Gastbeitrag: Euroleague Final Four in Barcelona (2)

Heute folgt der zweite Teil von robbes Euroleague Final Four Beitrag mit einem ganz genauen Blick auf die 4 Teams und einzelne, herausragende Spieler:

TEAM BY TEAM

Montepaschi Siena – Die Toskaner sind die besten Balldiebe der Liga und stellen die effektivste Verteidigung, trotz schlechter Werte beim Defensivrebound und hoher Werte bei den gegnerischen Nahdistanzversuchen- und Quoten. Sie machen enormen Druck am Perimeter und stören den Distanzwurf, geben dafür am Brett Punkte auf. Acht Klubs spielten diese Saison eine effektivere Offense. Bo McCalebb ist nicht der klassische Point Guard, erkennt aber Scoring-Situationen und bricht dann explosiv aus. Häufig liegt der Ball auch in den Händen von Kaukenas und Moss. Distanzwurf von Lavrinovic und Stonerook auf der 4 kann Serien und Spiele entscheiden. Im Viertelfinale 2009 machte Obradovic die Zone zu und gab Stonerook konsequent den Dreier. Dieser verwarf 16 seiner 20 Distanzwürfe.
Schlüsselspieler: Shaun Stonerook – äußerlich ein auffälliger Typ, aber was er auf dem Parkett verteidigt, ackert, passt und Bällen hinterher hechtet wird regelmäßig übersehen.

Panathinaikos – Die Griechen sind mit ihrem langen, vielseitigen Kader auf praktisch jeder Position in der Lage ein Lowpost-Mismatch zu kreieren – auf der 1 über Diamantidis, auf der 2 über Sato, auf der 3 über Perperoglou, auf der 4 über Tsartsaris, auf der 5 über Batiste,
Vougioukas und Maric. Das brach Barca das Genick, aber Montepaschi hat physische Spieler auf jeder Position. Das Pick and Roll läuft primär durch Diamantidis, aber Obradovic legt Wert auf Variabilität und zieht Nicholas und Calathes als sekundäre Ballhandler heran. Distanzwurf von Fotsis ist ein X-Faktor. Zweiteffektivste Offense der Liga, fünfteffektivste Defense. Allerdings sind Obradovic & Co-Itoudis für ihre akribische Spielpräparation bekannt. In einem Final Four sind sie nur schwer zu bezwingen. Je mehr der Gegner über seine Individualisten geht, je mehr Transition-Basketball, desto weniger Einfluss für Obradovic. Aus diesem Grund sind Montepaschi & Maccabi schwerere Gegner für die Grünen als gemeinhin angenommen wird. Schlüsselspieler: Dimitris Diamantidis wird MVP, das steht fest. Nach 2007 endlich wieder Fulltime-Point Guard, prompt die erneute Final Four-Teilnahme.

Maccabi Tel Aviv – Zweiter bei den Steals, dritteffektivste Verteidigung (viel Matchup-Zone), effektivste Offense, Klassenbester bei den Ballverlusten, schnellstes Team unter den Final Four-Teilnehmern. Keine hochkomplexe, perfektionierte Halbfeldoffense, aber die spielen schnelle Teams nie. Wer schnelle Körbe erzielen will der stoppt nach eigenem Rebound, Block oder Steal nicht bei 20 auf der Uhr ab und leitet ein Setplay ein, sondern attackiert situativ. Gerade deswegen wird es für Real Madrid darum gehen, Schortsanitis früh auf der Uhr vom Korb fernzuhalten und Pargo/Eidson den Drive zu verweigern.  Beim Spiel gegen Sofo stellt sich immer die Frage – Doppeln oder nicht? Lange war das Doppeln ein äußerst vielversprechendes Konzept, nur hat der Grieche in dieser Saison sein Passspiel aus dem Double Team so sehr verbessern, dass sich diese Frage ernsthaft stellt. Schlüsselspieler: 99% der Befragten würden auf Schortsanitis oder Pargo setzen, für mich ist es Chuck Eidson. Seine Scoring-Effektivität mag zu wünschen übrig lassen, aber die Dimension, die er durch sein Ballhandling und Passspiel ins Spiel bringt, macht Maccabi erst zu einem überragenden Transition-Team. Außerdem: Zweitbester Balldieb der Liga.

Real Madrid – Halbfeld-lastigstes Team der Liga. Gehen häufig in den Lowpost (über Tomic) und sammeln satte 38,9 Prozent der eigenen Fehlwürfe ein – Hauptgrund dafür, dass ein Team das niedrigprozentig wirft dennoch solide punktet. Messina-Basketball bedeutet passen. Daran hat sich in Madrid nach dessen Rücktritt nichts geändert. Warum auch? Emanuele Molin war 10 Jahre lang Messinas Assistenztrainer. Real wird in Barcelona den Basketball spielen, den Messina installiert hat. Nur die Spielpräparation und die Entscheidungen im Spiel wird ein anderer treffen. Ob Molin diesen Job gut macht wird sich zeigen – unterschätzen sollte man ihn jedenfalls nicht. Schlüsselspieler: Sergio Llull – niedrige Effektivität, aber ein Energiebündel mit starker Perimeterverteidigung. Motor des Teams.

