Rauschen im Blätterwald #1

Unter „Rauschen im Blätterwald“ wird es hier in loser Folge einen Blick in die blog-o-sphere und die digitale Presselandschaft geben. Wie es sich für ein Blog gehört nicht nur mit Links, sondern auch dem einen oder anderen Kommentar zu den Entwicklungen.

Das Euroleague Final Four wirft seine Schatten voraus und die Kollegen von Ballineurope bringen hervorragende Reisetipps für unsere schöne Stadt. Vergesst euren Lonely Planet und vertraut den Bloggern! Nur die besten Burger der Stadt haben sie vergessen. Weiterlesen

Nach der Sportschau…

…kann der gemeine Fernsehzuschauer heute Abend auf Eurosport schalten und Basketball sehen. Dank Murat Didin und dem türkischen Tourismusministerium gibt es in Deutschland wieder Bundesliga im Free-TV. Der vorletzte Spieltag der BBL-Hauptrunde läuft. Playoffs oder Offseason im Kopf? Nix da, noch gilt’s auf dem Parkett. Die Playoff-Ränge sind noch lange nicht fix. Das Klischee der spannenden Liga stimmt.

Tübingen gegen den Tabellenführer Oldenburg gibt’s heute live bei Eurosport. Vielleicht nicht der beste Opener für’s Free-TV. Für Tübingen geht es um nichts mehr, nur den Heimabschied von den Fans in die Sommerpause. Es war schon jetzt eine solide Saison, nur seit dem blauen Lizenzbrief und der auflösenden Bedingung scheint die Übergangssaison – so nannte es Wintermantel – doch nicht ganz so rosig zu sein. Toitoitoi, dass da alles ganz schnell ins trockene kommt. Bei den Donnervögeln geht’s wohl neben einem Pflichtsieg vor allem um die Frage: Spielt Gardner mal wieder ein ganzes Spiel? Sind alle fit für die Playoffs und das Finish gegen ALBA in zwei Wochen?

Brose konnte gestern schon gegen Bonn gewinnen. Als Wahlberliner sieht man die wiedererstarkten Brösels Weiterlesen

Mit Links zur Quote

Irgendwann habe ich mir mal die Mühe gemacht und alle Quotendebatten auf schoenen-dunk.de zusammenzutragen. Wer also geballte Fanwut von der Aufhebung der Ausländerbeschränkung vor einigen Jahren bis zur Bauermannschen Brandrede 2009 verfolgen will, kann sich bei den Links bedienen.

Bauermann fordert Deutschen-Quote
Das schriftliche Armutszeugnis der BBL

und hier ist eine kleine Auswahl der (offenen) Threads auf Schonen-Dunk:
Quotendeutsche 2008/2009 – Zahlen und Analysen zur Quote, wie sie ist.
Wie heuchlerisch sind deutsche Basketballfans – Sind wir selbst inkonsequent in dieser Frage?
Das schriftliche Armutszeugnis der BBL – Eine andere Auseinandersetzung mit der Spielzeit deutscher Spieler.
Die Lüge mit den jungen Talenten – Wer hat den schwarzen Peter? DBB oder die Clubs?
Femerling und Okulaja üben harsche Kritik – Das gleiche Problem, von anderen geäußert.
Quotendeutsche und Ausländerfreigabe, so begann die Debatte 2005.

Und last but not least: Sinn und Unsinn der Deutschenquote

Warum ich nichts von der 4-1 Feldquote halte

Eine kleine Replik auf den Forward-Kommentar.

Zur Frage 6/6 Teamquote oder 4-1 Feldquote möchte ich auf den FORWARD-Kommentar von Tom Prager noch einmal eingehen.

Es ist ein sehr pointierter, in Zügen bissiger Kommentar. Ich kann die Argumentation jedoch nicht nachvollziehen und letztlich wurde er ein wenig von der Bauermann-Brandrede überholt.

Tom Prager fragt im Forward, wieviel Spielzeit denn eine 6/6-Quote bringen würde. 6/6 sehen wir in Spanien und dort variiert es. Beim kursorischen Durchblättern sehe ich dort ganz unterschiedliche Spielanteile von 50% (Fuenlabra), 40% (Bruesa) und 25% (Joventud, Unicaja und andere). Was ein Club aus jeder Form der Quote macht, ist eben verschieden. In der ACB ist es jedenfalls mehr als die 20 %, die ein stumpfes 1/4 bringen würde.

