsam aber sicher die Seele des Vereins (das sage ich jetzt einfach mal so sportromantisch) verkauft werden. Der Stadtname nicht im Vereinstitel, Euroleaguespiele in Nürnberg. Wer weiß, wie das weitergeht.
    Auf lange Sicht, wenn sich die Liga gut entwickelt, werden München und Berlin aufgrund des erschließbaren Sponsorenpools und der Infrasturktur an Bamberg vorbeiziehen, vielleicht auch noch andere Vereine.

    Die Meisterschaft war auch deswegen so wichtig, weil man Euroleague spielt und somit einen Wettbewerbsvorteil beim Verträge aushandeln gegenüber München und Berlin hat.
    Jetzt schreibt einer bei SD, dass das Wettbieten um Gavel gegen Berlin eröffnet ist, ein anderer träumt von Pleiß in Berlin. Ich brauche Bamberg nicht kleinreden, wir haben mehr Geld als Berlin momentan, aber ein hörerer Preis für Gavel macht dann evtl. eine andere Weiterverpflichtung (Roberts, Tucker) unmöglich.

    Das ist der Moment, bei dem rationale Argumente nicht mehr greifen, und seien sie noch so ausführlich und schön erklärt: Man fühlt sich benachteiligt, betrogen. „Wettbewerbsverzerrung!“ rufen manche, definitiv ist es ein Eingriff in die nationale Liga, der dem Meister weh tut.

    Haters gonna hate.

    Ich versteh diese Aussage, man will sich nicht beschenkt vorkommen, man will Respekt und Anerkennung. Ähnlich ging es Bamberg im Finale, als über weite Teile über die die Schiedsrichter diskutiert wurde; auch hier kam das „Haters gonna Hate“ – Argument oft zum Einsatz, es ist eher ein Mittel, wenn einem sonst nichts dazu einfällt und man nicht in der Lage ist, einen Vorwurf zu entkräften.

    Für mich ist das Wildcardthema hiermit abgehakt, ich freue mich tatsächlich auf eine schöne Euroleaguesaison mit Berlin und wünsche mir ein Weiterkommen beider Teams, weil ich möchte, dass sich der Basketball in Deutschland gut entwickelt.

    Und doch soll die Gegenstimme hier auch gehört werden, „Haters gonna hate“ finde ich persönlich zu pauschal, damit machst du es dir zu einfach.

    Grüße,
    backdoor_cut

    • Wenn die Kommentare in den Foren gestern so differenziert wie dein Beitrag gewesen wären… Es gibt viele gute Gründe für Kritik und Emotionen. Aber das Gros war pauschal drauf und voller Unwissen. Daher auch die gewählte Form und die umfangreiche Darstellung der Euroleague. Man kann darüber streiten, ob sie Valencia oder Kazan mehr verdient hätte. Aber die Vergabe an ALBA ist logisch erklärbar, wenn man versteht, was die Euroleague eigentlich ist und dass die Wildcard gerade keinen „Eingriff in die Liga“ darstellt, sondern – wie auch A-Lizenzen – Teil des Systems ist.

      Ich weiß nicht, ob Alba mehr wirtschaftliches Potential hat als Bamberg. Die letzten Jahre belegen eher das Gegenteil. Alba ist grad einfach der einzige BBL-Club mit einer Halle, die den EL-Standards für A-Lizenzen entspricht. Wenn Bamberg mit Nürnberg liebäugelt, dann ist das möglicherweise auch der Blick auf die nächste Runde der A-Lizenzen, hat also auch wenig mit „klassischem“ Sport zu tun.

    • Die Uleb hat eigene Interessen, die nationalen Ligen wiederum andere, welche die ULEB allerdings nur so weit berücksichtigt, wie diese mit den eigenen konform gehen. Es ist nicht Ziel der ULEB, in nationale Wettbewerbe einzugreifen, Entscheidungen werden auf Grundlage der eigenen Interessenlage getroffen. Was die ULEB tut, tut sie, weil sie es für die eigenen Wettbewerbe für gut hält, nicht, um in irgend einen nationalen Wettbewerb einzugreifen. Dieser Vorwurf ist für mich nicht logisch.
      Mit der Argumentation des Eingriffs in den nationalen Wettbewerbs müsste man auch eine A-Lizenz kategorisch ablehnen. Aber würde das nicht den Interessen der Liga als Gesamtes widersprechen? Wenn man bis 2020 eine der führenden Ligen Europas sein möchte, MUSS man in den europäischen Ligen präsent (und potent) sein!

