Rückfall

Asseco Prokom ist so etwas wie Rudis Resterampe des europäischen Basketballs. Ein Spielmacher, den niemand außer den Polen haben will. Ein ehemals guter Schütze, der grade ganz unten aus der Grabbelkiste gezogen wurde, der beste Center, der jemals österreichisches Basketballparkett betreten hat (das ist so etwa wie eine sudanesische Skipiste), dazu ein Trainer, der nur ein erfolgreiches Jahr hatte (dafür aber Spielerfahrung aus Österreich mitbringt). Noch ein paar Polen, die nur Eingeweihte kennen. Sie spielen in einer leeren Riesenhalle vor Publikum, das auch im Gottesdienst einer progressiven Kirche nicht allzu sehr stören würde. Jedenfalls nicht durch Lärm. Hört sich nicht an, wie eine Mannschaft gegen die ein Team mit europäischen Ansprüchen verliert. Alba schon. Ganz in der Tradition der Vorgängerjahre. Weiterlesen

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Wir sind Meister

Vergangenes Jahr kurz vor Weihnachten hat Alba die Ulmer aus der Halle gefegt, Gordon Herbert hat ausgesehen wie ein glücklicher Mensch (und ein guter Trainer) und ziemlich viele haben geglaubt, die Meisterschaft sei nur noch Formsache. Es ging anders aus. Nach der blöden Niederlage gegen Ulm am Samstag kann es dieses Jahr ja nur noch gut gehen. Weiterlesen

Kellerkinder aus Hagen, Weißenfels und anderswo

Ach hätte ich heute morgen doch hier meine unsortierten Gedanken zum Spiel von gestern, ALBA vs. Hagen geposted. Dann hätte ich die Haue auf schoenen-dunk als Interaktion verbuchen können. Was ist geschehen?

Das ALBA gestern begeisternden Basketball gespielt hat, mit Sinn und Verstand, wie unser alter Bekannter und mein neuer Mitblogger peterzwei kürzlich schrieb, hat jeder gesehen. Das regt keinen auf. Selbst Arroganz wird uns Fans nur in Maßen nachgesagt, weil wir’s ja selbst nicht glauben können, wie’s grad läuft.

Nein, auf die Nase bekam ich für meine flapsigen Ausführen zum gestrigen Gegner, der mit 42 Punkten aus der Halle gefegt wurde. Was es war, das ich schrieb? Weiterlesen

Sinn und Verstand

Alba hat in der Europaliga ein Spiel gewonnen. Auswärts in Siena. Nach gefühlt 400 Niederlagen in Folge. Überzeugend. Ohne einen einzigen Ausfall im Team. Selbst wenn es noch einmal knapp wurde, nicht die Nerven verloren. Geduldig gespielt. Manchmal fast zu geduldig. Kann das wahr sein?

Ist es, und trotzdem sollten wir uns nicht allzu viel darauf einbilden. Denn Siena ist eine Trümmertruppe. Weiterlesen

Lernfähig

Nach der Verpflichtung von Brian Randle und den damit verbundenen Highlightvideos wissen wir jetzt, in was für schrecklichen Schulturnhallen die erste israelische Liga zu einem Teil noch spielt. Dagegen ist selbst die spätbrutalistische Waschbetonbude in Würzburg noch ein Palast. Wir sollten denen Jan Pommer mal leihen, er ist ja so eine Art Leuchtfigur (Messias wäre in diesem Fall falsch) in Sachen Basketballvermarktung geworden. Sei’s drum: Randle ist weniger Namen, als viele für Alba erwartet haben, und passt dafür in die Verpflichtungsreihe des vergangenen Sommers: nicht spektakulär, aber außerordentlich vielversprechend.