Natürlich sind wir momentan in der Spielzeit noch ein ganzes Stück von 1/4 entfernt (ALBA ist mit 28mpg bei 70% davon). Bei 3/9 haben wir im Schnitt einen Rotationsspieler, bei 6/6 wären es dann vielleicht drei oder vier. Ich glaube, dass durch eine Veränderung der Mannschaftszusammenstellung ein hinreichender Effekt auftreten würde. Die russische Lösung, mit einem Eingriff ins Coaching erscheint daher nicht verhältnismäßig. Weiterlesen

Besuchen wir Europa…

Das erste Mal ersthaft über diese Frage nachdenken musste ich, als ich auf Interbasket eine Evaluation der BBL vornahm. Den „Erfolg“ der BBL auf europäischen Parkett bewertete ich nach langem Hin und Her mit einem von zehn Punkten. Ich schrieb sinngemäß: „Ein Korac-Cup Gewinn (ALBA), eine Teilnahme in den EL-Top 16 (Bamberg), ein Ulebcup Achtelfinale (Quakenbrück) und sehr wenige weitere Ausflüge in die Finalrunden. Meist verloren deutsche Clubs international und zeigten schwache oder gar desaströse Leistungen in der Gruppenphase.“

Ich denke nicht, dass es reicht, hier über den Anspruch einzelner deutscher Vertreter in den europäischen Wettbewerben dieser Saison zu diskutieren. Schaut man ein paar Jahre zurück, dann wird eben auch deutlich, dass deutsche Clubs fast traditionell erfolglos sind. Dies ist um so erstaunlicher, als das die deutschen Teams im internationalen Vergleich gar nicht mal so arm oder so unprofessionell sind. Im Gegenteil, gerade wenn man unsere deutschen Euro-Clubs betrachtet, reden wir von einem durchschnittlichen Club-Budget von etwa 4,5 Mio. €. Einer durchschnittlichen Zuschauerzahl in der Liga von über 5000.

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Thesen zu Bauermanns Brandrede

Auch wenn ich Bauermanns Stil in der Brandrede unerträglich finde, muss ich ihn in einem Punkt in Schutz nehmen: Dass er im Bamberg bis 2007 nicht mehr Deutsche eingesetzt hat, kann man ihm kaum vorwerfen. Die BBL war und ist eine amerikanische Liga, da darf er auch mit amerikanischen Spielern um die Meisterschaft spielen. 2007/08 hat Bauermann den „deutschen“ Weg probiert. Das hat nicht geklappt.

Ich versuche mich an ein paar Thesen zur Deutschenquote in der Basketball-Bundesliga aber noch lange keine eigene Antwort auf diese stark umstrittene Frage.

These 1: Freiwillig klappt nur, wenn alle Clubs mitspielen.

Der Oldenburger Manager Schüller fordert nun eine ganz tolle Quotierung in der ProA und ProB… Man muss diese Aussage in den Kontext des Clubs stellen, aus dem sie kommt. Oldenburg ist der Club mit den wenigsten deutschen Rotationsspielern. Eine Mannschaft, bei der immer wieder mal nur neun Amerikaner spielen. Ein ProA bzw. ProB Doppellizenzpartner der Oldenburger suche ich vergeblich… Dinge fordern, die einen selbst nicht betreffen, das ist ganz großes Kino. Das ist eine der Heucheleien von denen Luka sprach.

These 2: Fertige deutsche Spieler finden alle toll, solange sie andere ausbilden und man selbst nicht investieren muss.

ALBA investiert sehr viel Geld in den Nachwuchs. Braunschweig und Bamberg traditionell auch, ja selbst Gießen hat sich u.a. dank der Kooperation mit Lich finanziell gestreckt. Bei anderen Clubs weiß ich es nicht so genau. Man kann wohl annehmen, dass bei ALBA die Nachwuchsausgaben in einen Bereich reinkommen, der locker das Teambudget Nördlingens oder Göttingens erreicht. Weiterlesen