    • @Dio: Es ging mir gar nicht darum, das Eingreifen der ULEB zu kritisieren; ich wollte lediglich aufzeigen, woher der Ärger einiger Bamberger (z.B. meiner) kommt und ihn vielleicht verständlicher machen.
      Das ich die Wildcard nachvollziehen kann, habe ich ja gesagt.

  11. Danke Gruebler, für diesen Beitrag! Ich freu mich einen Wolf, die besten Mannschaften Europas in unserer bescheidenen Hütte (Muahaha) empfangen zu dürfen. Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl. Die Wildcard ist wie der Friedensnobelpreis für Obama. Zwang zur Rechtfertigung in der Zukunft. Und wir wissen ja wie das ausgegangen ist….

  12. Viel Glück in der Euroleague. Sammelt viele Siege (-;

    Wird der Uleb-Cup weiter hinten nach dem gleichen Ranking vergeben? Ich habe irgendwo etwas von einem combined ranking gelesen.

    Hat schon mal jemand versucht, das genaue Ranking nachzuvollziehen? Wenn man Deutschland und Littauen betrachtet, dann fällt ja auf, dass beim zweiten Startplatz „vertauscht“ sind. Also scheint die gesammelte Punktzahl eines Landes nach Vergabe eines Startplatzes reduziert zu werden, den nächsten Startplatz gibt es, wenn die Verteilung bei der Restpunktzahl angelangt ist. Ist es möglicherweise so simpel, dass einfach halbiert wird?

    • Interessanter Gedanke, rechne es doch einfach mal durch. Wenn du willst, kann ich dir die Excel-Tabellen schicken, aus denen es hier Screenshots zu sehen gibt.

      Beim EuroCup (Ex-Uleb-Cup) tappe ich im Dunkeln. Ich habe hier und da mal versucht hin und her zu schieben, komme aber auf keinen grünen Zweig.

      Litauen würde übrigens auch bei deiner Theorie nicht klappen. Ich glaube eher, dass da bestimmte „politische“ Entscheidungen mit drin sind, hier vor allem, dass Lietuvos Rytas auch einen sicheren Startplatz bekommt.

  13. Mir ist noch eingefallen, dass die (damalige) Euroleage (Uleb) vor etwa 10 Jahren ALBA als den damals national überragenden deutschen Klub bereits gern mit einer mindestens 3-jährigen A-Lizenz ausstatten wollte. Auch ALBA hätte das allein wegen der größeren Planungssicherheit gern wahrgenommen und solange man weiterhin Deutscher Meister würde, hätte man ja auch keinem Konkurrenten etwas weggenommen (siehe heute).
    Dennoch hat sich die dt. Liga deutlich gesträubt und dieses Projekt war tot.

    Eine WC – für ein Jahr – ist natürlich was anderes. ;-)

    Es wäre ja auch – theoretisch – möglich, in der nächsten wiederum eine WC zu bekommen, allerdings müßte die gegenüber anderen internationalen Kandidaten solide begründet sein.

    Auch Bamberg – inzwischen ebenfalls etablierter deutscher Standort mit gutem nationalen sportlichen Erfolg, nur leider ohne große Halle und Flughafen – könnte in den kommenden Jahren von einer prodeutschen WC profitieren. Wenn man dann eben doch mal nicht Meister wird (egal gg wen)!
    Dann dennoch Euroleague spielen zu können / zu dürfen, wär ja auch nicht so schlecht. Schon mal darüber nachgedacht, backdoor_cut (und Co)?

    Auch noch an dich: Du äußerst dich wohlwollend über die ALBA-WC, um dann doch anzubringen,
    „Man fühlt sich benachteiligt/betrogen (!) .“
    Meinst du dich damit oder wer ist „man“?
    Die Bamberger Vereinsführung hat sich jedenfalls nicht derart (wenn überhaupt) geäußert, soweit ich das momentan überblicken kann.
    Und wer wurde/wird durch was um was betrogen?

