Über oldschoolballer

PG who loves to pass first, pass second, shot third.

Blogauskas #10 – Know it´s key (and know when it’s not)

Know its key

Know its key

Es gibt hier überall im Land offizielle Werbeplakate für die Eurobasket 2011, auf denen die Aussprache der Starspieler erklärt wird. Für Deutschland ist Nowitzki abgebildet mit der Aussprachehilfe: „Know it´s key“. Gut, das Englisch ist ein wenig fragwürdig (Popovic = „Pope a witch“), aber gestern Nacht, als wir wieder einmal an dem Plakat vorbeiliefen, hatte es plötzlich seinen Sinn gefunden. Weiterlesen

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Blogauskas #9 – Vilnius, Villarriba und Villabajo

Cheerleader im Anmarsch

Cheerleader im Anmarsch

Vilnius empfing uns mit kaltem Dauerregen, Megastau und einer Strasse, von der man weder links noch rechts abbiegen konnte, bis man endlich ganz unten angekommen war – nicht nur bildlich gesprochen. Toll. Hier läuft also ein Weltrekord in gegenläufigen Einbahnstrassen – und wir sind mittendrin. Als alles ganz mies läuft und die plötzlich einsetzende Unterzuckerung droht einige jahrelange Freundschaften frühzeitig zu beenden, schlägt unerwartet das Glück zu und wir finden einen kostenlosen Parkplatz in der Altstadt in einem abgeschlossenen, eisentorgesicherten Hinterhof. Weniger schön ist es dann, alle Klamotten, Weiterlesen

Blogauskas #8 – Showdown in Vilnius

Vorrunde: Griff ins Klo

Vorrunde: Griff ins Klo

Heute nur ganz, ganz kurz was zum Spielen (bzw. zu den Spielen.), denn EM ist kein Spaß und direkt nach dem Aufstehen muss man eigentlich schon los in die Halle. Wir wohnen mitten in der tollen Altstadt – hoch oben in einem Appartment mit www, aber im 5. Stock und ohne Aufzug. Das ist einfach nur klasse, denn Vilnius macht Laune, vor allem als Basketballfan. Auf der Herfahrt haben wir noch die deutsche Mannschaft bedauert, die einsam und direkt an der Autobahn 20km außerhalb in einem Hotel im großen N-A-D-A wohnt. Den serbischen Trainer wirds freuen, man ist schnell an der Halle und die Spieler haben keine Ablenkung. Unser Nachteil hingegen ist, dass wir ewig brauchen werden, um zur Halle zu kommen. Und wir wollen vom deutschen Spiel auf jeden Fall auch das Aufwärmen sehen. Das heißt um 14 Uhr unserer/13 Uhr eurer Zeit an der Halle sein, denn das erste Spiel beginnt um 15:30 (14:30 in D). Mal schauen, ob und wie wirs schaffen. Auto fällt aus. Wir haben einen der seltenen Parkplätze mitten in der Altstadt gefunden – und das kostenlos. Unser Vehikel bewegt sich hier bis Kaunas keinen Millimeter weg. Weiterlesen

Blogauskas #7 – EM ist kein Spaß!

Ein Gastbeitrag der EM-Expeditionsteilnehmerin Kepta Duona, die uns die unmenschlichen Strapazen einer EM-Reise nahebringt (ohne die allerdings auch alles nur halb so lustig und interessant wäre. Dies gilt für beides: die Strapazen und die Teilnehmerin ;-) ):

EM ist kein Spaß – So viel steht fest. Dass es kein Vergnügen ist, sondern pure, harte Arbeit, sieht man schon lange im Vorfeld der Reise. Weiterlesen

Blogauskas #6 – Wassertreten und Wehmut

Heute ist unser letzter Tag in Siauliai. Noch einmal ging es auf den Freiplatz am Wohnblock, noch einmal strahlend blauer Himmel tagsüber, tolles perfektes Wetter. Warm, fast heiß und ne leichte Brise. Zum letzten Mal sitzen wir neben unserer Eislauffläche in unserem Einkaufscentrum – man kennt uns schon. Die verrückten Deutschen, die auf nem Laptop rumhämmern. Jetzt zum letzten Mal Schlittschuhlaufen und dabei auf der Riesenleinwand die Spiele von gestern anschauen. Ein ganz besonderes Vergnügen. NOT.