DIE GESCHASSTEN

Es gibt Karrieren, die sind mehr Tragikomödie als Heldenepos.

Marko Jaric hatte seit Jahren so miserabel Basketball gespielt, dass er nicht mehr Basketballer, sondern nur noch Adriana Limas Gatte war. Bis Mitte der Saison blieb er ohne Job. Dann rief Pianigiani an, Jaric spielte mehr schlecht als recht, dennoch Qualifikation für das Viertelfinale. In Spiel 1 gegen Olympiakos schmiss der Serbe reihenweise Bälle so unbeholfen weg dass es weh tat. Siena verlor 41 zu 89. Anschließend machte er 24 Punkte bei 10 von 11 Würfen in Spiel 3 und lieferte in Spiel 4 weitere 12 Zähler hinterher. Ein griechischer Kollege bringt es anschaulich auf den Punkt: „He shat all over Olympiakos“. Strohfeuer oder nachhaltige Leistungssteigerung?

Auch Sofoklis Schortsanitis musste viel über sich ergehen lassen. Für Spiel 4 der griechischen Playoff-Finals 2009 brachten Panathinaikos-Anhänger Plastiktaschen der Supermarktkette Sklavenitis in die OAKA. Beim Aufwärmen wedelten Tausende enthusiastisch mit den Taschen und sangen dabei: „Schortsanitis, Schortsanitis, du hast den Sklavenitis leergefressen!“

2010 wechselte Sofo nach Tel Aviv und verspeiste die europäische Centerelite. Heute lacht niemand mehr.

Nikos Zisis erlebte nach einhelliger Meinung bereits mit 22 den Höhepunkt seiner Karriere, die überragende EM 2005. Zehn Monate später zertrümmerte Varejaos Ellenbogen seinen Kiefer, Zisis kam nie wieder richtig auf die Beine.

Doch als McCalebb ausfiel war er da, eliminierte das Trio Papaloukas, Spanoulis, Teodosic in den Playoffs und spielt nun sein drittes Final Four in vier Jahren.

EHRE WEM EHRE GEBÜHRT

Basketball punktet bei Medien und Fans. Mal ehrlich: Etwas anderes interessiert doch die wenigsten. Es sind die Punkte. Die besten Punktesammler bekommen die Schlagzeilen. Teamerfolg und ein paar Assists taugen noch ganz gut um nicht als Egozocker da zu stehen, aber am Ende geht es um Punkte, Punkte, Assists, Punkte, Rebounds. Eine dominante Defensivleistung wird hin und wieder anerkannt, aber bestimmt nicht glorifiziert. Den besten Verteidigern widmet man sich alljährlich mal beiläufig, weil es eben sein muss, man verteilt einen Award und beschließt anschließend dass es nicht genügend statistische Daten gibt um Verteidigungsleistung zu beziffern. Da müsste man ja selber hingucken! Ich bin der Meinung, dass wir uns dieser Basketballvolksverdummung nicht widerstandslos ergeben müssen.

Es gibt bei allen Final Four-Teilnehmern Spieler, deren Leistung der Boxscore nicht annähernd gerecht wird. Auch abseits des großen Diamantidis, der erst jetzt den MVP-Titel einstecken wird, als er – weil er mehr Würfe nimmt – zum ersten Mal in seiner Karriere im Schnitt zweistellig punktet. Shaun Stonerook ist ein defensiver Alleskönner. Kosta Tsartsaris verteidigt weit hinter der Dreierlinie mit einer Intensität, die Ihresgleichen sucht. Er liest Help-the-Helper-Situationen so verlässlich richtig wie nur wenige andere. Bo McCalebb ist ein fantastischer Balldieb. Guy Pnini ist lang, verteidigt bissig auf den Positionen 2-4. D’Or Fischer der beste Shotblocker der Liga. Antonis Fotsis bringt Mobilität und Aktivität. Romain Sato ist ein starker 1-1 Stopper. Nick Calathes entnervte in den Viertelfinals Juan Carlos Navarro so wie Prigioni zuvor im Copa del Rey-Finale. Doron Perkins entfacht am Perimeter unglaublichen Druck, dazu blockt er, stiehlt und sammelt Rebounds ein. Lior Eliyahu kann problemlos Guards vor sich halten.

Wer auch immer am Ende den Titel holt, Rollenspieler werden daran entscheidenden Anteil gehabt haben.

Tipp

Maccabi im Finale über Montepaschi

Vielen, vielen Dank an unseren Gastautor robbe für diese beiden tollen, ausführlichen Blogs zum FinalFour 2011 in Barcelona!