    Den einzigen Groll, den ich nachvollziehen kann, ist der über die Lostöpfe (ALBA zwei Töpfe
    „höher“ als BBg), aber auch das ist eben WILD-card.

    Letzten Endes hat ALBA ca zwanzig Jahre für diesen „Erfolg“ international gearbeitet, sportlich und sportpolitisch. Davon werden in mittlerer Zukunft auch andere deutsche Klubs profitieren.

    • Für den Lostopf (3) musste Alba nur drei Jahre arbeiten. Das ist wirklich perfektes timing. Trotzdem kann es bei der Auslosung immer noch knüppeldick kommen.

    • Genau an dieser Stelle zeigt sich aber ein auf Interbasket harsch kritisiertes Thema: Bamberg hat zwei Jahre Euroleague gespielt, Oly geschlagen. ALBA „nur“ Eurocup, steht trotzdem deutlich weiter oben.

    • @gruebler: Diese Kritik ist oberflächlich betrachtet ja nachvollziehbar. Aber das „ULEB-System“ basiert nun mal auf Erfolg, nicht auf Teilnahme. RakeRanitzki hat es bei schoenen-dunk und auch hier schon geschrieben: Man muss ja irgendwie Auf- und Abstieg regeln. Die Punkteverteilung ist ein gewisses Regulativ. Bei unterschiedlicher Gewichtung der Wettbewerbe bei der Punktevergabe schaffen sehr gute Teams aus der zweiten Reihe ja nie den „Aufstieg“ und schlechte EL-Teams halten ewig den Status Quo. Ein Sieg gegen Panathinaikos (Olympiakos war eine Saison zuvor) ist ein Achtungserfolg und sehr schön für Bamberg (und letztlich auch für die Reputation des deutschen Basketballs), aber unterm Strich standen dann letztlich eben doch „nur“ drei Siege bei sieben Niederlagen. Für UNS ist ein Sieg gegen Pana etwas ganz Großes, aber für die Euroleague ist er nicht mehr oder weniger als ein Sieg gegen Zagreb. Die Euroleague belohnt eben sehr stark das Erreichen des nächsten levels, d.h. der nächsten Runde.

  14. Ja @#11, auch diese Möglichkeit der A-Lizenz ist mir klar; ob ich das momentan gut oder schlecht finde kann ich im Moment noch nicht sagen. (Tendenz: gut ;) )

    Ich persönlich kann die Wildcard auch nachvollziehen, und empfinde sie aus meiner Sicht als deutscher Basketballfan positiv.

    Gruebler schrieb „Haters gonna hate“, deswegen wollte ich die SIcht der sogenannten „Hater“ (die wohl überwiegend aus dem Bamberger Raum kommen) darstellen.

    Fakt ist doch, dass diese Wildcard für Bamberg selber VORERST nur Nachteile bringt: Berlin hat einen klaren Vorteil bei Spielerverhandlungen zugesprochen bekommen. Dies beeinflusst mit Sicherheit den Kader, der Bamberg im nächsten Jahr gegenüberstehen wird.
    Wenn es dann noch Gerüchte um einen Weggang Taddas oder ein Wettbieten um Gavel gibt, ärgert man sich als Bamberger.
    Ich denke, dieser „Groll“ sollte nachvollziehbar sein.

    Dass Alba für diese WC lange gearbeitet hat und viel geleistet hat, erkenne ich an, das habe ich in meinem ersten Beitrag auch schon geschrieben.