Heute ist nicht alles so spassig. Einerseits die Wehmut unsere Waldhütte verlassen zu müssen, wir haben Siauliai richtig lieb gewonnen und verlassen die Stadt nur ungern, aber auch das wieder umziehen müssen und neu eingewöhnen schreckt uns. Andererseits die beiden Spiele gestern Abend in den Gruppen A und B, die die Euphorie mit einem großen Knall aus dem EM-Ballon entliessen. Während Deutschland schnell, kurz und knackig zurücklag und insgesamt kopflos und chaotisch wirkte, fiel unser Blick in einer frustinduzierten Pause auf die Bildschirme in den Umläufen und die entsetzten Gesichter der Litauer, die auf sie starrten. LIT – ESP 12:37. Oha! Die Gastgeber erhielten eine Klatsche vom Titelverteidiger und die Stimmung in der Stadt sank schlagartig auf arktische Temperaturen. Realistisch betrachtet hatten die Litauer mit ihren ganzen Verletzten von vornherein gar keine Chance, das interessiert Otto Normallitauer allerdings wenig. Zu sehr sehnt man sich den Titel im eigenen Land herbei. Deutschland hingegen ist vollständig angetreten, spielen was sie können tun sie aber irgendwie trotzdem nicht. Es ist mir von Anfang an zu hektisch, zu unstrukturiert. Zu viele Wechsel, zu viele Experimente. Es sieht aus, als wäre man noch in Bamberg beim Supercup in der Testphase. Erst mit zwei Pointguards gestartet, kurz darauf kein einer mehr auf dem Feld. Warum verstehe ich nicht, es würde aber auch nichts helfen, wenn ichs täte, denn das deutsche Spiel leidet einfach darunter. Die Spieler geradezu haltlos auf dem Parkett – fast wie wir auf der Eisfläche. Denn Serbien spielt keineswegs überirdisch. Sie machen nur, was sie können, geradlinig, schnörkellos. Alte jugoslawische Basketballschule und unspektakulär. Mit Ausnahme von Milos Teodosic, der mit einer mühelosen Leichtigkeit über das Parkett fliegt und einen Zauberpass nach dem anderen raushaut. Uns steht der Mund offen. Völlig ohne einen Tropfen Schweiß zu vergiessen hat er am Ende fast ein Triple Double in nur 28 min. aufgelegt (12, 9, 9). Schluck. Deutschland hingegen bekommt kein Bein auf den Boden. Nowitzki wird gut verteidigt und nimmt nur schwere Schüsse gegen den Mann, die nicht fallen. Dito die von Chris Kaman, der scheint, als habe er ein Wurfkreuz auf der Freiwurflinie markiert und sich selber Zoneneindringverbot erteilt. Gezwungen, planlos und nicht wirklich wach. So wirkte es zumindest von außen. Streckenweise sieht es sogar ohne die beiden NBA-Stars mehr nach Teamplay aus, als mit. Tribut an die viel zu kurze gemeinsame Trainingszeit? Am Ende kommt man noch einmal durch eine Energieleistung Nowitzkis einstellig heran, der kurz darauf stocksauer ist, denn seine Mitspieler ziehen vor allem in der Verteidigung nicht richtig mit. Deutschland ist eben nicht Dallas. Solche Momente sind es, die Spiele drehen, Spiele entscheiden. Dirk erwartet, dass alle von einer Sekunde auf die andere aggressiv sind, wenn sie die Chance wittern, in den höchsten Gang schalten und noch einmal alles in die Waagschale werfen. Dieser Killerinstinkt fehlt seinen Kollegen aber sichtlich, denn die starren größtenteils vorne nur auf ihn und hinten können sie die berühmte Schippe nicht drauflegen. Kurzes Anbrüllen mit Neu-Fraportskyliner Tim Ohlbrecht, ist normal, muss auch mal, ist aber sehr symptomatisch – es hätte auch jeder andere sein können, denn Dirk N. ist sichtlich enttäuscht. Er hat mehr erwartet – und wir auch. Nach Spielende wissen es die Spieler selbst am besten, dass sie mit ihren passiven Spiel ne Riesenchance versäumt haben. Nun wirds nämlich bitter. Die Zwischenrunde in Vilnius ist zwar schon vor dem abschließenden Spiel gleich gegen die supernetten Letten gesichert, aber man schlägt nun in der Landeshauptstadt als „Tabellenletzter“ auf. Mit null Punkten. Mumpfff. Und ob sich dies entscheidend ändert gegen die A-Gruppe mit Spanien, Litauen und wohl Polen ist völlig unklar.