Spielplan heute: 18:00 Uhr Panathinaikos vs. Montepaschi, 21:00 Uhr Maccabi Tel Aviv vs. Real Madrid

Finaltag Sonntag: 13:30 Uhr Spiel um Platz 3, Finale um 16:30 Uhr

Gastbeitrag: Euroleague Final Four in Barcelona (1)

robbe nimmt die vier europäischen Spitzenteams für euch auseinander, die sich am Wochenende (Halbfinals an diesem Freitag, Finale am Sonntag) im Euroleague Final Four in Barcelona gegenüberstehen:

VORGESCHICHTE

Neues Spiel, neues Glück?

Die Saison 2010/11 war von Beginn an nicht wie jede andere. Der neue Court – 6,75m-Linie, rechteckige Zone – bot Diskussionsstoff. Es folgte eine Hauptrunde mit zahlreichen Überraschungen, weil die großen Klubs in der Offense nicht die Effizienz der Vorjahre brachten und vor allem mit dem Distanzwurf Probleme hatten. Die Sicherheit kam langsam im Laufe der Saison, so dass die Dreierquote in den Viertelfinals (37,9%) ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Spätestens in den wichtigen Spielen des Top16 war definitiv Schluss mit lustig. Mit Olympiakos, Panathinaikos, Real Madrid, Barcelona, Caja Laboral, Valencia, Montepaschi und Maccabi standen weitestgehend die Favoriten im Viertelfinale. Unrühmliche Ausnahme war CSKA Moskau, das katastrophal startete, Ex-Partizan-Macher Vujosevic unter mächtigem Druck der Fans in die Wüste schickte und schlussendlich in der Vorrunde scheiterte.

Die Zuschauerzahlen können sich sehen lassen. Gepowert durch neue, attraktive, besser gelegene Hallen in Ljubljana und Istanbul strömten 24,6 Prozent mehr Zuschauer in die Arenen als in der Vorsaison.

DIE VIERTELFINALS

In den Viertelfinals wurde fantastischer Basketball gespielt. Ein Basketballfest mit taktischen Kniffen, wahnsinniger Intensität und überraschenden individuellen Leistungen.

Olympiakos gegen Montepaschi begann mit einem Schlachtfest: Siena spielte, als hätte man den Spielern Schlaftabletten verabreicht. Am Ende hieß es 89 zu 41. Die Toskaner revanchierten sich mit drei deutlichen Siegen in Serie. Drei Bilder bleiben im Kopf: 1) Wie Malik Hairston die Flügel der Roten ein ums andere Mal beim Offensivrebound überpowert; 2) Wie Marko Jaric in Spiel 3 im Pick and Roll Sprungwurf auf Sprungwurf über die ausgestreckten Arme von Nesterovic & Bourousis schießt; 3) Wie Spanoulis in den wichtigen Phasen den Ball hoffnungslos überdribbelt; Sowieso war es ein Scheitern des großen Guard-Trios Spanoulis, Teodosic, Papaloukas. Papaloukas spielte immer dann stark wenn er wirklich als Spielmacher agieren durfte, war aber zu oft Abseits des Balles unterwegs. Spanoulis/Teodosic klickte einfach nicht. Vielsagender Fakt: Stand der Serbe mit Spanoulis gemeinsam auf dem Parkett, schoss er 25,3 Prozent aus dem Feld, darunter 21,9 Prozent aus der Distanz. Letzte Saison hatten Papaloukas/Teodosic noch gemeinsam die Liga durcheinandergewirbelt, Letzterer wurde MVP. Wenn Obradovic addition by substraction erreicht hat, indem er den Ball zurück die Hände seines besten Spielers – Diamantidis – brachte, dann ist dies hier wohl ein Fall von substraction by addition.

Caja Laboral gegen Maccabi war von Anfang an die Serie mit dem höchsten Tempo, dem besten Flow und den spektakulärsten Offensivleistungen. In Spiel 1 retteten sich die Basken noch mit einer selbst für ihre Verhältnisse bombastischen Wurfleistung (13/26 Dreier) über die Ziellinie, in Spiel 2 warfen sie nicht schlechter (10/20), wurden aber im Lowpost von Big Sofo verprügelt. Am Ende drückte Pargo Logan den Gamewinner ins Gesicht. In Tel Aviv gab es trotz der Verletzung von Doron Perkins kurzen Prozess. In Spiel 4 machten die Gelben 99 Punkte in 67 Possessions. Wisst Ihr wie viele Possessions ein durchschnittliches NBA-Spiel hat? 92. Wie viele Punkte macht man mit 92 Possessions bei gleicher Effizienz? 136.