    • OK, erkenne auch ich an.
      Deine „Hater“position ist aber doch sehr wackelig:
      Wenn es denn wirklich so ist, wie du beschreibst, also „Nachteile“ für Bbg durch – nun, seit neuestem – etwas (!) stärkere Konkurrenz auf dem nationalen Spielermarkt mit der eventuellen (nicht messbaren) Folge, dass es etwas schwieriger wird, Dt.Mstr. zu werden…
      Dann tut es mir leid, das ist extrem kleingeistig und egoistisch. unddddedementsprechend

  15. Sorry, wohl ne Fehlfunktion.
    Wollte noch schreiben, dass ich deshalb keinerlei „Groll“ nachvollziehen kann.
    Es sei denn, man pflegt und hegt einen grundsätzlichen… ;-)

    Das alles frei von irgendwelchen Transfergerüchten (Tadda gut möglich, zugestanden; Gavel doch großer Blödsinn)

  16. Ich verstehe die Argumentation, aber ich teile sie absolut nicht. Das ist wirklich sehr, sehr engstirnig. Wenn man einem anderen BBL-Team einen ZUSÄTZLICHEN Euro-Platz nicht gönnt, ist das ein wenig Sägen auf dem Ast, auf dem man selbst sitzt. Zum einen ist es so, dass der feste Platz eines deutschen Teams in der Hauptrunde der Euroleague zu einem nicht unwesentlichen Teil darauf beruht, dass Alba ununterbrochen seit 22 Jahren an europäischen Wettbewerben teilnimmt und zum Teil auch durchaus nicht unerfolgreich war. Bamberg muss sich nicht ständig dafür „bedanken“, dass sie in gewisser Weise auch davon profitieren, da sie in den letzten Jahren der legitime deutsche Vetreter in der Euroleague waren, aber ein wenig im Hinterkopf kann man es doch haben.
    Zum anderen mal ein fiktives Beispiel: Alba erreicht nächste Saison die Top16 der Euroleague und erzielt dabei massig Punkte, Ulm, Artland, Würzburg holen auch noch eine Menge Punkte im Eurocup, sodaß es am Ende für einen 2. festen Platz eines deutschen Teams in der Euroleague reicht (dieses mal ging es ja auch nur um 2 winzige Plätze, die dazu gefehlt haben). Dann wird Bamberg aus irgendwelchen Gründen „nur“ Vizemeister. Wäre es nicht toll, wenn Bamberg dann trotzdem in der Euroleague spielen dürfte, weil Alba / Quakenbrück / Ulm / Würzburg genügend Punkte erwirtschaftet haben? Würde das irgend jemand in Bamberg ablehnen, nur weil man es nicht selbst erwirtschaftet hat? Absolut nicht! Mal liefert man als Team Punkte fürs Ranking (Bamberg hat bisher relativ wenig geliefert), mal profitiert man davon. Alba hat in den letzten Jahren relativ viel geliefert, da ist es nicht verwerflich, wenn sie auch mal selbst profitieren. Und generell profitiert der deutsche Basketball (jeder Verein mit europ. Ambitionen) davon, wenn es einen ZUSÄTZLICHEN Platz für ein europäisches Team gibt, Betonung auf zusätzlich.

  17. Dio, diese Argumentation verstehe ich UND kann sie nachvollziehen. Ich sagte ja auch, dass ich ALBA Berlin alles Gute wünsche und einen zusätzlichen zweiten Startplatz nehme ich freilich auch gerne. ;)

    Doch auch wenn ich das Gefühl habe, dass wir uns im Kreis drehen, möchte ich nochmal ganz kurz meine Position – und sei sie noch so engstirnig – darlegen.

    Ihr beide zeichnet Zukunftsszenarien. Die Ausgangssituation ist im Moment so, dass Bamberg seit 3 Jahren an der Spitze steht und die Fans sich verständlicherweise darin wohlfühlen und diese Position entsprechend lange behalten möchten.

    Mein Groll war auch in dem SInne eher ein kurzer, da es im ersten Moment und für die Situation in der Liga einfach klare Nachteile bringt. Eine Wachablösung durch Berlin und München halte ich wie bereits gesagt schon länger für wahrscheinlich, diese WC könnte diesen Prozess noch einmal deutlich beschleunigen.
    Das ist in diesem Sinne wohl tatsächlich „egoistisch“ und „engstirnig“. Aber ist es schlimm, wenn man sich Gedanken um die konkrete Zukunft seines eigenen Clubs macht?

    Heute ist dieser Groll verflogen, der Wettkampf national wird wieder einmal hochklassiger und international werde ich 2 Vereinen die Daumen drücken.