Chance vertan, Schritt nach vorne vertan. Es ist wie kneippsches Wassertreten mit der deutschen Mannschaft. In Polen bei der letzten EM 2009 hatte man einen neuen Weg begonnen – radikaler Umbruch, neue Mannschaft, junge Spieler. Auch bei der WM in der Türkei letztes Jahr sah das gar nicht so schlecht aus – ohne die NBA-Spieler. Ganz bewußt hat man dieses Jahr wieder 2 Schritte zurück gemacht und Kaman und  Nowitzki wieder dazugeholt, um den heiligen Gral vom Olympiatraum erneut wahr werden zu lassen. Ich hab mir Ende 2010/Anfang 2011 viele verbale blaue Flecken geholt, denn ich war gegen diesen Schritt. Absichtlich übertrieben und provokant gefragt: Wenn wir jetzt in der Zwischenrunde ausscheiden und Olympia futsch ist – haben wir dann nicht auf dem Weg zur EM 2015 im eigenen Land 3 Jahre verloren?

Ich sehe die mediale Aufmerksamkeit, ich weiß ohne Nowitzki hätten sich höchstens 20% der jetzigen Zuschauer die EM angesehen, ich weiß dass es toll ist, ihn spielen zu sehen. Ich weiß, dass wir ohne ihn nie eine Chance auf Olympia gehabt hätten. Ich weiß nur nicht, ob das die Nationalmannschaft wirklich für die Zukunft nach vorne bringt.

Optimal wäre es, wenn die Spieler endlich halbwegs aufwachen würden. Sie schulden es sich vor allem selbst und auch Dirk Nowitzki. Gegen Italien war es eine Superleistung, besonders kämpferisch. Wieso man darauf nicht aufbauen konnte, sondern statt dessen gegen Frankreich und Serbien in ein Riesenloch fiel, weiß nur das Team und der Coach. Optimal wäre es, sie würden mich einfach Lügen strafen. Mir wärs recht – ich kann das aushalten ;-)

Zum letzten Mal durch den Wald, zum letzten Mal echte Seeadler, zum letzten Mal heute Nacht ein unfassbar toller Sternenhimmel in völliger Finsternis ohne jede Lichtverschmutzung. Etwas was es zu Hause gar nicht mehr gibt. Genau wie Wasser aus dem eigenen Brunnen, dass Haut, Haare und Schmutzwäsche ungeahnt (und völlig conditioner- und weichspülerfrei) zart zurücklässt. Eine Nacht noch unter Uhus und Wölfen. Noch eine Nacht mit direktem Blick nach oben, Jupiter, Polarstern, die Milchstraße, der Mars, und all der andere Süßkrams über uns. Und Vilnius vor uns.

Heute gegen Lettland gehts um nichts mehr. Und doch um alles. Die Mannschaft muß sich jetzt zusammenraufen, Nowitzki den Spass am Spiel wiederfinden. Und den hat er nur, wenn die anderen sich mit ihm auf Augenhöhe trauen.