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Von Bauermann’schem Realitätsverlust und einem guten bösen Hexenmeister

Was für ein erster Spieltag. Eigentlich wollte ich mit Ruhe was über das heutige Spiel schrieben, doch es kam anders: Nach dem ersten Saisonspiel der Bayern, einer desaströsen Niederlage gegen die Ewe Baskets Oldenburg steht Uli Hoeneß auf Sport 1 Rede und Antwort. Frank Buschmann, den Bayern und insbesondere Dirk Bauermann oft eher günstig gewogen, stellt die Fragen und versteht die Welt nicht mehr. Und Hoeneß bringt eine verbale Blutgrätsche. Meine Vorschau auf die Ligaspitze muss daher gen Archiv wandern…

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Auf zur Saison als Herausforderer

Endlich will ich rufen, endlich ist die viel zu lange Offseason vorbei. Nach der letzten Saison der Albatrosse, an der ich wenig Freude hatte, geht es unter gewandelten Vorzeichen wieder los. Zum Frühstück hörte ich, wie Marco Baldi dem Liga-Medienmann Sven erklärt, warum die neue Rolle ALBA Berlins gut ist, warum das Saisonziel Halbfinale angemessen ist.

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Oktoberfest bei den Bayern

Eigentlich müsste oldschoolballers Tante Lieschen diesen Blogpost schreiben. Denn schon vor dem Start des rot-weißen Projekts las sie ganz trefflich den Hoeneß’schen Kaffeesatz. Nun, pünktlich zu den Wiesn, hat’s in München gekracht. Hoeneß und Rausch beurlauben keine Woche vor Saisonstart den absoluten Wunschtrainer Bauermann und angeblich auch seinen Adjutanten Wucherer.

Die Gründe, die wir in den sich überschlagenenden Medien (TZ, Tagesspiegel, Süddeutsche) lesen können, sind vielfältig und teils verwirrend. O-Ton ist, dass es „unterschiedliche Auffassungen über die Führung und Weiterentwicklung der Mannschaft“ gegeben hätte. Eines war seit wenigen Tagen klar: Das Münchener Management will sportliche Rendite sehen. Die Schonzeit für Trainer und Mannschaft sei vorbei sagte der Metzgermeister und seine Startroika Rice, Homan und Troutman schonte sich wahrlich nicht, als sie in Berlin so hart im Kitty Cheng feierten, dass der Schiedsrichter sie vom Platz sie vor die Tür flogen und Rice nach Medienangaben gar Hausverbot erhielt. Weiterlesen

Rauschen, nicht nur in der Röhre #75

Der Himmel ist Blau, im Fernsehen läuft olympischer Basketball und oldschoolballer berichtet auf Facebook.

Im Nachtprogramm gab es diese Woche ein 40-Minuten-Highlightreel: Die USA (und Carmelo Anthony) haben Donnerstagnacht Rekorde geknackt. Das Team USA schlug Nigeria (Koko Archibong, Ikene Ibekwe) mit 156:73, genau, das sind 83 Punkte Vorsprung und damit der höchste Score einer Mannschaft in der Geschichte der olympischen Spiele. Nach 25 Minuten war die 100er-Marke geknackt, Carmelo Anthony traf 10 von 12 Dreiern, machte 37 Punkte in 15 Minuten und hält nun vier Teamrekorde (3p made, 3p attempted, points, FT made). 71 % Quote aus dem Feld, 29 von 43 von down under. Und es gab sogar deutsche Beteiligung: Lottermoser pfiff.

Lottermoser war auch gestern dabei, als das passierte, was Chauvis für unmöglich hielten. Der erste olympische Dunk beim Frauenbasketball. Liz Cambage stopfte den Ball einhändig durch den Ring:

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Shopping spree durch Europa

Die erste Phase der Wechselspiele ist vorbei. Die Quotenplätze sind gesetzt und knapp drei Wochen vor dem Trainingsbeginn rappelt es im Karton. Bei den Meldungen der letzten zwei Wochen – seit dem letzten Posting hier – bekommt man den Eindruck, die BBL Clubs – jedenfalls die mit Geld – sind auf einer beeindruckenden shopping spree. Nein, die ganz großen Namen, einen Eidson, ein Big Sofo und ein Saras‘ bleiben in den Luxusboutiquen, auch wenn der eine oder andere die Trikotfarbe wechselt. Aber ein wenig bekommt man den Eindruck, als könnten manche BBL Clubs nun mit dem was sie haben richtig gut einkaufen gehen und das wirtschaftliche Beben im Süden in dieser Offseason ausnutzen. Auch der übliche Offseason-Exodus aus der BBL ans Mittelmeer ist bislang nicht sichtbar.

Was also sind die Deals, die bewegten? Weiterlesen