Der doppelte Dirk – Eine verdammt scheinheilige Debatte

Manchmal hat man ja solch seltsame Flashbacks – das kennt bestimmt jeder. Und manchmal dauern die sogar so lange, dass man sicht nicht mehr entsinnen kann, was war zuerst? Das heftige Kopfschütteln und dadurch verursacht der schwindelnde Sturz durch Zeit und Raum? Oder das millionenpixelscharfe Déjà vu vor Augen, dass das kontusionsträchtige Kopfschütteln verursacht?

Aus Kindertagen kennen wir alle Erich Kästners „Das doppelte Lottchen“ und aus cooleren Zeiten dann „Back to the Future“ aus dem Kino oder auf DVD. In Basketballdeutschland wird uns zur Zeit eine Mischversion geliefert, die im Gesamtzusammenhang betrachtet so brisant ist, dass sie offenbar niemand jenseits der punktuellen Schuldzuweisungen und Forderungen anfassen mag. Genau das Richtige für uns. Ein wenig Verwechslungskomödie, viele Mißverständnisse, ein wenig Zurückkatapultieren in die Vergangenheit, um die Zukunft zu reparieren. Da ist der in vielerlei Hinsicht doppelte Dirk. Bauermann kann weiterhin nicht loslassen und die Debatte um die Doppelfunktion des Bundestrainers scheint mit zunehmender Wucht gegen die Wand zu fahren. Die Akteure: Eine selbstbewusste Liga, der Medienliebling FC Bayern, ein hilfloser Verband und ein Trainer, der sich nicht trennen kann oder will. Dazu nun auch noch ein NBA-Star, der seit August 2008 kein Spiel für die Nationalmannschaft mehr bestritten hat. Wir versuchen das ganze Dickicht mal zu entwirren und sagen klar, warum es Zeit für Bauermann ist, Abschied von der Nationalmannschaft zu nehmen.

Dirk und Dirk gesellt sich gern

Neues Feuer bekommt die Debatte dadurch, dass immer mehr Spekulationen über einen Wechsel Nowitzkis in die BBL für die Zeit  des drohenden Lock-Outs in der NBA keimen. Und hier plötzlich der FC Bayern der heißeste Kandidat ist. Sport1 berichtet hierzu folgendes:

Und mit Dirk Bauermann steht ein alter Vertrauter Nowitzkis an der Seitenlinie, der weiß, wie er ein System um den MVP von 2007 formt. Bauermann selbst betont im Hinblick auf Olympia 2012, wie wichtig es Nowitzki ist, dass er den Trainer kennt und diesem vertraut.

Mal abgesehen davon, dass ein Euro-Gastspiel während des Lock-Outs wegen laufender Verträge noch komplett ungelegte Eier sind, deutet dieses doch auf einen ganz massiven Kritikpunkt an der Doppelfunktion hin: Sich beim Nationaltrainer eine Saison lang für Olympia 2012 vorzubereiten, das ist schon was. Wenn das nicht auch den einen oder anderen weiteren deutschen Spieler motiviert. Wie gut nur, dass der Vereinstrainer-Bauermann seinen vollmundigen Aufforderungen, Nachwuchsspielern zu vertrauen, selbst keine Taten folgen lässt. So war letzte Woche folgendes auf sport1 zu lesen:

Damit der Nachwuchs nicht in seiner Entwicklung stecken bleibt, müsse allerdings konsequent auf junge Spieler gesetzt werden. „Wir müssen den Mut haben, unseren Talenten in der Bundesliga und in der Nationalmannschaft genügend Spielpraxis zu geben“, so Bauermann.

Der Bundes-Dirk scheint dies seinem Zwilling, dem Vereins-Dirk, aber nicht so richtig vermitteln zu können. Denn beim FC Bayern gibt es trotz ProA nur einen U22-Spieler, der regelmäßig Minuten sieht. Das sind dann in der „Jungen Liga“ ganze 12,75 % der Münchenminuten Spielpraxis für junge Spieler.