Omma Margot sacht: Ei Kelle, da wurd ja soviel gewechselt, da kam ich ja gar ned mehr mit. Heut kanns nur besser wern und dann kommt Spanien.

osbaite grüßt gefrustet aus Siauliai und hofft auf ne Trotzreaktion.

Blogauskas #5 – Q & A with osb and Randgrouptravels

Wir sind heute voll innovativ – interaktiv. Andere würden es faul nennen.

Ihr dürft heute Fragen stellen und wir antworten so gut wir können. Einige Fragen nach dem Absturz der Militärmaschine hinter unserem Waldhaus und wie wir überhaupt in die Jagdhütte/villa geraten sind, gibt es ja schon und sie werden auch gleich mitbeantwortet werden.

Gerne auch fachliche Fragen zum Basketball, aber auch Land und Leute in Litauen dürfen es sein.

Omma Margot sacht: Serbien können wir schon, hab ich letztes Jahr gesehen. Deshalb guck ich heut Litauen-Spanien – unsere Buben machen das.

osbaite grüßt (wieder) aus Siauliai und gewinnt immer noch gegen Serbien.

Blogauskas #4 – Urlaub in Lettland

Endlich ein freier Tag! Diesen Tag Urlaub haben wir uns wirklich redlich verdient und so ging es nach einmal halbwegs ausschlafen auf zum nördlichen Nachbarn nach Lettland. Das vierte Land in 6 Tagen, für einige von uns (die zur Zeit gerade live im McCafe in Riga im Sessel liegen und schlafen) das 5. in 6. Die vierte Sprache, die vierte Währung, totales Chaos im Geldbeutel und im Kopf. Stadtpläne, Karten, Reiseführer, Sprachführer. Esperantinisches Geschwafel – so richtig können wir keine Sprache mehr und gestern wirkt bereits, als wäre es Monate her – unsere Festplatten glühen und auch wieder nicht. Wir schwimmen einfach mit im Strom, abgespeichert wird schon lange nicht mehr, wir sitzen einfach nur entspannt in unserem ganz privaten 24-Stundenkino. Weiterlesen

Blogauskas #3 – Von Level zu Level zu Level…

Gestern Abend kurz vor 23 Uhr, Siauliai Arena. Das Spiel gegen Italien ist vorbei, der hart erkämpfte Sieg eingefahren. Die deutschen Fans klatschen, aber nur noch relativ leise, nassgeschwitzt und erschöpft. Den ganz, ganz großen Erleichterungsjubel gab es schon Minuten vorher, als „Azzurri Killer“ Joe Herber einen Dreier (Team gesamt satte 7 von 12) eiskalt versenkte und so den 2. Sieg im 2. Turnierspiel klar machte. Die Anspannung aus dem Kampfmatch wollte noch nicht so richtig weichen, die Zähne waren noch gefletscht, die Kaumuskulatur noch deutlich verkrampft – es war richtig, richtig hart. Weiterlesen

Blogauskas #2 – Von litauischen Wölfen und deutschen Adlern

Mittwoch Nacht 00:30 Uhr Ortszeit. Der erste Sieg dieser EM 2011 ist geschafft und Israel mit sage und staune 91:64 (40:26) geschlagen. Unser Auto bahnt sich im Schritttempo seinen Weg zurück in die litauischen Wälder. Hier fährt man(n) Quad. Weiterlesen

Blogauskas #1 – Nichts als Basketball im Kopf

Nix als Basketball im KopfEndlich. Siauliai. Was für ein Trip. Dieses Mal haben wir es, glaube ich, übertrieben. Litauen ist einfach zu weit um mit dem Auto dorthin zu fahren. Auch wenn man möglichst viel von Land und Leuten mitnehmen will. Es war von Anfang an eine schlechte Idee. Eine ganz, ganz miese sogar.

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