Offseasonrauschen #16

Wechselspiele allerorten. Es mag zu diesem frühen Zeitpunkt in der Offseason täuschen, doch Konstanz scheint groß geschrieben zu werden. Dazu sind schon jetzt einige deutsche Qualitätsspieler auf dem Markt. Und der eine oder andere Deal auch abseits des Feldes überrascht und bringt Professionalisierung, wie der Seitenwechsel des langjährigen Basketballjournalisten und Five-Autors Martin Fünkele in Ulm. Und via allesaussersport.de gibt’s erschreckende Hintergründe dazu, wie einfach man Big Player in der Euroleague werden könnte.

Ein hochklassiger Seitenwechsel in Ulm

Still und heimlich mausern sich die Ulmer Spatzen auch abseits des Feldes. Martin Fünkele ist der „hochklassigste Neuzugang“ bei ratiopharm Ulm. Denn die soeben verlinkte Pressemitteilung könnte der letzte der fast legendären Texte des Ulmer Managers Thomas Stoll in der Pressearbeit sein. Martin Fünkele übernimmt in Ulm nun Verantwortung für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing.

Mit Martin Fünkele kommt nicht nur ein ausgewiesener Basketballfachmann in die Münsterstadt, sondern auch ein Visionär, der vor allem im Bereich Kommunikation und Marketing viel bewirken kann.

Allerdings. Diese Einschätzung dürfte zutreffen. Fünkele schrieb bislang nicht nur für die Five und zeichnete mit für Idee der Fünf verantwortlich, sondern hatte auch „Basketbal Magazin“, „Basketball News“  zu verantworten (Diplomarbeit über Five und Basket) und war der Name, den man in den letzten Jahren in Süddeutscher Zeitung, FAZ und anderen Qualitätsmedien immer wieder unter den wirklich guten Texten lesen konnte. Es ist sicherlich ein Verlust für die schon maue Basketballberichterstattung in Deutschland. Aber ein großer Gewinn für Ulm, dass es Fünkele nun zu Familiengründung zurück in seine Heimat zieht, wo er das Basketballspielen begann.

Nun braucht Ulm noch eine Halle, und deswegen  – auch das ist vielleicht etwas atypisch – bringen die Manager Thomas Stoll und Andreas Oettel einen Wahlaufruf auf der Vereinswebseite.

Wechselspiele

Es hagelt gegenwärtig Pressemitteilungen über die Weiterverpflichtung von Spielern. Derrick Allen bleibt ein Frankfurter und geht in seine dritte Saison bei den Skyliners. Das FR-Blog bringt O-Töne. Da drei Jahre in der BBL ja schon eine halbe Ewigkeit sind, gratuliere ich Frankfurt zu einem weiteren Franchiseplayer.

Und irgendwas ist in Frankfurt noch im Busch, das twittern jedenfalls die Skyliners am 5.6.2009:

Wir machen euch mal eine lange Nase und spoilern ein wenig: ab August gibt es hier eine grundlegende Änderung. Und jetzt rätselt mal schön!

Coach ist per Handschlag verlängert. Neue Webseite? Neue Trikots? Neue Spieler? Neue Sponsoren? Grundlegend sollte eigentlich mehr sein.

Beim Halbfinalspiel in Bamberg wurden Koko Archibong und Sven Schultze gesichtet. Auf beide sollte man in der diesjährigen Offseason ein Auge haben, Koko Archibong heiratet und wird deutscher Staatsbürger, ein idealer spielender Quotendeutscher mit Euroleague-Potential. Wer greift zu? Und wird Koko dann auch Nationalmannschaft spielen, wenn unser eingebürgerter Center in den Staaten bleibt?  Sven Schultze erklärte auf BBL.TV, dass er in Larissa nur zwei Monate Geld bekommen hat, doch noch nie ein Angebot aus Deutschland. Durch die Blume kann man das wohl als Aufforderung zur Angebotsabgabe an die BBL-Clubs verstehen. Wer braucht einen Nationalspieler für die nächste Saison? Und auch Ademola Okulaja ist nach überstandenem Krebs wieder fit und vielleicht zu haben, wenn Bamberg nicht verlängert.

Meister der Kontinuität sind gegenwärtig die Düsseldorf Giants. Zack Whiting ist der neunte Spieler der bleibt. Knapp dahinter ist Trier, bei denen mit der Verpflichtung von Karamatsos nunmehr acht Spieler weiterbeschäftigt werden. Gleichzeitig steht aber auch der Abschied von Christian Hoffmann fest. Der 22jährige deutsche A2-Nationalspieler geht, weil ihm in Trier das Schicksal so vieler Quotendeutscher ereilt hat: Alles war gut, nur gabs keine Minuten, zitiert der Trierische Volksfreund.  In Göttingen bleiben John Little und Ben Jacobson.

TV-Rechte billig zu haben! Welcher Sender kauft Deutschland eine Wildcard?

Auch wenn man gestern über BBL-Basketball in den Tagesthemen jubeln durfte. Die Lage ist nicht nur in Deutschland prekär, sondern auch für die Euroleague bescheiden. allesaussersport setzt sich mit einem Artikel  von Sport Business International „Conquering the Continent“ auseinander und kommentiert treffend:

[Es] ist eine tour d’horizon über den Zustand der Basketball Euroleague, frei von jeglichen Spurenelementen der Kritik oder Differenzierung. Interessante Zahl: der Gesamterlös der TV-Rechte der größten europäischen Basketballveranstaltung: 18 Mio EUR. Man kann sich also leicht vorstellen, für wieviel Geld die Rechte in Deutschland zu bekommen sind und wie hoch der Basketball bei den Entscheidern im Kurs steht, wenn trotzdem nicht zugegriffen wird.

Danke Kai Pahl. Besser hätte man es nicht auf den Punkt bringen können. Wenn man sich dann überlegt, dass eine deutsche A-Lizenz für ALBA Berlin unter anderem daran gescheitert ist, dass kein einziger deutscher TV-Sender bereit war, ein paar magere Euros für die Euroleague-Übertragung zu zahlen… Armes Deutschland. Wahrscheinlich wäre man mit einem sehr moderaten Engagement dabei und würde dadurch mindestens einem deutschen Team einen Starplatz erkaufen.

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Ein Gedanke zu „Offseasonrauschen #16

  1. Pingback: Quote ohne Effekt: Ahnenforschung statt Nachwuchsarbeit « Grübelei – Ansichten eines Basketballfans

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