Ein wenig Geschichte

Die Debatte um die Doppelfunktion ist alt. Denn eigentlich sollte die Doppelfunktion – auch nach dem Willen des DBB – schon 2005 enden. Nur hat dann die FIBA die Termine der Wettbewerbe umgestellt, wie die Rheinische Post berichtete. Und auch auf sportgericht.de findet sich die Meldung, dass es damals eher der DBB war, der nachgab.

Zu knirschen begann es dann wieder 2007. Übrigens hat Bauermann selbst die Debatte befeuert und sachlich fundiert begründet. So sagte Bauermann 2007 – vor dem Beschluss der Liga – in einer nach einem Morgenpost Interview durchs Land gehenden Meldung:

„Ich habe diese Doppelfunktion jetzt vier Jahre, ein fünftes kommt noch hinzu. Ich glaube, nach 2008 ist der Zeitpunkt gekommen, das eine oder andere zu machen“, sagte Bauermann in einem Interview der „Berliner Morgenpost“.

Im Januar 2008 gab es dann den Ligabeschluss, in dem die Doppelfunktion untersagt wurde. Solange ein Trainer einen Vertrag hatte, durfte er aber weitermachen. Der Mehrheitsbeschluss der Liga aus dem Januar 2008 erfolgte mit folgender Begründung:

„Die Ausübung beider Tätigkeiten erfordert auf internationalem wie nationalem Niveau höchste Ansprüche an den Amtsinhaber. Schließlich erwarten Verein und Verband zu Recht von ihrem leitenden Angestellten, dass er das Optimale für den deutschen Basketball herausholt. Die momentane Konstellation gewährleistet dies unter Umständen nicht immer voll umfänglich. Insofern halten wir eine Trennung der Ämter für sinnvoll“,

Dabei sollte man nicht vergessen, dass der DBB mit 30 % oder so an der BBL beteiligt ist und nicht total abgekapselt von den dortigen Entscheidungsprozessen. Nach der Saison 2007/08 musste sich Bauermann, weil die Übergangsregel hinsichtlich der Doppelfunktion auslief, für einen der beiden Jobs entscheiden. Bis dahin war er Teilzeitbundestrainer und Vereinstrainer in Bamberg. Lange hielt er sich beide Optionen offen, erst nach dem Playoffaus mit Bamberg im Viertelfinale erklärte er sich. Er wurde Vollzeitnationaltrainer. Die Begründung war klar: Bauermann sagte – hier via DerWesten – folgendes:

„Die Grenze der persönlichen Belastbarkeit war erreicht.“

Die Gefahr auszubrennen, nannte er auch noch 2009 in einem Interview mit der Berliner Morgenpost, wo er darstellte, was man so als Vollzeittrainer macht und warum das wichtig ist.

Vollzeittrainer ab 2008 – und dann kamen die Bayern

Mit dem Wechsel in die Vollzeitrolle beim DBB bekam er dort einen neuen 5-Jahres-Vertrag als Vollzeitrainer (also bis 2013). Bauermann sagte damals:

Es stehen Aufgaben an, die für den deutschen Basketball so wichtig sind, dass sie ein 100%-iges Engagement erfordern, auch zeitlich. Daher habe ich diese Entscheidung so getroffen. Nach den Olympischen Spielen [2008, Anm. der Autoren] kommt ein Neuaufbau der A-Nationalmannschaft Herren auf uns zu, der sicher nicht einfach wird und einen langen Atem erfordert.

Der lange Atem hielt ganze zwei Jahre an. Dann kam der FC Bayern und der DBB entließ Bauermann zumindest partiell aus seinem Vollzeitvertrag oder entsandte ihn. Der DBB und der FC Bayern teilten mit, dass sie diesbezüglich eine Vereinbarung abgeschlossen haben.

Das ist ein Grund, warum wir die jüngsten Aussagen des DBB als scheinheilig empfinden. Der als nötig identifizierte Neuaufbau ist lange nicht abgeschlossen, ja noch nicht einmal nachhaltig begonnen, die ernüchternden Resultate bei der WM 2010 in der Türkei sind bekannt. Dennoch scheint nicht mehr der dringend notwendige Umbau, sondern viel mehr das Motto „nochmal Olympia mit Nowitzki“ im Vordergrund zu stehen und Motivation für das Festhalten am Nationaltrainerjob zu sein. Es hat etwas von sentimentalem Klassentreffen.