Zweifellos war Barcelona gegen Panathinaikos die meistbeachtete der vier Serien. Panathinaikos hatte das Viertelfinal-Heimrecht mit einer Heimniederlage gegen Lietuvos Rytas verspielt, während Barca Top16 mit 6:0 abschloss, darunter zwei Siege über Maccabi. Obradovic brannte von Beginn an ein Feuerwerk an der Seitenlinie ab, richtete giftige Kommentare an die Unparteiischen, die sein Gegenüber Pascual nach Spiel 2 nur halbherzig konterte. Barcelona gewann Spiel 1 trotz einer phänomenalen Leistung von Diamantidis mit 83:82, bevor die Griechen Spiel 2 mit 75:71 stahlen. Obradovic ließ konsequent von Rubio & Sada weg- und zu Navarro hin rotieren, womit beide Aufbauspieler – Werfen ist nicht wirklich ihre Stärke – nichts anzufangen wussten. In Spiel 3 & 4 näherte sich die Panathinaikos-Defense der Perfektion. Obradovic spielte häufig Box- oder Diamond and One-Defense (mit Calathes gegen Navarro), die sich bei jedem Versuch des Drives am oberen Zonenrand blitzschnell in eine Matchup-Zone verwandelte. Obradovic, Diamantidis und Calathes ernteten nicht zu Unrecht die Lorbeeren, aber vor allem die Defensivarbeit der Power Forwards Tsartsaris und Fotsis war so unfassbar gut, dass sie besondere Erwähnung verdient.

Real Madrid gegen Valencia blieb bis Spiel 5 die vergessene Serie. Ettore Messina hatte ein urchschnittliches Team zum Playoff-Heimrecht geführt, bevor er der Basketballwelt mit seinem Rücktritt die Schuhe auszog. Zu wenig Geduld, überzogenes Anspruchsdenken des Klubs prangerte er an. Sei ehemaliger Co- und neuer Interimscoach Molin änderte nicht viel, re-installierte allerdings Felipe Reyes als klare Nummer 1 auf der 4, wo ihm der erst 19-Jährige Nikola Mirotic unter Messina den Rang abgelaufen hatte. Real gewann eine langsame, physische, aber nicht hochklassige Serie durch solide Defensivarbeit und überwältigende Dominanz beim Rebound.

DAS FINAL FOUR

Aus dem Favoriten-Quartett Barca-Panathinaikos-Olympiakos-CSKA schaffte es nur ein Team ins Final Four. Ein Turnier der Außenseiter ist es dennoch nicht.

Siena und Tel Aviv gehören zu jenen Teams, die zwar im Regelfall keine Unsummen ausgeben können, die aber ein Monopol auf heimisches und in heimischen Arenen spielendes Basketballtalent besitzen. Die Israelis angelten sich vor der Saison, als Nachverpflichtung für den lebensgefährlich kranken Mikhail Torrance, Jeremy Pargo von Galil/Gilboa, Volltreffer. In der Vorsaison hatten sie Doron Perkins verpflichtet, BSL-MVP von Maccabi Haifa, noch ein Volltreffer. Zwei Jahre davor Terence Morris von Hapoel Jerusalem, schon wieder ein Volltreffer. Dazu kaufen sie erwiesene Fachkräfte, die in finanzschwächeren Teams, gewöhnlich in kleineren Ligen, den Durchbruch schafften: D’Or Fischer hatte sich in der belgischen Liga dumm und dämlich gereboundet, Chuck Eidson war EuroCup-Sieger und MVP mit Rytas, Alan Anderson hatte eine spektakuläre Saison für Cibona Zagreb hingelegt, Stephane Lasme in der Euroleague Angst und Schrecken unter den Körben verbreitet.

Siena funktioniert ähnlich. Terrell McIntyre, Romain Sato, Rimantas Kaukenas, Shaun Stonerook und David Moss hatten sich in der Serie A (bzw. B) bewiesen bevor Pianigiani und Minucci zugriffen. Bo McCalebb war bei Partizan der Durchbruch gelungen, Milovan Rakovic hatte in St.Petersburg für Aufsehen gesorgt. Man verrichtet solide Arbeit. Siena, Caja Laboral oder Tel Aviv, das ist der vorletzte Schritt auf der Karriereleiter.

Real Madrid hat Geld, wird aber keinen nachhaltigen Erfolg haben solange das Management nicht in der Lage ist Spieler entweder mit viel Know-How selber zu evaluieren oder diese Aufgabe alleine dem Coach zu überlassen. Dem jungen Kern um Llull, Suarez, Mirotic und Tomic steht eine erfolgreiche Zukunft bevor, doch bleibt zu befürchten dass der Name eines Spielers – nicht dessen Leistung – in diesem Klub weiterhin eine übergeordnete Rolle spielen wird.

Panathinaikos legt die Transferpolitik alleine in die Hände des Trainerteams und fährt gut damit. Die einzige Aufsehen erregende Verpflichtung der letzten Jahre ? Sarunas Jasikevicius. Nicholas, Fotsis, Pekovic, Nicholas, Sato, Maric, Vougioukas, Kaimakoglou – keiner dieser Namen war zum jeweiligen Zeitpunkt der große Hammer. Heute werden 59% aller Panathinaikos-Minuten von Griechen gespielt, dritthöchster Wert der Liga. Es ist nicht die ganz große Startruppe, aber eine hart arbeitende Einheit.