    • Zum Teil ist es verständlich vom emotionalen Standpunkt, aber sachlich betrachtet doch nicht korrekt.
      Vielleicht probierst du es mal mit einem anderen Ansatz:
      Bamberg hat keine Nachteile sondern ein zweites Team geniesst jetzt die gleichen Vorteile wie Bamberg [Exkurs: Ich halte die Vorteile nicht für ganz so phantastisch wie sie teilweise gemacht werden. Letztlich spielen Basketballer für (viel) Geld (in einer relativ kurzen Karriere), nur bei vergleichbaren Angeboten kann die EL-Teilnahme ein Vorteil sein, aber es spielen auch immer noch genug Spieler ganz ohne europ. Wettbewerb in der russischen Pampa]. Zurück zum Thema. Also Bamberg hat jetzt nicht mehr allein diese – mE nicht so bedeutenden – Vorteile sondern eben Alba auch. Ist das gerecht? Erst mal, ist es gerecht, dass Bamberg diese Vorteile hat(te), ohne selbst (auf der europ. Ebene) allzu viel dazu beigetragen haben, dass ein fester Euroleague-Platz an den deutschen Meister geht? Meiner Meinung Ja! Zum einen ist es gefühlt einfach richtig, dass das beste deutsche Team – und das ist per Definition nun mal der Meister – in der Euroleague antritt. Aber auch sachlich ist es richtig. Es gilt in gewisser Weise das Solidaritätsprinzip. Alle deutschen Teilnehmer an den ULEB-Wettbewerben wirtschaften gemeinsam in einen Topf, profitieren aber nicht in dem Maße wie sie „eingezahlt“ haben. Ist ein bisschen wie das Generationenprinzip bei der Rente. Das System Euroleague funktioniert nun mal so und wer teilnimmt, unterwirft sich diesem Prinzip. Somit ist es korrekt, dass Bamberg zur Zeit profitiert, früher oder später werden sie vielleicht auch mal mehr einzahlen als rausbekommen.
      So korrekt wie die Qualifikation Bambergs über die Liga ist, so korrekt ist auch die Qualifikation Albas über die europäische Schiene. Aber zu diesem Punkt sind wir ja im Prinzip d’accord. Es ist formal eine Wildcard, aber eben gerade kein „Geschenk“, wie es oft despektierlich dargestellt wird, an einen mega-reichen Mäzen sondern basiert auf einer sportlichen Grundlage, dem 3-Jahres-Ranking der ULEB. In diesem Punkt unterscheidet sich diese Wildcard komplett von der Wildcard für Bayern München im letzten Jahr.
      Bambergs Teilnahme ist korrekt, Albas Teilnahme ist genauso korrekt. Es ist ja menschlich-emotional nachvollziehbar, dass man einem Konkurrenten wünscht, dass dieser nicht die gleichen Vorteile wie man selbst geniessen soll, aber rein sachlich betrachtet ist der Standpunkt ja nicht zu rechtfertigen.

  18. Das einzige Problem, das backdoor_cut wohl hat/te, ist anscheinend, dass Alba plötzlich – aus heiterem Himmel – eine stärkere Verhandlungsposition für Spielertransfers und evtl. auch für Sponsoraquise „bekommen“ hat.

    Von der hier evtl möglichen Personalie Tadda mal abgesehen, sollte dies doch kein Grund für Mißgunst einem Konkurrenten gegenüber sein.
    Als dreifacher Doublesieger in Folge sollte man da erheblich souveräner sein, finde ich.
    Auch aus Fansicht.
    Ach, ja: Konkurrenz belebt das Geschäft (3 € fürs Schweinderl)!
    Das ist ja anscheinend bereits spürbar.

    • Im Punkt, den schärfsten Konkurrenten nicht das Schwarze unterm Fingernagel zu gönnen, nehmen sich alle Fangruppen nicht viel. Von daher kann ich es emotional nachvollziehen.
      Inhaltlich hat backdoor_cut ja auch schon wieder zurück gerudert. Nun hat Bamberg den genannten Vorteil „nur noch“ gegenüber 16 anderen BBL-Teams, statt 17. Sie werden es überleben ;-).

  19. Pingback: Schrittfehler #07: Weis- und Frechheiten im Basketball – die Wahrheit liegt auf dem Platz? | basketball-stream.de

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