Nachdem die Liga im Rahmen des Allstarday-Treffens im Januar 2011 in Trier an ihrer Linie die Doppelfunktion weiter zu untersagen grundsätzlich festhielt (pforsberg berichtete), keilte der DBB-Generalsekretär öffentlich zurück:

„Diese Äußerung ist falsch. Die ganze Diskussion würde gar nicht existieren, wenn die Beko BBL nicht entschieden hätte, dass ein Trainer in der Beko BBL nicht gleichzeitig eine Nationalmannschaft betreuen darf. Der DBB hat nichts beschlossen, sondern muss sich mit der Entscheidung der Beko BBL auseinandersetzen. Insofern halte ich es für nicht zulässig, wie Herr Pommer sich mit seiner Äußerung aus der Verantwortung nimmt. Es gibt anscheinend Probleme mit der Wahrnehmung“,

Nein, nicht die Liga hat Probleme mit der Wahrnehmung, sondern ganz vorne weg der Deutsche Basketball-Bund. Der DBB war damals schon in den Entscheidungsprozeß miteinbezogen und wollte die Doppelfunktion bereits 2005 (mit)untersagen (siehe oben). Schon vergessen?  Im vergangenen Sommer wurde der real existierende Vollzeitbundestrainer aus eben dieser Verantwortung entlassen und durfte trotz laufenden Vertrages zum FC Bayern. Der DBB hat also sehr wohl etwas beschlossen, wenn auch vielleicht nicht im Wortsinne. Aber wir glauben schon, dass Ingo Weiss nicht in eigener Machtvollkommenheit und ohne irgendwelche Beschlüsse eine Vereinbarung mit seinem Freund Bernd Rauch bei den Bayern abschließen kann. Oder etwa doch?

Pikanterweise hat Ingo Weiss bereits im Sommer 2010 nach der enttäuschenden WM seine Zukunft als Präsident des DBB an das Nationaltraineramt für Bauermann geknüpft:

„Wenn’s nach mir geht, hat Bauermann bei uns einen Vertrag bis 2022. Er macht einen exzellenten Job“, stellt Weiss klar und verknüpft sein Schicksal mit dem des Coaches: „Solange ich Präsident bin, wird Dirk Bauermann auch der Bundestrainer sein.“

Irgendwie muss nun aber eine Lösung her, damit der FCB, der sagt, dass sie es nicht ohne Bauermann machen (Bauermann: Ohne mich steigt Hoeneß aus), in die BBL kommt und auch der DBB, der hier – mit seinem Präsidenten vorweg – sehenden Auges gegen eine Wand zu rennen scheint, nicht gänzlich blamiert wird. Ein wenig ulkig ist, dass eigentlich jedem Beteiligten dieser unvermeidliche Interessenkonflikt vorher klar war. Dennoch handelte man – quasi vorsätzlich – exakt so, um jetzt umso lauter über das generierte Schlamassel zu Weinen. Ein wenig Kind an heißer Herdplatte. Und nein, Probleme verschwinden meist tatsächlich nicht, wenn man sie lange genug ignoriert.

Ein denkbarer Kompromissansatz: Lasst Bauermann diesen Sommer die EM in Litauen machen, wenn er sich dann für Olympia qualifiziert, eventuell auch ein Jahr länger. Wenn nicht, ist es Zeit für den harten Cut. Zeit für einen Vollzeittrainer, dessen langer Atem nicht nur zwei Jahre anhält.