Vielen Dank an robbe für Teil 1! Morgen früh geht es weiter mit Teil 2 (Team-by-Team-Beurteilung, Chancen und Siegertipp)

Hinten kackt die Ente – Playoffs in der BBL

#2 Frankfurt – #7 Göttingen: Aber Hallo! Sicher die Paarung, zu der ich am meisten sagen könnte und von der ich in der 1. Runde (Viertelfinals) live auch das meiste sehen werde. Da ich aber weder über 9 Leben verfüge, noch nachts zwischen 2 und 6 meine Telefonnummer in den Äther hauche, muss ich mir hier wohl jeden Kommentar zu dieser Playoffserie verkneifen. Hessenderby der anderen Art, hach. Ich bin mir aber sicher, dass der Göttinger Kollege das Ganze weiter so leidenschaftlich kommentieren wird, wie hier in seiner Vorschau. Außerdem muss ich gestehen, dass ich schon deshalb nichts unbefangen zu der Serie sagen kann, da ich unverzeihlicherweise in meinem Garten gestern per Rasenmäher eine komplette Veilchenansiedlung niedergemetzelt habe. Nummer 5 9 lebt aber noch und das tun auch die Göttinger in ihrer unnachahmlichen, konstant unkonstanten Art. Ex-Guard-Terror gegen den Guard-MVP, der alle terrorisiert. Ein unangenehmer Gegner für Frankfurt mit ähnlicher Spielanlage, ähnlichen Stärken und Schwächen – so wie in meinem Garten geht die Serie nicht aus. Enge Kiste, könnte sogar über 5 gehen, die echten Hessen werden aber die Nase gegen die Möchtegernhessen vorn haben. Tipp: 3-1 oder 3-2 Frankfurt.

#1 Bamberg – #8 Bremerhaven: Die beiden kleinen Bs. Diametrale Gegensätze nicht nur auf der Landkarte. Bremerhaven mit nem 3 Meter langen Mannschaftsmeldebogen und mehr TippEx drauf, als bei ner Blondine auf dem Bildschirm. Bamberg, die Konsistenz in Person, die gut geölte Basketballmaschine, die mit ihrer neuen Fanhymne gleichzeitig die Ursache dafür sind, dass ich fast nichts mehr zu Papier gekriegt hätte, bevor die Playoffs starten. Eigentlich wollte ich gestern schon einen ausführlichen Playoffvorbericht schreiben, machte aber den Anfängerfehler bei der Nummer 1 der Hauptrunde beginnen zu wollen. Ehre wem Ehre gebührt undsoweiter. Doch die ganzen rrrrollenden Rrrrrrsss im BrrroseTV – namentlich im neuen Fansong (in der Saisonrückschau ab 0:55 oder später so ab ca. 5:15, ich kann es aber nicht genau sagen, denn es wäre zu gefährrrlich, sich das noch einmal anzuhörrren), schickten mich in ein 24stündiges Frrrreak Cidä-Delirium – auch bekannt als Frrrrrangggnn-Narkose. Etwas verkatert gebe ich daher zu Protokoll, dass ich den Nordlichtern aus Bremerhaven nur geringe Chancen in der Serie einräume. Ein Spiel holen ist für die Eisbären immer drin, aber über 5? No way, José. Ganz ohne Knutwitze tippe ich auf Sweep-City in 3. Da ist gottseidank dann auch kein Rrrrrr drin ;-)

#4 Artland – #5 Braunschweig: Für mich die spannendste Paarung des Viertelfinales. Leider stehen mir mit meinen mickrigen Presse Credentials die Überexperten, wie Cheerleader und Maskottchen, nicht für kompetente Vorhersagen zur Verfügung. Dann muß es eben so gehen: beides in sich ausgeglichene Kader, Artland mit dem Heimvorteil und dem vielleicht etwas homogeneren und tieferen Team. Braunschweig mit viel Athletik. Es ist auch ein Duell der deutschen Trainer, Stefan Koch gegen Seb Machowski. Solides, wirklich gutes angenehmes BBL-Coaching ohne viel Heulen und Zetern an der Seitenlinie. Keines der beiden Teams mit einem absoluten Überspieler, aber viele, die jederzeit ein coming out haben und ein einzelnes Spiel entscheiden können. Viele kleine und größere Verletzungen auf beiden Seiten, in der Hauptrunde aber nur kleinere Ausreißer nach oben und unten. Rebounds werden ganz, ganz wichtig sein und das Duell entscheiden – vorne wie hinten. Die Dragons werden auch mal ne Zone auspacken, die Braunschweiger mehr reine Manndeckung spielen. Viel wird von der Tagesform und den Dreierquoten abhängen. Tipp: 3-2, aber fragt nicht für wen. Falls ihr doch fragt: Artland.