…denn einen Vollzeittrainer brauchen wir

Wir brauchen einen Vollzeittrainer, um die Nationalmannschaft und den hierfür nötigen Nachwuchs nicht nur für Olympia 2012 – wobei wir nicht glauben, dass wir dabei sein werden –  sondern vor allem für eine EM im eigenen Land 2015 fit zu machen. Die Ergebnisse der WM 2010 hallen ungut nach. Hoffen auf Nowitzki, das ist dann endgültig vorbei. Es sind nur noch vier Jahre, in denen man eine internationale Klassemannschaft zusammenstellen muss, um sich nicht im eigenen Land zu blamieren. An eine Sensation wie 1993 darf man nicht einmal denken, dennoch muß ein ähnlicher Erfolg Planungsziel 2015 des DBB sein. Vorrunde überleben, kann es ja kaum gewesen sein. Man kann mit relativ hoher Sicherheit davon ausgehen, dass die Bewerbung für 2015 von Erfolg gekrönt sein wird. Wer wäre da so kurzsichtig und würde (bei wesentlich marginaleren Chancen) alle seine Chips auf Litauen 2011 setzen?

Abschließend lassen wir daher mal einen echten Insider und scharfen Kritiker der Doppelfunktion in Bezug auf die Nachwuchsarbeit zu Wort kommen. Dirk Bauermann selbst. Wir zitieren hier die Morgenpost aus dem Herbst 2007:

Hat Schweitzer nicht Recht, wenn er sagt, in Deutschland würde zu wenig für den Nachwuchs getan?

Natürlich hat er da Recht. Es hat aber in den vergangenen Jahren immerhin ein Umdenken stattgefunden. […] Dass wir was machen müssen, damit wir international den Anschluss nicht verlieren, ist klar. Talentsichtung, -findung und schließlich -förderung müssen sicher optimiert werden.

Kann das ein Bundestrainer leisten, der zugleich einen Verein trainiert?

Nein. Das ist ein Kritikpunkt, der berechtigt ist. Gerade an dieser vital wichtigen Stelle ist viel Energie einzusetzen. Das kann niemand mit einer Doppelfunktion. Ich habe diese Doppelfunktion jetzt vier Jahre, ein fünftes kommt noch hinzu. Ich glaube, nach 2008 ist der Zeitpunkt gekommen, das Eine oder das Andere zu machen. Noch einmal zwei Jahre – das ist nicht zu schaffen. Für was ich mich entscheide, ob Bundes- oder Vereinstrainer, das weiß ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht.

Der DBB hat im letzten Sommer Bauermann aus seiner Vollzeit-Pflicht entlassen, ohne eine Antwort auf genau diese zentralen Frage zu geben, kann sich also unserem Verständnis nach, nun nicht fingerzeigend und schmollend aus der Debatte zurückziehen. „Back to the future“ – „Zurück in die Zukunft“, das ist nach unserer Wahrnehmung die Linie von Weiss und Co während andernorts taktisch verzögert wird. Aussitzen als Konzept. Entscheide Du, ich hab Familie! Aber auch in der zitierten US-Filmtrilogie kommt irgendwann jemand und klopft oben an: „Hallo, McFly, jemand zu Hause?“ Und wenn Dirk Bauermann jetzt als Vereinstrainer selbst wieder vehement für die Doppelfunktion spricht, deren Nachteile er durchaus eloquent und vollständig nachvollziehbar dargelegt hatte, verliert er bei dem Thema in unseren Augen jede Glaubwürdigkeit.

[Ein gemeinsamer Text von oldschoolballer und gruebler]

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15 Gedanken zu „Der doppelte Dirk – Eine verdammt scheinheilige Debatte

  1. Eine sehr gute Zusammenfassung der aktuellen Vorgänge rund um das Thema von euch beiden.

    Es zeigt sich auch in dieser Diskussion, die sich aus meiner Sicht eigentlich gar nicht stellen dürfte, dass auch „konsequente“ Trainer das Motto „Was schert mich mein Geschwätz von gestern“ gerne mal nutzen.
    Sowohl in dem Punkt ‚Doppelfunktion‘, als auch ‚Talentförderung‘ zeigt sich, dass mittlerweile auch bei DB der eigene Erfolg/Ruhm an erster Stelle steht. Da ich davon ausgehe, dass DB mittlerweile genug Geld verdient hat, würde ich die Geldgier eher nicht als Argument für sein aktuelles Handeln gelten lassen.

    Ich erinnere mich noch an eine Fortbildung vor 2 Jahren mit DB, als er alle Vereine inkl. BBL in einem einstündigen Vortrag in die Verantwortung genommen hat: „Ihr (Coaches & Vereine) seid dafür verantwortlich, wie erfolgreich die Nationalmannschaft ist!“

    Vielleicht könnte man den Blog-Eintrag in „Der doppelte Dirk – Eine verdammt scheinheilige Debatte/ HEUCHELEI“ umbennen.

    HighFive

    Freaky Nicky

  2. Danke, oldschoolballer und gruebler!!

    Hervorragend auf den Punkt gebracht und noch sehr gut belegt, mit dem Höhepunkt der eigenen DB-Aussage am Schluß!

    Der Artikel erübrigt eigentlich auch die gesamte seit einem halben Jahr auf SD laufenden Diskussion mit teilweise abstrusen und abschweifigen Beiträgen.

    Abgesehen von ein paar persönlichen Färbungen könnte bzw. sollte das ganze auch gut in der SZ oder FAZ stehen. Die machen sich aber wohl nicht soviel Arbeit mit Recherche in einer „Nebensportart“.

    Zwei Anmerkungen noch:
    Bei allen Interessenskonflikten, die ja durchaus auftauchen können, ist für mich der Höhepunkt, dass sich alle, besonders aber DB nicht etwa „quasi“, sondern tatsächlich vorsätzlich, also sehenden Auges, in eine Situation begeben haben, die man schon einmal hatte und nicht mehr wollte.

    Deswegen hat man dies in eine verbindliche Regel „gegossen“, die nun Grundlage sein muß, um DB ab kommender Saison (BBL) nur noch Bundestrainer sein (bis London ’12 oder länger) und Uli H. dementsprechend sein Projekt wieder einstampfen zu lassen ODER wir brauchen ab Oktober 2011 einen neuen Bundestrainer.

    Ich sehe da keinen Raum für irgendeine Kompromiß – und ehrlich gesagt – auch keine Notwendigkeit. Das einzige kleine Zugeständis (der Liga, nicht meinerseits) wäre die EM 11, ist ja noch vor der Saison.

    Ich kann also nicht ganz nachvollziehen, warum ihr für einen – vielfach gefoderten – Kompromiß votiert, wo Ihr doch gleichzeitig DB und Verband Ihre Inkosequenz, um nicht zu sagen Inkompetenz, so schön nachweist.

    • Dein „Vorschlag“ und unserer bezüglich einer Exit-Strategie unterscheiden sich nur graduell. Hängt halt davon ab, für wie wahrscheinlich man den Finaleinzug bei der EM 2011 hält. ;-)

  3. …..oder das Erreichen der Plätze 3-6 wenigstens für das Qualiturnier 2012 ;-)

    Ich war auch lange auf der Schiene „weiß ist weiß und schwarz ist schwarz“. Technisch beginnt die BBL-Saison lange vor der EM, man hätte das Problem also eigentlich schon dieses Jahr. Da aber kaum noch Zeit bleibt und die Alternativen mich nicht anspringen (wollen) bzw. ihre blanke Existenz von allen Verantwortlichen weggeredet wird, bleibt eigentlich kaum eine Variante außer DB im status quo.

    An meinem Wörtchen „quasi“ habe ich mir auch beim schreiben/löschen/schreiben/löschen blaue Flecken am eigenen Schienbein geholt (beim drüberstolpern), letztendlich durfte es bleiben, es entsprang wohl einem unachtsamen Moment der gnädigen Milde ;-)

  4. Schön, ihr beiden; dann sind wir uns ja wohl weitestgehend einig… ;-)

    Klar „beginnt“ die Saison früher, deswegen ja auch „Zugeständnis“.

    Können ja nun schonmal beginnen zu spekulieren, wer der neue Ü-leiter der quotierten Landesauswahl werden sollte…(Katzurin z.B. ist wohl bald wieder frei… ;-) )

    Angesichts der von euch so ausführlich dargelegten Sachlage sehe ich keinen Sinn für „gnädige Milde“. Ihr habt doch ansonsten auch kein Blatt vor den Mund genommen.
    Aber Danke fürs Zugeben.