#3 Berlin – #6 Oldenburg: Hitchcocks „Die Vögel“ reloaded. Wäre Pavicevic noch Berliner Headcoach, gäbe es ein ähnliches defensives Schnabelwetzen, Hacken und Picken, wie weiland in dem epischen 8-Freiwürfe-hintereinander-Spiel. Von den knallharten Defensivstrategen im Anzug ist jetzt nur noch Krunic übrig, Berlin hat mit Katzurin die Zügel deutlich lockerer gelassen in der Verteidigung. Ein Umstand, den schon einige Gegner ausnutzten – auch Oldenburg wird das versuchen. Berlin ist kein Team mehr, das die Gegner stoppt, Berlin ist (plötzlich und unerwartet) das Team, das versucht einen Punkt mehr zu scoren als der Gegner. Die Serie wird wohl von der Mannschaft gewonnen, die offensiv besser drauf ist. Ein Duell, das daher auch auf der Pointguardposition entschieden werden wird. Im Oldenburger System trägt Lou Campbell weniger und anders die Verantwortung, als noch letztes Jahr in Bremerhaven, etwas, was seinem Spiel nicht wirklich gut tut. Berlin hat sich dagegen den göttingesten aller PGs eingefangen: Taylor Rochestie. Der passt perfekt zum Stil Katzurins, ist aber eminent viel wichtiger für das Berliner System, als Lou Campbell es in Oldenburg ist. Wer Rochestie bremst, steckt also auch einen gewaltigen Ast in die Berliner Speichen. Kann Oldenburg das? Wie so vieles werden sie auch das beweisen müssen. Überhaupt ist sicher Oldenburg eine kleine Enttäuschung in der bisherigen Saison. Mit dem Kader hätte man besser aussehen sollen und müssen. Das Gute an den Playoffs ist jedoch, dass man in der Postseason tatsächlich eine unbefriedigende Hauptrunde vergessen machen kann. Gleiches gilt, in etwas anderer Form, ebenso für Berlin. Äußerst unalbanisch, äußerst turbulent ging es zu in der Hauptstadt der Steinewender. Bis jetzt. Jetzt gehts um die Currywurst und der neue Coach muss sich beweisen, hat aber durch den neuen Center Raduljica einen echten Stein am Brett. Tipp: 3-1 für die Berliner Vögel.

Was sind eure Tipps für die Playoffs und wieso, weshalb und warum?

Gastbeitrag: Hallooo Frankfurt – Hallooo Göttingen, eine Viertelfinalvorschau

[9alive schreibt] Wichtig ist nur im Mai (Das Phrasenschwein grunzt glücklich)! Es ist Playoff-Time! Crazy, Göttingen ist wieder dabei. Das dritte Jahr in Folge und auch das dritte Jahr sicher das Team mit dem geringsten Etat unter den 8 Teams der Post-Season, es ist wirklich erstaunlich! Nein, nicht das Overperforming, das ist Patrick´scher Standard, sondern, dass dieses Ergebnis auch mit einem Team möglich ist das wahrlich in der Liga allenfalls eine durchwachsene Saison gespielt hat. Ein Team bei dem schnell klar war, dass es sicher keinen „Guardterror“ spielen kann, ein Team mit wirklich wenig Kreativität und arg limitierten Einzelkönnern. 2-1-2 Matchup oder auch andere Formen der Zonenverteidigung sind so Verteidigungsstrategien die wir aus der Jugend kennen aber sichern nicht aus der Lokhalle. Naja, es gab üble Begegnungen die gewonnen wurden, daheim gegen Trier und Tübingen, es gab recht gute Begegnungen die verloren wurden, z.B. in der Lokhalle gegen Braunschweig. Alle diese Matches ließen nicht vermuten, dass man sooo tatsächlich in die Playoffs kann. Der „Schlüssel“ für Göttingens Platz 7 lag wie auch die Erfolge in Europa darin, dass man halt in der Lage war sich auf den Punkt zu konzentrieren. Gegen 5 der 7 anderen PO-Teams wurden Heimsiege geholt, nur gegen Braunschweig und unseren Viertelfinalgegner Frankfurt wurde 2x verloren. Es sind auch genau diese Siege, insbesondere Bamberg und Berlin, die uns Fans milde stimmen, diese großartigen Spiele haben den Sport gezeigt den wir sehen wollen und das hat mal gar nix mit „gewinnen“ zu tun. Sei es drum, jetzt ist man 7ter (zur letzten Viertelpause Spieltag 34 war man sogar 6ter, verrückt) und es geht gegen unsere Freunde aus Frankfurt. Weiterlesen

Gastbeitrag: Das Trainerkarussell dreht sich. Einsteigen LTi Gießen 46ers!

[limitless schreibt] Ratiopharm Ulm hat es in der Wahrnehmung vieler Basketball-Fans nicht leicht. Mit Dr. Thomas Stoll besitzen die Ulmer einen Manager, der viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, indem er die gesamte Internet-Gemeinde sehr ungefiltert an seinen Gedanken teilhaben lässt. Da Stoll wohl kein Empfehlungsschreiben für den diplomatischen Dienst mehr erhalten wird, sorgt das für viel Gesprächsstoff.