  5. Der Artikel ist sehr gut, jedoch sollte Dirk B. wirklich noch bis 2012 die Chance bekommen, sollte er es schaffen sich für Olympia zu qualifizieren, weil das hätte er sich dann auch vedient, wenn er diese schwierige Aufgabe mit ein paar durchschnittlichen Spielern neben Dirk N. schaffen sollte.

    Wenn sie 2011 verkacken, wird er von sich aus abtretten, weil es dann keinen Sinn mehr macht weiterzumachen, da er ja wirklich sein eigenes Ziel verfehlt hat.

  6. Ein klasse Artikel, hoffentlich nimmt die Presse ihn wahr…

    Warum sollte man Herrn Bauermann eigentlich die Entscheidung überlassen, ob er 2011 freiwillig abtritt? Gegen Bamberg hatte er sich doch seinerzeit auch erst so spät entschieden, als absehbar war, dass sein „Zyklus“ zu Ende ging und sein Projekt der Bamberger Nationalmannschaft gescheitert war.

    Die Beteiligten DBB, FCB und DB haben sich vorsätzlich in die Situation begeben, mit einer Regel zu kollidieren. Also muss die Situation und nicht die Regel beseitigt werden!

  7. Ganz hervorragender Artikel, der meinen Standpunkt zu diesem Thema durchaus etwas verschoben hat. Irgendwie vergisst man die ein oder andere Aussage im Laufe der Zeit doch zu schnell. Und da gehen doch Wort und Taten bei Dirk Bauermann nicht unbedingt im Gleichschritt.

    Bei einem Punkt wundere ich mich allerdings. Euer Kompromissvorschlag mit EM + Olympia bei Qualifikation dürfte so ziemlich genau das sein, was Dirk Bauermann vorschwebt. Nämlich noch einmal die Olympischen Spiele mitzuerleben. Er selbst spricht ja auch immer von diesem „zeitlich begrenzeten“ Zeitraum und genau diesen Zeitraum vermute ich da. Zumal das auch das naheliegende Karriereende von Dirk Nowitzki in der Nationalmannschaft bedeuten könnte. Ein Kompromiss ist es ja grade nicht, wenn dann die Forderung einer Seite komplett erfüllt wird. Aber das ist jetzt vielleicht auch etwas zu spitzfindig von mir ;)

  8. Sehr guter Artikel. Ich möchte noch etwas anmerken.
    Die Problematik der Doppelfunktion macht sich am Beispiel Hamann deutlich. Die Position 1 ist, wie alle wissen, die Schwachstelle in der Nationalmannschaft. Herr Bauermann hat sich für Hamann entschieden, was sein gutes Recht ist. Nun wäre allerdings seine Aufgabe gewesen seinen designierten PG und seine Schwachstelle zumindest so zu beraten, dass Hamann die bestmöglichste Vorbereitung für die wichtige EM bekommt. Dazu gehört auf hohem Niveau als leading PG viel zu spielen. Und da liegt der Hund begraben. Anstatt ihm einen BBL Verein nahe zulegen, holt er ihn zum FCB. Der Niveauunterschied zwischen PRO A und europäischen Niveau ist so gravierend, dass er den in der EM Vorbereitung nie wieder ausgleichen wird. Daraus kann und muss man fast schließen, dass ihm der FCB näher ist als die Nationalmannschaft.

  9. …dass Hamann die bestmöglichste Vorbereitung für die wichtige EM bekommt. Dazu gehört auf hohem Niveau als leading PG viel zu spielen…

    Leider sehr richtig. Hier kann man – finde ich – auch wieder schön eine Brücke zum Thema Führungsfigur/Playmaker schlagen. Auf der Position 1 war Deutschland in den letzten Jahrzehnten, auch schon im europäischen Vergleich, eh nie wirklich gut besetzt. Wenn man sich da die Playmaker aus Italien, Griechenland, Spanien etc. anguckt, kann einem schon Angst und Bange werden… Recht interessante Diskussion gab es hier: http://forum.spiegel.de/showthread.php?postid=6154501

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