Doch viele Basketball-Fans kennen auch ein anderes ratiopharm Ulm: Das besteht aus einem Amerikaner mit Glatze, der mit stark gefärbtem Deutsch und viel Enthusiasmus das „gute Ulm“ darstellt: In den vergangenen acht Jahren war Mike Taylor als Headcoach für die Geschicke der Ulmer auf dem Parkett verantwortlich. Jetzt wurde er gegangen, ich plädiere für Taylor in Gießen als Nachfolger von Steven Key.

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Gastbeitrag: Popcorn-Basketball in Berlin

[sc-Fitzel schreibt] Nach langer Abstinenz war ich gestern wieder zu Gast bei ALBA Berlin in Block 209 in der „Mecker-Ecke“. Das Spiel war schon vorher ziemlich bedeutungslos und es hat mich auch primär in die O2-World verschlagen, weil ich gute Freunde wiedersehen wollte. Bis kurz vor Tipp-off wusste ich noch nicht mal genau gegen wen ALBA gestern eigentlich antreten musste. Eine kurze Umfrage im Block ergab, dass es wohl die WALTER Tigers Tübingen sein müssten; ganz sicher war man sich da aber auch nicht. Auch ALBA’s Co-Trainer Konstantin Lwowsky tat sich im Vorbericht sichtlich schwer diesem Spiel noch irgendwelche Bedeutung beizumessen. Dementsprechend waren unsere Hoffnungen auf einen lockeren Aufgalopp in Richtung Playoff und spektakulären Basketball der Marke Air-Taylor™ gerichtet. Weiterlesen

Bloggeburtstag: Die Gruebelei wird zwei

Birthday Cake by Will Clayton (CC-BY 2.0 Lizenz, via Flickr)

Heute ist der letzte Hauptrundenspieltag. Wer Playoffs spielen wird, wer absteigt, das entscheidet sich ab acht. Aber heute geht nicht nur die Hauptrunde zu Ende. Heute feiert die Gruebelei ihren zweiten Geburtstag. Am 23. April 2009 ging es hier los. Ich nehme das – und die Ruhe des langen Osterwochenendes – zum Anlass, zurückzublicken auf zwei Jahre Bloggen, auf 482 Posts, über 3000 Kommentare (plus 10.000 im Spam) und mehr als eine halbe Million Seitenaufrufe.

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Basketball für couch potatoes – Wen sieht der Fernsehgucker?

The new logo of the Basketball Bundesliga

Image via Wikipedia

Eigentlich sind wir ja alle total glücklich. Die Beko BBL läuft im Free TV, wer ne Schüssel oder Kabel hat, der kann von Oktober bis Juni Samstags Basketball schauen. Naja, nicht jeden Samstag und nicht immer ab 20 Uhr. Und auch die digital-terrestische Welt ist frei von Livebasketball. Samstag kommt die letzte Übertragung der Hauptrunde, die Paarung steht seit gestern fest: MBC gegen Göttingen Ein guter Moment mal zu schauen, aus welchen Hallen welche Teams wie oft gezeigt wurden in dieser Saison. Weiterlesen

Fans am Rande des Nervenzusammenbruchs – Part 2

Freitag Abend 18:30 Uhr. Anderthalb Stunden vor Spielbeginn gegen TBB Trier. Normalerweise bin ich dann schon lange an der Halle. Heute nicht. Ich will da nicht hin, will nicht sehen, was ich so oft gesehen habe dieses Jahr. Will nicht wieder hoffen dürfen, um am Ende doch unterzugehen. Also habe ich lang gearbeitet, bis es wirklich in der Firma nichts mehr zu tun gibt und jetzt bin ich auf der Autobahn – alles besser als die Osthalle, in der es höchstens wieder den Gefühlsmix aus Nostalgie, Schmerz und Trauer gäbe. 20:01 Uhr: an der Halle, hinter der Halle, wo ich immer parke. Da wo die Kaninchen fröhlich Löcher buddeln und Löwenzahn fressen. Jenseits des Zaunes quer rüber über die Wiese, schräg hinter dem Freiplatz, liegt die Rückseite der Osthalle in Sonnenuntergangsrosa. Schön sieht das aus. Aber die Sonne geht unerbittlich unter, Dunkel verschluckt die zarten Rosatöne, Lärm und Trommeln bleiben dumpf hörbar und doch merkt man bis hier her: es läuft nicht gut. Man kann es an den gedämpften Fanreaktionen, dem dumpfen Stöhnen spüren, das herüberdringt. Es sieht richtig mies aus, so wie sich das anhört. Als ich schließlich doch noch reingehe, steht es 10:29 und zur Halbzeit dann 17:38. Die Mannschaft läßt sich angstvoll und willenlos abschlachten. Etwas, was in der Osthalle immer ein „No go“ war. Abschlachten gabs hier nie, willenlos auch nicht. Keine große Stadt, kein Geld, keine gekauften Überfliegertruppen – immer die Underdogs, doch immer wurde gekämpft. Das war hier die große Stärke, das haben alle Gegner gefürchtet. Willen, Leidenschaft, Kampf bis aufs Blut.Und jetzt? Nichts davon ist mehr übrig. Alles kaputt gemacht. Die Spieler, die ich mit „meinem“ Schriftzug auf der Brust herumirren sehe, sind all das, was Gießen nicht ist. Was machen die hier? „We love Gießen – but we do hate you“ singen die Fans, Frust macht sich breit. Die Zuschauer sind bereit, alles zu geben und zu kämpfen, finden jedoch niemanden, der das für sie auf dem Feld tut. Das Team leidet an einer Art mentaler Glasknochenkrankheit – solange es keine echte Gegenwehr gibt, spielen sie mit, recht ansehnlich und gut. Aber wehe der Gegner verteilt mal nen Ellenbogen oder trifft 2 Würfe hintereinander, dann bricht das ganze Kartenhaus sekundenschnell in sich zusammen. Dagegen ist die mentale Verfassung bei den Kandidatinnen von GNTM als stabil zu bezeichnen. Gegen Trier ist es aber noch schlimmer. Die Spieler haben Angst. Erst als es in der zweiten Halbzeit um nichts mehr geht, weil das Spiel bereits in der Pause verloren ist, fangen sie an zu spielen. Jannik Freese, ist Jannik Freese, auch weil er es endlich sein darf und zeigt seinen US-Kollegen, was Einsatz heißt.

Auch der zweite „Gießener“, Moe Jeffers, zeigt wieso er längst adoptiert wurde, aber neben den anderen herz-und bocklos zockenden Ballbewegungsangestellten ist das zu wenig. Aber plötzlich explodiert die Halle wieder und plötzlich ist alles wieder eins: Zuschauer und Spieler. Ein paar tolle Minuten Gänsehautosthallenstimmung, die die Spieler zu Höchstleistungen trägt, sie besser macht, als sie sind. Magie pur. Reminiszenz an frühere, bessere Zeiten. Die Halle steht kurz vor der Explosion. Von -21 auf nur noch -4, aber die Kraft reicht am Ende nicht, das selbstgegrabene Loch war zu groß, das Spiel geht verloren, die Konkurrenten siegen und die Fans bleiben betäubt und schweigend auf ihren Plätzen zurück. Viel zu sagen gibt es auch nicht mehr. Trauer, Abschiedsstimmung, Verzweiflung und Hilflosigkeit.

Alle schweigen. Ich sage: bringt mich irgendwo hin, wo es laut und dunkel ist. Gesagt, getan. Sie singen „Numb“. Linkin Park. Wir schreien jedes Wort mit. Betäubungsversuche gelingen nur momentan und kläglich. Egal wo man hingeht in dieser Stadt, jeder spricht einen auf das Spiel an. Jeder will wissen, was los ist, jeder leidet mit. Die Gefühlspalette gibt alles her: Hohn, Spott, Aggressivität, Wehmut, Trauer, Dissen, Zorn und Wut. Jeder geht hier anders damit um – kalt läßt es keinen.

Zu Hause spät nachts am PC: die Uhr, der Herzschlag der 46ers, schlägt noch. Ganz, ganz unten auf der Homepage: Seit 44 Jahren, 6 Monaten, 15 Tagen…..sie läuft noch, aber wie lange noch? Erst einmal stand sie still. Das war vor knapp 2 Jahren. Das war, als wir alle noch Kraft hatten, gegen den Abstieg zu kämpfen. Das war, als wir dann alle gemeinsam um die Wildcard gekämpft haben, jeder mit seinen Mitteln. Das war, als ich mich um Kopf und Kragen geschrieben habe bei Herrn Gruebler. Und als wir dann das heißersehnte Wiedereintrittsticket bekamen, um alles besser zu machen, war der erste Schrei in der Stadt: „macht die Uhr wieder an“ und jeder wußte was gemeint war. Irgendjemand muß genauso gefühlt haben, denn als wir schauten, lief sie schon längst wieder. Damals. Seufz, damals. Und jetzt ausgerechnet vor dem 46. Jahr? Wir wissen es noch nicht, aber Endzeitstimmung macht sich breit. Es ist Sonntag vormittag und in den sozialen Netzwerken haben die Verabschiedungsrituale schon begonnen. Nur wenige können und wollen noch fighten, weil sie keinen haben, der ihren Kampf auf das Parkett trägt. Sonntag, 17 Uhr gegen den MBC.

Noch 5 Stunden bis zum letzten Heimspiel. 5 Stunden bis zum MBC. Nur noch 5 Stunden bis Spielbeginn. Nur noch 5 Stunden bis zu den bitteren Tränen? Nur noch 5 Stunden bevor die Uhr abgeschaltet wird?